M - Bye Bye Auslandsblog.de

04Juni2017

Mir blutet das Herz und trotzdem hat der Umzug hin zu "engelbergsinshanghai.wordpress.com" schon begonnen.

Wie ihr sicherlich gemerkt habt, war hier in letzter Zeit recht wenig "Los" und das hängt damit zusammen, dass die mobile Bloggingfunktion von Auslandsblog.de (eventuell nur) bei mir ausgefallen ist. Seitdem lässt sich die Seite nur noch im Browser öffnen und da blogge ich einfach nicht gern. Ich bin "Handy im Bus" - Blogger.

Ich hätte es trotzdem irgendwie durchgehalten, wenn ich nicht seit 1 Monat versucht hätte in Kontakt mit dem Websitebetrieber zu kommen. Leider hat weder über die Webseite, noch über E-mail, das Impressum, SMS und Facebook überhaupt irgendjemand auf meine Anfrage reagiert. Was mich äusserst beunruhigt hat. Falls nämlich keiner mehr hinter der Seite sitzt, der Emails anschaut, was passiert dann mit meinem Blog, wenn mal ein Neustart oder eine Serverpflege zu machen ist.

Da mir das einfach zu heiß ist, hab ich mich mal nach Alternativen umgesehen und blogge ab jetzt erstmal da weiter.

Also einfach hier klicken: https://engelbergsinshanghai.wordpress.com/

Und dann könnt ihr wieder teilhaben. Bitte vergesst nicht zu kommentieren, dem Blog zu folgen usw.

Falls hier jetzt doch noch ein Betreiber mitlesen sollte, oder sich noch jemand auf meine Anfrage meldet: Wenn sich das Thema mit dem mobilen Bloggen klärt, bevor ich mehr als 50% umgezogen habe, mach ich liebend gern hier weiter. Anderenfalls werde ich diese Seite hier sehr vermissen, die mir und vermutlich auch anderen in den letzten 1,5 Jahren sehr ans Herz gewachsen ist.

M - Rundreise China - die drei Schluchten und ihr Staudamm

11Mai2017

Die erste Schlucht der drei Schluchten taucht vor uns am Schiff auf. Gute Deutsche wie wir sind, haben wir die besten Plätze natürlich schon Stunden vorher mit Handtüchern reserviert. Und da geht’s los.... Hast du mal nen 10 Yuan Schein?

Tatsächlich, jetzt fehlt nicht mehr viel um alle Geldscheine “besucht" zu haben. Hier sind wir nun an der Wu Schlucht, die mit der "Weißen Imperator Stadt" auch den 10 Yuan Schein ziert.

Danach geht's weiter durch die drei Schluchten, welche ein wirklich schönes Panorama zaubern.

Dann halten wir nochmal am göttlichen Strom an und machen eine Ausfahrt mit einem kleinen Boot in diese wirklich idyllische, fast schon märchenhafte Schlucht. Während unser Guide ein altes Lied der Minderheit trällert, bewundern wir die Felsen sowie den Himmel. Wieder zurück an Board und Zack: Schon ist Captains Dinner am runden Tisch... Unsere Schiffsreise ist schon fast vorbei...

Die nachfolgende Nacht war nicht so ganz nach unserem Geschmack. Schon um 23 Uhr legen wir an und schauen in die Kabine eines anderen Schiffes, während uns die Chinesen von Ihrem Balkon aus "Good Morning" ins Gesicht brüllen. Da schlottert der Schlafanzug. Zusätzlich dazu hat das Nachbar-Boot auch noch die ganze Nacht den Motor an. An schlaf ist kaum zu denken.

Wir verlassen dann bei strömendem Regen das Schiff und werden in einer kleineren Fähre untergebracht, die mit einem „Schiffsfahrstuhl“ (auch Hebewerk genannt). Die 100m Höhenunterschied das Damms überbrücken soll.

Das Hebewerk ist tatsächlich sehenswert und der deutsche Schneckenantrieb darin lässt einen wirklich staunen. Hatte vorher noch nicht die Chance Linearspindel mit ‘nem Kopfkreis von knapp 80cm zu bestaunen. Das sehen die Chinesen scheinbar auch so, weil die 28536 Chinesen auf den 2qm vorm Fenster alle das einschiffen ins Hebewerk bestaunen. Und natürlich bestaunen die das inklusive Handy und I-Pad und senden es raus an die ganze Welt. Ich glaub mit diesen Chinesen im Freundeskreis währe mein Spam Ordner… Naja, lassen wir das. Fakt ist: 100m Hebewerk sieht man auch nicht alle Tage...

„Unten“ angekommen, fahren wir nach Yichang. Da soll es eine sehr schön Ecke zum Flanieren geben. Allerdings: Es regnet... Macht aber für uns nix, weil wir haben eh keine Zeit Yichang zu Bestaunen. Wir müssen zum Flughafen. Hauptsächlich weil wir keinen Flug nach Peking mehr bekommen haben. Die sind nämlich plötzlich alle abgesagt worden. Daher fliegen wir nach Tianjin, einer 10 Millionen Stadt vor Beijing, und werden von da aus nach Beijing mit nem Bus gekarrt.

Das Wetter in Tianjin ist sehr gut, nur die grünen Netze, die überall rumliegen verwundern mich. Auf Nachfrage erklärt uns die Reiseleiterin, das diese das „Aufstauben“ bei Wind verhindern soll. In Beijing ist nämlich aktuell ein Kongress und man möchte nicht das AQI 1000 Sandsturm und Staub Beijing zeigen, sondern das Blaue Himmel, tolles Wetter und AQI 47 Beijing. Also wurden wieder Firmen, Baustellen und Kraftwerke lahmgelegt und ein paar grüne Netze über die Staubigen Flächen gespannt. 200km vor Beijing, bis nach Beijing. Wir fahren 2 Stunden durch „grün“ Landschaften. Wahnsinn…

Aus den 2 Stunden Fahrt werden dann irgendwie fünf. Der Kongress führt zu Straßensperren, alles wird kontrolliert. Und das schlimmste: Kein Mc- Donalds wenn man ihn braucht. Wir nehmen trotzdem mit Humor…. Ihr glaubt gar nicht, wieviel Spaß man mit einer geschüttelten Cola haben kann.

M - Rundreise China - eine Flussfahrt, die ist lustig

09Mai2017

Wer nicht viel Schlaf braucht, oder sich nen Wecker stellt, sieht so einen Sonnenaufgang in Fengdu.

Wer mehr Schlaf braucht, der frühstückt einfach ganz entspannt von 7:00-8:00. Naja, die Frühstückszeiten sind schon sehr speziell. Aber zumindest genießen unsere Gäste das Toastbrot mindestens genauso wie wir... :-)

Als wir ins Zimmer zurückgehen und das "bitte nicht stören Lämpchen anschalten, kommt gerade der Zimmerservice und erklärt uns: "Guggst du hier, wenn du die Taste drückst, dann geht das "Bitte nicht stören" aus, und dann kann er auch unser Zimmer aufräumen." Und während wir noch verdattert schauen ist er auch schon drin und räumt auf... Schließlich war die Lampe aus, nachdem er drauf gedrückt hat. Schlaues Kerlchen. Den Trick muss ich mir merken.

Na gut, dann gehen wir halt aufs "Observation Deck" ein bisschen in die Landschaft schauen. Ähm, was is das? Das sieht ja lustig aus, da rennt ein Mädel an der Wand entlang. Die Sonne zeichnet ihren Umriss nochmal auf die Wand. Warum, was,acht sie da? Hä? Hinhocken? Nee Quatsch oder? Das Mädel ist 500m um die Ecke gerannt, um nicht von den anderen vier Menschen auf dem Steg beim "Geschäft" beobachtet zu werden. Dabei merkt sie nicht, dass 3 Kreuzfahrtschiffe mit tausenden Menschen ihr dabei zuschauen...

Wir gehen dann aber auch mal von Board. Natürlich waren wir alle vorher nochmal auf dem Klo... ;-) Die Stadt in die wir eintauchen ist eine pure Touristenstadt und es ist nicht ein einziger Tourist da... während alle in die "FengDu Geisterstadt" gefahren sind um sich ein umgesiedeltes "leeres" Dorf anzuschauen ist hier kein Mensch... verkehrte Welt. Sogar noch ein paar vernachlässigte Tore kann man hier begutachten.

 

Zweiter Programmpunkt heute: Shibaozhai.

Hier gibt es eine sehr schöne alte Pagode, die mit einem Damm eingehaust wurde, um sie bei der Flutung des Yangtzes zu erhalten. Die wirklich interessanten Geschichten verbergen sich aber irgendwie hinter den Sehenswürdigkeiten. Welcher Aufwand, welche Bauprojekte und welche Menschenbewegungen hinter dem drei Schluchten Damm stecken lässt sich hier so langsam erahnen. Wahnsinn.

M - Rundreise China - Volle Kraft voraus

08Mai2017

Heute startet unsere Rundreise.

Auch wir als "chinesische Semiexperten" haben die Standards und "must see's" ja noch gar nicht gesehen. Trotz das wir schon über 1,5 Jahre da sind. Beijing, Yangtze und Xi'an stehen auf dem Plan... Also los, zeitig aufstehen, Taxi zum Flughafen und natürlich hat der Flieger Verspätung. Chinesische Airline, irgendwie schon normal. Wobei man zugestehen muss: mit 20 Minuten diesmal nicht wirklich viel...

Nach 2,5 Stunden, die wie "im Fluge" vergehen, holt uns "Julia" in Chongqing ab. Eine Stadt die wie in einem Bergkessel liegt und daher immer eine Riesen Nebelwolke über sich hängen hat. 200 Tage Regen im Jahr, allerdings bei recht angenehmen Temperaturen. Da sind wir aber heute echt Glückspilze mit Sonnenschein. :-)

Laut unserem Programm gehts vom Flughafen nur aufs Schiff und gut ist. Julia hat aber ganz andere Pläne. Vielleicht gerade weil sie kein Programm bekommen hat strickt sie uns fix was aus dem Handgelenk.

Wir starten auf der Altstadtstrasse, oder sagen wir einfach mal die "Kulturstrasse" von Chongqing. Wichtiger Hinweis von L Julia: Nichts essen! Die Schärfe wäre sicher ungesund für uns. Und irgendwie kann ich das nachvollziehen, wenn ich die knapp einen Meter im Durchmessere messenden Bottiche mit Suppe anschaue. Da schwimmen 4cm nur Chillis obendrauf. Hui.

Danach fahren wir zu einem Hotel, das eine "Himmelstempel"- Kopie ist. Die kopieren echt alles... sieht aber cool aus. Dann gehts auf nen Berg und wir haben eine Teezeremonie mit bewegen, riechen, schmecken und trinken. Wer das schonmal gemacht hat weiß vermutlich wovon ich rede. Ich probiere, rieche, bewege, schlürfe... tatsächlich, die drei Sorten die wir probieren haben Charakter und irgendwie ist für jeden was mit dabei.Da wir sogar zwei richtige Teetrinker mit dabei haben, haben die Tee-Mädels nicht nur eine Teezeremonie, sondern auch gleich noch ein Geschäft mit uns gemacht...

Und haben wir irgendwie Hunger und noch knapp eine Stunde Zeit bis es aufs Schiff geht. Was soll ich sagen, lieber was bekanntes... Ganz nebenbei: Die Chicken Nuggets vom Kentucky Fried Chicken sind in Chongqing deutlich schärfer. Logisch irgendwie. Jetzt aber schnell aufs Boot und rausguggt. Toll.

Was ist das? Was haben sie da hinten eigentlich? Quatsch oder? Sie haben die Petronas Towers und Big Ben kopiert... Kuala London lässt grüßen.

Beim Abendbrot wird's dann wieder lustig für uns. Da die Mädels von der Bedienung sich aus Schüchternheit net so richtig trauen englisch zu sprechen und drei eventuell mehr verstehen als eine kommt es immer wieder zur Traubenbildung der Kellner an unserem Tisch. Nach dem Motto: Ich trau mich nicht alleine zu reden und außerdem hören sechs Ohren mehr als zwei. Mädels, euer Englisch ist vollkommen OK. :-)

Und dann, ganz plötzlich, legen wir (mit Verspätung und Schwimmweste um die Brust) ab...
 

M - Rundreise China - Nu habsch abor de Brille uff...

07Mai2017

Heute lassen wir uns alle mal das Frühstück im Radisson schmecken und bewundern noch bissel die Anlage, bevor wir zum wirklich wichtigen ersten Programmpunkt starten: Der Brillenmarkt.

Dort angekommen gehts gleich los... Die ersten 4 Brillen für meine Eltern sind schnell gefunden. Und A verhandelt mit der kleinen Chinesin wirklich knallhart. Wenn das jetzt alles richtig klappt, haben sie je zwei Gleitsichtbrillen für insgesamt 150 Euro erstanden. Das lässt meine Eltern ganz schön überrascht zurück. 10% vom deutschen Preis. Wenn die gut sind, dann sind die Hotelkosten schon locker wieder reingeholt.

Auch A, As Paps und T sammeln sich ein paar richtig schicke Gestelle ein und A fängt erneut das Verhandeln an. Nicht jeder von uns hält allerdings den "Nervenkitzeln am Brillenmarkt" aus. Da kann man schonmal nach der ersten Runde "Ja" sagen.

Fazit: 11 ist die Zahl. Die vier Gleitsichtler kommen in einer Woche. Hat die kleine Chinesin noch ganz schön Umsatz mit uns gemacht. Die ersten 7 sind schonmal super. Können wir gleich auflassen.

Nachtrag - /Die anderen vier sind übrigens auch super.../

Dann auf zur zweiten Station heute: Tianzifang. Auch hier schauen alle mit großen Augen. Alles so anders als gestern. Tja, neues, altes und touristisches Shanghai. Ach ja, und billiges Shanghai hatten wir ja auch noch... Was essen wir denn jetzt gleich mal? Ah da, ein Italiener. Und da gibt dann den zweiten Schokokuchen. :-)

Was macht die Bedienung eigentlich da mit dem Bügeleisen? Aha... deswegen. Sie legt die total knittrige Tischdecke einfach auf den Tisch und dann wird gebügelt. Daher oben glatt, unten knittrig. This is China... Chabuduo. :-)

M - Rundreise China - erster Tag in Shanghai

06Mai2017

Ab heute Startet unser Touristenprogramm.

Und wie sich das gehört sind in Shanghai natürlich wir die Guides. Für heute stehen Lujiazui und "der Bund" auf dem Programm. Hoffentlich hält das Wetter durch, damit wir vom Shanghai Tower auch was sehen. Nachdem wir etwas U-Bahn gefahren sind und alle irgendwie der Meinung sind, das es gar nicht so viele Leute in Shanghai sind (Einige Personen haben sogar einen Bildband angefangen: "China ohne Menschen"), gibt es trotzdem großes Staunen beim Fußgänger-"Ring" in Lujiaziu. Überall Blumen, Riesen Türme und auch noch Sonnenschein. Die Sicht sieht auch ganz OK aus, also los: ab geht's, auf den Shanghai Tower.

Oben angekommen vermiesen uns trotzdem ein paar Ausleger vom Sandsturm ca.  34,18% vom Aussichts-Spaß, aber trotzdem haben alle große Augen, beim von oben auf Shanghai schauen.

Weiter gehts über die Fähre auf den Bund. Hier machen wir einen schönen "Afternoon Tea" im M on the Bund. Und dieser "Nachmittags-Tee" lohnt sich total. Wir sitzen draußen in der Sonne und leihen uns ein paar (kostenlose) Hüte aus um bei knapp 30 Grad ohne Wolken nicht gleich komplett  in Flammen aufzugehen. Dabei verdrücken wir Sandwiches und schlürfen Kaffe und Tee. Echt ein tolles Gefühl.

"Naja, jetzt zeigen wir euch aber nochmal Menschenmassen..." sag ich als wir Richtung Nanjing Straße aufbrechen. "Nicht schlimmer als Samstag morgen im Kaufland..." ist die Antwort die ich bekomme... :-)

Natürlich nutzen wir die Chance nochmal am Peace Hotel vorbeizugehen... Was ist das? Baustelle davor? Hui... da haben wir nochmal Glück gehabt als wir hier letzte Woche abgestiegen sind. Unsere Gäste setzen wir dann nochmal ne Stunde im Hotel ab, damit sie sich noch bissel ausruhen können. Denn der Abend wird lang...

Zum abendessen gehts dann ins Gingers, was noch nicht mal nen Katzensprung vom Hotel weg ist und hier wird dann endlich der erste Schokoladenkuchen der Reise bestellt. Ich hab wohl doch ordentlich Werbung gemacht. :-)

Das wirkliche Highlight des Tages ist aber Jade Lee, die uns im Heydays einen wundervollen Jazzabend beschert und mit ihren Jungs hinter den Instrumenten einfach den Nerv der Gäste im Club perfekt trifft.  Unsere Reisegruppe bringt es genau auf den Punkt, als wir nachts um eins Richtung Hotel Starten: "Was für ein Tag..." Tja Jungs und Mädels, wartets mal ab... :-)

M - Rundreise China - die Ankunft

05Mai2017

Es geht los, während die anderen auf dem Fake Markt kräftig die Verkäufer schütteln, bin ich auf dem Flughafen. Wenn alles gut geklappt hat und keiner bei der Einreise hängengeblieben ist, sollte unsere Reisegruppe in wenigen Minuten komplett sein. Im Vorfeld suche ich noch den Flughafen nach SIM Karten ab. In China bekommt man nämlich keine prepaid SIM Karten für Daten außerhalb des Flughafens mehr verkauft. Daher bin ich ganz froh, das direkt in der Ankunftshalle einige kleine Stände sind, die diese Karten dann doch verkaufen. Sie schauen zwar etwas überrascht, als ich ein paar (5) Datenkarten kaufe, aber es geht auch mit mehreren SIMkarten auf einen Pass registriert. Dann noch schicke Bilder mit dem Pass im Gesicht gemacht, und schon kann es losgehen. Schöne neue Welt. :-)

Dann zurück ans "Empfangsgeländer" und warten...

Als dann endlich die Crew der Lufthansa Maschine vorbeimarschiert steigt die Freude. Und da sind sie auch schon... Willkommen in China. Recht frisch und munter sehen sie aus. Da kann die gemeinsame Chinareise ja kommen. Natürlich schnappen wir uns danach direkt ein Taxi und auf gehts, in Radisson Blu Xingou Plaza.

Ein wunderschönes Hotel mit einer Wahnsinns Gartenanlage, wenn auch noch etwas neblig...

Nachdem sich unsere Gäste hier ganz gut "eingelebt" haben ("in 20 Minuten machen wir los..."), machen wir die erste Probe aufs Exempel: heute gibt es thailändisches Essen. Ich bin gespannt, wie das ausgeht. Und es schmeckt allen, ist super lecker und selbst die Abwesenheit von Brot und Kartoffeln bringen hier niemanden aus der Ruhe... Das fängt gut an. Jetzt noch nen Kaffee mit Matcha Cheesecake im Hotelkaffe und morgen 9:30 geht’s auf zum Bund...

M - Endlich Urlaub

04Mai2017

Endlich ist es soweit. Gestern zeitig auf Arbeit, dann spät raus und Zack... ist Urlaub!

Da man das ordentlich feiern muss gleich in der Whatsappgruppe mit unseren Freunden nach den Befindlichkeiten zum Abendbrot gefragt.

"M würde gern australisch essen" - Ok, dann gehen wir halt ins Kakadu. - "Oh, hier gibt's auch echt alles, oder..."

Ja T, hier gibt's alles. Und es lohnt sich daher immer mal wieder uns besuchen zu kommen. :-)


Es gibt sogar super leckeren Nachtisch. Teilweise mit Russischem Namen. Leider konnte uns keiner erklären wie "Pavlowa" und Australien zusammenhängt...

Und heute? Heute geht's richtig los. Die Eltern sitzen schon 4 Stunden im Flugzeug und heute Nachmittag mach ich los und hol Sie am Flughafen ab. Der Urlaub kann kommen.

Vermutlich wird es in den nächsten zwei Wochen hier etwas ruhig, schliesslich haben wir Urlaub. :-)

Drücken wir nur noch die Daumen, das der Sandsturm aus Peking nicht so schnell hier aufschlägt. Der trägt nämlich aktuell Unmengen an Feinstaub in die Stadt, was jegliche Messgeräte verrücktspielen lässt. Und eigentlich wollte ich ein sonniges Shanghai mit blauem Himmel präsentierten...

M - die ersten Gäste...

03Mai2017

Es ist der 1. Mai und jetzt geht's los. Der erste Schwung unserer Gäste kommen um 6 Uhr morgens an. Taxifahrer haben wir schonmal hingeschickt, und wir sind extra früh aufgestanden, um auch da zu sein, wenn M&T ihre ersten Schritte in Shanghai tuen. Und was jetzt ganz wichtig ist: Nicht einschlafen...

Und daher wird gleich nach der Ankunft der Koffer verstaut und an geht's zum Brunch. Morgens um Neun ist die Auswahl leider etwas begrenzt, aber mit Al's Diner haben wir schonmal nen guten Griff gemacht. Auch wenn sie etwas überfordert sind und nicht mit so nem Ansturm morgens gerechbet haben bekommen wir mit wenigen Nachfragen dann alles, was wir uns wünschen. Und die eine Kellnerin hat ein paar Schweißperlen auf der Stirn. Hab ich schon erwähnt, das Chinesen kaum schwitzen? :-)

Zwei doppelte Espresso später sehen unsere Gäste zwar immer noch müde aus, macht aber nix, auf zum Jing An Tempel. Der steht schon seit wir hier angekommen sind auf dem Programm. Ob das ne gute Idee für den ersten Mai ist?


Scheinbar schon. Es ist überraschend wenig los. Es reicht nach Räucherstäbchen während wir durch die Gänge schleichen und der Kontrast zwischen Altem Stempel und Hochhäusern rundherum ist echt der Wahnsinn.

Danach sind die beiden allerdings ganz schön durch. Ok, deutsche Zeit gecheckt. Ne Stunde schlafen müsste gehen. Also heim, und ne Stunde hingelegt. Hat uns übrigens auch sehr gut getan. :-)

Am Abend geht's dann zu Haiku. Ganz klar, A hat ihren Lieblings-Rohfisch-Reis-Roller für den ersten Abebd ausgewählt. Und ganz nebenbei gibt es auch noch eine Super Duper Udon-Nudelsuppe. 

Am nächsten Tag müssen wir arbeiten, M&T machen weiter Kulturprogramm. Der Jade Buddha Tempel an der Changshou Straße soll es sein.

Als wir Abend ankommen, waren sie auf der HuaiHai shoppen. Ok... 

nicht das sie nicht zum Tempel wollten, aber sie sind an der Changshu Straße ausgestiegen. Nicht an der Changshou. Das sind übrigens knapp 10 km Unterschied. :)

Macht nix, jetzt geht's erstmal chinesisch essen. Wir suchen ein Restaurant um die Ecke, chinesisch, mit Maultaschen. Hm mal sehen. Na los, hier mal links rum. Aha. Da müsste es sein. Hm... nicht? Mal fragen. Ah, ok, dann da runter.

Kurze Zeit später sitzen wir im  Dong Bei Four Seasons Dumplings und sitzen in Mitten von Chinesen, bestellen Chinesisch und essen immense Mengen von Knoblauch. T's Kommentar: "das ist der Jahresverbrauch des Durchschnittsdeutschen, den wir hier reinhauen. Irgendwie haben wir uns auch mit der Dumplinganzahl auch völlig vertan.


Naja, wird morgen nochmal gebraten... Der Preis haut uns aus den Latschen. 150Rmb zu viert mit allem drum und dran. Läuft... immernoch.

Noch zwei Tage, dann ist die Reisegruppe komplett. :-)

M - Tempeltour...

30April2017

Noch ein paar Stunden, und unsere ersten Gäste laufen hier in Shanghai ein. Wir können kaum noch still sitzen vor Freude, also startet der Tag nach dem Frühstück mit: Der Couch. :-) Liegen geht.

Aber Hauptaufgabe ist: planen wir doch mal durch, was wir unsere Gästen in Shanghai so gutes tun, und vor allem: reservieren wir doch schonmal die Restaurants. Mit 7 Personen wird nämlich nix mit spontan mal irgendwo am Samstag Abend essen. :-)

Als wir gegen 2 alles haben und aus dem Fester schauen grübeln wir. Sonne, 28 Grad und Nu?

A schnappt sich den Reiseführer, ich schau mal bei Smart Shanghai, und nach 10 Minuten steht fest: heute geht's zum Longhua Tempel. Den hab ich auch im Xujiahui Buch im Peace Hotel gesehen. Kamera eingepackt, Wasser mitgenommen und, ganz wichtig, Hut aufgesetzt.

20 Minuten später, stehen wir schon hinterm Tor mit der Longhua Pagode und wedeln mit Räucherstäbchen rum.


Die Tempelanlage ist wirklich schön, ruhig und selbst an nem Sonntag kaum besucht. Auch die Figuren und Buddhas sind wirklich sehenswert. Wusste gar nicht, das wir ein solches Juwel in unserem District haben...

Danach noch etwas durch nen recht groß angelegten Gedenkpark geschlendert, und dann auf zum Found 158. Das ist ein Loch in einem Park, in den sich die ganzen Restaurants der ehemaligen Yongkang Partymeile  versammelt haben. Hier ist am Sonntag Nachmittag schon richtig was los. Während wir gutes Vietnamesisches in Cyclo essen, kullern hinter uns die Engländer(rinnen) und Amerkinaer(rinnen) in großen Gruppen und mittelmäßig angeheitert über den Boden... Erlebnisurlaub vom Feinsten. Hier kann man mindestens nen halben Tag mit nem Cocktail verbringen, ohne das einem langweilig wird. 


Jetzt noch fix bei Zara für A ne Bluse geshopped (und für mich zwei Hosen, n Sacko, paar Socken...) und dann heim...

Müssen noch aufräumen. Die ersten beiden sitzen schon im Flugzeug. Jetzt geht's los...

M - Urlaub im alten Paris des Ostens

29April2017

Wahnsinn... es ist 8:00 morgens, die Glocken leuten, und ich bin total abgetaucht in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts. Als Shanghai noch DIE Stadt des Westens hier im Osten war. (Was Sie zumindest für China gesprochen auch immer noch ist.)

Aber wie kommt es denn nun dazu, das ich in einem ultraweichem Bett am Bund liege, und diesen Artikel schreib?

Tja, A hat mich gestern zu meinem Ehrentag mit einem ganz besonderem Geschenk überrascht. Ein Tag im "alten Shanghai".

Das ganze startende wie jeden Freitag mit dem Bus von der Arbeit nach Hause, ab in die Metro, ich will umsteigen und A schüttelt den Kopf. "Wir fahren noch ein Stück..." Ok.

Am Bund geht's raus aus der Metro und immer Richtung Wasser... und plötzlich Links. Fairmont Peace Hotel...

Das ist doch, na klar, es ist eins der ältesten Luxushotels Shanghais. Näheres könnt ihr ja bei Wiki nochmal nachlesen, aber das war eins der englischen Häuse am Bund und hat wahnsinnig viel Geschichte. Und vermutlich noch mehr Geschichten Innendrin.


Und Während ich noch staune und mich frag, ob ich über das Restaurant schonmal was gelesen habe, in das wir jetzt vermutlich gehen, checkt A ein.

Wie jetzt? Ja, wir übernachten in den dreißiger Jahren. Also ab nach oben und Zimmer anschauen. Total schick. Mit schweren Vorhängen, einem riesigen Bad und Esspresso Maschine, falls man hier tatsächlich müde werden sollte.


Und natürlich, wie es sich in den dreißiger Jahren gehört, haben wir eine schick verpackte Gasmaske im begehbaren Kleiderschrank unseres Zimmers.

Da A das Goldpaket gebucht hat, können wir als nächstes in der Lounge im 8. Stock und da entspannen, was kleines essen und in neuen und alten Büchern stöbern.

Während also französischer Käse, Weintrauben und zum Schluss noch ein paar kleine Küchenstücken vom Teller in den Mund wandern und im Hintergrund wie in England immer mal die Glocken (ist das Big Ben?) leuten, schau ich mir ein "Bilderbuch" unsere Nachbarschaft an. Tatsächlich hat jemand 2002 ein Buch über Xujiahui gedruckt, wo er anpreist und mit Bildern erklärt, wie toll es da ist. Die ein oder andere Ecke hab ich mir mal gemerkt. Mal sehen, ob die nach 15 Jahren noch so aussieht. Was auf jedenfall anders aussieht: es gibt auf den Bildern nicht die heute vorhandenen Hochäuser zu sehen. Cool.

Nach den kleinen Snacks lauf ich mit A bissel an den geschichtsträchtigen Gebäuden am Bund entlang und Zack, im Fahrstuhl. Was jetzt? Wow... Dinner mit Aussicht bei Mr. Und Mrs. Bund. Und das ganz klassisch mit der Küche der grössten westlichen Gruppe im Shanghai dieser Zeit. Den Franzosen.


Tolles Restaurant.



Wahnsinns Essen. In unseren Falle:

  • Trüffel Rucula Salat

  • Kuhbäckchen auf Kartoffelmus in Rotweinjus

  • Gegrilltes Gemüse

  • Codfish mit Tomaten, Oliven und Zwiebeln


UND

  • Caramel Lava Kuchen mit Creme Fresh Eis (und Feuerwerk sowie Happy Birthday Widmung auf dem Teller)


Nochmal den Ausblick geniessen. 


Zurück zum Hotel. Es stehen immer noch Massen von chinesischen Reisegruppen davor, machen einen Riesen Lärm und bekommen die Geschichte erklärt. Wir dagegen, gehen rein. Aber nicht etwa ins Bett. A hat noch einen:


Der letze Schliff Paris des Ostens fehlt noch: die hoteleigene Jazzbar mit der ältesten Jazzband am Bund. Und tatsächlich, zusammengerechnet sind die Jungs bestimmt 500 Jahre alt. An der Wand hängen Bilder, da steht der Trompeter und der Bassist hat keinen Bart. Von wann sind die? 20, 30 Jahre her? Wow.

Während wir also zum Abschluss des Abends sehr gut geschüttelte Mischgetränke schlürfen, spielt uns der Klangteppich der alten Zeit um die Ohren. Meisterhaft gewebt und teilweise unterstützt von einer chinesischen Sängerin, die deutlich unter dem Band-Durchschnittsalter liegt. Aber das lieg ich auch, selbst wenn ich As alter noch mit dazuaddiere.

Um 0:30 klappt der eine sein Klavier zu, Zack die Trompete ins Kästle... Feierabend. Und wir gehen jetzt einfach zum Fahrstuhl und fallen ins weiche Bett. So müssen die sich gefühlt haben. Die Reichen und Schönen um Shanghai der 30ger Jahre. Toll.

Danke, schönste Frau der Welt...

PS: Und natürlich auch Danke, für all die Glückwünsche per Telefon, E-Mail, whatsapp, WeChat und Facebook. Ich hab mich sehr gefreut...

M - Verhext....

25April2017

Das war das Motto des heutigen Tages. Naja, eigentlich ist es nur das Motto des heutigen Abends. Weil sonderlich viel Hexerei war nicht dabei, als wir heute 20 Minuten vor der Zeit uns von der Arbeit verabschieden und in die Metro quetschen. Bei dem ganzen Stress um die Autoshow, kann man das schonmal machen.

Warum wir uns aber so früh auf den Weg machen ist noch erfreulicher, als die Tatsache, dass wir uns auf den Weg machen.

MUSICAL... :)

Ja, nachdem wir nun Mozart schon im Shanghai Cultural Square Theater  an der South Shaanxi Road genießen durften ist nun Wicked dran. EIn Musical über Hexen, Freundschaft, liebe und mehr im Land von Oz.

Land von OZ? Was war denn da gleich? Irgendwas mit Blech und Strohmännern? Oh man. Da hätten wir wohl mal recherchieren müssen. Na wir werden sehen. Erstmal kurz beim Happy Buddha stoppen, weil Hunger kommt in so ner Vorstellung ja auch nicht gut.

Es gibt:


Veganen Hotdog. Und der ist gar nicht schlecht. Etwas scharf und irgendwie hm... weis auch nicht. Trotzdem lecker. Man kann es einfach schwer beschreiben. Vielleicht sollte man vegane Lebensmittel nur dann essen, wenn sie nicht wie "nichtvegane" Lebensmittel aussehen. Das würde glaube ich das Gehirn irgendwie besser verkraften. Bei Hühnerfüssen erwartet man ja eher schlimmes und ist positiv überrascht. :-)

Leider reicht die Zeit nicht mehr fuer die vegane Cocos-Creme-Torte. Die hätte mich ja noch mehr interessiert als der Hotdog. Auf jedenfall kann man mal beim Buddha stoppen oder den Sherpa vorbeischicken. Lohnt sich.

So, schnell noch den letzten Bissen Hotdog fast im Laufen reingestopft und schon sind wir am Theater und staunen nicht schlecht über die vielen Menschen, die sich hier am Dienstag Abend eingefunden haben. Schnell nochmal gecehckt, was dieses Jahr noch so kommt... Oh Bodyguard das Musical. A wollte schon fast Karten kaufen. Auch wenn das erst im Juli losgeht. Mal ein paar Flyer einsammeln. Hochkultur, das wird unser Jahr. :-)

Nun aber rein in den Saal und gespannt auf die Bühne geschaut:


Stimmungsvolles Bühnenbild, und zack 5 minuten später gehts auch schon los. Was ein starkes Musical. Leider ist das gesungeEnglish  doch etwas schwer für mich zu verstehen, vor allem im Chor. Und die Untertitel sind natuerlich nur chinesisch. Das ist auch suboptimal. Aber dank unserer schwedischen Begleitung, die das zweite mal Wicked schaut können wir Storylücken recht einfach füllen und lassen uns verzaubern von tollen Kostümen, sehr guten Darstellern und Tänzern und vor allem von herausragendem Gesang. Man hat das Mädel eine Stimme.

Natürlich gibt's richtig Applaus am Ende...


Ein richtig schoener Abend...

Da freut man sich schon aufs naechste Musical hier. Bodyguard, wir kommen.

PS: Hier wieder mal ein Aufruf zu Kommentaren. In einem der Bilder hat sich ein Fehler eingeschlichen. Wer weiß was es ist? Zu gewinnen gibt's Anerkennung von Mir. Ich habs nämlich nicht gesehen, aber A natürlich. :-)

Und noch ein deutsch-englisches Wortspiel bzw. Flachwitz von heute morgen: Nennen sie ein Langweiliges Schmuckstück. "BOhrring".

M - Shanghai Autoshow

23April2017

Alle zwei Jahre ist für die Automobilindustrie Ausnahmezustand in Shanghai. Die Shanghai Autoshow öffnet ihre Pforten und zeigt allen, was am Automobilmarkt in China gerade los ist. Und das ist ne ganze Menge. Für die, die nicht alles lesen wollen kurz zusammengefasst: Hier geht gerade der Punk ab. Es sieht so aus, als ob China die führende Region für Elektroautos wird.

Kein anderes Land hat für die folgenden Jahre das Ziel ausgegeben mit dem Flotten Durchschnittsverbrauch unter 4 Liter Sprit zu kommen. Die Früchte sieht man hier ganz deutlich. Teilweise Sind hier OEMs, die 2015 ein paar Ingenieure aus aller Welt zusammengekauft haben um 2018 ein komplett neues Elektroauto auf den Markt zu bringen. What? Wo europäische Lieferanten drei Jahre Entwicklungszeit für Komponenten brauchen, hauen die ein ganzes Auto zusammen. Das ist ähnlich dem, was gerade in USA passiert. Obs funktioniert? Wir werden sehen.

Für mich ist diese Autoshow die erste in China, und die Unterschiede zur IAA sind recht groß. Nicht bei den Shows der OEMs, wohl aber bei den Marken, und vor allem wenn man mal ein bisschen weiter hinten in die Katakomben vordringt.

Bei meinem Rundgang treff ich alte bekannte, es wird viel deutsch gesprochen. Lieferanten und OEMs... Ja wir Deutschen sind überall präsent. Nachdem ich dann mal nach hinten durchtrete kommt man in eine andere Welt. Kleine Stände, ein schlecht ausgedrucktes Poster, ein chinesischer Name und ein englischer darunter, der irgendwie nach nem westlichen mit Rechtschreibfehler klingt. Auf den Tischen stehen Komponenten, die genau so aussehen, wie die, die ich gerade bei nem deutschen Lieferanten gesehen habe. Kopie! Krass. Dahinter sitzen zwei Chinesen, bemerken mich gar nicht und daddeln auf ihrem Handy im WeChat rum.

Ich hab das Gefühl, am Vertrieb haben sie noch Optimierungspotential. :-)

Bei den OEMs ist es auch wirklich interessant. Überall werden Shows gestartet, Licht, Krawall, glänzende Autos und knapp bekleidete Mädels, die im Takt Wippen. Mehr können Sie bei den Absätzen sicherlich auch nicht (mehr). Zumindest nicht abends um sechs Uhr. Interessanterweise sind die ersten drei Hallen vollgestopft mit riesigen Ständen der chinesischen OEMs und großer JVs. Um mal einen Blick auf die mir bekannten Marken zu werfen Wander ich etwas rum. Na klar, die großen Deutschen sind auch im Erdgeschoss. Aber wo...

Erst auf der zweiten Ebene finde ich dann die Amerikaner, Japaner und Franzosen dieser Welt. Aha, da hat sich hier schon offiziell jemand geschlagen gegeben.

Was ist das? Weltmeister? Das ist ein neuer OEM. Genau der, den ich am Anfang erklärt habe. 2012 eingetragen, 2015 gestartet und 2018 wollen sie ein Elektro SUV auf dem Markt haben. Das Projektmanagement würde ich gern sehen. Da können wir was lernen. Vermutlich auf beiden Seiten. :-)

Hui, ein chinesischer OEM bringt eine Luxusmarke raus, ein anderer entwickelt schon eine eigene Marke in Europa. Hier ist was los. Die Koreaner und Japaner schauen etwas gequält aus der Wäsche, wenn sie sich das anschauen. Die Chinesen mögen immer noch die europäischen Marken, aber ihre eigenen Autos essen jetzt erstmal den Ostasiaten das Geschäft weg. Ist halt günstiger. Und Nationalstolz gehört natürlich auch mit dazu.

Ich bin gespannt, wie das ganze hier weitergeht. Es ist auf jedenfall einer der spannendsten Märkte, in dem man sich bewegen kann. Und wer weiß, vielleicht steht auf der IAA bald ein chinesisches E-Auto und erregt mehr Aufmerksamkeit als der Golf nebenan. Wundern würde es mich nicht.

So, ich hab dann jetzt meinen letzen Messetag, schau mich nochmal um, verkaufe unsere Technik und bin sicherlich froh, wenn ich die Füße heute Abend hochlegen kann. Morgen gehts dann wieder  straff weiter auf Arbeit. Schließlich gibt's es hier einiges zu tun...

M - Jetzt ist Ananas...

20April2017

Zumindest hat und das die deutsche Bekanntschaft vom Samstag erklärt. Ihre Beschreibung von der Ananas die sie am Tag vorher gegessen hat, hat uns überzeugt... das müssen wir jetzt auch mal probieren.

Schon alleine beim Preis, den der Obstlädla Verkäufer aufruft, würd einem klar, das jetzt Saison ist. Wir zahlen weniger für ne mittlere Ananas, als sonst für nicht mal zwei Orangen...

Am nächsten morgen die Probe aufs Exempel: Ne Kokosnuss geknackt, ne halbe Ananas durch den Entsafter, dann alles zusammen mit ner Banane in unseren Mixa... 

brrrztzzzzzzzzzzssschrrrrrrummmmmm...

Der Smoothy der da rauskommt kippt uns erst aus dem Socken und dann zaubert er das "Ich bin in den Tropen und lieg am Strand" - Lächeln aufs Gesicht. So lecker, süss, cremig... (und für die, die nur mit den neumodischen Begriffen was anfangen können, auch noch vegan, glutenfrei, ohne zuckerzusatz, lactosefrei und vielleicht sogar Bio) Wow... heute Abend gibt's die andere Hälfte. Nachdem wir den untropischen Arbeitsalltag hinter uns haben. :-)

M - Expatsonntag...

17April2017

Darf man den hier für uns zugänglichen Medien trauen, dann ist der Sonntag eigentlich nur zum Brunchen da... und nach unserer recht positiven Erfahrung in der Vue Bar, unserem Versäumnis Brötchen zu kaufen und unserem etwas späteren Aufstehen geschuldet, wird diesmal gebruncht. Und zwar im Pelikan. Dieser wird mit skandinavischer Küche beworben. Na schauen wir mal...

Noch die Tanzschuhe in den Rucksack und los geht's. Nur für den Fall wir Brunchen zu lange, der Pelikan ist nämlich in Jing an und damit nicht soweit weg von der Tanzschule.

Als wir ankommen die große Überraschung: das Restaurant ist total stylish, sehr gut besucht und ein Großteil der Besucher (auch Chinesisch aussehende) sprechen deutsch. Es ist ein bisschen wir in der Reisegruppe gestern, nur eben mit völlig anderem essen.

Mit Hilfe des sehr freundlichen Servicepersonals ordern wir 2 x Brunch für je knapp 20 Euro und nochmal Frische Säfte und Kaffee dazu.

Witzig wieder mal in einer Umgebung zu sein, wo man das Gespräch am Nachbartisch in der Muttersprache versteht. Ah, da geht's los....

Es geht über Müsli mit Joghurt, zu einem Lachscroissant...


... Rote Beete Salat, Spiegelei mit Kartoffelmuss und einem Bauernfrühstück bis hin zum AppleCrumble mit Vanillecreme. Lecker.

Danach spazieren wir ganz entspannt durch Jing an und kommen ne halbe Stunde zu früh an der Tanzshule an... dann setzen wir uns halt hier noch bissel in den Schatten und... hä? Warum kommt ihr denn jetzt schon?

Unsere Mittänzer treffen einer nach dem anderen ein. Warum... 

die Stunde wurde seit dieser Woche 30 Minuten vorgelegt. Ah, cool, was ein Glück das wir schon da sind.

Jetzt erstmal Kizomba...

M - Deutsche Reisen in die Altstadt Shanghais

16April2017

Nein, nicht Deutschlandreisen und auch nicht deutsche Reisen, sondern Deutsche, die Reisen.

Es ist immer noch Samstag, es ist immer noch heiß und wir versammeln uns 14 Uhr im Schatten des U-Bahneingangs von LaoXiMen. LaoXiMen heißt übrigens altes Westtor und genau das ist unser erstes Ziel.

Wir machen eine deutsch geführte Streetfoodtour mit. Das ganze heißt Mampf und Dampf und führt über 5 Stunden quer durch die wirkliche Altstadt von Shanghai. Es ist für uns erstmal wirklich sehr ungewohnt mit einer deutschen Reisegruppe unterwegs zu sein. Vor allem, weil plötzlich wieder alle einen verstehen. Da kann man gar nicht so einfach mal lästern... :-)

Die Tour startet mit einer sehr interessanten Einführung in die Geschichte Chinas, während wir durch das nicht mehr vorhandene Westtor laufen und dann in die Südliche Altstadt abbiegen.

Wir tauchen tatsächlich in eine andere Welt ein. Auch wenn wir dachten, dass wir schon öfter in der Altstadt unterwegs waren. Hier waren wir noch nicht.

Teilweise renoviert, teilweise noch aus Holz drängen sich hier winzige Häuser aneinander und verstecken sich in Nischen. Die Stromleitungen lassen fast kein Licht mehr auf den Boden fallen, weil die Wäsche der Bewohner dranhängt und hier trocknet. Es ist wirklich eine andere Welt, die umso absurder wirkt, wenn im Hintergrund der Pearl und der Shanghai Tower aufragen. Das ist wirklich krass.

Wir halten am ersten "Fenster". Dahinter ist es Dunkel und eine Dame packt irgendwas mit Reis ab. Die erste Probe für heute: "sticky rice". Klebriger Reis. Jaor, schmeckt. Kammer essen. Ist sogar bissel LSD drin. Was? Ja, ist LSD drin. Nur eben gaaaanz geringe Spuren. Unser Guide erklärt uns dass man knapp 200 essen müsste, ich bin nach einem schon fast satt.

Es geht weiter durch die Altstadt Richtung Norden, und wir staunen nicht schlecht über die Geschichten und Erzählungen von Krieg, Kunst und Kultur im alten Shanghai. Während wir nen Baozi (Hefeklos mit Füllung) verdrücken geht's um die Einzelkinder, nach den (extrem guten) Xiao Long Bao geht's um Banden, Kriminalität und das alte Rotlichtviertel. Die Tour ist kurzweilig, hoch interessant und endlich, nach 1,5 Jahren lernen wir mal was über die Geschichte der Stadt, in der wir leben.

Die letze Stunde schlendern wir noch durch die nördliche Altstadt, die nicht mehr alt sondern jetzt eher eine "Kulturstrasse" ist. Emmas heißt soviel wie Touristenstrasse mit allem drum und dran. Vor allem vielen Menschen.

Wir schließen dann in einen winzigen Fischrestaurant, in dem wir lernen, das Shanghai nicht für Fisch berühmt geworden ist. Hier wurden andere Sacheb gegessen. Und so knacken wir Kebse und Krabben, schlürfen Muscheln und Austern und genehmigen uns die ein oder andere Schnecke (wobei man die Sicht tatsächlich sparen könnte), bevor wir uns auf den Weg nach Hause machen.

Nach dieser sehr guten 10 km Tour ist es gerade mal halb neun. Hm... na los, machen wir noch zur Fussmasage. Und schon hängen wir 60 Minuten im halbdunkel und erholeb uns von den erlaufenen Köstlichkeiten des alten Shanghais.

M - 3 2 1 Zack Sommer...

15April2017

Nachdem es Mitte letzter Woche mit den Temperaturen endlich ein bisschen anzog und wir auch endlich über 20 Grad haben dauerte es noch genau 3 Tage und Zack... Samstag ist Sommer.

Also so richtig Sommer... 33 Grad stehen auf dem Programm, als wir am Samstag morgen 11 Uhr unsere Wohnung verlassen. Wir sind auf dem Weg zum Jiaotong Markt. Im Endeffekt ein kleiner Fressmarkt mit 6 Ständen im Garten eines kleinen Hauses. Hier haben sich einige Expats zusammengeschlossen und bieten vom Chilenischen Burger, über polnische Maultaschen und deutschen Biospeisen bis hin zum amerikanischen Kaffee alles an.


Der Markt ist wirklich klein uns in der Sonne wird es nun ohne Hut schon echt kritisch. Trotzdem probieren wir und polnisch, chilenisch, amerikanisch durch und schließen noch mit nem niederländischem Kirsch-Käsekuchen ab. Toll. :-)

Jetzt warten wir noch ab das der Regen einsetzt und es endlich richtig schwül-heiß-nass wird. Soll am Montag soweit sein. Zack da ist er, der Sommer.

M - Döhblnor Eggneibn Skat

13April2017

Der nächste Schritt zum urväterlichem Skat ist geschafft. Dank unserem Kurzeitchinesem P sind nämlich gestern, pünktlich zum 3. 上海'er Skatabend neue Karten bei mir aufgeschlagen.

Und jetzt kommts: Endlich deutsches Bild. Und für ganz besondere Anlässe sogar eine Packung mit sächsischem Bild. Toll.

Dazu müssten wir natürlich noch ein offizielles "Aufschreibenotizbuch" kaufen... was ist das? Oh das sieht schön aus... Moleskin. Ok, what? 20 Euro für 100 zusammengetackerte Blätter?? Nö...

Moment, was ist das da? Ah ja, das chinesische Noname Notizbuch. Was kostet das? Ah, ok, einen Euro. Das wirkt jetzt fast wie kostenlos im Vergleich zu dem anderen. Das nehmen wir. ;)

Und so sind wir gestern auf dem Weg zum Anlys, einem deutschen Restaurant, und stellen mit erschrecken fest:

  1. Das ist ja in ner Einkaufsmall

  2. Da ist nicht ein Tisch frei

  3. Hier können wir gar nicht in ruhe spielen.


Nach ein bisschen rumgesuche landen wir dann in der, nicht deutschen aber wirklich urigen, Park Tavern. Das Essen macht net viel her, aber die Stimmung steigt, als deutsches Bild und Notitzbuch endlich zum Einsatz kommen.


Nach einem sehr lustigen Abend mit vielen Spielen und ein paar Snacks schwingen sich meine Kollegen ins Taxi und ich aufs MoBike. Läuft...

Werd gleich mal den vierten Skatabend einladen. Wer noch Interesse hat, einfach melden. :-)

Für die, die mit der Überschrift nix anfangen können:

Döbeln ist eine Stadt in meiner Heimat, und Eckkneipenskat sagt einfach aus, dass wir alles dabei nicht so erst nehmen. Es geht um nix. Außer vielleicht mal ein Getränk.

Insgesamt ist es ein Ausdruck dafür, das wir mit sehr niedrigen Erwartungen spielen. Und da die Formel für Glück=Realität-Erwartungen ist, sind wir mit unserem Döbelner Eckkneipenskat total glücklich. :-)

M - Wir sind dann mal schnell... in Holland.

10April2017

Oder besser gesagt im DaNing Tulip Park.

Kollegen erklärten uns letzte Woche, das der Gucun Park jetzt völlig überrannt wird und einer unserer Guilin Begleiter hatte den tip gegeben, mal nach Holland zu fahren... mit der Linie 1. :-)

Glück haben wir am Samstag auch noch mit dem Wetter, also machen wir uns gegen 10 auf dem Weg zum Park. Ein bisschen gespannt beobachten wir schon, wieviele Leute einsteigen, und ob wir die Gucun Erfahrung wiederholen müssen.

Überraschung. Keine Menschenmassen, keine Polizei, die regelt, prinzipiell treten wir fast alleine aus der U-Bahnststion. Sind dann wohl doch alle beim Gucun.

Zwar ändert sich das Bild etwas, als wir am Park eintreffen, aber der völlig überfüllte Parkplatz heißt noch nix...

Ein paar Leute sind dann trotzdem da und vergnügen sich am parkeigenem Strand (?!?) in kleinen Decathlon Zelten. Davor Cruisen gefühlte 500 Chinesen mit kleinen Booten rum wie bei einem Autoscooter. Allerdings kann ich A nicht so richtig überzeugen, auch mal "rauszufahren". Und natürlich sind die obligatorischen 25 Brautpaare und ihre je 5 Fotografen mit von der Partie.

Wir machen uns erstmal auf den Weg zu den Tulpenfeldern, und leider sind wir knapp ne Woche zu spät. Die Tulpenblühte ist eher eine Verblühte... Trotzdem gibt es schöne Ecken und wir wandern durch Tulpenfelder, in denen Windmühlen und Holzschuhe stehen. Irgendwie Surreal.

In und unter den Kirsch-, Mandel- und Pfirsisch Bäumen hocken die Bräute und lassen sich von den Blüten berieseln. Das sieht schon echt schön aus. Wir holen uns da dich gleich noch ein Eis, setzen uns an den kleinen See und schauen einigen Männern beim (erfolglosen) Angeln zu.

Nur an den Großen See kommen wir irgendwie nicht ran, Baustelle. Das scheint auch der Grund zu sein, warum der Park aktuell freien Eintritt hat.

Nachdem wir alle Restblühten weggeguckt haben, und auch die Sonne sich hinter ein paar Wolken versteckt, machen wir uns auf den Weg durch die halbe Innenstadt zum "Süd-Bund-Stoffmarkt" an der Luijiaban Road (Nr. 399). Dem größten Markt für Stoffe und Schneider in Shanghai. Hier wird plötzlich auch die Westlerdichte wieder deutlich höher. :-)

Nachdem unser Schneider an der Changde Road über Nacht einfach verschwunden ist, probieren wir unser Glück bei "Cindy". Oder auch Cinderella, wie sie in WeChat heißt. Wir sind natürlich auf Empfehlung hier und es läuft wie am Schnürchen. Günstig ist der Anzug nicht. Aber die Stoffe, die Auswahl und der Schnitt sind sehr gut. Außerdem bekommt man in Coburg noch nicht mal nen Sommeranzug... :-)

Dann noch bissel durch den Markt geschlendert. Ja, hier können wir mal mit Gästen hin. Das ist auch schon wieder ein Erlebnis für sich.

Der Abend wird dann noch richtig entspannt, als wir uns im Dragonfly Spa eine richtig gute Rückenmassage gönnen. Selbst A konnte von der tiefenmuskulären Entspannung überzeugt werden. Die haben da echt was drauf in dem Spa.

Als wir butterweich aus dem Spa treten und uns umschauen, ist es gerade mal 20 Uhr. Wir sind in ner Einkaufsmall und haben keinen Hunger. Wart mal, da oben drin ist n Kino...

Ich zück das Handy, suche nach Kinos in der Nähe, und lese A die Filme vor. Wir entscheiden uns für "ghost in the shell" in 30 Minuten. Und da ich gerade das Handy in der Hand habe, bestell ich die Karten gleich online. Für den halben Preis. Schöne neue Welt...

Nach einem actionggeladenen Film mit wirklich tollen Effekten machen wir uns auf den Weg nach Hause... Ah, da ein Taxi, was ein Glück. :-)

M - Entschleunigung in Guilin

07April2017

Es ist Feiertag, die Chinesen wischen die Gräber ihrer Ahnen ab und zünden dabei den ein oder anderen Knaller, und wir? Wir stehen früh um vier auf, fahren zum Flughafen und sitzen halb acht im Flieger nach Guilin... Schon von Oben sieht die Gegend sehr schick aus... und trotz 3 Wochen Regen bis dahin scheinen wir jetzt besseres Wetter gebucht zu haben. Man kann aber schon den allgegenwärtigen Nebel erkennen, der aus den drei Wochen resultiert.

 Wir landen am Flughafen in Guilin und die 19 Mann starke Gruppe trifft sich am Ausgang. Der Guide hat auf jedenfall Respekt vor der Gruppengröße. Ein paar sind auch schon ein paar Tage länger hier. Interessant ist die kulturelle Mischung diesmal: 40% ist deutsch, der Rest irgendwie von überall her. Nur eine Asiatin ist mit dabei, und die ist von Hongkong. 

Zum Mittag gibt's nen kleinen Stopp mit den lokalen Reisnudeln, die sehr lecker und auch ein bisschen Scharf sind.

Dann geht's auf zu den Reisterassen. Dazu müssen wir den Bus wechseln, da nur speziell ausgebildete Busfahrer da hochfahren dürfen. Nach der ersten Kurve wird mir auch klar warum und ich schnall mich erstmal an. Ob das hilft? Keine Ahnung. Vertrauen wir einfach auf die Busfahrer, die hier immer hoch und runterfahren...

Die letzen Meter müssen wir zu Fuß gehen. Rucksack auf und losgetrabt.

Nach 30 Minuten kommen wir an die Ausläufer eines kleines Dorfes, wo sich unser Holzhotel befindet. Die Betten sind natürlich auch aus Holz, aber diesmal eher Weichholz. Nix ungewohntes mehr.

Wir treffen uns nach dem "Einchecken" und dann geht's ans Wandern. Wir haben Sonnenschein und einen Ausblick, der einen völlig perplex zurücklässt.

Wir wandern dann von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt der LongJi Terrassen und enden in einem kleinen Restaurant mit ganz gutem lokalem essen.

Bevor es Dunkel wird, müssen wir Zurück zum Hotel. Dort setzen wir uns in der Gruppe noch bissel zusammen und trinken Bier oder Wasser. Was anderes haben sie hier oben irgendwie nicht. Na toll...

Aber ich wollte eh zeitig ins Bett um am nächsten Morgen den Sonnenaufgang mitzunehmen. Einige Postkarten und unser Guide hat die Hoffnungen schon ordentlich angeheizt.

Halb sechs ging's los, und einige von der Gruppe haben sich dann tatsächlich noch mit dazugesellt. Dann geht's 20 Minuten durchs Dunkel marschieren, das iPhone beleuchtet den Weg und langsam setzt die Morgendämmerung ein. Mit der Zeit tauchen immer mehr Leute auf der Straße auf. Sieht so aus, als ob einige Chinesen auch von ihren Guides angestachelt wurden. Nachteil für uns: irgendwie halt auch immer Chinesen mit auf dem Bild. Dann fängt es an zu nieseln. Ha, das treibt sie nach hinten. Und die Sonne kommt auch grad...


Schade, gleich wieder hinter den Wolken verschwunden. Aber trotzdem ein tolles Bild und eine coole Erfahrung.

Danach zum Frühstück, und ganz anders als vor einem Jahr in TianZhuShan gibt es hier Toast, Kaffee, Ei und Pancakes. Toll. Nur die Organisation des Restaurants lässt zu wünschen übrig. Um uns 19 Hansel abzufertigen brauchen sie 2 Stunden. Fast hätten wir den Bus verpasst. 
3h Busfahrt, und ein kleines Nickerchen, später steigen wir am Yulong Fluss aus um unsere Bambusboottour anzutreten. 1,5 Stunden auf 6 zusammengebundenen Bambusrohren den Fluss runter mit 8 kleinen Wasserfällen dazwischen. Ich überlege lange, ob ich die Kamera mitnehme. Ich entscheide mich dafür...

Und kann dann nochmal 1,5 Stunden drüber nachdenken, während wir in der Warteschlange für unser Boot stehen. Es ist schließlich Feiertag entschuldigt sich unser Guide..

Nach der Wartezeit bekommen wir unseren Gondolieri zugewiesen und ab geht's auf den Fluss.


Trotz der kleinen Wasserfälle eine der entschleunigensten Momente, die ich bisher erlebt habe. Die Bilder sprechen für sich. Allerdings bauen die Chinesen nun schon überallhin Häuser und Hotels, was vermutlich bald die komplette Landschaft etwas weniger attraktiv machen wird.

Nach der Flussfahrt dürfen wir uns im Hotel nochmal umziehen, bevor wir zur "Impression" Show gehen. Vom Choreograph der Eröffnung der olympischen Spiele. 

Tolle Show die das Leben der Menschen hier darstellt und Wahnsinns Aha Effekte mit Licht. Hat sich mal gelohnt.

Unser Guide hat uns dann auf dem Heimweg nochmal ausdrücklich vor der "Weststreet" gewarnt, da wird man ausgeraubt und betrunken gemacht. Aha, einige von unseren Mitreisenden wollten gleich los... wegen dem zweiten Grund. :-)

Tatsächlich sieht man die Straße abends vor Menschen gar nicht mehr. Hier ist das Nachtleben von JiangShou. Für mich nicht. Ich lieg wie ein Seestern auf dem Bett... morgen früh...
Um 5:45 möchte ich nämlich hoch zur Pagode. Nur 5 Minuten hat der Guide gesagt. Als ich nach 10 Minuten keuchend, schwitzend mit 230 Puls da oben ankomme, hab ich kurz das Gefühl, er hat untertrieben. Dafür bekomm ich Luftprobleme, da die Aussicht ebenfalls atemberaubend ist. Und diesmal sind auch nur 4 weitere Chinesen Da...



Leider ist der Sonnenaufgang wieder hinter Wolken... Naja, man kann nicht alles haben und so hab ich halt bissel Frühsommer gemacht. 
Nach einem gelungenen und deutlich schnellerem Frühstück geht's ab zur Fahraddtour an Yulong Fluss entlang. Alles schön flach und lässt sich super fahren. Mit dem Einkaufskörbchen vorne dran sieht es auch noch "ultrastylish" aus. Nach 18km kraxeln wir noch den den Mondberg hoch. Nach der Pagodenkletterei eine ganz schöne Herausforderung. Aber auch hier lohnt sich der Ausflug. 



Das mittlere Bild kommt aus der Kamera unseres schwedischen Begleiters... ein paar mehr Bilder findet ihr hier.

Nachdem wir zurück in der Stadt sind, hängen wir noch bissel in nem Cafe ab, was ganz weiche Kissen hat. Lange kein Fahrrad mehr gefahren. Um 1 Uhr des nächsten Tages sind wir dann wieder in Shanghai, zuhause im Bett. In 5 Stunden aufstehen... Arbeiten... Hui... :-)

M - Ab jetzt geht's bergab

01April2017

Man glaubt es kaum, aber heute ist unser Bergfest. 1,5 Jahre sind wir jetzt schon hier und die Zeit rennt irgendwie immer schneller. Langsam geraten wir fast schon in Stress, dass wir auch noch irgendwie alles in unsere Urlaubsplanung reinbekommen, was wir noch so sehen wollen. Naja, müssen wir uns halt zwischen Australien und Neuseeland entscheiden. Oder wir überlegen uns noch was... :-)
Zur Feier des Tages haben wir einen neuen Italiener an der Changle Straße ausfindig gemacht. Er ist wohl "die Empfehlung" der lokal lebenden Italiener hier und da wir us wohl am meisten drauf freuen einfach mal so mach Italien fahren zu können, wenn wir wieder da sind, die erste Wahl des Tages.
Also los... U-Bahn, bissel laufen, und Zack stehen wir vor einem kleines Lanehäuschen was irgendwie dunkel aussieht. Aber das 'Open' Schild hängt draußen... hm...

Also rein, und nen Tisch in der zweiten Etage besetzt. Ja, es ist offen, erklärt und die chinesische Bedienung. Außer uns war allerdings nur noch ne Gesellschaft ähnlich ner italienische Großfamilie da. Die haben das ganze aber irgendwie noch authentischer gemacht. Fast als ab man wirklich in Italien ist. Als unsere Pizza dann kam... Hui, dann waren wir plötzlich in Italien.

Hab ich gesagt Pizza Express macht die beste Pizza in Shanghai? Sie machen die zweitbeste. :-)

Bei Pizza, Espresso, Panna Cotta, Tiramisu und dem Italienischen Geschnatter um uns herum vergessen wir tatsächlich komplett die Welt um uns herum. Die Nachspeisen sind dabei auch wirklich sehr gut. Rundherum Toll. Das Restaurant werden wir wiedermal besuchen.

Am Abend schließen wir dann unser Bergfest beim Thailänder. Und das lustigste: Wir fahren mit so nem Leihfahrrad nach hause... Fahrrad raussuchen, code scannen... Zack, geht das Schloss auf. Das ja einfach. Einfacher, als den (Illegalen) Roller aus der Garage zu holen.

Ich hab Fahrrad mit verstellbaren Sattel erwischt, A sitzt leider etwas tiefer. Trotzdem kommen wir ganz gut voran. Nicht zu vergleichen mit nem richtigen Fahrrad, aber für 10ct die halbe Stunde erwartet man auch nicht so viel.

Bei uns vorm Compound dann abgesprungen, Schloss zugemacht... Zack meldet sich das Handy: 15 Minuten gefahren, 140g co2 gespart und 107kcal verbrannt. Och, cool... das machmer mal wieder...

Morgen gehts dann nach Guilin, und obwohl wir jetzt übern Berg sind, gehts da erstmal wieder Bergauf.

M - Langzeitbelichtung

31März2017

Nachdem ich seit einigen Monaten eine Semi-Profi-Kamera habe und ich mir in China noch ein ReiseStativ zugelegt habe (für nicht mal 50% des deutschen Preises), wird es endlich Zeit beides auch mal auszuprobieren.

Und da ich theoretisch bescheidweis, praktisch aber keine Ahnung habe, schnapp ich mir gleich noch schwedische Unterstützung und mach mich bei bestem Wetter auf den Weg zum Bund.


Wir haben eh schon selten solches Wetter, aber als ich meine Kamera am Bund aufstelle ist es echt herausragend. Sogar das Licht passt ganz hervorragend.


Mir fällt nur auf, das ich mit dem 50% Stativ im Vergleich zu den Leuten, die so neben mir stehen auf jedenfall "den kürzeren" ziehe. Naja, Semi-Profi halt. Dafür wiegt meins nur 1kg und nicht 3kg.

Dann geht's los... Du brauchst nen ND Filter! - Nen was? - Nen ND Filter. Das ist wie ne schwarze Platte, die kaum Licht durchlässt. - Oh... hab ich net. - Nimm mal den hier...

Ah ok, und was mach ich jetzt mit, achso, jetzt komm ich also endlich auf die hohen Belichtungszeiten. Und jetzt fallen plötzlich alle Puzzelstücke im Kopf zusammen. Ich fotografier zum ersten Mal im manuellen Modus meiner Kamera, stell Blende und Belichtungszeit ein und rechne aus, wie sich was auswirkt. Komisch, 3 Bücher über Fotografie gelesen, aber erst verstanden, als ich das erste mal mit ND Filter am Bund stehe.

Und dann wird mir schnell bewusst, warum Fotografie ein zeitintensives Hobby ist. Und da hab ich mit der Nachbearbeitubg noch gar nicht angefangen. Nach 10 Minuten Belichtungszeit und 10 Minuten Berechnungszeit der Kamera schaut man nach knapp ner halben Stunde auf das kleine Display und stell fest. Mist, überbelichtet. Dann rechnet man nach. Los geht's... ach fast. Und so weiter. Nach ner Stunde fühlt man sich ein bisschen unterbelichtet und nach zwei Stunden stellt man fest, das es ganz schön kalt am Wasser ist. Da hat man dann auch schon knapp 100 mal das selbe Motiv in verschiedenen Bildern und hofft, das wenigstens ein einziges richtig gut ist.


Zumindest ohne Nachbearbeitung finde ich, dass tatsächlich ein, zwei gute Bilder dabei sind. Und irgendwann schau mich mir auch alle 100 an und bearbeite nach. Dann hol ich sicherlich noch bissel mehr raus. Vielleicht hab ich dann auch schon das nächste Titelbild dabei.

Aber nach den zwei Stunden am Bund, musste ich mich erstmal aufwärmen. Ich war nicht ansatzweise so warm angezogen wie der schwedische Profi neben mir. Aber um die Ecke ist auch gleich ein Pizza Express. Da ist es warm und A wartet schon um uns für unsere tollen Bilder zu loben. :-)

Langzeitbelichtung mach ich mal wieder. Aber erstmal nen ND Filter auf TaoBao bestellen... Klick. Cool, morgen da...

M - Jey... Auf nach Disneyl.... Oh? Ok, dann halt Zug zum See...

26März2017

Dieses Wochenende sollte mit einem ganz besonderen Highlight starten. Unser Coburger Kurzeitchinese P möchte unbedingt in Disneyland, und ich muss zugeben, da sind wir auch nicht abgeneigt. Also alles angeschaut, durchgeplant, und am Samstag früh um sechs aufgestanden.

Das ist unsere Standardzeit. Da müssen wir fast aufpassen, dass wir nicht im Automatik Modus den Zug zum Shuttelbus nehmen. Frühstück wie immer, dann klingelt mein Handy. Nachricht von P. Krank! - Wir sollen alleine fahren. Och nö.
Der Shock verflüchtigt sich dann auch bald und wir denken am Frühstückstisch zwischen japanischen Nussbrötchen, deutschem Nutella, irischer Butter und amerikanischem Orangensaft über unsere Alternativen nach.

So richtig Disney sehen wir beide heute nicht aus. Aber so früh aufstehen um dann nix tun ist ja auch totale Verschwendung. Was wollten wir denn schon immer mal... Aha, Smart Shanghai auf. Ausstellungen, hm, Theater, hm, Ah... Kirschblüte... GuCun hatten wir erst letztes Jahr... Hm. Ah, wir hams. Wir sind noch net Zug gefahren. Und wir waren noch nicht in Hangzhou. Da war irgendwie jeder schonmal. Sogar P.

Kurz gecheckt, ja, das kann man auch spontan machen und muss keine Tickets vorher reservieren.... Auf geht’s zum Bahnhof nach Hongqiao.
An der Stelle wiederholt sich schon die erste Geschichte vom GuCun letztes Jahr. Als wir in der 10 sind steigen an jeder Station immer mehr Leute ein, bis wir uns vor Menschen und Koffern kaum noch bewegen können. Das wirklich krasse ist, das die Metro dann am Terminal 1 und 2 des Flughafens anhält. Nur da steigt keiner aus. Nur noch mehr ein.

Der Sack platzt dann am Bahnhof Hongqiao und alle stürmen aus der Metro in die Bahnhofshalle. Die eher einem Flughafen als einem Bahnhof gleicht.
Wir finden dann sogar mit recht wenig aufwand und indem wir einfach der guten Beschilderung folgend den Ticketschalter.

Wir legen uns schonmal die chinesischen Sätze zurecht, da fragt die gute Frau in English, wo es hingehen darf. Ich nenne es ab jetzt Sprach-starre. Die 5 Sekunden die man braucht, bis man versteht, das sie English redet und damit den ganzen Plan Chinesisch zu reden zunichte macht, da man irgendwie nichts antworten kann. Und dann... reden wir English.

Nach Hangzhou soll es gehen. Sie nickt, welcher Bahnhof? What? Da gibt es zwei Bahnhöfe? - Ähm zum See... - Sie nickt erklärt uns irgendwas mit Sitzplätzen, was wir nicht verstehen und wir starten los.

Die Bahnhofshalle sieht so aus:


Wahnsinn. Und jedes Gleis hat einen eigenen Eingang mit elektronischer Fahrkartenkontrolle, die nur eine viertel Stunde vor Abfahrt des Zuges die Gäste für düsen Zug reinlässt. Das ist ja echt idiotensicher. Auf der anderen Seite, wenn ein paar Millionen zum Chinesisch Neujahr mal schnell nach Hause wollen, braucht es das sicherlich auch. Massentransportmittel, da macht den Chinesen vermutlich keiner was vor.

Wir kommen im Zug an, ha, noch zwei Plätze frei. Hingesetzt, tippt es auf die Schulter. You are my seat? - hm? - You sit on my seat. Sie hält mir ihre Fahrkarte hin (die übrigens knapp 10 Euro für über 200km kostet) und da steht meine Sitznummer. Ich halt ihr meine unter die Nase: "Und was heißt das?" Sie lächelt. "No Seat". Was? Kein Sitzplatz? Ich dachte das, oh...

Habt ihr schonmal eine Stunde im Gang eines Zuges gesessen, der mit über 230km/h durch die Landschaft rast? Das fühlt sich bissel seltsam an.

Als wir ankommen ist der erste Gang zum "Ausländer-Ticket-Schalter" RückZug buchen. Mit Sitzen. :)

Dann auf zum Westsee, schön durch die Stadt laufen, Wetter super, cooler Park und alte Bekannte da... Starbucks und co lassen grüßen.
Wir fühlen uns recht westlich, da fast nur Chinesen hier durchstöbern und es sind zwar viele, aber ich Glaube es ist relativ wenig los. Ich mach paar schicke Bilder von den Highlights und wir machen uns auf dem Weg zu der Ecke, wo die ganzen Boote sind...


10 Euro und 5 Minuten später sind wir Mit nem Boot auf dem Weg zur Insel der drei Pools, in denen sich der Mond spiegelt. Wenn da net sovieke Menschen wären könnte es fast idyllisch sein. Egal, neben den Menschen sind überall Vögel und Küken und Blüten und flötende Kinder. Hä? Irgendwie werden hier überall kleine gelbe Kücken zum ins Haar stecken und eine Art Vogelpfeife verkauft. Schade, man hört keinen echten Vogel mehr. Nur noch das Gezwitscher und Gepfeife von ein paar hundert Kindern mit so ner Pfeife im Gesicht. Wenigstens sind die Blüten schön. 


Auf dem Weg zurück haben sich aber alle Kinder der Insel genau ins unserem Boot versammelt. Das ist schon ein klein wenig ner... ah schau mal A, ein Japaner...

Sashimi, Sushi, Suppe und Aal später sitzen wir zufrieden beim Dänischen Eisladen mit den extra teuren Preisen und freuen uns über die Gutscheine, die unsere Abrechnungsfirma geschickt hat. Hm... Lecker.


Nachdem wir noch einen völlig verlassenen Tempel und die "Kulturstrasse" besichtigt haben geht's zurück zum Zug.

Was steht da in der Bahnhofshalle? Massagesessel? Cool. 20RMB mit WeChat bezahlt und Zack, schüttelt es uns die Beine  und knetet den Rücken. Das ist super, nach 14km Marsch durch Hangzhou. Pünktlich zum Start der 15 Minuten für den Zugang zum Zug ist der Sessel fertig... Toll.

Und das Allerbeste: rückzu haben wir einen Sitzplatz. Wahnsinn...

M - Kantonesisch essen mit Schlafmangel

25März2017

Gestern haben wir wieder ein Experiment gewagt. 4 Westler machen sich auf in ein chinesisches Restaurant. Und zwar nach Aussagen von Kollegen ein sehr gutes.

Na das checken wir doch gleich mal. Was? Keine einzige Bewertung auf BonApp. Und das obwohl wir direkt am Fluss in PuDong mit Blick auf den Bund sitzen. Da ist doch was faul... Naja, bestellt ist eh schon, also geht's jetzt auch hin.

Pünktlich 18:30 Tölpeln wir in die Lobby und uns wird eins schnell klar: ohne mein gebrochenes Chinesisch wäre das hier nix geworden den Fahrstuhl in den 4. Stock zu finden. Na das kann ja heute werden. Wir hätten nen chinesischen Kollegen zur Unterstützung mitnehmen sollen. Aber dann wäre es ja nur halb soviel Abenteuer. :-)

Als wir im Jing Pu Hui ankommen, fällt gleich der Romantische Blick auf den Fluss mit den schick beleuchteten Booten auf. Das wäre auch ein guter Date Spot. Aber wir sind ja geschäftlich hier.

Die Bedinung kann kein Wort English und schiebt gleich mit gegigger eine Andere Kollegin ab an unseren Tisch. Die *Überasschung* auch kein Englisch kann. Gut das mit nem IPad bestellt wird. Das System ist analog dem einen Mal in Japan. Das sollte klappen.

Der große Vorteil ohne Chinesischen Kollegen in dem Restaurant: Keiner bestellt das total krasse Zeug in der Karte.  Somit können wir uns die Hühnerfüsse, QuallenNudeln, Seegurke und Riesenkrabben schenken und halten uns beim Bestellen an Bekanntes wie Lamm, Brokkoli und bissel Rind. Den meisten an unserem Tisch reichen auch schon die Bilder von der SeeGurke im SojaSpiegel um darauf keinen Hunger zu haben.

Das Lamm schießt dabei echt den Vogel ab. Selten so etwas leckeres gegessen.

Nach 2 Stunden schauen wir gesättigt und zufrieden auf nahezu leere Teller und genießen noch etwas die Aussicht, bevor wir uns mit dem Taxi auf den Heimweg machen.

Unser deutscher Gast, nennen wir ihn P, hat dabei noch eine ganz eigene Geschichte zu erzählen... willkommen in China:

P - Was für eine Nacht...

Als er nämlich heimgekommen ist, ließ sich seine Apartmenttür nicht öffnen... Nanu? Was das? P berichtet mir dann am darauffolgenden Tag:

Erst hat sich der Schlüssel nicht drehen lassen, weder im oberen noch im unteren Schloss. Und dann, als sich der Schlüssel nach etwas geruckel dann endlich drehen lies, blieb die Tür dennoch verriegelt.

Also los, den Wachmann vom Eingangstor geholt. Der hat erst auch mal mit P's Schlüssel probiert (als ob er einen Schlüssel nicht bedienen kann...) und natürlich ging die Tür immer noch nicht auf...

Er ging dann und kam nach einiger Zeit mit einem anderen Schlüssel wieder... probiert. Hä? Lässt sich gar net dreh... Ha, da geht ihm ein Licht auf: Dieser Schlüssel hatt zwar die richtige Wohnungsnummer, ist aber für ein anderes Gebäude.

Dann kam er nach 15min mit dem richtigen Ersatzschlüssel wieder. Dieser ging logischerweise aber auch nicht...

P saß mittlerweile recht freudlos auf der Treppe vorm Appartment. Die Uhr zeigt nach dem 3. Schlüssel knapp ein Uhr.

Nach weiteren 20min kam der Wachmann mit einem Techniker wieder... da ist er endlich. Der Schlüssel - Ingenieur. Und was macht der zuerst? Na klar. Den Schlüssel probieren. Dann den anderen. Hm... geht net. 
Er ist dann wieder für 15min verschwunden und kam mit Werkzeug wieder.

Es wurde gehämmert, gemeißelt und gesägt... Oh Mann die armen Nachbarn... 

Als P gegen 2:30 wieder mal aus dem Halbschlaf auf der Treppe erwacht und nach oben schaut, ist der Drehknauf der Tür, die Blende eigentlich irgendwie alles am Schloss komplett zerstört. Sogar den Riegel haben sie versucht mit nem Sägeblatt durch den Türspalt durchzusägen... Fazit: Die Tür ist zu!

Wieder aufgeregtes rumlaufen und telefonieren...

Dann endlich, 3uhr Nachts hat der Wachmann jemanden erreicht der Englisch konnte.

Der erklärt P: Der Tür Ingenieur kommt morgen früh um neun... Ähm, und wo... Ah, um zu schlafen wurde er in ein anderes, unbewohntes Apartment im Nachbarhaus verfrachtet.

Da fehlten nun einige Dinge wie Klamotten, Schlafanzug, Zahnbürste...

Kein Problem... nach gerade mal 15 Minuten drückt ihm der Wachmann ein einzeln abgepacktes Zahnputznotpaket in die Hand. Wasser bekommt P dann auch noch. Nochmal 15min später.

Ihr könnt euch vorstellen, wie P am nächsten Morgen aussah, nachdem er gegen 4Uhr im Bett war...

Willkommen in China...

Die Tür ist jetzt übrigens repariert und neue Schlösser sind eingesetzt. :-)

M - Skahdahmd

23März2017

1. 上海'er Skahdahmd - "Runde zur Pflege des östlichen Sprachgutes und spielerischen Erhaltes der urväterlichen Skattradition" ploppt gestern in meinem Handy auf. Endlich.

Als ehemaliger Stammhalter der Coburger Skatabends (zum Erhalt der Skattradition innerhalb der Firma in der ich tätig bin) und nun Ausgewanderter musste ich den Coburger Abend an einen Kollegen übergeben. Hier in Shanghai waren wir allerdings genau zwei die der Sprache und dem Kartenspiel überhaupt noch mächtig sind. Daher hat sich knapp 17 Monate nichts getan. Leider.

Mit unserem Deutschlandbesuch, der sechs Wochen in China verweilen darf, tut sich aber schlagartig die lang ersehnte Möglichkeit auf, doch endlich mal einen Abend pro Monat eine verrauchte, abgeranzte Kneipe zu suchen und ganz der Urväterlichen Tradition bis in die Nacht Skat zu spielen.

Soviel zur Theorie. Die Praxis ist etwas komplexer. Der 1. Skatabend wurde nun schon mehrfach verschoben.

Erstes Problem: Wir haben keine Altenburger Skatkarten mit deutschem Bild. Ohne diese kann man überhaupt nicht Skat spielen. Die Lösung ist eine Kollegin aus Coburg die auf Dienstreise hier vorbeikommt. Und sie hat sich wirklich ein Bein ausgerissen für uns. Nur das man eben in Bayern nur französisches Bild bekommt. Oder eben Schafkopfkarten mit bayrischem Bild. Naja, Hauptsache nicht französisch, Zack... die Sechsen aus dem Schafkopf raussortiert, fertig ist die deutsche Skatkarte. Vielen Dank an dieser Stelle an die Kollegin aus der Vergleichsabteilung für die beiden Schafkopfpacken. Vor allem hab ich so gelernt, dass Skat sogar aus Schafkopf entstanden ist.

Nächste Hürde: Wir bekommen aufgrund verschiedenster Gäste einfach uns drei nicht unter einen Hut. Die nächste Verschiebung droht. Und der dritte Kollege ist nur noch 3 Wochen da... wir brauchen ein Backup. 

Liegt Schweden eigentlich östlich? Hm... es liegt zumindest schonmal nicht westlich oder? Also von hier aus schon. Ach man, egal. "Magst du Skat lernen? [Pause] Ach Ähm... und Ostdeutsch?" :-) Und ja, wir haben jetzt einen Schweden in unserer Skatrunde. Auch wenn wir ihm das Spiel, die Zahlen (achdznn,zwannsch,zween...) und die ganzen Begriffe beibringen müssen (Do gommdor raus, Duh bisd vornnä, wass saochsdn?...).

Nächste Hürde: die Kneipe... seit ersten März ist Rauchverbot in allen öffentlichen Kneipen. Daher gibt es keine Urig deutsche, abgeranzte und verrauchte Kneipe mehr. Mal abgesehen davon, dass keiner von uns raucht und das mit dem Verbot super ist (ich staune immer noch, dass sich alle dran halten), brauchen wir trotzdem ne gute, traditionelle Location. Weder abgeranzt, noch urig wird es dann gestern Abend im Hop Project als unser Grüppchen verschiedenste Biersorten hinter der Bar erspäht und richtig käsige Sandwiches auf dem Tisch landen.


Zumindest die Biersorten lassen recht schnell die richtige Stimmung aufkommen. Und dann fangen wir erstmal an die Grundregeln, die Karten und eigentlich alles zu erklären.


Dann erstmal offen spielen um weiteres Wissen zu festigen und dann am Ende des Abends via Try n Error mit geschlossenen Karten weiter zu trainieren. Unser Neuzugang macht sich nach wenigen Runden schon hervorragend in dem Spiel und ich mach mir Sorgen, dass in Zukunft vermutlich die ganzen Runden auf meinen Deckel gehen. Aber ich denke das werden wir dann sehen...

Aufgeschrieben haben wir erstmal nix, aber zur nächsten Runde werden wir vermutlich den ersten 501er spielen um mal zu schauen wie eingerostet wir „alten Hasen“ und wie gut der „alte Schwede“ denn nun wirklich ist.

Ich freu mich jetzt schon auf den 2. 上海'er Skahdahmd und möchte hiermit offiziell aufrufen, sich zu melden, falls ihr mal in Shanghai seid und Skat spielen könnt. Bei uns geht's um nix, außer ne Runde nach 501 Miesen. 

M - Woche 11...

22März2017

...war der Codename für die ganze letzte Woche, geprägt von geschäftlichem Besuch aus Deutschland, Korea und Japan. Das hatte neben vielen Abstimmungen und Diskussionen natürlich auch eine deutliche Zunahme an Gewicht zur Folge. Man will ja auch zeigen, was Shanghai so auf dem Teller zu bieten hat.

Japanisch, italienisch, Indisch und natürlich Chinesisch... unser Besuch ist sich sicher, das man hier zumindest nicht verhungern muss. Das Wetter spielt auch mit und neben Sonnenschein gibt es auch noch blauen Himmel mit moderaten Luftwerten. Hat sich Shanghai diesmal richtig gut verkauft. :-)

Und weil so eine Woche dann doch irgendwie auslaugt, wird schon am Freitag Abend festgelegt: Morgen ausschlafen! Meinetwegen bis Sonntag Mittag. :-)

Ganz so wird es dann nicht. Wir schaffen es am Samstag zumindest aus dem Bett und zu Ikea. Mal wieder zwei Gläser kaufen, da unsere Putzies jedes Gläser-Pärchen binnen weniger Wochen in Solo Gläser verwandeln. Mal sehen ob die schweren "Panzergläser" das jetzt länger aushalten, oder wir mit lauter verschiedenen Gläsern unsere Rückreise antreten. 

Ganz nebenbei haben wir uns noch mit LED Kerzen ausgestattet, die echt gemütliches Licht machen und A hat noch eine Möglichkeit gefunden, die Kapazität ihres Schuhschrankes zu erhöhen. Jetzt glüht TaoBao wieder...

Der Sonntag war dann ähnlich ruhig, nur das mittlerweile 2 Stunden Kizomba sich normal anfühlen und wir dabei soviel Spaß haben, das es sogar 3 sein dürften. Nur meine Rückenmuskulatur verrät mir, das zwei Stunden aktuell noch genau richtig sind. :-)

Bei Pizza mit Freunden werden wir dann "endlich mal" über Milchpumpen informiert und haben eine Menge Spaß dabei.

Zuhause angekommen lassen wir die Woche bei Regen und ungemütlichen Temperaturen draußen und LED Kerzenlicht, dem empfehlenswerten Film Passengers und Kuscheldecke drinnen ausklingen. 

M - von New York nach Shanghai

13März2017

Der Rest des Wochenendes sollte trotzdem noch ein paar Highlights in Reserve haben.

Neben zwei Stunden Kizomba, nach denen ich förmlich spüren konnte, wie die Muskeln im Rücken das wachsen anfangen haben wir uns auch dem Kampfsport wiedermal hingegeben.

Bei einem schwedisch/deutschem (5 Schweden, 4 Deutsche, wir sind hier echt in der Unterzahl...) Dinner fliegt das zweite Filetsteak des Wochenendes in meinen Mund. Manchmal ist Shanghai ein bisschen wie das Schlaraffenland. Einfach den Mund aufmachen. Und die Nase zu, und das Portmonee auf. :-)

Nach Filetsteak und Nachtisch schaffen wir es gerade noch so zum Komedy Klub und haben einen herausragenden Abend.

Der Hauptgast ist ein ehemaliger Künstler von hier, der nach 12 Jahren nach New York gegangen ist um Komedy zu machen. Und die Geschichten vom Versuchen und Scheitern, von Träumen in Manhatten und Leben in Brooklin und davon trotzdem nicht aufzugeben, weil das ist die USA... uns treibt es die Tränen in die Augen vor lachen. Natürlich erzählt er auch viel über China. Schließlich muss hier aufgeklärt werden.

Und dann redet er über eine Geschichte, die ich genau so auch kenne. Wenn die Daheimgebliebenen fragen: China?!?! Ist das nicht gefährlich. Und darauf hat Joe Schaeffer die perfekte Antwort. Nach dieser Antwort brauch man nicht mehr rumstammeln und überzeugen. Es ist einfach logisch und klar.

In China ist es nicht gefährlich. Die Kultur ist friedliebend. Vor 1000 Jahren haben die Chinesen das Schwarzpulver erfunden. Und was haben sie damit gemacht?
Genau!
Feuerwerk. Die wohl tuffigste Erfindung der Welt. "Oh, es brennt und knallt... Ah ich habs! Lass uns Blumen in den Himmel malen..."

Das Saal hat getobt. Und es ist auch noch was wares drann. Mit Muskelspannubgen im Bauch lassen wir den Abend noch im Shrine ausklingen. Hier müssen wir mit unserer Reisegruppe im Mai auch mal hin.

Und noch ein Highlight das Wochenende:


R2D2 ist endlich fertig. Nur Leuchten und Piepen wird nix. Sonst ist er echt super geworden. :-)

M - das unstetige Shanghai

11März2017

Am Freitag Abend hat uns Shanghai seit langem mal wieder richtig erwischt... Nicht das das schlimm ist, nur hatten wir eh schon soviel Hunger.

Aber fangen wir mal von vorn an.

In Hongqiao nicht weit vom aktuellen Wohnort unseres deutschen Besuches waren wir mal Teppenyaki essen. All you can eat and drink for 230RMB. Dadurch dass dazu neben Sushi, Sashimi und Gegrilltes auch Bier und Sake dazugehört für viele unserer "mit-in-Shanghai- lebenden" ein sehr guter Deal. Und daher auch das große Ziel mal wieder sowas zu machen. 

Bei BonApp also nach der Nummer geschaut, das in Honqiao rausgesucht, angerufen. Hui das war holprig. Das Tisch bestellen auf Chinesisch hat noch nie so schlecht geklappt, wie dieses Mal. Naja. Wird schon passen.

Am Abend dann auf zum Restaurant. Das sind knapp 20 Minuten Fußmarsch von da, wo uns der Firmenbus ausspuckt. Dort angekommen sieht irgendwie alles ganz anders aus. Eine nette Dame am Eingang versucht uns zwar aufzuhalten, aber das schafft sie nicht. Und der Hunger wird größer als wir im "Restaurant" stehen und nicht auf Teppenyaki, sonder auf einen nicht ganz so freundlich wirkenden Security-Chinesen schauen.

Ach, das ist gar kein... oh, was ahso ein privater Club. Hm... ok... Und raus da. 

Aber wo hab ich angerufen? Wo hab ich reserviert. Nochmal das Handy raus. Au Mist. Das ist ne andere Adresse. Die sind umgezogen. Also los, 15 Minuten zur nächsten U-Bahnstation und von da aus zur neuen Adresse. Das Loch im Magen fängt langsam an zu ziehen. Wir haben extra kaum was zum Mittag gegessen.

Angekommen an der neuen Adresse wirds noch verrückter. Wir fragen uns durch, stehen an der Hausnummer, aber da ist jetzt ne Bank drin. Ich glaube nicht das der Bankangesrellte uns Rinderfilet am Schalter durchreicht. Was zum... wo zum teufel hab ich angerufen? Ah genau.. einfach nochmal anrufen...

Nach dem Telefonat die Gewissheit. Diesmal hab ich als erstes gefragt, ob sie ein Restaurant sind. Sind sie net. Meine Reservierung haben sie vermutlich nur aufgenommen, weil ich so sehr drauf beharrt habe, und eben nicht die richtige Frage gestellt hab. Oh Mann...

Und während der Magen fast implodiert laufen wir die nächsten 20 Minuten. Weil das kürzer bzw. schneller war als U-Bahn mit einmal umsteigen.

Meine Uhr zeigt ein "Trainingsziel übertroffen" als wir an einem Steakrestaurant endlich unser wohlverdientes Abendbrot bestellen. Und trotzdem hab ich danach immer noch ein klitzekleines Loch im Magen. "Noch in Boxing cat, noch was drinken?" ist da die richtige Frage.

Dort gibt's dann noch nen Espresso und das da:


Ein (ehrlich, ich habs gegoogelt) 1070 kcal Snickers Käsekuchen. Der verstopft auch gleich den Magen komplett, schmeckt herausragend und trotz relativ früh am Abend sehen alle danach etwas müde aus... das wird kein so langer Freitag.

Dafür kann ich den als Trainingseinheit mit anrechnen, auch wenn die Energiebilanz vermutlich negativ ausfällt. Käsekuchen sei Dank.

M - Neues vom Spocht...

08März2017

Es gibt Menschen bei denen hab ich in Deutschland manchmal den Kopf geschüttelt, weil sie jede sportliche Aktivität bei Facebook mit Statistik-Zeit erfolgen und ein paar Schwitz-Smileys gepostet haben. Man fühlt sich dann jedes Mal so schlecht, wenn man wieder ließt: Wow, der ist gerade wieder nen Maraton gelaufen. Manno, dann ist er diese Woche schon 60km gelaufen, 80km Radgefahren und hat schon 3 Stunden Fitnessstudio hinter sich. Und dabei ist erst Mittwoch.

Meistens hab ich dann Facebook ausgemacht und hab erstmal was gegessen. Doch seit wir in Shanghai sind ist alles anders.

  1. Wir haben kein Facebook mehr. (Zumindest in sehr unregelmäßigen Abständen)

  2. Wir veröffentlichen jetzt auch 100% unserer sportlichen Leistungen.


Nachdem wir also letztes Jahr im Sommer einmal Joggen waren, und zumindest regelmäßig das Tanzbein schwingen, kommt nun unsere nächste Meisterleistung, die ihr beklatschen, kommentieren und bestaunen könnt:

Wir waren tatsächlich im Compound-eigenem Fitnesstudio. Gar nicht so übel da... zwei Laufbänder, ein Fahrrad, ein (kaputter) Cycle Trainer und ein Stepper. Dazu Freigewichte, Arm-, Rücken- und Rumpftrainingsgeräte. Und sogar ein paar Mädels die sich hier den Reis von den Hüften schuften.

Wir nehmen Aufstellung und los geht's. A reißt 4km auf einem Laufband runter und ich beschäftige mich zum ersten Mal mit einem Stepper.


Wow... nicht ganz nen Snickers abtrainiert. Dafür 111 Stockwerke gesteppt. Moment, das heißt ich bin gerade auf den Flaschenöffner gestiegen. Cool. Das ist doch mal ne Leistung, die man veröffentlichen muss. :-D

Ich glaube wir gehen wiedermal zum Spocht. Mal sehen, im Juni oder so...

M - der verdammt kurze ... äh, wo ist der Sonntag?

06März2017

Am Sonntag steht nur ein Punkt auf dem Programm. Brunch im Vue Restaurant.

Essen waren wir hier noch nie, allerdings war die Bar des Hotels der erste Punkt, an dem A und Ich gemeinsam den Bund bei Nacht betrachtet haben. Beim Look&See, knapp 18 Monate her.

Diesmal sind wir aber Tagsüber da, und mit den Schweden unterwegs. Versprochen wird uns ein Luxusbrunch mit Allem drum und dran. Schon als wir  11 Uhr im Hotel drunter eintreffen ist geschäftiges Treiben. Links und rechts wird je eine Hochzeit vorbereitet. Wir wollen gerade mal ein bisschen hinter die Kulissen schauen, da kommen auch schon die Schweden um die Ecke und auf geht's, im Panoramafahrstuhl in den 30. Stock.

Dort werden wir vom (französischem) Manager, Benjamin, per Handschlag persönlich begrüßt und machen die erste festellung des Tages: es sind ein Haufen Schweden da... selbst unsere schwedischen Freunde sind sehr überrascht wieviel Landsleute sich heute hier eingefunden haben. :-)

Dann geht's erstmal zum Tisch um unsere Sachen abzulegen, ein Gläschen Champagner zu schlürfen und irgendwie mal in die luxuriöse Welt der Reichen und Schönen abzutauchen. Vor allem, da unser Tisch an einem Panoramafenster mit Ausblick auf den Bund und die Skyline von Shanghai steht. Atemberaubend... Für A gibt's dann noch bissel stilles Wasser und nen O-Saft, bevor wir uns zur ersten der 7 Stationen des Buffets aufmachen. Der (deutsche) Chefkoch Benjamin erklärt uns alles...

Spanischer Iberico Schinken, Trüffelhonig, "Hackepeter" und herausragender Käse begleiten den im wahrsten Sinne des Wortes ersten "Gang". Wir unterhalten uns prächtig und arbeiten uns im Laufe der nächsten Stunden inklusive "Weinbegleitung" bis zum Desserttisch vor. Nur ein Paar Eindrücke:

    • Frischer Hummer

 

    • Tomate (Büffel-)Mozerella

 

    • Geräuchertes Hühnchen

 

    • Selbstgeräucherter Norwegischer Lachs

 

    • Trüffelrisotto

 

    • Tiger-Garnelen

 

    • Frischer Fisch

 

    • Lamm

 

    • Waygu Rind

 

    • Rouladen mit Spargelfüllung

 

    • Frische Waffel mit Vanilleeis

 

    • Soufflé



Und ganz zum Schluss ein ganzer Tisch mit Früchten, Kuchen und und und.

Als wir nach 5 Stunden später aus dem Restaurant rollen, tun das drei von uns in leichten Schlangenlinien. Wir haben nämlich währen der Weinbegleitung das schwedische Wort für beschwipst gelernt. "Salonberusad" oder so ähnlich. Es heißt soviel wie salonfähig betrunken sein. :-)

Was für ein Brunch. Und auch mit Dinner. Weil essen kann ich heute nix mehr. Also schon fast ein Brunner. Und wenn man bedenkt, dass das Sekt-Frühstück, Mittag und Abendessen mit Weinbegleitung  war, dann sind die 90 Euro Pro person schon wieder relativiert. Ist halt mal wirklich in eine andere Welt abtauchen. Und hier habt ihr mal die Aussicht:



Und ja, an diesem Sonntag kann man mal das graue, nicht ganz so schöne Shanghai sehen. Und gerade beim Blick von der Bar sieht man den Unterschied von Tag und Nacht deutlich:


Und ja, es hat auch irgendwas... aber mit blauen Himmel, oder bei Nacht ist es trotzdem schöner.

Als wir um Fünf ins Taxi steigen, sind wir müde und geschafft. Vom Essen, von Wein, vom vielen Spaß, den wir hatten. Die Zeit ist vergangen wie im Flug.

Daheim angekommen schaffen wir es eigentlich nur noch auf die Couch... und dann ins Bett. Was für ein kurzer, aber wirklich schöner, leckerer Sonntag...

M - der etwas kürzere Samtag

05März2017

Da haben wirs auch schon. Ist der Freitag lang, wird der Samtag etwas kürzer. Zumindest den frühen Morgen haben wir irgendwie verpasst. Und den frühen Nachmittag dann der Wäsche und meinem "Star Plan" Bausatz geopfert.

Zum Mittag hat es uns mit dem Ziel Salat zu essen nach Xujiahui verschlagen, wo aufgrund des schönes Wetters so viel los war, das wir nur in ner Pizzeria noch nen Platz bekommen haben. Schade, da hab ich jetzt gar keinen Salat auf der Karte gesehen...

Apropos Wetter:


Frühling kommt! :-)

Und wir haben noch ein Wiener Café gefunden welches sogar die Karte in Chinesisch, English und Deutsch hat. Da konnte A nicht umhin nen "Eispalatschinken mit Schlagobers" zu bestellen...


Am Abend dann wieder mal ein, na nennen wir es Standardprogramm. Wir machen uns auf den  Weg zur IAPM und treffen uns mit Freunden im Greyhound Café um leckere Asiatische Küche mit westlichen Einflüssen zu genießen. Oder auch: n Thailänder, in dem kein Thailänder kocht. :-)

Das Essen ist sehr gut und was sich richtig lohnt ist die Nachtischkarte. So eine dicke Nachtischkarte hab ich vorher noch net gesehen. Wow...

Abschluss des Abends bildet dann der Film "Logan", der uns sehr gut unterhalten in der letzen Stunde des Samstages in die Nacht entlässt...

M - der lange Freitag

04März2017

Wir haben für uns festgestellt, dass wenn wir am Freitag Abend unterwegs sind, sich das Wochenende viel länger anfühlt.

Und da ein langes Wochenende auch noch zu den Sachen gehört, die wir lieber haben, als eine lange Woche, wir gleich mal der deutsche Besuch in die abendliche  Restaurantplanung mit aufgenommen.

Wir starten im "Al's Diner" mit einem amerikanischen Abendbrot der Superlative. Zumindest was die Kalorien angeht. Zwischen Hotdogs und Chili landen auch Spaghetti mit Fleischbällchen auf dem Tisch. Nur das ich erstmal 3 Minuten die Fleischbällchen umschichten muss um überhaupt Spaghetti zu finden. Und alles ist lecker und gehaltvoll.

Wer es richtig drauf ankommen lassen möchte bestellt noch nen Milchshake dazu und ist noch ein Stück Kuchen mit der wirklich guten Eiscreme vom Al. Alleine der Milchshake muss vom Energiegehalt irgendwo zwischen Schokoladen - Fondants und ner ganzen Schwarzwälder Kirchtorte liegen. Macht aber nix. Irgendwie bekommen wir alles rein und machen uns auf den Weg zur Telefonzelle.

Hä? Tatsache. Da ist eine rote Londoner Telefonzelle in die Wand eingelassen. Aber laut BonApp... ah Moment. Da drüber stehts: Barules. Wir sind richtig.

Also alle rein in die Telefonzelle, und dann? Ah, nach rechts an der Wand drücken und Zack, stehen wir in der Bar. Gemütlich mit teilweise extravaganten und vor allem seltenen Cocktails lassen wir es uns im Erdgeschoss gutgehen.

Im ersten Stock ist es vermutlich auch sehr hübsch. Allerdings muss man um dahin zu kommen auf einem Klavier eine bestimmte Melodie spielen. Sonst wirds nix mit oben sitzen. Es gibt echt schon coole Bars in Shanghai.

Während wir in der Bar unseren Cocktail schlürfen, stellen wir auch noch fest, das vom 2.-4. April frei ist. Und das genau da eine geführte Tour nach Guilin geplant ist. Da wollten wir doch schon immer mal hin. Da müssen wir gleich mal unsere Reisefachangestellte am Montag draufhetzen.

Ausklingen tut der Abend dann im Apartment, in dem uns ein Hip-Hop-Charts-Elektro Klangteppich um die tanzenden Beine gewebt wird. Als wir später auf anhieb ein Taxi bekommen und uns auf den Weg nach Hause machen ist zwar offiziell schon ne Weile Samtag, aber für uns endet gerade erst der lange Freitag...

M - DianPingChe jetzt bu hao...

03März2017

Wer erinnert sich noch an das Bild unseres schönen mint-grün-türkisen Rollers?

Als wir ihn gekauft haben hatten wir Bilder im Kopf von A und mir bei Sonnenschein durch die French Concession. Freiheit, Freude und Spaß waren die Unterschriften unseres "Werbefilmchens". Zwei Monate später war es schon nur noch ein Fortbewegungsmittel für mich. Die Polizisten auf der Straße haben da plötzlich durchgesetzt, dass nur noch eine Person draufsitzen darf.

Ist schließlich ein "Fahrrad". Zum Brötchenholen immer noch super und zumindest Spaß für mich. Bis heute.

Oder sind wir mal ganz genau:  bis zum 1.3.2017

Jetzt da der Frühling wieder vor der Tür steht haben wir nämlich beobachtet, ob die Polizisten sich wieder auf die Straße trauen um "doppelt Fahrer" abzuhalten und mit 50 RMB abzukassieren. Oder ob sie es vielleicht nicht machen und wir wieder den alten Werbefilm abspielen können.

Bäm... die Polizisten sind da. Und sie sammeln die E-Bikes vollständig von der Straße. LKW weise werden sie hier abtransportiert. 


Was ist hier los? 

Ein paar Recherchen später das Ergebnis: Vor drei Jahren wurde ein Gesetzt veröffentlicht, das alle E-Bikes illegal macht, die

  • über 20km/h fahren (unseres max 60 km/h)

  • eine größere Batterie als 48V haben (unseres 60v)

  • über 40kg wiegen (knapp 60kg)

  • und mehr als 240W haben (keine Ahnung, wir haben mehr)

  • und von bestimmten Herstellern stammt (unseres nicht)


Dazu wurde eine dreijährige "Karenzzeit" erlassen in denen man sozusagen Umsteigen oder Umrüsten könnte.

Hat keiner gemacht, weil wie immer in China, was nicht kontrolliert wird, ist erlaubt. Nun wird aber kontrolliert und auf den Straßen sind keine E-Bikes mehr zu sehen. Die Wiederverkaufspreise sind absolut im Keller, man muss sich sogar eher Gesanken um die Entsorgung machen.

Wobei da hilft einem die Polizei auch. Wenn man ab dem 25.3.17 mit so nem Ding erwischt wird kostet das 200 RMB und es wird Entsorgt. Hm... zumindest eine Sorge weniger. ;-)

Jetzt schauen wir aber erstmal ob die Polizisten das durchhalten und nebenbei werden wir uns mal mit dem neuen Geschäftsmodel des Fahrradverleihs beschäftigen. Die schiessen gerade wie Pilze aus dem Boden. Und sind vermutlich die einzig wirklich sinnvolle Alternative. Weil die E-Bikes, die jetzt erlaubt sind entsprechen den uns bekannten Pedalecs und sind in Rosa mit Einkauskörbchen vorn dran.

Das war ja nun gar nicht in unserem Werbefilm...

M - Männer werden 9, danach wachsen sie nur noch...

01März2017

Ist so die allgemeine Meinug vieler Mädels und Frauen.

Und ich muss zugeben, irgendwie ist was dran. Zumindest, als ich letzte Woche mit zwei Kollegen nach Hause fahre und wir durch Zufall wieder auf das kopierte Lego zu sprechen kommen.

Wer es nicht kennt: für viele 100 Euro kann man von Lego Sammelpakete kaufen, aus dem man dann R2D2 von Star Wars oder nen Sternenzestörer nachbauen kann.

Letzte Woche haben wir in der U-Bahn mal geschaut, was Taobao diesbezüglich so anbietet. Und Zack, da gingen auch schon die Pferde mit uns durch. Nen R2D2 für 30 Euro, nen MillenniumFalken für 15 und Isengart für 25 landen im Warenkorb und der Lego... äh Leypin Battle kann beginnen.



Die Kartons machen schonmal einen guten Eindruck, auch wenn die Pappe von der Qualität nicht mal ansatzweise mit dem Original mithalten kann.

Der Rest ist komplett kopiert. Die Anleitung, die Steine, einfach alles. Und da passiert es. Die Augen leuchten, die Steine klimpern und es wird gebaut. 2 Stunden versinken A und ich beim Steine suchen, zusammenbauen, fluchen, freuen und Stein auf Stein stecken.
Nach den 2 Stunden haben wir nicht mal 1/3 fertig und so richtig sieht es nicht nach R2D2 aus. Auf der anderen Seite verspricht uns der Karton auf dem Couchtisch noch ein paar Abende Bastelspass. 


Auch wenn die Spaltmasse zwischen den Steinen auch net wirklich nach Lego aussehen reicht es trotzdem bei einem Schritt zurück schon für ein optisch gutes ergebnis. Chabudoule halt. Irgendwas ist immer. :)

Ich bin gespannt, wann unser eigener R2D2 dann endlich fertig zusammengesetzt seinen Platz im Gästezimmer einnimmt. Und bis dahin bin ich halt erstmal 9. Und A auch irgendwie. :-)

M - und M's Secret

27Feb2017

Am Sonntag kommen wir "Zap-Zarap" gar nicht aus dem Bett. Wir verfallen sogar beim Frühstück langsam in Stress um dann rechtzeitig zum Kizomba zu kommen. Das schaffen wir aber gerade noch so, nur 3 Minuten zu spät.

Wir kommen recht schnell wieder rein und sind erstaunt, das wieder einige neue Gesichter mit dabei sind. Trotzdem lassen wir den fortgeschrittenen Kurs weg, und machen uns mal wieder auf den Weg "in die Stadt". 

Also eher auf den Weg zur West Nanjing Road. Und das ist das Ziel:


Die M&M world Shanghai ist die Einzige in Asien und neben London und drei Stück in USA die fünfte dieser Art. Auch wenn wir es schon von New York her kennen, die Marke rund um die bunten Schokolinsen ist echt gewaltig.

Alleine schon die Möglichkeit sich seine Farben selber zusammenzustellen zieht massenhaft Menschen in den Store.


Nachdem A sich ein paar zur Wohnung farblich passende Linsen rausgesucht hat, "schlendern" wir noch über die Nanjing. Naja, werden drübergepresst passt eher. Soviel Menschen...

Dafür trotz oder gerade wegen den Luftwerten irgendwie eine coole Stimmung. Natürlich unterstützt von einem Leckeren Kaffe mit Käsekuchen. 


Wir machen uns dann über Nebenstraßen, auf denen fast nix mehr los ist, auf den Weg zur HuaiHai Road.

Wieder eine Premiere in Shanghai, neben der ersten M&Ms world hat auch chinas erster Victoria's Secret Shop eröffnet. Die Zeit sei reif und die Chinesen bereit für diese Marke war die Aussage der Marke in der Presseerklärung.

Und Zack steht ein Pinker Klotz an der HuaiHai und verkauft aufreizende Unterwäsche. Und ob die Chinesen reif sind? Die Fage stellt sich gar nicht. Wir können nämlich gar nicht reinschauen. Es stehen knapp 200 Menschen davor und warten drauf das sie reingelassen werden. Der Laden ist gerammelt voll. Das ist ja schlimmer als ein Eis in der Wukang Lu. Naja, vielleicht gibt sich das in den nächsten Wochen auch wieder. Angeblich ist in Shanghai diesmal auch die große Modenschau. Da müssen wir mal schauen, ob wir net nen Platz mit Aussicht auf ein Paar Engel bekommen.

M - Zap zarapp...

26Feb2017

Unser neues Internet muss natürlich gefeiert werden. Und da auch gerade noch Kollegen aus Deutschland da sind, wird gleich mal ne ordentliche Abendplanung aufgesetzt.

Nach unserem (ja, tatsächlich schon wieder) selbstgekochten Hünchen "Laksa".


Trauen wir uns abends mit zwei Kollegen an thailändisches Essen im Coconut Paradise. Sehr lecker.

Das nachfolgende Barhopping wird dann aber schon fast zur Zerreißprobe unserer Nerven. Wo wir hingehen, was wir ausprobieren, alles ist voller Menschen. Und wenn wir einen Tisch wollen sind immer gleich 150 Euro fällig.

Nachdem wir fast 60 Minuten durch die französische Konzession von Bar zu Bar geirrt sind haben wir dann endlich unseren wohlverdienten (sehr leckeren) Cocktail in der Union Trading Company gefunden. Sehr coole Ecke und auch sehr gemütlich.

Nach dem Cocktail geht's zwei Straßen weiter, ins Mallorca Shanghais. Zumindest kommt es uns im Zapatas so vor.

Wir treffen noch Freunde unserer Kollegen und sind dann mit 10 Mann ein ordentliches Partyvölkchen, das die Barjungs ganz schön ins Schwitzen bringt.

Allerdings schwitzen auch die meisten von uns, als ganz in Coyote Ugly Manier sehr knapp bekleidete Mädels auf der Bar das Tanzen anfangen und Tequila in weit aufgerissene Münder der Gäste kippen. Nicht ganz so mein Fall, also halt ich mich an A fest und wir bestaunen das bunte Treiben vom Rabd der Tanzfläche. Da kann man wenigstens die tanzschritte der Mädels (und zeitweise auch etwas angetrunkenen Jungs) fachmännisch begutachten. :-D

Gegen zwei verabschieden wir uns dann aber doch und finden gleich ein Taxi nach Hause. Haben wir das Zapatas also auch mal auf der Liste abgehakt.

Unsere Kollegen waren übrigens bis halb fünf. Und am Mittwoch wollen sie schon wieder hin... Das geht ja hier Zap Zarapp.

M - Das geht ab wie Schmitts... naja fast.

25Feb2017

Neben der Luft ist der wirklich große Jammerpunkt in China eigentlich nur das Internet. Weil das zu langsam, zu geblockt und überhaupt näher dran am "kein Internet" für Westler ist.

Und was wir für einen Aufwand getrieben haben um das zu verbessern. Stecker hier, Router da, Rechner dazwischen. Dann einen Hotspot gemacht. Router gekauft, Programm gekauft, ein virtuelles privates Netzwerk gekauft, wieder alles neu verkabelt. Und was kam raus? Das selbe wie vorher, nur noch langsamer, dafür könnte man jetzt auch mal was googeln. Wenn man viel Zeit hätte auf das Ergebnis zu warten.

Am Samstag früh reicht es mir und ich kauf mir auf Empfehlung der Schweden einen neuen Internetrouter, den man mit OpenWRT selbst programmieren kann. Nicht gerade günstig, aber unsere Freunde schauen damit schwedisches Fernsehen. Das muss man schonmal ausprobieren. Nachdem ich unter Protest von A erstmal alle Stecker gezogen und unser Internet komplett lahmgelegt habe geht's ans neu verkabeln und einrichten.

Das ganze dauert nicht mal ne Stunde und danach bin ich stolz wie Bolle. Kein Kabelgewirr, eine eigene Cloud und Filme auf den Fernseher streamen ist jetzt kein Problem mehr. Man kann sagen, wir haben unsere eigene Fotocloud, unser eigenes Spotify und unser eigenes Maxdome. Was es nicht alles gibt. 

Der erste Ping nach Deutschland haut mich dann fast aus den Socken. Es ist, als ob ich direkt bei der Telekom ne kleine DSL Leitung gekauft habe und die ein Kabel über die 10000 km gelegt haben. Das erste mal, seit wir in China sind können wir ein Video streamen, welches nicht nach 10 Sekunden stockt. Toll. Das Internet geht ab wie Schmitts... Hm, naja, ein paar Stunden später lässt es leider schon wieder kräftig nach. Abends surfen einfach zu viele Leute in Shanghai. Da reicht einfach die gesamt-Bandbreite nicht. 

Nach ein paar Testläufen wissen wir: Auf jedenfall besser als vorher. Jetzt können wir auch mal wieder nach Hause telefonieren, ohne 5 Versuche zum anwählen, Verbindungsabbrüche und dem ständigen "Hallo? Hört ihr uns? Mach mal das Video aus... jetzt besser?"

Die Anschaffung hat sich doch mal gelohnt.

M - México in Shanghai

25Feb2017

Am Freitag Abend machen wir uns wiedermal auf den Weg unseren Restaurantführer mal zu erweitern und landen in der Nähe von Xujiahui. Moment, hier waren wir doch schonmal.Hm...

Ach genau... in der Taverne haben wir das Fußballspiel Deutschland gegen Italien gesehen. Unser Ziel liegt gerade mal 10 Meter weiter und, wie sollte es anders sein, hier waren wir noch nie. :-)

Das Pistoleras - Mexican Cantina ist wie der Name schon sagt ein Mexikaner und ziemlich ausgebucht. Unten, wo gerade eine Live-Band aufbaut, bekommen wir schon keinen Tisch mehr. Dafür ergattern wir aber oben noch ein Plätzchen für uns zwei und finden, das wir im Sommer wiederkommen müssen. Eine wirklich schöne Dachterasse breitet sich hinter ein paar Glastüren zusätzlich über das Obergeschoss aus.

Und es gab noch mehr Grund zum wiederkommen. Die Fajitas mit gebratenem Rindfleisch zum Beispiel, oder die leckeren Enchiladas von A. Der wirkliche Grund kommt aber zum Schluss:


Avocado/Limetten - Käsekuchen. Suuper lecker.

Und beim rausgehen stellen wir noch was fest: direkt vor der Tür ist ein kleines Kino. Cool. Da können wir nach unserem mexikanischen Abend auf der Dachterasse auch noch nen amerikanischen Film schauen. Muss nur noch das Wetter bissel wärmer werden. Aber das wird jetzt. Bald ist Frühling. 

M - Nepalesische Winde...

24Feb2017

Der Kapitän meines Fluges zurück hatte völlig recht, als er sagt: "Wir landen gleich in Shanghai und das Wetter ist äh... naja, wie in Frankfurt."

Jop, nass, kalt 6 Grad und windig. Wenn man sich da mal nicht gleich wieder ne Erkältung einfängt.

Das hat zumindest ein Teil der Deutschlanddelegation, die diese Woche hier aufgelaufen ist gleich mal gemacht. Mir wurde mittlerweile auch erklärt, warum man so anfällig ist: Das Fiegen ist schuld. Bei dem was ich in den letzten 3 Monaten geflogen bin würde das zumindest einiges erklären.

Was macht man denn aber nun bei dem Wetter und den Kollegen aus Deutschland, die dachten das is in Shanghai viel besseres Wetter gibt als in Deutschland? Man packt sich warm ein, stiefelt bissel am Jing An Tempel rum und verkriecht sich dann in einer nepalesischen Berghütte. Das Nepali kitchen war hier genau die richtige Wahl.

Und ein paar Lassis, Currys und Naan Brote später stürzen sich alle freudig satt auf die gebackene Banane mit Vanilleeis. Sehr lecker. Die hatten wir auch noch net probiert.

Während wir dann den Abend langsam ausklingen lassen, stellen wir fest, das 3/4 unseres Abendbrottisches aus den neuen Bundesländern kommen. Macht aber nix, denn von hier aus gesehen, kommen wir alle aus dem Westen...

M - Partyhütchen...

20Feb2017

Was haben Partyhütchen mit meiner Dienstreise nach Deutschland zu tun? Nix, aber wenn man schonmal da ist und die Lufthansa ein bisschen umbucht kommt beim Rückflug was tolles raus: ein Wochenende in Deutschland. Und während ich die Zeit mit den Liebsten in Sachsen genieße, viel erzähl, esse und einfach gern in der Heimat bin, freu ich auch mich schon auf den Sonntag.

Weil da hab ich die Chance nach einem Jahr endlich mal wieder die aufgeheizte, stickige Turnierluft einer Fränkischen Meisterschaft zu schnuppern. Fürs Tanzpaar hätte ich zu früh aufstehen müssen, doch die Garde schaff ich rechtzeitig.


Und da sind sie auch schon: die Partyhütchen. :-) Es war wieder ein Fest.

Und neben den Freaks, sklaventreibenden Chefs und gefallenen Engeln gibt es nochmal ordentlich Applaus für meine "Landsleute", die ShaoLin (少林)- Mönche. 

Ein tolles Wochenende. Jetzt geht's aber heim zur schönsten Frau der Welt. 

Und die Vorfreude ist groß auf Mai. Wenn wir mal die Gestgeber unserer Eltern sind.

A&M - Aus dem chinesischen Nähkäst-"qian"

15Feb2017

Man könnte es auch als Geschichten von Chinesen über Geld (qian, gesprochen: Tschiän) nennen.

Aber das wichtigste zuerst: Meine Lunge ist wieder rundherum gesund. Leider war mein Immunsystem diese Woche nicht stark genug, um die Coburger Bakterien und Viren auch auf Abstand zu halten. :-) Naja, auch das geht vorbei.

A hat mir wiedermal ein paar Geschichten erzählt, die ihre Kollegen am Mittagstisch besprochen haben und die sich eigentlich um ihre Kinder drehen. Und irgendwie doch ums Geld.

Mal ganz abgesehen davon, das es eh schon gelebte Statusunterschiede von Shanghainesen (also in Shanghai geboren) zu Zugewanderten oder Vorstadtbewohnern gibt, hilft das System nicht gerade dieses aufzulösen.

Es gibt Regularien, die auf den Bildungsweg der Kids unsere Kollegen Einfluss nehmen, da kommen wir aus dem Staunen nicht mehr raus.

Erstens dürfen die Kinder nur in dem District zur Schule, in den Kindergarten oder ins Krankenhaus gehen, indem wohnen bzw. ein Appartement besitzen. Wenn eine Familie vom "Land" zum arbeiten kommt, dann bekommen die Kinder nur einen Ausbildungsplatz hier, wenn die Eltern auch hier ein Appartment haben. Erst letztes Jahr hat uns eine Kollegin verlassen, da sie ein Apartment Nähe Bejing Besitz und deswegen nur da ein Platz in der Schule für ihre Tochter bereitgestellt wurde.

Das erklärt auch, warum alle versuchen hier eine Wohnung zu kaufen. Und natürlich werden die Schulen immer besser (und teurer) je weiter man nach Shanghai reinkommt. 

Nur um euch das kurz zu erläutern: Ziel für einen Mann ist es einer Frau einen 10.000 Euro Ring an den Finger zu stecken, dann eine Wohnung in Shanghai für mindestens 700.000 Euro zu kaufen um dann eine Riesen Hochzeit zu feiern, auf der man alleine für die Glücksbringenen Zigaretten 1.000 Euro ausgibt, um dann ein Kind zu bekommen, das in Shanghai auf eine Elitäre Schule für 15.000 Euro im Jahr gehen kann. Das dieses Ziel hier nur schwer zu erreichen ist, erschien mir irgendwie logisch. Allein der Verlobungsring Frist fasst ein Jahresgehalt eines gut bezahlten Angestellten. 

Hat man das alles nicht, ermöglicht man seinen Kindern nicht die beste Ausbildung. In den Erzählungen kann man den Druck regelrecht spüren, der auf diesen Familien lastet.

Mittlerweile gibt es Kindergärten die schon mit der Ausbildung der Kinder beginnen. Englisch, Mathe, usw. Um da hinzukommen braucht man Geld, die besagte Wohnung und Eltern, sowie Kind müssen eine Aufnahmeprüfubg bestehen. Für die Eltern ist es mehr ein durchleuchten vom Arbeitgeber, Gehalt und Position. Für die Kinder ist es selbständig essen, aufs Klo gehen und sprechen. Aus unserer Perspektive äußertest krass.
Apropos Kinder: Die allerherzlichsten Glückwünsche nach Leipzig und nach Schanghai. Zwei befreundete Pärchen von uns haben ihre Familie in den letzen Tagen mit je einem kleinem Mädel bereichert. Wir wünschen auch das beste, und das ihr und die kleinen immer alle Aufnahmeprüfungen besteht. :-)

So bisschen ist der Antrieb in diese elitären Kindergärten zu kommen aber auch von etwas ganz anderen getrieben. Neben der Ausbildung und der glorreichen Zukunft haben auch viele nicht so elitäre Einrichtungen den Ruf sehr schlecht mit den Kindern umzugehen. Es wird teilweise bis hin zu Schlägen als Erziehungsmittel gemunkelt. 

Dann doch lieber den Schwiegereltern nen Zugticket bezahlen, sie in der eh schon zu kleinen Wohnung mit einziehen lassen und die mal machen lassen. Das ist immer noch der häufigste Fall. Und sicherlich auch der günstigste. Wenn dann auch ohne Abschluss in English und Mathe im Alter von 2,5 Jahren. Aber Oma und Opa freuen sich.

Und was macht der Nachwuchs dann eigentlich wenn er durch Kindergarten und Schule durch ist? 

Auch da hat A ein paar Infos übers Uni-Leben ausgegraben, die ich euch später mal berichte. 

Nur soviel vornweg: Einer unserer Kollegen war einer von über 25.000 Bewerbern für eine Uni. Es wurden 200 genommen. Und hier gibt es neben reichen Eltern noch eine möglich Eintrittskarte: Extrem gute Noten. Am besten beides.

M - Grundbedürfnis...

12Feb2017

Jetzt ist es passiert... Alle haben uns davor gewarnt und nun ist es soweit.

Wir haben kein Internet. Ich dachte immer das kein Internet fast so ist wie das bisschen Internet was wir sonst hatten. Aber kein Internet ist nochmal ne andere Nummer. Nämlich ne Null Nummer.

Wie kam es dazu? Das Internet ist Teil unseres Apartments und somit in der Miete mit drin. Heißt auch: bezahlt wird seitens das Vernieters.

Wir haben schon oft gehört, das die Chinesen nach maximal einer Warnung einfach den Service abschalten, wenn das Geld nicht eingeht. Wir hatten schonmal ne Stromwarnung als wir spät dran waren mit: "In drei Tagen ist Schluss." Und unsere Kollegen meinten, geh bezahlen. Du hast wirklich in drei Tagen keinen Strom mehr. Egal ob draußen null grad sind.

Als wir aus Malaysia wieder da waren hatten wir eine Rechnung vom Internet im Briefkasten, die wir prompt an den Vermieter weitergeleitet haben. Und jetzt eine Woche später: Internet tot. Naja nicht ganz tot. Eine Internetseite geht. Die die dich auffordert endlich zu zahlen.

Harte Bandagen. Und während A sich jetzt mit dem Vermieter erstmal irgendwie in Verbindung setzen muss, bin ich schon auf dem Weg zum Flughafen.

Ganz passend dazu haben wir gestern ein Bild gesehen, welchen Internet unter die Grundbedarfspyramide stellt.



Oh mir fällt gerade ein, Gas ist auch noch offen. Da hängt das Warmwasser dran. :-O

M - Heute nur mal kurz...

11Feb2017

Weil ich schon wieder am Kofferpacken bin und daher kaum zum schreiben komme... wobei ganz richtig ist das nicht, ich verarbeite gerade ein paar Informationen von A in einem ziemlich großen Blogeintrag und den bekomm ich bestimmt erst Anfang nächster Woche fertig.

Bis dahin bleibt uns heute vietnamesisches Essen, Shopping und schwedische Geburtstagsfeierei. :)

Und für euch hab ich noch etwas zum Thema Konkurrenz:


Drei Cafees mit sogar fast dem selben Namen teilen sich hier die paar Meter. Wenn wir nicht gerade einen (sehr starken) vietnamesischen Kaffee gehabt hätten, wäre ich glatt mal drei Espresso probieren gegangen. Vielleicht teilen Sie sich ja auch die Kaffeemaschine. :-)

M - Russland @ Home

06Feb2017

Am Sonntag sind wir dann recht gut ausgeschlafen, als etwas ganz komisches passiert...

Wir bekommen Lust zu kochen. Das ist ja Ewigkeiten her... vielleicht liegt es daran, dass ich von der Markthalle erzähle, die ich vor zwei Wochen entdeckt habe. Auf jeden Fall wollen wir aber heute Kochen. Das IPad gewälzt, Rezept rausgesucht, angezogen und los...

In der Markthalle finden wir fast alles was wir brauchen. Die europäischen Gewürze zwar nicht, aber Pilze, Spinat, Koriander und Knoblauch sind kein Problem. Da liegen noch paar Erdbeeren, die kommen auch mit. Hm... Reis? Da stehen 5 Bottiche vor uns, wir zeigen auf einen Langkorn Reis und sagen "klein". Schwups sind 500g Reis in der Tüte.

Als wir zahlen ist die Tüte voll. 12 Euro. Voll günstig, wir müssen aber trotzdem noch in den Importmarkt. Wegen den Kräutern und auch weil es hier keine Gewürzgurken gibt.

Ein bisschen mehr als das finden wir dann im City Shop immun die Ecke und zahlen für die nächste volle Tüte 34 Euro. Zum Glück haben wir so viel wie möglich schon in der Markthalle gekauft. Die werden wir nun öfter besuchen. Vielleicht kochen wir ja auch mal wieder was, weil das Resultat:


Beef Stroganov war echt Super lecker... Und zum Nachtisch noch ein Paar Erdbeeren. Ja, so kann man den Urlaub ausklingen lassen.

M - Italien @ Xujiahui

05Feb2017

Der Nachtflug aus Malaysia hat uns erstmal den halben Samstag gekostet, um wieder etwas Schlaf nachzuholen. Die 10 Grad in der Wohnung haben dabei erstmal nicht weiter gestört. Alle Heizungen an, noch zwei Decken aus dem Schrank und Zack - geschlafen. Als wir 4 Stunden später wieder aufwachen haben es Klimaanlage und Heizubg schon auf 17 Grad geschafft. Zeit was essen zu gehen.

Wir machen uns auf den Weg nach Xujiahui. Und da staune ich Bauklötzer. Links an der Straße schaut ein riesen Glaskomplex aus dem Bauzaun. Was des?

Nachdem wir uns die Infotafel angeschaut haben, steht fest: neues Einkaufszentrum. Das sechste in dem Bereich. Mit unterirdischen Restaurants und kleiner Parkanlage... Und keine 10 Minuten zu Fuß von uns. Na das wird spannend. Weiter Richtung Metro City und da geht das Staunen weiter. Irgendwer hat ein riesen Parkhaus danebengezimmert und ganz nebenbei alle Computerfachhändler rausgeschmissen. Die ganze Mall wurde überarbeitet und auf der Außenseite lauter kleine Restaurants. Da gibt's im Sommer dann auch ne kleine Terasse. Hui. Da ist man mal eine Woche net da..

Wir entdecken "Pizza Zozzo" in einer Ecke, das war das Ziel. Und es lohnt sich. Es gibt hier verschiedene Pizza aus importierten Zutaten gemacht. Und sie schmeckt tatsächlich wie in Italien. Auch der Kaffee ist gut. Was mich hier aber am meisten erfreut, ist, dass der Chef, und seine 4 Angestellten durchgängig italienisch plaudern wenn sie sich abstimmen. Auch die Asiatische Bedienung. Das macht es unglaublich authentisch. Und kaum das mal net viel los ist, macht ein italienisches Mädel los und verteilt Kostproben vor der Tür. Auf Chinesisch! Wow... ist n kleines bisschen wie Urlaub am Gardasee. Und auch preislich vergleichbar. :-D genau das richtige fürs graue Shanghai.

M - Malaysia - Langkawi

03Feb2017

Die letzen Stunden auf Langkawi brechen an und wir würden gern noch etwas bleiben. Nicht nur, dass Wetter, Meer und Essen super ist, auch der Rest der Insel ist interessant und es macht Spaß sie zu erkunden.

Nachdem wir uns am Mittwoch mit einem kleinem Kayak durch die Mangroven gepaddelt, und hier im klarem (sehr kalten) Wasser eines Wasserfalls erfrischt haben...


... schließen wir den großen Erholungspart mit einer 1,5h indischen Energiepunktmassage ab, während draußen langsam ein tropischer Regen aufzieht. (Der auch pomt wieder vorbei ist, als wir dann zum Essen gehen. Läuft...)

Am nächsten Tag wollen wir uns nun endlich mal nach draußen in die Zivilisation wagen. Nach Chenang bringt uns ein Shuttelbus vom Hotel, und da gibt's Shoppingcenter soweit das Auge reicht. Sieht alles recht modern aus und man findet dabei den ein oder anderen Schatz. Ob es jetzt die Ray Pan Sonnenbrille für 3-6 Euro oder passend zu neuen "Star Wnrs" Film das tolle Lego, äh Quatsch Lepin ist. :-)


Es gibt hier auch viele andere alte Bekannte, nur das sie im Schnitt nochmal deutlich billiger als in Shanghai sind. Einige Sachen kennen wir auch noch aus Thailand. Was nicht verwunderlich ist, schließlich fährt hier täglich mehrmals eine Fähre da rüber.

Nachdem wir die Shoppingcenter durch haben schauen wir uns mal den Strandbereich an und der ist eine einzige Baustelle. Es gibt zwar viele Wassersportmöglichkeiten,  aber die Hotels sind aus einer anderen Zeit und überall zwischendrin wird gehakt, gebort und neu gebaut. Sieht nicht sehr erholsam aus. Allerdings ist hier abends bestimmt einiges los, nur leider hat keine der zahlreichen Bars am Nachmittag schon offen, sodass wir erst am Ende des Sandstrandes unseren wohlverdienten Kaffee bekommen. Der ist übrigens nur halb so teuer wie im Hotel. Konkurrenz belebt das Geschäft (und drückt die Preise)... :-)

Dann schnappen wir uns ein Taxi. Wir wollen nämlich da hin:


Die Langkawi Sky Bridge ist wirklich sehenswert und verdammt weit oben.

An dem kleinen Touristenpark am Fuße des Berges angekommen geht's erstmal mit der steilsten Seilbahn der Welt (schweizer Technik) auf den Berg. 


Schon allein das ist ein Erlebnis und wir genießen die Aussicht von da oben und auch den Spaziergang über die "Himmelsbrücke". Leider ist es etwas disig, sodass Himmel und Meer miteinander im Nebel verschwimmen, aber man kann nicht alles haben...

Richtig Spaß haben wir danach noch im 3D-Kunst Museum, wo man Fotos von sich in aufgemalten Situationen machen kann echt witzig A mit Einkaufstüten vorm Gucci Store zu sehen. Oh, ich glaube dazu hätten wir das Museum gar nicht gebraucht. :-)

Als wir wieder auf dem "Boden" sind geht's weiter zur Marina, einen kleinem Yachthafen. Dort setzen wir uns ans Meer, essen Tapas, einen Fisch und dann frittierte Banane. Lecker. Und ganz nebenbei "bestaunen" wir die schönen und reichen Yachtbesitzer, oder nicht ganz so reichen Skipper. Ein wirklich gelungener Ausflugstag und leider letzter Abend auf Langkawi. Gleich geht's zurück ins 8 Grad kalte Shanghai. :-(

M - Malaysia - The Andaman

31Jan2017

"The Andaman" ist der Name des Hotels, in dem wir nun seit ein paar Tagen relaxen was das Zeug hält. Es befindet sich im Nord-Westen der Insel Langkawi und ist schon 20 Jahre alt. Aber trotzdem noch Top in Schuss, was uns auch gleich beim Einchecken durch ein Upgrade in den 4. Stock des Südflügels gezeigt wird. Hier sind die Zimmer gerade erst neu gemacht. Cool...

Beim Lesen der Angebote, Hotelzeitung und Hinweise müssen wir schmunzeln. Das Hotel ist unter deutscher Führung, hat neben dem Fisch-, dem "Standard"- und dem Buffet Restaurant auch noch einen Japaner und ist so einsam gelegen, das man ohne 15 Minuten Autofahrt noch nicht mal eine Alternative zum Abendbrot findet. Eigentlich genau richtig für einen Erholubgsurlaub, den wir mit Freuden am wunderschönen Sandstrand auf unserer Strandliege genießen.


Auch die Sonnenuntergänge sind wunderschön.


Das Publikum hier ist sehr stark gemischt. Deutsche, Briten, Japaner, Australier und auch ein paar Chinesen sind mit dabei. Eine Gruppe von denen hat uns mehr als einmal zum Lachen gebracht. Ein Paar mit (vermutlich seiner) Mutter crasht hier nahezu jedes Restaurant, jede Bedienung und jegliche Entspannung. Hauptsächlich die Mutter  macht ordentlich Action (weshalb wir sie Action-Oma getauft haben).

Ob ohne Reservierung ins Restaurant setzen und schonmal die ganze Deko umsortieren, in jeder Schlange in der sich Leute anstellen sich einfach ganz vorn hinstellen,  oder ohne jegliche Englischkenntnisse dem Kellner (der kein chinesisch kann) lautstark am sonst so ruhigen Strand 15 Minuten erklären was man haben möchte. Wo Action-Oma ist, da ist Action. Manchmal verstehe ich, warum Chinesen nicht die beliebtesten Touristen sind. Aber ihre Kaufkraft gleicht das ja wieder aus. :-)

Was ich ganz bedonders am "The Andaman" finde, ist das sich sehr viel Mühe gegeben wird, das Hotel mit der Natur hier im Einklang zu bringen. Na klar, das Hotel liegt ja auch am A... der Welt mitten im Urwald. Aber wo hat man schon sonst die Chance einen "Morgenspaziergang" zu machen, dabei ne ganze Menge über den Urwald zu lernen und auch noch Affen, fliegende Lemuren und Fledermäuse zu sehen?






Wahnsinn. Insgesamt wird unglaublich viel wert auf Umwelt und Umfeld gelegt. Es gibt sogar eine eigene Korallenaufzuchtstation und die Hotelgäste werden ermunter auch mit beim säubern das Korallenriffes selber mit anzupacken. 

Wir werden allerdings auch mehrfach daran erinnert, nicht das Fenster offen zu lassen. Die kleinen  Äffchen durchsuchen sonst das ganze Zimmer nach Essbarem. :-)

Insgesamt lässt es sich hier echt aushalten und wirklich gut Relaxen. Mein Husten ist mittlerweile auch fast vollständig in der klaren Salzwasserluft des Meeres verschwunden und wir würden gern noch ein bisschen länger bleiben. :-) Nur ist Chinese New Year fast schon wieder vorbei und es geht am Freitag zurück ins 8 Grad kalte Shanghai...

M - Malaysia - Kuala Lumpur

29Jan2017

Wir sind in Malaysia, nachts um zwei nach ein paar Stunden Flug mit einer Amerikanerin neben uns, die mal schnell 24 Stunden Reisezeit auf sich nimmt, um eine Freundin in Kuala Lumpur zu besuchen. Naja, auf den letzen paar Stunden ist sie nicht ganz so gesprächig. Verständlicherweise schläft sie recht viel und wir schauen "LaLaLand" ein echt cooler Film über Schauspiel und -jetzt kommts- Jazz. Jop, wir werden noch Profis. Und wir müssen bald mal wieder in einen Jazzclub. Und ganz nebenbei sind auch noch ein befreundetes Pärchen in Schanghai Eltern geworden. Herzlichen Glückwunsch zur kleinen N... Wenn das mal nicht ein tolles Jahr des Hühnchens wird...
Unser Jahr des Hühnchens geht übrigens am Flughafen in Kuala Lumpur so los: Fahrer nicht da... Kein Mensch hält ein Schild hoch und wir rufen erstmal bei der "Notfall Rufnummer" an. Mist, die Buchung war auf gestern. Da kommt jetzt keiner mehr...

Wir finden relativ einfach einen Limoservice für 30 Euro, der uns rasant in die Stadt und zum Hotel fährt, wo wir 4Uhr morgens endlich in das wohlverdiente Bettchen fallen. 

Am Nächsten morgen mal die Gardine zur Seite geschoben und Zack...


Was ne Aussicht... und das Wetter sieht auch sehr vielversprechend aus..

Nach einem super Frühstück im Separee, erkunden wir die Stadt. Das chinesisch Neujahr ist allgegenwärtig. Überall hängen Hühnchen:


Und sogar "Mercedes Benz wishes you gong xi fa cai", was soviel heißt wie wünscht dir viel Glück im neuen Jahr.

Wir bummeln durch die Stadt und sitzen viel in Cafés um es ruhig an gehen zu lassen, bis wir uns auf die Fussgängerbrücke Richtung der Petronas Tower ausrichten. Dabei kommt man auch beim Aquarium vorbei, was aufgrund der Massen, die hier anstehen scheinbar die Hauptattraktion in Kuala Lumpur ist. Wir sparen uns das, weil es vermutlich eher schwierig wird uns nach Okinawa hier zum Staunen zu bringen, allerdings staunen wir nicht schlecht, als wir aus dem Tunnel treten und hier im Park mit Schwimm-Brunnen stehen:

Abends wirkt das ganze mit einem Wasser- statt Feuerwerk und unterlegt mit Musik nochmal viel krasser.


In der Mall finden wir dann wieder ein deutsches Markenprodukt, extra angepasst für den kaufwilligen Chinesen. Oder habt ihr in Deutschland schonmal ein Hühnchen auf einen Rimowa Koffer gesehen? 


Tja, die Deutschen wissen was Chinesen in Malaysia wollen. :-)

Dann gibts Opium zum Abendbrot.



Unglaublich guter Service und das Essen war echt der Hammer. Ob nun der Krabben-Avocado Salat, die Brot- Hühnchen Maultaschen, die Spaghetti mit Lachs, Hühnchen und Tofu in mildem Curry oder die Ente mit LotusBrot und süß scharfer Soße ist. Es ist unglaublich lecker. Trotz deutlich Spannung im Bauch müssen wir noch zwei Nachtische ausprobieren. 

Und da hats uns dann richtig aus den Latschen. Neben gebackener Banane mit Eis gibts "pineapple crumble". Das ist wie Apfelstrudel nur mit noch leckeren Sachen wie Kokos- Sago, Ananas und kleinen Krümeln obendrauf. Wir haben uns total überfressen. Ein Lob an dieser Stelle an die Bedienung. Super freundlich und sehr aufmerksam. Da fällt mir wieder auf, das hier eigentlich jeder English spricht. Cool...

Morgen gehts weiter nach Lankawi. Am Meer, bei 30 Grad Celsius und Sonnenschein kann der Erholungsurlaub dann richtig beginnen. :-)

M - Geisterstadt...

27Jan2017

Wir sind am Flughafen und viel zu früh... Warum?

Naja, ich hab mir gemerkt, das chinesisch Neujahr Ausnahmezustand für Reisen ist. Alle wollen heim, alles ist auf der Strasse, und an allen Verkehrsknotenpunkten geht nix mehr. Die ganze Woche begleiten mich auf der Couch Nachrichten von verstopften Bahnhöfen, Staus, schweren Auffahrunfällen und sogar einem Mann, der seit drei Wochen mit seinem Fahrad auf dem Weg nach Hause ist. Leider hat er jetzt erst festgestellt, dass er in die falsche Richtung fährt.

Für unseren Erholubgsurlaub bestell ich deswegen das Taxi extra früh zu uns nach Hause, damit wir Stau und den total überfüllten Flughafen mit eingeplant haben. Der Taxifahrer meldet sich aber nochmal und sagt, das ne halbe Stunde später auch reicht. Ok, er muss es ja wissen. 

Wir werden abgeholt, laden ein, fahren auf die Straße und...

...Geisterstadt. Nix los, Straßen leer, die Bürgersteige auch... hä? A grinst. "Die sind alle schon weg. Die letzen sind vermutlich gestern mit dem Zug losgefahren."

Wir sind so schnell wie noch nie am Flughafen. Und auch da ist nix los... bis auf eine ordentlich sortierte Warteschlange am Japan Air Schalter ist es ungewohnt leer. Und gespenstisch still. Macht aber auch irgendwie Sinn. Wenn heute Abend "chinesisch Silvester" ist und der Affe nun vom Hahn abgelöst wird, will natürlich jeder schon zuhause sein, und nicht wie wir im Flugzeug "gesundes neues Jahr" sagen.

Naja, wir haben unser Neujahr ja schon weg. Allerdings staunen wir nicht schlecht, als wir zum ersten Mal Karaoke-Zellen  am Flughafen sehen.


Interessant. Scheinbar gibt es Leute, die noch ne schnelle Karaoke-Nummer vorm Flug brauchen, wie andere aufs Klo gehen. Oder hat das was mit den ständigen Verspätungen der chinesischen Airlines zu tun?

Wer weiß... auf jedenfall sind sie nicht in Betrieb. Irgendwie macht hier alles Urlaub... echt gespenstisch.

M - Die beste Erdbeere der Welt...

26Jan2017

Es sind 6 Grad draußen und mein Husten hat sich deutlich gelegt. Noch ein paar Tage und wir machen uns auf zu meiner selbstverordneten (und mit den Doktor abgestimmten) Luftkur am Strand in Malaysia.

Da heute die Sonne scheint und ich einfach nicht mehr liegen kann und möchte, mach ich nen kleinen ruhigen Spaziergang um den Block. Nochmal frische Früchte kaufen, ein Mittagessen suchen und Honig auftreiben.

Dabei stell ich wieder fest: So einiges hat sich verändert in unserer Nachbarschaft. Sind ja auch schon lange nicht mehr hier durchgelaufen. Neues Café hier, Supermarkt weg da, och was das... cool, ne neue Markthalle mit Obst und vor allem frischem Gemüse... das muss ich mir alles merken...

Während ich also durch die Gegend schlender seh ich im Augenwinkel bei einem Obstlädla ein paar super aussehende Erdbeeren. Die hab ich letztes Jahr schon gesehen und nicht gekauft, weil die ersten Erdbeeren, die in Deutschland im Supermarkt auftauchen ja eher Marke außen hui, innen pfui sind. Allerdings hab ich danach das ganze Jahr keine mehr gesehen. Hm... Erdbeeren im Januar... da war doch was.

Ah ja, eine Kollegen hat vor zwei Wochen geschwärmt, das endlich die Erbeerzeit losgeht. Und das wir unbedingt die "niu nai cao mei" - die Kuhmilch-Erdbeere probieren müssen. Als mir das wieder eingefallen ist, zeig ich auf die beiden Preisschilder (2,80€/500g und 4,20€/500g) und frag ob eines der beiden Kuhmilcherdbeeren sind. Klar, sagt die Obstdame, und zeigt auf die teuren. Hm... war klar, was immer ich gefragt hätte, es wären vermutlich die teuren gewesen. Wobei die Kollegin uns auch eine Preisspanne von 20-30RMB genannt hat. Das passt. Los her mit dem Körbchen.

800g Erdbeeren pack ich dann Zuhause aus, spül ab und drappier sie in ner Schüssel. Und dann fällt mir auf, warum die wohl so einen komischen Namen haben. Sie haben weiße stellen. Nicht grün weis, wie nicht richtig reif. Mehr so wie nicht ganz rot. Das sieht so aus, als ob sie mit Milch gemischt worden...


Als A heimkommt, gibt's erstmal Erdbeeren, und die sind soooooooo lecker, das es uns aus den Socken haut. Wir essen soviel, das kaum das bei Sherpa bestellte Sushi noch reinpasst.

Am nächsten Morgen dann das nächste Experiment: Ein Vitaminsaft mit Erdbeeren. Eine Banane, eine halbe Drachenfrucht, eine gelbe Kiwi, eine Kokosnuss (nur der Inhalt) und 6 Erdbeern später leuchtet ein pinker Saft auf unseren Frühstückstisch. Und der bläst uns fast die Geschmacksnerven auf der Zunge weg. Da muss noch net mal irgendwas zum süßen ran. Die paar Erdbeeren verändern komplett den Geschmack auf herrlich süß. Wow...

Falls ihr mal im Januar in Asien seid, fragt nach den Kuhmilcherdbeeren. Der wahrscheinlich besten Erdbeere der Welt. :-)

A&M - Geschichten aus dem chinesischen Leben...

25Jan2017

Nachdem A sich in Tschechien mit vier Chinesen Flugzeug, Auto und auch die meiste Arbeitszeit teilen durfte, konnte Sie ein paar Einblicke in das chinesische Leben sammeln, die ich jetzt hier (aus Ermangelung von ausreichend Beschäftigung auf der Couch) mal versuche zusammenzufassen:


1. Das Telefonat mit der Frau

Ich schreib immer in folgendem Stil: Nur was er sagt, auf chinesisch - dann deutsch, damit ihr auch folgen könnt.
Die Frau ruft an. Er geht ran.

Wei? - Hallo?


A! -A!


Hm, aah, hm, oh, ah, hm, ah, ah, ah, dui, hm, ah, hm, dui, dui, dui, dui, A!, hm, ah, A! - Hm, aah, hm, oh, ah, hm, ah, ah, ah, ja, hm, ah, hm, ja, ja, ja, ja, A!, hm, ah, A!

Ah, hm, Oh laoban lai le! - Ah, hm, oh der Chef kommt!

Und aufgelegt. Obwohl gar kein Chef in der Nähe ist.
A muss lachen. Die anderen drei auch. Vorallem als sie A erklären, das sie alle genauso mit ihrer Frau telefonieren.

 

2. Taschengeld


Der zweite Einblick lässt nicht lange auf sich warten. Die Kollegen gleichen ihr Taschengeld ab. Ja richtig gelesen, ihr Taschengeld. Wenn Sie in der Fremde unterwegs sind, ist der Verfügungsrahmen deutlich größer und es darf gekauft werden. Schließlich gibt es für jeden Tag im Ausland eine extra Pauschale. Allerdings sieht das zuhause in China ganz anders aus.

Von klein auf wird den Mädels vorgelebt und erklärt, das sie die Haushaltsverwalter sind. Das bedeutet, dass sobald geheiratet wurde die komplette Geld- und Kontenverwaltung in die Hände der Frau gehört. Sie hat das letze Wort über Anschaffungen und auch sie legt das Taschengeld für ihren Mann fest. Wenn die Frau die Verwaltung des Geldes nicht wahrnimmt verliert sie ihr Gesicht vor ihrer Familie. Darum tun nicht wenige Frauen, die mit Westler zusammen sind, ihrer Familie gegenüber zumindest so, als verwalten Sie die Finanzen.

Zurück zum Taschengeld: Die Kollegen, die mit A unterwegs sind haben alle mehr oder weniger 5 RMB Taschengeld pro Tag. Das sind 75 ct. Jetzt verstehe ich warum das Essen in der Kantine kostenlos sein muss. Sonst würden sie vermutlich verhungern.

Gehaltserhöhungen werden übrigens prozentual umgerechnet. Also 5% Gehaltserhöhung bedeutet von 5 RMB auf 5,25 RMB zu wachsen. Krass. Wobei, manchmal hab ich von ähnlichen Fällen auch schon in Deutschland gehört. ;-)


3. Kaufrausch

Chinesen im Ausland kaufen ein, als gibt's kein Morgen mehr. Vor allem wenn der RMB recht gut steht merkt man deutliche Preisunterschiede zwischen Shanghai und Mitteleuropa.

A hat schon die Feststellung gemacht, das ihre Kollegen recht wenig Abwechslung in ihrer Arbeitskleidung dabeihaben. Um nicht zu sagen: nur 2-3 Outfits für 8 Tage. Für A nahezu nicht nachvollziehbar, aber plötzlich kristallklar, als ein Kollege zu viel im Koffer hat, umpacken und dabei A bitten muss ein paar Sachen zu verstauen.

Sein ganzer Koffer ist voll mit Einkäufen. Es sind fast keine Klamotten zu sehen. Wenn A das richtig einschätzt ist er mit 3 kg hin und wollte mit dem zehnfachen zurück.  Hui. Alleine Das obligatorische Milchpulver sind (die maximal erlaubten) 6kg. Dazwischen Geschenke für Freunde und Familie, Bier, Becherovka, Oblaten usw. A erklärt mir, dass die Kollegen nen halben Tag in nem Supermarkt verbracht haben, und mit Taobao (Preis) und ihrer Frau (Entscheider außerhalb des Taschebgeldrahmens) abgeglichen haben, was eingekauft wird... (ah, ah, hm, dui, dui, dui...) 

Im Schnitt hat jeder von ihnen über 1000 Euro in Tschechien gelassen. Und das bei deutlich geringerem Gehalt im Vergleich zu uns. Kein Wunder, dass sie trotz lautem, auffälligem Verhalten überall willkommen sind. Ein Bus Chinesen sorgt vermutlich schon alleine für 1% Wirtschaftswachstum.

A hat übrigens nix gekauft... Ich war auch überrascht. ;-)

M - was ne Schnitte...

23Jan2017

Ich habe festgestellt: krank sein ist in Shanghai irgendwie einfacher als in Coburg.

Es gibt tatsächlich eine Sache die es möglich macht den ganzen Tag auf der Couch zu verbringen, und die in Coburg nicht existiert. Der Lieferdienst Sherpa. Wenn mich der Hunger überkommt muss ich nicht jagen und sammeln gehen, sondern ich mach einfach die Internetseite auf und schon kann ich Essen bestellen. Bezahlt wird dabei per Handy, ich brauch noch net mal Bargeld holen...


Ich weiß, kann man in Coburg beim Pizzamann auch.
Meine Speisekarte zeigte allerdings folgendes die letzten Tage:

  • Na klar, als erstes Pizza und ein herausragendes Panna Cotta :-)
  • Dann eine Kartoffel/Spargelsuppe mit einem Tikki Sandwich und einem Mango - Gochi Saft dazu
  • Eine Vietnamesische Hühnersuppe mit Reisnudeln
  • indische Curry's (eins vegetarisch, eins mit Hühnchen) mit Naan Brot.

Und das alles für knapp 2 Euro extra direkt an die Tür geliefert.

Die lustigste Lieferung kam aber von Baker & Spice.

Wenn man in einer Bäckerei oder Konditorei bestellt kann man nicht nur ihren warmen Mittagstisch bzw. Abendbrot mit bestellen, sondern auch gleich Brot und Brötchen, sowie Croissants für den nächsten Tag mitliefern lassen.

Und da das unheimlich praktisch ist bestell ich da ein Curry, zwei Croissants, ein Brot und einen Saft Namens: "des Doctors Anordung". Na wenn das nix wird. Kaum das ich bestellt hab lacht mir schon ein Smiley durch das Handy ins Gesicht. A hat in Tschechien die Bestell-Bestätigungsmail bekommen und lacht sich schlapp über den Saft.
Wir haben nur einen Account bei Sherpa und der läuft auf A. Daher bekommt sie die E-Mail und bei ihr klingelt dann auch direkt danach plötzlich das Handy. Das Rinder Curry ist alle, ob denn auch Huhn geht. Klar sagt sie, dann erzählt noch jemand was auf Chinesisch und legt auf.

Ich bekomme eine SMS von ihr: Nix Rind, heute gibt es Huhn. Bin ich froh, das ich kein Frühstück bestellt hab (was auch geht). Das hätte A mitten in der Nacht rausgeklingelt.
45 Minuten später klopft es. Ich bekommen alles schön in die Hand gedrückt: Brot, Saft, Croissants, Geld??!?!
Der Kerl erzählt irgendwas und drückt mir 50 RMB in die Hand. Winkt und ist weg... Hä?
Auf der Rechnung fehlt das Curry... Oha, das war wohl ein Deutsch-Tschechisch-Chinesisches Missverständnis. Wenigstens gabs das Geld dafür wieder.
Naja, dann gibts heute eben mal Schnitte... :-) Und was für eine, das Brot ist tatsächlich noch warm... Hmmm...

M - nun doch zum Arzt

21Jan2017

Ich wollte ja gern der "kleinen" traditionellen Medizin aus der Aphotheke ne Chance geben und tatsächlich der Hustensaft hilft. Sogar sehr gut. Immer wenn ich ihn einnehme ist 1-2 Stunden Ruhe vom sonst wirklich schlimmen Husten. (Ihr wisst ja, Männergrippe, Männerhusten und Männerschnupfen sind die drei kritischsten Krankheiten, die man haben kann. ;-) )
Die Erklärung warum es so gut tut bekomm ich mit Gelächter auf Arbeit erklärt, während ich meine Mittagsportion einnehme. Ich frag: "Was lacht ihr denn da, ist das etwa nicht traditionell chinesische Medizin?" - "Doch, sogar sehr traditionell und alt. Da ist Drachen mit drin." - "Drachen??!?? Da drin. Es gibt doch..." Einer meiner Kollegen übersetzt im Internet schon fleißig, da sie nicht den englischen Begriff wissen. 

Dieser Hustensaft wird auch "Drachensaft" genannt, weil Opium drin ist und das entsprechend "beruhigt". Aha... ich dröhn mich hier mit Drogen voll und wunder mich noch warum alles OK ist. Wundervoll.

Die Nacht drauf ist leider nix mehr OK und ich muss zum Arzt. Ein Kollege hat mir erklärt das gerade eine Infektion rumgeht und alle die er kennt klingen genauso voluminös beim Husten wie ich. Und ohne Antibiotikum wird das nix. Da hört es auch auf, mein Vertrauen in TCM. Und schwups, da Sitz ich auch schon im Family United und warte auf meinen Bluttest.

Ja, diesmal ist etwas mehr los als beim letzten Mal und das Programm hat sich auch geändert. Als ich das erste mal huste, kommt ne Schwester, und schippst mir nen Mundschutz um. Dann wieder zählen, messen, wiegen und die Schwester geht schon alleine wegen dem Mundschutz deutlich auf Abstand.

Ab zum (englisch sprechenden, chinesischem) Arzt und erklären. Abhören. Net gut. - Zettel in die Hand gedrückt - erster Stock Röntgen. Fertig - mit Zettel wieder in den zweiten Stock - alles wird protokolliert und über den Rechner organisiert. Im zweiten Stock angekommen, klemmt mich schon ne Schwester unter den Arm - Der Doktor hat schon geschaut. Wir müssen Blut abnehmen. Lieber liegen? - fragt sie... Hä?

Achso, sie hat mein Gesicht zum Blutabnehmen richtig interpretiert. Mir ist flau...

Kurze Zeit später lieg ich in einem sonnendurchfluteten Raum. War gar nicht so schlimm. Jetzt 30 Minuten warten...

Und wieder rein zum Doctor. Der schaut ernst und während er mir erklärt das ich ne Lungenentzündung habe drückt er mir schonmal ne Krankschreibung für 7 Tage in die Hand. Dazu drei Rezepte und ganz klare Anweisung: liegen, ausruhen, viel warmes Wasser und keinen Sport für 2 Wochen. Montag auf Kontrolle wiederkommen.

Hm... nun verpassen A und ich beide die Neujahrsfeier unserer Firma und es wird nicht viel hier im Blog zu berichten geben, solange ich die Couch drücke. Es sei denn ich fang mit Film und Buchkritiken an. :-)

Zumindest bin ich froh beim Arzt gewesen zu sein und werd der traditionellen Medizin dann vielleicht eher mal ne Chance geben, wenn ich mich irgendwie verspannt hab. Da hab ich schon ganz gutes davon gehört. :-)

M - Ich brauch äh... Ähm, Hustensaft?!?

18Jan2017

Während A sich durch die tschechischen Winterlandschaften arbeitet wird mein Husten deutlich schlimmer. Trotzdem ist die Woche soviel zu tun, das ich mir nur ne minimal-Auszeit gönne und in der Apotheke vorbeischnei, um was gegen den Husten zu holen.

Ganz so einfach, wie es in Deutschland wäre ist es sicherlich nicht, aber wird schon werden.

Erste Hürde: Die Apotheke, die ich aufsuche, gibt's gar nicht mehr. Da ist jetzt ein Zigarrenladen drin. Na das hilft sicherlich nicht...

Apple Maps sei dank bin ich kurz darauf in einer anderen Apotheke um die Ecke, und die nette Dame da kann kein Englisch. Also Zeichensprache... ah brauch ich gar nicht, da kommt der nächste Huster auch schon. Sie nickt und drückt mir zwei Packungen in die Hand. "China" erklärt sie. Aha, traditionell chinesisch. Die westlichen Chemie Hammer stehen da, wo man ein Rezept braucht. Heißt, wenns net hilf, muss ich zum Arzt. Ok, mal sehen.

Zuhause sieht es dann so aus:


Ahja, die nächste Hürde. Wie was wann einnehmen? Google Übersetzer sei Dank, komm ich zumindest prinzipiell dahinter und hau mich danach auf die Couch.

Während der Hustensaft ganz nach chinesischer Tradition meinen "heißen" Hals "kühlt", genieße ich das neue Album von "the XX". Zu denen haben wir unseren Hochzeitstanz getanzt. Da ist sie wieder...Die  Macht der Musik.

M - Schon wieder Brillen

17Jan2017

Am Wocheende haben wir Freunde von uns zum Brillenmarkt begleitet. Und natürlich hat das immer das mittelgroße Risoko, das wir mit neuen Rillen wiederkommen. Mittlerweile glaube ich das wir hier sogar genausoviel Geld ausgeben, wie in Deutschland. Nur das wir halt Faktor 8 an Brillen dafür bekommen.

Diesmal sind wir im zweiten Stock... warum? Naja, im Ersten war "zu teuer" und im Dritten war zwar günstig, aber drei der vier Gestelle haben nach 3 Monaten den Geist aufgegeben. Also, zu günstig gekauft. Diesmal achten wir viel mehr auf die Qualität der Gestelle. Und stellen fest, das es scheinbar auch hier wie bei den Uhren Unterschiede gibt. 

Meine aktuelle Porsche Design Brille gibt es hier genauso klapprig von "Proshjie Desing". Aha... das ja interessant. Da hat jemand Buchstaben verwechselt...

A findet diesmal eine Brille von "Gentle Monsters" und ich eine Sonnenbrille und ein deutlich hochwertigeres Gestell von einer großen Sonnenbrillenmarke die mit R anfängt und ayBan aufhört. Sogar die Lasergravuren in Sonnenbrillenglas sind drin. Ich hab keine Ahnung ob wir hier nicht sogar original kaufen...

Als sie den Preis aufruft bin ich mir sicher... wir kaufen Original! Und dann wird verhandelt wie Wahnsinnige. Unsere Freunde helfen mit und so kommen wir zwar knapp 100RMB pro Brille über dem Preis vom letzten mal raus, aber die Gestelle wirken auch wirklich deutlich besser. Na mal sehen, wie das in 3 Monaten aussieht. 

Am Sonntag macht sich A dann auf den Weg nach Europa und ich bleib hustend und "schwer krank" zurück... :-) Naja, man kann nicht alles haben. Wenigstens gibts winterliche Grüße aus dem Tschechischem Hinterland:

M - Zwischen Pancakes und Dumplings...

13Jan2017

... hab ich mir wohl was eingefangen...

Aber erzählen wir mal von vorn. Am Mittwoch Abend haben wir seit langem mal wieder einen Abstecher in den Mr. Pancake gemacht. Nicht (nur) weil wir einen Pancake wollten, sondern auch, da uns Freunde erzählt haben, dass die auch Rippchen, Burger und viele andere Dinge haben. Also aus dem Bus raus und ab durch die Kälte (8 Grad, "Nebel") zum Pfannkuchenladen.

Dort werden wir zwar nicht ideal verstanden, aber nach ner Weile haben wir unsere Säfte, ein von zwei Gläsern Wasser und warten auf das Essen.

Ei nach Art Benedigt (pochiertes Ei auf Lachs und Toast) und nen ordentlichen Hamburger später starren wir beiden auf den "Erdbeer-Eis-Pancake". Von unten nach oben: 3 riesen Pfannkuchen, eine Blätterteigtasche, Schlagsahne, Vanilleeiscreme, Erdbeersauce, Erdbeeren und Ahornsirup. Oh Mann... wir schaffen es nicht. Die Blätterteigtasche muss weg. :-)

Wieder raus in die Kälte und heim...

Am Donnerstag haben wir dann mit Dumplings über Sherpa gegengehalten. Anders wären wir mit dem Kalorienhaushalt nicht mehr hingekommen. :-)

Tja und jetzt? Lieg ich auf der Couch, mir ist heiß und ich hab husten. Net gut. Zu allem Überfluss macht A morgen auch noch ins (-15 Grad "warme") Tschechien. Wer soll denn nun meinen Männerschnupfen Pflegen? Hm... naja, jetzt bestellen wir erstmal ne ordentliche Hühnersuppe beim Vietnamesen und dann schauen wir mal...

M - mitteleuropäisches Kulturgut an der South Shaanxi Road

09Jan2017

Nach unserem Kamerashopping sind wir unterwegs zu einem Musical.

Das hatten wir schon lange ins Auge gefasst, aber irgendwie gab es weder Karten, noch Begleiter. So entscheiden wir uns diesen Samstag trotz Regen einfach spontan, und machen uns hierhin auf den Weg:


Der Shanghai Cultural Square läd immer mal im Jahr zu Shows und Musicals ein und heute wird dieser Mann im Profil besungen und betanzt:


Na war hat ihn erkannt?

Genau, das Musical Mozart macht bei uns in Shanghai Station und ist komplett auf deutsch... Links und rechts gibt's natürlich chinesische und englische Untertitel. :-)

Ich bin schon a bisserl gerührt als der Kaiser seine österreichisch dialektierte Ansprache verlauten lässt und die Baronin in ihrem Haupthema davon singt, das man von zuhause weggehen muss um zu wachsen und zu lernen. Da wird einem erstmal so einiges bewusst, wenn man in Shanghai im deutschen Musical sitzt und das Mädel singt:

"Weit von hier fällt Gold von den Sternen! Du kannst es finden, da draußen, wo noch keiner war!

Sein heißt werden, leben heißt lernen! Wenn du das Gold von den Sternen suchst, musst du fort von zu Haus und nur auf dich gestellt allein hinaus in die Welt voll Gefahr!"

Hui... Die Macht der Musik. Ich kann euch dieses Stück nur empfehlen. Es heißt "Gold von den Sternen". Müsst ihr mal auf YouTube guggen.

Zum Finale gibt es selbst von einigen Chinesen standing ovations und rasenden Beifall.


Das war mal eine gute "spontane" Idee. :-)

M - Luban Lu, oder auch: "Ich bin dann mal schnell ne Kamera kaufen."

08Jan2017

Das Wetter hat sich nicht gebessert und der Samstag sieht schon von der Couch aus geschaut sehr ungemütlich aus... Trotzdem schaffen wir es irgendwann uns von da runterzuschälen, uns warm anzuziehen und mit Schirm bewaffnet aufzubrechen zur Luban Lu.

Warum? Nunja, nach knapp 5 Jahren ist es Zeit meine Systemkamera mal zu erneuern. Und von nem Kollegen weiß ich, das die Luban Lu hier die richtige Adresse ist. In Deutschland für viel Geld aufgerufen, kann man sie hier im Internet schon 80% des Preises bestellen. Mal sehen was sie "im Laden" kostet.

Als wir an der Luban Lu ankommen, stellen wir wiedermal fest: hier waren wir noch nie... noch nicht mal in der Nähe. Und das obwohl wir nun schon über ein Jahr  hier wohnen.

Macht aber nix, Apple Maps weiß schließlich wo es hingeht und so treten wir keine 2 Minuten später ins Traumland für Fotografen ein. Selbst wenn ich vorher noch nicht ganz so überzeugt war, hier beginnen die Augen fiebrig zu glänzen. Und der Kollege mit seinem chinesischen Sprichwort kommt mir in den Sinn: "Kaufst du ne Kamera, gibt's nix zu vererben..." Hmpf... :-)

Naja, packen wirs an. Was wir ja schon im Brillenmarkt gelernt haben: je höher desto billig. Also starten wir mal im dritten Stock, wo es hauptsächlich aber nur Zubehörteile und Objektive gibt. Ich hab noch nie so eine Auswahl gesehen. Von Neu bis Uralt. Von Sony, über Tamron, Zeiss bis hin zu 60 Jahre alten russischen Einzelstücken, deren Namen ich weder sprechen noch schreiben kann. Wow... es gibt zwar auch gebrauchte Kameras, aber da ist die, die ich suche nicht mit dabei. Ok, die gibt's auch erst seit einem Monat.

Also eine Etage runter... ja, das sieht gut aus. In irgendeinen Laden rein. Die Kamera angetippt, "Was kostet die?". Ich hatte mir 75% des deutschen Preises als oberste Grenze gesetzt und schau total verdutz, als sie 500RMB weniger aufruft. Ok, ähm, ah, noch Rabatt? Sie schüttelt den Kopf. Das war zu einfach. Wir gehen zum nächsten Laden genau gegenüber. Die Dame telefoniert ne Weile dann ruft sie 100RMB weniger auf. Ok. Noch nen Laden weiter. Hier packen 5 Chinesen Kameras in Pakete. Die verkaufen wohl sehr stark auf TaoBao. Als ich ihm nach der Kamera frag sagt er nochmal 50RMB weniger. So langsam kommt mir das spanisch vor. Wenn ich hier noch paar Runden renne bekomm ich vermutlich noch Geld raus. :-)

A meint schon, das sie vermutlich sogar miteinander telefonieren, sobald ich den Laden verlasse. Als ich aber weiter handeln will bleibt er hart. Eine "tolle Sony Kameratasche und ne Displayschutzfolie" hol ich trotzdem noch raus... nur noch auspacken, anmachen, ausprobieren und richtigen Fapiao bekommen. Tja, ich hab was gelernt bei meinem Monitor... geht alles ja, nehm ich.

Etwas Lachen muss ich trotzdem als er mir alles in die "tolle Sony Kameratasche" packt:


Ist mehr ein Stoffbeutel "designed" für Sony. Naja, man kann nicht alles haben. :-)

M - lange Metro?

07Jan2017

Am Freitag war wieder Kampfsporttag. Der Kung Fu Komedy Klub hat uns diesmal extra sieben Comedians zur Verfügung gestellt und wir haben uns sprichwörtlich den A... abgelacht. Unglaublich wieviel Spaß es macht Briten, Franzosen, Amerikanern und sogar Frauen aus dem Iran zuzuhören, wenn Sie Ihre Geschichten und Witze erzählen.

Vor allem, da es aktuell mit 10 Grad Celsuis und Regen allgemein nicht so motivierend ist, die Zeit draußen zu verbringen.

Was natürlich bei solchem Wetter schwierig wird: irgendwo ein Taxi zu bekommen. Und leider hab ich diesmal mein Handy mit DiDi-Taxi drauf vergessen. Auf dem Hinweg hatten wir einfach Glück und schnappen uns eins, was gerade erst jemanden rausgelassen hat. Und zurück? Fehlanzeige. 23:00 Uhr, Regen, keine Metro, kein DiDi... Au Backe...

Wir wollen uns gerade zu Fuss auf den Weg machen (sind ja nur 4-5 km), da stopt uns das befreundete Pärchen, welches den ganzen Abend mitgelacht hat. "Die Metros fahren doch jetzt Länger am Wochenende..." Was? - "Ja, haben wir irgendwo gelesen."  Ich kann auf Smartshanghai zwar nix diesbezüglich finden, aber wir probieren es natürlich trotzdem. Die U- Bahnstation liegt sowieso auf dem Heimweg.

Da angekommen stellt sich raus, das unsere Haus- und Hof- Linie zwar nicht verlängert wurde. Aber die Linie 1 schon. Also schnappen wir uns keuchend die (letzte) U-Bahn 1 und fahren dort erstmal grob Richtung Zuhause. Die letzen paar hundert Meter sind dann sicherlich auch kein Problem mehr. Gut zu wissen, das es jetzt ne lange Metro gibt... Auch wenn die wirklich lange nur die Line 2 ist. :)

M - Drama, Baby...

06Jan2017

Vor einiger Zeit haben wir hier in Shanghai das Bund Musical angeschaut und uns gewundert, ob all dieses Drama mit: Er ist tot - nein doch nicht - ihr Vater möchte ihn töten - Sie möchte ihn heiraten - der Vater ist tot - doch nicht aber er und so weiter wirklich notwendig ist.

Nun, seit heute morgen hat sich mein Standpunkt hier etwas gefestigt. Unsere "Nachbarn" von obendrüber haben eine recht laute Lebenweise. Und einen Hund noch mit dazu. Während wir von den Chinesen drumherum nix mitbekommen erwachen die Beiden über uns meist gegen 0 Uhr zum Leben und lassen uns an ihren Streiterein und auch Versöhnungen akustisch teilhaben. Das erscheint uns schon meist recht dramatisch und es ist gut, dass wir beide einen recht tiefen Schlaf haben. 

Der hat heute morgen allerdings nicht ausgereicht, da irgendwas diese Nacht eskaliert sein muss. 5 Uhr morgens wird geschrien, geheult, die Tür geknallt, geklopft, geschrien und und und. Nur der Hund ist nicht zu hören. Vermutlich hat der den Kopf eingezogen um nicht noch zwischen die Fronten zu geraten.

Erst als wir gegen 7:45 aus dem Haus gehen kehrt langsam Ruhe ein. Das macht es zumindest im Vergleich zum Bund Musical zu einem längeren Drama, mit schlechterem Gesang, ohne Sektpause und sehr authentischen Schauspielern. Was für ein Drama, Baby.

M - Effizienz

04Jan2017

Gestern wieder eine interessante Entdeckung gemacht:

Bisher haben wir unsere U-Bahnkarten immer bei einer (mehr oder weniger) freundlichen Dame an einem Schalter mit Geld aufgeladen. Gestern sagte uns diese freundlich, dass es bei ihr jetzt nicht geht, aber da hinten um die Ecke, da geht's. Nur das der Schalter da hinten um die Ecke noch nicht mal besetzt war.

Hm... Und wie nun heimkommen? Was sind das eingentlich für neue Automaten? Ach sie an...

Damit kann man die U-Bahn-Karte aufladen. Cool. A hatte mir schon 2 mal 100 RMB in die Hand gedrückt, als ich feststelle: Mit Bargeld wird das hier nix. Alipay, das geht.

Und während ich die Karte in den Automaten lege und nen Strichcode von meinem Handy scanne, staune ich wieder wie reibungslos Geldtransfer hier funktioniert. Nachdem unsere Karten wieder einsatzbereit sind, grinst mich A an. "Dann kannst du mich jetzt ja für 200 RMB zum Essen einladen." Und das im Pizza Marzano?!? Ich grins zurück. "Na mal sehen...

Den Nachtisch lass ich aufgrund eines fortgeschrittenen Sättigungsgefühls diesmal weg. Als die Rechnung kommt zahlt sich das sogar aus und wir beide Lachen uns fast scheckig. Sehr zur Verwunderung das Kellners: genau 200RMB! Na das nenn ich mal Effizienz... :-)

A&M - Oa Gudds Neus...

03Jan2017

War eine Wechat - Nachricht, die wir an Silvester siebzehn Uhr zu einem Franken nach Shanghai geschickt habe.

Und sieben Stunden später haben auch wir 2017. Krass. Dieses Jahr im April ist Bergfest...

Der Neujahrestag ist hauptsächlich mit packen, frühstücken, alle nochmal drücken, ein paar Telefonate führen und Fahrt nach Frankfurt verplant. Aufbruchstimmung...

Auf der A4 sammeln wir noch unsere Coburger Myanmar Bekanntschaft auf und keine 2,5 Stunden später versuche ich die Mehrwertsteuer der Leipziger Einkäufe am Flughafen wiederzubekommen. Gar nicht so einfach. Erst Gepäck einchecken, aber wieder mitnehmen, dann zum Zoll. Der murrt ein bisschen, als ich ihm erkläre, das ich eine Hose schon anhabe... :-)

Dann zum Global Blue und durch die Asiatenmassen kämpfen. Wobei soviel ist gar nicht los... Hat der erste Januar doch noch was für sich. Stempel hier, Stempel da, ne Stunde später werden 80 Euro auf die Kreditkarte gebucht. Ist n bisschen wie auf der chinesischen Bank, nur in die andere Richting. :-)

Der Flug fühlt sich kurzweilig an und wir schlafen / dösen tatsächlich auch die ein oder andere Stunde. Richtig lustig wird es dann aber beim ankommen, als wir zu viert, mit acht Koffern dem Taxifahrer gegenüberstehen. Der ist schon bissel am überlegen und schwitzen, wie er das wegbekommt.

Noch während er stapelt und drückt hält das nächste Taxi an, um drauf zu warten, dass er es nicht schafft. Er muss enttäuscht abziehen. Wir bekommen alles rein. Auch wenn ich beim nach hinten schauen nur Koffer und drei Köpfe dazwischen sehe... es läuft. :-)

Zuhause angekommen heizen wir die Wohnung erstmal von 13 Grad wieder etwas hoch... Aber beim auspacken unserer vier Koffer wird uns eh warm. Nicht nur von der vielen Wäsche, sondern auch ums Herz, wegen der tollen Geschenke... Bis 20 Uhr überleben wir dann noch mit nem Buch und einem vegetarischen Essen von Pure & Whole (inkl. Tofu Cheesecake), dann brechen wir im Bett zusammen... morgen Arbeiten. Na Schön...

In dem Sinne... Ein gesundes Neues Jahr euch allen. :-)

A&M

M - Nachweihnachtszeit

31Dez2016

Nach wundervollen Tagen in der Heimat und einer sehr interessanten Reise nach Freiberg ist unser weihnachtlicher Heimataufenthalt nun fast schon zuende.

An dieser Stelle Danke für die vielen tollen Geschenke, aber vor allem Danke für die Zeit, die ihr mit uns gemeinsam verbringt. Und was haben wir nicht wieder alles gelernt in den letzten Tagen. Vor allem kulinarisch...

Zum Beispiel, dass es zwar kein Sushi in Suhl, wohl aber recht passables im Rosengarten in Rochlitz gibt. Das die Freiberger Stadtwirtschaft eine super Kneipe ist, in der Essen und Getränke schmecken und auch noch die Gaststätte an sich Spaß macht. Und das ein Holundersüppchen sich doch eher als Marmelade, statt als Vorsuppe eignet. Und das Eine Domführung a'la Piet Glocke mal von den kalten Füßen abgesehen einen Riesen Spaß macht. :-)

Und es ist so schön die Familie, so viele Freunde und Lieben wiederzusehen. Wahnsinn wieviel Zeit da schon teilweise dazwischenliegt. Einige der kleinen sind plötzlich ganz schön groß und machen ganz schön Action. Oder um es in den Worten der Eltern zu sagen: "Hui, gar nix kaputtgegangen. Das war doch mal ein erfolgreicher Tag..."

Die letzen beiden Tage dieses ereignisreichen Jahres 2016 verbringen wir in Leipzig und genießen die Stadt, das Shoppen (nicht nur A hat hier ordentlich zugeschlagen) und vor allem den (fast schon traditionellen) alkoholfreien Neujahrssekt gemeinsam mit Freunden.

Wenn ich daran denke, dass wir morgen wieder im Flugzeug sitzen, wird mir mulmig. Nach zwei Wochen Deutschland hat man so ein kleines bisschen vom alten Leben wieder. Und morgen in Frankfurt geben wir es wieder ab...

Das wird mir erst so richtig bewusst, als wir beim Shoppen nach dem Taxfree fragen. "Achso", sagt die nette Verkäuferin, "ihr seid aus der Schweiz." Wir schütteln den Kopf, nee China, Shanghai. Das Mädel könnte jetzt glatt ne Brille gebrauchen, um zu verhindern, das die Augen nicht rausfallen... China, das ist ja krass und kann sie sich gar nicht vorstellen. Wir schon und ganz nebenbei stellen wir fest, das in ihrem Laden die chinesische EC Karte funktioniert. Cool. Ich zeig ihr das Zeichen von Unionpay. "Klebt das an die Tür, dann kommen lauter Chinesen auf kaufen bei euch ein..." empfehlen wir. Sie lacht und schreibt es sich auf. Ich bin gespannt. Wir shoppen weiter, beim nächsten Taxfree: "Ach, ihr seid aus der Schweiz." Ähm, nein... 

Es gibt nix zu rütteln, morgen gehts zurück nach China und trotzdem freu ich mich tierisch auf 2017. Auf weitere Reisen, auf Besuch bei uns in Shanghai, auf unsere Eltern und auch schon die nächsten Heimreisen, bei denen wir wieder wie die Omas staunen: "Hach sind die groß geworden." Ich freu mich auch auf das Essen, die neuen Herausforderungen, die Aufregung neues zu probieren und so vieles mehr. Es wird sicherlich kein langweiliges, sondern ein großartiges Jahr 2017.

An der Stelle (zeitlich) ist es jetzt allerdings soweit. Frohes Neues Jahr an die in Shanghai gebliebenen und einen guten Rutsch an alle, die sich eher in europäischen Gefilden rumtreiben... Bis nächstes Jahr... :-)

M - Vorweihnachtszeit

23Dez2016

Unsere vorweihnachtliche Stippvisite in Coburg ist nun auch schon fast Tradition, nachdem es schon das zweite Mal ist, das wir vor unserem Weihnachten in Familie noch mal Vorweihnachten mit Freunden auf dem Coburger Weihnachtsmarkt feiern.

Schon das Frühstück am Sonntag im Feiler fühlt sich so an, als ob wir gar nicht so weit weg wohnen und trotzdem ist es krass mit Freunden am Tisch zu sitzen, die uns erst vor kurzem in Shanghai besucht haben, und mit Freunden die nächstes Jahr zu Besuch kommen. Ja, es hat sich doch einiges verändert.

Am Abend sind wir im Ursprung in Wartenfels und genießen mit unserer Dinnergruppe ein Festmal in 5 Gängen. Essen können wir halt einfach. Und auch der halbe Hummer der auf dem Steak liegt schreckt mich nach den Krabben nicht mehr ab. :-) Nebenbei rieselt Schnee aus der Dunkelheit und irgendwie ist es jetzt wirklich Zeit für die Feiertage.

Als wir uns im Laufe der Woche mehrfach mit Tänzern, Freunden und sogar Shanghainesen auf dem Weihnschtsmarkt treffen, ist die erste Aktion doch irgendwie eine Coburger Rostbratwurst. Ist wohl vom Shanghai Center noch irgendwie in den Gehirnwindungen hängengeblieben. :-)

In unserem Hotel stapeln sich derweil die Geschenke und wir machen uns ans einpacken. Ich hab tolles Glitzerpapier gekauft. Irgendwie schon ein bisschen chinesisch. Als ich dann mit Klebeband fixieren will - hält nicht. Och nö... was? Ahja, made in China. Da sind wir wieder. Irgendwas ist immer. :-)

Kurz bevor wir uns dann auf den Heimweg machen fängt uns eine Kollegin ganz aufgeregt ab. Wir sind im Coburger Magazin Dezember / Januar. Mit unseren Hochzeitsbildern. Cool. Danke Sebastian Buff für diesen tollen Moment. Außerdem hätte ich nicht gedacht, dass zwei Sachsen aus Shanghai es mal ins Coburger Magazin schaffen...

Als wir dann endlich auf dem Weg in die Heimat sind verlassen wir plötzlich die neblig graue Welt die uns die letze Woche in Coburg begleitet hat und blauer Himmel mit Sonnenschein empfängt uns im "Osten..." Wow, dazu läuft bei Jump irgendwas mit "es reißt der Himmel auf". Tja, die Macht der Musik.

Jetzt machen wir aber erstmal Weihnachten und ein bisschen Pause.

Wir wünschen euch allen ein wundervolles Weihnachtsfest und ein paar besinnliche und erholsame Tage.

Viele Grüße

A&M

A&M – Ein Jahr Shanghai / Jahres-End-Zeit-Figur in Sicht...

17Dez2016

Nachdem ich nun schon ein paarmal meinen, selbst aus Deutschland importierten, Adventskalender aufgemacht hab und mittlerweile Schwibbogen, Pyramide und die vierte Kerze schon wieder auf dem Tisch stehen fällt mir siedend heiß ein: Ach ja, ich wollte doch noch ein Jahr zurückblicken. Ach und ein neues Bild für den Blog, ach und den Text muss ich nun auch endlich mal anpassen und, und, und…. Was ein Stress…
Warum ich das nicht schon am 3. Oktober, unserem offiziellem erstem Jahrestag, gemacht habe? Keine Zeit. Wir kommen vor lauter Urlaub, Arbeit, Zerstreuung und Transportwegen kaum dazu uns mal Gedanken zu machen, wie man das letzte Jahr eigentlich zusammenfassen würde. Aber genau dafür ist ja die besinnliche Weihnachtszeit (und 12 Stunden Flug) ideal.

Die stärkste Erinnerung kam  dieses Jahr beim neunten Weihnachtstürchen. Zack, plötzlich kann ich mich sehr gut an unser „Weihnachten“ letztes Jahr am 9. Dezember erinnern. Als wir nach nervenaufreibenden Diskussionen und ständig kalten Füssen endlich unsere Luftfracht in den Händen hielten. Mit Rasierwasser, Kaffee und Winterschuhen Größe 45. Krass wie wichtig manche Sachen plötzlich sind.

Dieses Jahr haben wir das Visum Thema deutlich besser hinbekommen. Unserem (neuem) Personalbetreuer und frühzeitiger Planung sei Dank.

Und plötzlich rieseln sie wie Schnee aus dem Nichts, all die schönen oder zumindest intensiven Erinnerungen an ein Jahr Shanghai. Die Diskussionen mit dem Wassermann und seinen Möpsen. Der kälteste Winter seit 30 Jahren, der nur von unserem atemberaubenden -28Grad Erlebnissen in Harbin getoppt werden konnte. Der Abstecher nach Myanmar mit T&M; die „Städtereise“ mit 5 Millionen Chinesen zum GuCun Park. Die vielen Restaurants, Nachtische und Menschen, die wir kennengelernt und wiedergesehen haben. Wie uns schwedische Bergsteigerei, Yunnan und „Pärchenurlaub“ in Japan beeindruckt haben. 

Faszinierend wie wir immer mehr in Asien abtauchen um festzustellen, dass eben nicht alles gleich ist. Das China eben nicht das Land des Lächels, tatsächlich eher das Land der Mitte ist. Das Japan definitiv das Land der aufgehenden Sonne, Myanmar aber hauptsächlich das Land des Glaubens ist. Das man in China 4 Stunden fliegen kann und immer noch der chinesische Mobilfunkanbieter seinen Dienst meldet. Dass es aber nur 1,5 Stunden Flug dauert, um Koreanisches BBQ zu genießen. Wir haben auch gelernt, das Garantiefälle sehr kurz, oder aber sehr lang dauern können, man aber immer eine „gute Fee“ haben sollte, die einen hier und da unterstützen kann. 

Was wir auch gelernt haben ist, dass Sport gar nicht sooo wichtig ist, aber man mit Sherpa schnell mal ein vietnamesisches Abendbrot auf den heimischen Stubentisch zaubert. Auch interessant war, dass man sich in Shanghai mit einem DianPingChe nur noch alleine fortbewegen, allerdings zu zweit mit der U-Bahn binnen einer Stunde Fahrt in "Italien", "England" oder "Spanien" sein kann.

Und wir haben gelernt, was "soft opening", "Foodmall", "ChaBuDou" und "TIC" bedeutet. Begriffe ohne die man hier vermutlich nicht überlebt. Und hinter jedem stehen eigene Geschichten.

Auch das Shanghai am Meer liegt, wir uns aber immer noch nicht auf den 2 Stunden Weg dahin gemacht haben ist erstaunlich. Schließlich wollten wir doch schon immer mal am Meer wohnen.

Mir fällt auch auf, dass wir das Versprechen im Einleitungstext bzgl. Essen einhalten konnten. Den Blog kann man ohne weiteres als Restaurantfüherer empfehlen. Sogar über die Grenzen von Shanghai hinaus.

Unsere Idee zum Tango Argentino hat allerdings nicht so richtig eingeschlagen. Dafür haben wir es geschafft den Kizomba für uns zu entdecken. Wenn ich darüber nachdenke ist es glaube ich die „Macht der Musik“ die uns hier viele Momente schenkt. Im Alltag, im Jazzclub, genauso wie beim Tanzunterricht. Und vielleicht ist es auch die Abwesenheit des Tango Noevo und Elektrotango, die uns davon abhält ganz viel Geld in die Tangoschule um die Ecke zu investieren. Trotzdem leuchtet jeden Mittwoch LANs Milonga im Kalender auf, die wir bei Gelegenheit auch besuchen um nicht völlig einzurosten.

Irgendwie lässt sich das Jahr tatsächlich ziemlich einfach in wenigen Stichpunkten zusammenfassen.

- Wir haben unglaublich viel gelacht, nicht nur im KungfuKomedyKlub.

- Wir waren selten betrübt, und falls doch haben uns Briefe („Wenn eure Nerven mal blankliegen…“), Nachrichten, Anrufe und Bilder von Zuhause oder einfach ein „verspaßen“ im Blog uns immer schnell wieder aufstehen lassen

- Wir sind viel rumgekommen, örtlich: in China, Japan, Myanmar, Korea, Deutschland…

- Wir sind viel rumgekommen, kulturell: mit Schweden, Mexikanern, Chinesen, Koreanern, Tschechen, Deutschen, Chilenen, Franzosen, Spaniern, Italienern…sogar gebürtige Coburger (ja die gibt’s wirklich) haben wir im chinesischen Hinterland getroffen.

- wir sind viel rumgekommen, kulinarisch: und dabei haben wir sehr viel gegessen… fast immer lecker, sehr abwechslungsreich und manchmal auch weit außerhalb der Komfortzone (lebende Tintenfische, Bienenlarven, Wollhandkrabben, Quallensuppe, Hühnerfüße, Schweinsohren …)

Und wenn es für uns ein Motto für China geben soll, dann wäre es: "Irgendwas ist immer."

Dieser "deutsche Jammersatz" findet in Deutschland keine Berechtigung mehr, wenn man mal in China gelebt hat. Ob es Einfachverglasung im Winter, der laufende Wasserhahn, das Internet, die Luft, der Verkehr, die Putzis, die was vergessen oder das Erscheinungsbild zwei Wochen alter Gebäude ist. Irgendwas ist immer, weil eben "chabudoule" bei 80% aufhört und wir daher immer das Gefühl haben, da fehlt doch was...

Vielleicht finden wir das ja im nächsten Jahr, alternativ gewöhnen wir uns einfach dran. Mittlerweile ist dieser Satz eh schon eher mit einem Lachen als Running Gag verbunden. :-)

Da wir nun einen neuen Einleitungstext haben, hier nochmal der, der uns seit 29. September 2015 begleitet hat:

 Wir, die Engelbergs, haben uns entschieden für drei Jahre ins Paris des Ostens zu gehen. Hier an dieser Stelle werden wir euch über unsere Erfahrungen in Shanghai berichten. Noch glauben wir geht es um den Tango, das Essen und das Leben unter knapp 1,4 Milliarden 中国人. Mal sehen was wir in den drei Jahren wirklich erzählen...

Dabei gilt:

A - Sie erzählt

M - Er erzählt

Viel Spass beim Lesen... A&M :) 

Mit diesem Bild:
 

Für das neue Bild  danke ich meinem Chef und seinem neuen fliegendem Spielzeug. :-)

Und was an dieser Stelle nicht fehlen darf:

Dieser Blog lebt davon gelesen zu werden, dass ihr uns zuhört, das ihr unsere Erlebnisse teilt. 

Das ist die Besuchsstatisitik fürs erste Jahr:

 

Und wir sind so stolz auf euch, dass ihr durchgehalten habt und wir fast konstant 1000 Aufrufe pro Monat haben. Und das wir eine beeindruckende Zahl an Kommentaren haben. (Immer noch Platz 1 bei Auslandsblog.de)

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für euer Interesse und Unterstützung…

Wir freuen uns auf das nächste spannende Jahr China mit euch gemeinsam.

Besonders freuen wir uns auf viele Besucher aus Deutschland in unserer neuen Wahlheimat. 

Wer noch nicht für 2017 geplant hat: Denkt dran, wenn ihr über Shanghai z.B. nach Thailand fliegt, dürft ihr 6 Tage ohne Visum in Shanghai bleiben. Und unser Gästezimmer nimmt euch gerne auf...

Bis dahin wünschen wir eine besinnliche Weihnachtszeit und senden viele Grüße aus dem russischen Hinterland irgendwo zwischen Shanghai und Frankfurt. :-)

A&M

M - Bin ich froh...

16Dez2016

... das wir sehr weit unten wohnen. Warum?

Ganz einfach: Beim Heimkommen heute: Rohrbruch im Compound, alle Fahrstühle ausgefallen, nur noch ganz wenig Wasser steht zur Verfügung. Je höher desto weniger.

Als ich also mit meinem Abendbrot nach ein paar Treppen in unserer Wohnung ankomme tuen mir jetzt schon die aus dem 32. Stock leid.

Hoffentlich haben sie das wieder im Griff, wenn wir mit unseren Koffern voller Weihnachtsgeschenke fluchtartig den Compound verlassen wollen. Falls nicht, es könnte schlimmer sein. Zum Beispiel 32. Stock. :-)

M - Ode an die hässliche Orange

14Dez2016

Ich muss hier eine Lanze brechen, für eine Frucht, die man so vermutlich gar nicht in Deutschland findet.

Die hässliche Orange.

Den Namen hat sie natürlich nicht von ungefähr, sie ist fleckig, unförmig und sieht teilweise etwas angegammelt aus:


Ja, sie ist hässlich. Und das Foto ist schon mit "Beautyfilter" gemacht. Hilft hier auch nix mehr. Und doch ist sie die leckerste Orange, die ich je gegessen habe. Leicht zu schälen, das weiße Zeug (wie heißt das eigentlich?) ist leicht zu lösen und überhaupt nicht geschmacklich auffällig und das Fruchtfleisch ist so süß, dass man kurz vor einem Zuckerschock steht. Daher an dieser Stelle:

Die Ode an die hässliche Orange

So knittrig, faltig, fleckig und alt, schaust du aus einer Kiste raus.

In Deutschland hättest du alle Zeit, wenn hier einer kommt, dann ist es aus.

Denn hier wissen alle, was in dir steckt, in Deutschland nur jeder beim Anblick erschreckt. Die wirkliche Schönheit, im Innern du hast, und wir hättens beinahe auch noch verpasst.

Drum bist du ab jetzt bei jedem Einkauf dabei, denn spätestens im Februar ist es schon wieder vorbei. Dann findet man nichts von deiner süßen Natur, bleibt Warten aufs nächste Weihnachtsfest nur.

Naja, vielleicht muss ich das dichten auch noch bissel üben. Bis dahin Schnapp ich mir aber noch eine von den hässlichen Orangen.

M - Fränkische Köstlichkeiten...

13Dez2016

... haben wir gestern nicht probiert. Hauptsächlich weil am "Mini"-Weihnachtsmarkt am Shanghai Center schon alles so geschlossen aussah:


Dabei muss es wohl am Abend vorher so ausgesehen haben:


Und wie man unschwer am "falsch" aufgeschnittenem Brltchen erkennen kann gibt's hier tatsächlich so etwas wie eine Coburger Bratwurst.

Allerdings macht mich die Auswahl trotzdem stutzig:


Weil die wirkliche originale auf Tannenzapfen gegrillte ist nicht mit dabei. Na vielleicht ist an dieser Stelle der Import der Tannenzapfen auch einfach zu teuer, wenn man für eine Rostbratwuest nur 3-4 Euro hinblättert.

Wir probieren das dann vielleicht lieber kurz vor Weihnachten nochmal. In Coburg, mit dem Original. :-)

M - your own personal shopper...

12Dez2016

Ganz so religiös wie Depeche Mode wollte ich es dann doch nicht aufziehen, doch was A über einen Kollegen letzte Woche in Shanghai erreicht hat haut mich selbst nach einem Jahr China aus den Socken.

Vielleicht an der Stelle nochmal übersetzt mit ganz vielen Grüßen an die Großeltern: "dein eigener, persönlicher, Einkäufer"

Naja, prinzipiell ist es ja nicht ungewöhnlich, das man sich in China Dienstleistungen eher leisten kann. Wir haben Putzis, bestellen essen bei Sherpa, für alles gibt es einen eigenen "Engineer" und wenn wir was brauchen funktioniert TaoBao analog Amazon in Deutschland. Was man aber in Deutschland nicht hat, sind Fake Märkte. Zumindest wüsste ich nicht wo... :-)

Auf jedenfall ist für uns der Fakemarket immer Stress. 

    1. zuviele Leute, die was verkaufen wollen und dich ("do you want a watch") anquatschten

 

    1. Einfach keine Ruhe beim schauen in den Läden, wenn nicht gerade zwei drei Inder den Ladenbesitzer an die Wand handeln

 

    1. Immer das Gefühl schlecht verhandelt zu haben, weil die Inder immer nur mit einem Schein bezahlen, egal wieviel sie kaufen.

 

    1. Und leider keine Ahnung, woran man wirklich die Qualität zB einer Uhr erkennt. Bei Sachen, Taschen und Schuhen kann A und bei Technik kann ich zumindest ein bisschen mitreden.



Aber mal zum Anfang. A hat von nem Kollegen die Lösung aller 4 Probleme per Wechat bekommen. Wir haben einen Fakemarkt-Führer. Nicht das wir einen brauchen, aber jetzt isser halt da. Und alleine schon für den Blog müssen wir den natürlich auch ausprobieren. :-)

Wie funktioniert es also: Man schickt das Bild eines begehrten Gegenstandes an das Mädel und sie meldet sich mit Verfügbarkeit und Preis zurück. Das kann alles mögliche sein, aber natürlich sollten es Dinge sein, die man auf einem Fakemarket erwarten würde.

Wir machen den Test: Das Bild einer Markenuhr und eines Markentuches schicken wir durch. "Hat sie!" kommt keine Stunde später zurück und wir machen uns auf den Weg nach PuDong.

Dort holt sie uns von der U-Bahn ab und erklärt uns, das sie hier ein Geschäfft ohne Fake ware hat. Ok, und wie...?

Weiter komm ich mit denken nicht, da fetzt das Mädel zielstrebig durch die Gänge und zum Schluss stehen wir hinter einer Geheimtür in einem Regal in einer Nische mit Uhren. Sie verhandelt und drückt. Die Billigkopie knapp 15 Euro, die gute um die 75. Die in der "Mitte" hat er nicht da. Ok, gut zu wissen.

Wir Fetzen weiter durch den Markt, plötzlich geht's in einen Laden, der schon geschlossen hat. Hä? Im Dunkeln sitzt ein Chinese, nur dessen Gesicht wird vom Wechat des Handys beleuchtet. Er drück einen Knopf, eine Geheimtür springt auf. Dahinter: Uhren und Taschen recht bekannter Marken. An den Preisen ändert sich Dank unserer Begleiterin nix mehr. Es bleibt im Rahmen, den sie im Chat vorher abgesteckt hat. Und das verstehen wir sogar auf chinesisch, wenn sie entsprechend Nachverhandelt. Trotzdem bleiben wir skeptisch. Naja, halt doch deutsch. :-)

Zack zum nächsten Laden. Aus schwarzen Tüten werden Bunte Tücher gezerrt. Sie erklärt uns Qualtätsunterschiede und die sind auch für A einleuchtend. Wow. Wir sind noch nie so stressfrei durch den Fakemarkt durch.

Alle 4 Problemstellungen löst sie für uns:

    1. Wenn sie mit dabei ist, spricht uns keiner an.

 

    1. Sie beschäftigt den Verkäufer schon mit Smalltalk und Verhandlungen, Sodass wir in Ruhe schauen können.

 

    1. Durch den vorher abgesteckten Preisrahmen kann man nicht "falsch" verhandeln. Prinzipiell haben wir diesmal nicht einen Mondpreis gehört. Und wenn ich das jetzt richtig einschätze hat unsere  Shopperin knapp 15% Marge, das ist weniger als die Mehrwertsteuer. :-)

 

    1. Und sie macht zumindest den Eindruck als kann sie Qualitätsstufen bei Sachen unterscheiden, die wir nicht unterscheiden können, auch wenn das zu überprüfen schwierig ist.



Ob wir überhaupt was erstanden haben, lasse ich hier mal offen.

Unsere shopperin winkt uns trotzdem noch ein bisschen hinterher und sagt: Wenn ihr was braucht: Tasche, Technik, Tücher - einfach Bild an mich, ich kümmere mich drum. Auch mit Garantie. Wenns kaputt ist tausch ich es für euch um... 

OK. Nicht schlecht so ein Personal Shopper...

M - der neue Rimow..., ach nee, DreamTraveler

11Dez2016

Wir haben noch bissel bei TaoBao geschoppt, und dabei soviele Weihnachtsgeschenke gefunden, das wir festgestellt haben, das wir mit den Koffern wohl nicht hinkommen. Außerdem brauchen wir schon lange einen etwas kleineren von diesen Hartschalenkoffern. Die deutsche Ingenieurskunst ist in Deutschland schon sehr teuer und hier unbezahlbar. 

Also schauen wir doch mal, wer am besten in China diese kopiert hat. Klick. 500RMB (75 Euro) und einen Tag später steht das im Wohnzimmer:


Ein wirklich schicker Koffer, der einen sehr robusten Eindruck macht. Einzig der Teleskopgriff erscheint mir etwas minderwertiger als beim Original daneben. Allerdings hat mich A schon drauf hingewiesen, das es da auch Ersatzteilkits bei Taoobao gibt. Aha... :-)

Im Inneren finden wir das beste von den Deutschen und sogar von den japanischen MuJi - Koffern. Stauraum, Rückhalte und Ordnungssysteme machen auf den ersten Blick einen sinnhaften Eindruck.

Wirklich schmunzeln müssen wir bei dem was noch so aus dem Karton rauskommt. Es sind sogar ein regenbogenfarbenes Kofferband und ein ordentlicher Packen Aufkleber mit dabei. Damit kann man den sehr schön individualisieren. A geht auch gleich ans Werk. Vorher natürlich die typisch chinesische Schutzfolie entfernen. Die ist wie eine Folientasche für den Koffer. Braucht kein Mensch. Das was auf ihn zukommt muss der Koffer auch ohne Schutzfolie aushalten.

Die wirkliche Feuerprobe wird er aber in den nächsten Monaten erst noch bestehen müssen. Wir sind gespannt. :-)

M - Bankdrücken die 2te...

10Dez2016

Da bin ich wieder... auf der Bank um meine neue EC Karte abzuholen, und natürlich noch schnell bissel Geld nach Europa zu schicken. 

Beim reinkommen seh ich schon, der Kollege vom letzten Mal ist nicht da, naja mal sehen ob das gut oder schlecht ist. Bis ich dann allerdings an den Schalter komme vergehen fast 30 Minuten. Weil an einem Schalter zwei Rentner lautstark diskutieren  und am anderen ein vielleicht 20 jähriger Chinese mit schmutzigen Klamotten 20 Päckchen Geld aus seinem Rucksack zieht. Jedes geschätzt 50.000 RMB wert. Während die Bank die durchzählt, wird mir schlecht. Der Kerl hatte knapp 150.000 Euro einfach so im Rucksack.

Dann machts kling, ich bin dran... die Rentner haben aufgegeben und ziehen von dannen.

Die nette junge Dame lächelt mich an und fragt in gutem Englisch, was ich möchte. Ich zeige meine SMS, Sie fragt nach dem Ausweis und ich räume schonmal alle Dokumente raus, bis ich endlich den Ausweis hab. Sie schaut mich an, atmet durch. "Du willst überweisen, oder?" Ja... "OK", sagt sie und lässt nen dritten Schalter besetzen. Ganz schön pfiffig die Kleine...

Dann geht's wieder los. Interessanterweise nimmt die Kollegin zur Kartenregistrierung gar nicht den Chip, wegen dem ich ne neue Karte bekommen "musste", sondern den Magnetstreifen, der auch bei der alten ging. Kurz kocht es noch mal hoch, dann erklärt sie mir den Umrechnungskurs. Oh, echt? Cool. Wir bekommen 1,3% mehr Euro fürs Geld. :-)

Dann wird aufgeschrieben wieviel es denn sein darf. Immer schön aufpassen die deutsche Schreibweise der 1 ist hier eine 7! Die 1 ist eher ein I. :-)

Dann geht's los. Pass, Vertag, Steuer. Sie fragt mich was wegen dem Vertag. Hä? Beim letzen Mal war doch alles klar. 

Ich erklär ihr was ich dazu weiß, geb ihr noch die Arbeitserlaubnis, ne Unterschrift und schon kommt die SMS. Geld getauscht. Was?

Da verstehe ich es langsam. Der andere Kollege hat immer alles mit der Chefin besprochen, und fast nie was gefragt. Sie fragt einfach und (Überraschung!) das scheint deutlich effektiver zu sein. :-)

Schon steh ich am Terminal und geb Überweisungsdaten ein. Nochmal 10 Minuten warten während ne Familie Geld auszahlt und Zack - Foto - Pin - Unterschrift - fertig. Was? Unter ner Stunde? Und noch knapp 30 Minuten Warten drin?? Schade das ich mir chinesische Namen so schlecht merken kann. Sonst würde ich nächstes Jahr mal nach ihr Fragen. :-)

Das beste heute ist allerdings: die Überweisung von letzer Woche ist schon da. Das heißt es sollte auch heute alles klappen. Jetzt kömmer in Deutschland ordentlich Geschenke schoppen. :-)

A&M - getrennte Abendgestaltung

09Dez2016

Während ich mich gestern schon 16:30 mit der Metro von der Arbeit abgesetzt habe ist A "noch bissel geblieben".

Warum? Wir haben eine getrennte Abendgestaltung. Während ich mich knapp 1 Stunde 15 Minuten in die Metro stelle um zum Bund zu kommen, bereitet sich A wiedermal auf einen Besuch beim DCS (dt. Club Shanghai) vor.

Ich treff beim Bund einen Kunden, der selbst schon ein paar Monate in Shanghai gelebt hat und bring ihm mal die Köstlichkeiten von Yunnan näher.

A trifft sich mit einer Deutschen Neuankömmling(in??- ist das die weibliche Form??) um mal das deutsche Netzwerk auszubauen. Dabei kommt wieder erstaunliches zu Tage. Unser Neuankömmling ist Kanadisch verheiratet und eher Abenteuerin.

Sie kann sogar schon etwas chinesisch, da sie aktuell einen CrashKurs besucht. Nur lernt sie dabei halt nicht, das viele hier Shanghainese sprechen.

Auf ihr "wo yao yi pin piju", was ein Bier bitte heißt, kommt kein Bier sondern eher ein rausgepresstes "ZinnMä?" Verwunderung auf beiden Seiten. Sie: "ähh bier?" Die Kellnerin spukt fast schon das "ZinnMä?" übern Tisch. A greift ein, das ist Shanghainese, heißt "ShenMe?" Und bedeutet: welche Sorte?

Erleichterung beim Neuankömmling und wenige Minuten später ein bayerisches Weißbier auf dem Tisch. Ja, das shanghainese ist irgendwie eher hinspucktes, unfreundlich klingendes Chinesisch. Man erkennt es an vielen Laaaaaahhhh's am Ende der Sätze. Es ist so bisschen wie das Fränkisch, das in Bamberg auf den Kellern gesprochen wird.

Als wir mit Freunden mal eine Kellertour machten, war es recht kalt und A fragte nach einem Kaffe oder Kakao. Die fränkisch freundlich hingespuckte Antwort der Bedienung war: "Koffä? Nee, simma hia a Café oda was?"

Irgendwie hat Shanghai dann doch was von unserer ersten Wahlheimat. Und wir zwei hatten uns abends viel zu erzählen. Über Yunnan, fränkisch shanghainesische Freundlichkeit und neue Bekannte...

M - "Weihnacht"

05Dez2016

Weihnachten beginnt dieses Jahr mit Sankt Lucia. Das ist wie letztes Jahr am Shanghai Center nur diesmal in einer Kirche. Wenn das so weitergeht wird das schwedische Luciafest noch Teil unserer Weihnachstbräuche. Vielleicht schmeißen wir dann auch im Januar Weihnachtsbäume aus dem Fester.

Die Kirche ist direkt um die Ecke und als wir eintreten, ist es auf einmal gar nicht mehr wie China. Als ob man sich über 10000 km teleportiert hat.


Blonde Menschen überall, die auf der Bühne sogar mit weißen Gewändern und fast schon engelsgleich. Als es losgeht und sich Klavier, Geige und Gesang ins Kirchenschiff tasten hab ich Gänsehaut. Weihnachten, wir kommen. Auch wenn wir (fast) kein Wort verstehen, hindert das schwedisch nix an der Stimmung. Toll. 



Danach treten wir durch den weiß bekleideten und beherztem Chor nach draußen während er "Santa Lucia" singt. Zack, Gänsehaut. Die Macht der Musik. Dann springt mir eine blonde ältere Frau ins Sichtfeld: "Där borta finns det glögg." Was? Irgendwas mit glögg? Ah da drüben... kostenlos Glühwein. Toll. :-)

Wir treffen noch ein paar Mitarbeiter einer großen schwedischen Automarke in chinesischem Besitz und sammeln langsam unsere Gruppe fürs Dinner zusammen.
Multikulti erreicht ein neues Level: Deutschland, Schweden und jetzt auch Chile. Im Sprachmix nimmt jetzt auch Spanisch mit Einzug. Es wir kompliziert. :-)

Macht aber nix, da wir im Hunan House unsere Speisen auf Chinesisch ordern. Läuft... 

Noch nen Wein mit dazu, der Samstag klingt schön langsam aus. Selbst die "Strapazen" der Bank sind fast vergessen, als wir satt, zufrieden und weihnachtlich aufgeladen zuhause den Schwibbogen und die Jahresendzeitfigur mit der Guitarre (auch Udo genannt) rausholen...
Am Sonntag ist der zweite Advent und auch wenn unser Kizomba nicht so Weihnachtlich anmutet, wir machen uns danach auf den Weg zum:


Letztes Jahr war der noch in der Fränzösischen Konzession. Leider hat der Paulaner da zugemacht, sodass wir auf dem Expogelände dieses Jahr unseren Glühwein versuchen müssen:



Zwar einiges zu fahren und laufen von uns aus, und nicht ganz so gemütlich, wie letztes Jahr in dem Garten, aber trotzdem ganz nett und auch die Thüringer bzw. Nürnberger Bratwürste tragen zum Heimatgefühl bei. Der Glühwein ist nicht schlecht und so verbringen wir ein paar schöne Stunden mit Freunden im "Paulaner" in Shanghai.

Zuhause angekommen, wird noch die Spotify Weihnachtsplaylist rausgekramt und Weihnachtslieder gehört. Was ein toller 2. Advent.

Noch ein Nachtrag, da unsere schwedischen Freunde einfach mal herausragend schöne Bilder vom Lucia Fest gemacht haben, das kommt mit der Handykamera einfach nicht rüber...

M - Bankdrücken...

04Dez2016

Das Jahr geht zuende, und wir sitzen auf der Bank. Also nicht auf der Parkbank, sondern auf der "China Merchants Bank".Warum? Naja, ganz einfach. Es gibt neue Regularien in China, die Geldabheben im Ausland auf kleine vierstellige Beträge pro Jahr beschränken. 

Das bedeutet, nachdem ich in Deutschland, Japan, Korea, Myanmar usw. Geld abgehoben habe, kann ichdieses Jahr nur noch in China Geld abheben. Die Karte ist auf dem Rest der Welt tot...

Also müssen wir in den sauren Apfel beißen, auf zur Bank und Geld nach Deutschland überweisen. Auch das ist nämlich pro Jahr begrenzt, und wenn wir das jetzt nicht machen, dann reicht der "Freibetrag" vermutlich nächstes Jahr nicht. 

Von Kollegen wissen wir, was wir brauchen: Pass; Arbeitserlaubnis; Arbeitsvertrag; Steuerbescheide, die nachweißen, das man das Geld auch versteuert hat und Zeit. 

Auf zu Bank, Nummer ziehen und 30 Minuten warten. Als wir dann dran sind, dauert es nochmal 5 Minuten, bis ich den ganzen Stapel Papiere, Ausweis und meine EC - Karte drüben habe. Wir schauen erwartungsvoll. Knapp 25 Minuten vergehen, während er den Pass anschaut, den Vertrag durchschaut, die Unterschriften abgleicht, die Steuer anschaut, eine Kollegin holt, die Unterschriften abgleicht, den Vertrag anschaut, den Pass anschaut, die Kollegin abgleicht, ach ne, das doch nicht. Ah, jetzt tut sich was.
Er schaut mich an und erklärt mir: "Geht nicht!"

Was? Warum?

"Deine EC Karte ist kaputt."

Aber die geht doch ohne Probleme am Automaten!

"Ja, aber ist kaputt. Chip. Ohne Chip, nix überweisen. "

Ähm... im Geschäft Bezahlen geht doch au...

Er nimmt ne Schere und schneidet ein Dreieck rein. 

WAS??? Ey!!!! Spinnst...

"Du bekommst neue, nur 7 Tage."

Und wie soll ich 7 Tage... eine SMS trifft ein. - Karte wurde gelöscht, neue Karte mit gleicher Nummer kommt in ca. 7 Tagen.

Hmpf... ok, kann ich jetzt überweisen?

"Ohne Karte? Nö!"

Es wird unmerklich dunkler in meinem Sichtfeld, mit leichtem Rotstich, während ich mir sag: "ruhig bleiben, nicht aufregen, das ist China!" A stellt die Vermutung an, das der Kerl gar nicht weiß wie man überweißt. Da er aber nicht nein sagen will zerschneidet er lieber deine Karte. Ich lächel gequält.

Naja, als wir ihm erklären, dass wir die Überweisung dann von A's Konto machen ist er der, der gequält lächelt.

Nochmal der Spaß. Wir sind mittlerweile knapp unter 1,5 Stunden in der Bank, als wir A's Papiere durch das viel zu kleine Fenster knüllen. Der Rest der Prozedur verläuft identisch, nur das er die Karte diesmal gleich am Anfang checkt. Geht. Dann plötzlich nickt er, wir müssen zum Bankingterminal alle Daten in chinesisch eingeben. Zum Glück hilft uns dabei ein freundlicher Mitarbeiter, der genug English kann. Den Rest füllen wir mit Chinesisch auf.

Alles eingetragen, zurück zum Schalter. Und dann geht's erst richtig los... Kopie vom Pass, vom Visum, vom Arbeitsvertrag und die Steuer wird händisch abgezeichnet. Dann dreimal EC Kartenpasswort eingeben. Dann Foto von A, Passwort, Roter Stempel auf die Steuer, Foto von A, Kopie vom Pass, hier unterschreiben, da unterschreiben, Foto! Wir bekommen einen Zettel. Fertig. Auf die Uhr geschaut. Nur 2,5 Stunden Insgesamt. Tolle Leistung. Ob das Geld tatsächlich in Deutschland ankommt werden wir wohl erst in ein paar Tagen wissen.  Ich drück schonmal die Daumen. Und eenn wir uns jetzt nicht beeilen kommen wir noch zu spät zum "Weihnachten".

M - Australisches Federvieh....

03Dez2016

Freitag abend, diesmal in der Ubahn auf dem Weg nach hause, freuen wir uns schon aufs Wochenende. Und wie jeden Freitag abend, müssen wir weiter an unserem Restaurantführer arbeiten. Das ist Freitag abend ohne Reservierung im allgemeinem schon schwierig. Aber dazu kommt noch, dass ich mein Handy mit der revervierungsapp auf Arbeit hab liegenlassen und das Internet in der U-Bahn echt nicht so toll.... ACH mann, ok, wir fahren erstmal heim, und dann sehen wir weiter.

Apropos Internet. Es wird mittlerweile immer langsamer und schwieriger "rauszukommen". Ich kann jetzt schon nur noch selten vom Handy aus auf die Blogschreiberei zugreifen. Hoffentlich wird das nicht noch schlimmer.

Aber zurück zum Freitagabend. Zuhause Taschen in die Ecke, BonApp gecheckt, auf nach Luwan. LuWas? Luwan. Das ist ein Gebiet südlich von Xintiandi (das mit der besinnlichen Weihnachtsperformance) und da ist echt nicht viel los. Zumindest ensteht der Eindruck als wir von Xintiandi aus nach süden laufen und für einen Freitag Abend untypisch wenige Menschen treffen.

Als wir dann endlich am "Kakadu" ankommen seiht das eher nach ner Bar, als nem Restaurant aus. Die Bedienung geleitet uns aber in sehr gutem English schnell in den Restaurantbereich, der wirklich gemütlich und ansprechend ist. Bestellt hab ich das:



Scotch Fillet Steak mit Kartoffelmuß und Rucolasalat. Und ich muss sagen, ein herausragendes Steak. Da läuft sogar der Argentinier in Jing An hinterher. Die "Süsse Knoblauch Sauce" ist dabei der absolute hit. Ganz nebenbei schlürfen wir alkoholfreie Cocktails, die auch sehr gut sind und werden regelmässig von Geräuschausbrüchen einer australischen Geburtstagsparty überrascht. Die sind echt laut. Ich glaube Australier fühlen sich sehr wohl in China. :)

Der leider gab es die Nachtischempfehlung des hauses nicht mehr. Daher mussten wir auf schokoladenkuchen, statt Vanille Pavlova irgendwas, setzen. War aber auch ganz gut:



Das andere hätte mich aber mehr interessiert. Und nach dem Steak, war der Schokoladenkuchen echt a bissel viel...

Was wir dann gemacht haben? Das Kakadu auf die Steak-Favoritenliste gesetzt. Vor allem an einem Freitag abend kann man es sich hier wirklich gutgehen lassen.

Auf dem Heimweg ist mir das erste mal dieses Schild in der U-Bahn aufgefallen:



Alles was man nicht darf. zum indest hab ich als deutscher die roten kreise mit den Strichen durch schon immer so verstanden. An aber mindestens 70% der Dinge hält sich kein Mensch. Vielleicht manchmal, sogar nicht mal wir, nach einem Jahr in China. Wirklich Lachen musste ich allerdings bei dem Punkt links unten: "Nicht vor oder nach einer Rolltreppe stehen bleiben" Wer macht denn sowas? :-)

So, jetzt mach ich mal das dritte türchen des deutschen Adventskalenders auf und freu mich wie ein Kind... noch wenige Tage, dann ist Weihnachten. Und dann freu ich mich nochmal. Weil mein 5 Euro Milka Weihnachtskalender kostet hier 170RMB, das sind 24 Euro.

Dafür bekommt man mehr als einen Cocktail im Kakadu. Hm... ich hab schon wieder Appetit auf Steak...

M - Personalentwicklung in der U- Bahn

01Dez2016

Heute muss ich zweimal hinschauen, weil ich es kaum glauben kann. Das Mädel kenn ich doch... *grübel*

Als wir vor einem Jahr anfingen mit der U-Bahn zu fahren und den Automatismus einzuschleifen, der uns heute blind und ohne bewusste Hirnaktivität durch die Tunnel und Züge führt, stand ein kleines chinesisches Mädel immer an unserem Zugeingang der Nummer 2. Sie hat aller 3 Minuten ins Micro geflüstert, das der Zug einfährt, bzw. die Türen sich schließen. Ob sie die Menschenmassen morgens um Acht allerdings hätte aufhalten können, daran Zweifel ich stark. Nach 2 Monaten war sie weg und man denkt noch kurz: Oh aufgestiegen, oder besseren Job gefunden, oder strafversetzt oder oder oder.

Jetzt, 1 Jahr später, taucht das selbe Mädel an der Linie 11 auf und macht den selben Job wie zuvor. Jetzt plötzlich stellen sich ganz andere Fragen: Ist die Personalentwicklung der U-Bahngesellschaft echt so einfach? Fang an der 1 oder 2 an und nach nem Jahr stehst du an der 11? Und was passiert das nächste Jahr, wenn es doch nur 13 Linien gibt. Oder ist das der wahre Grund, warum Linie 14/15/16/17 schon im Bau sind. Fragen über Fragen. Ich glaube ich mach mir zuviele Gedanken...

M - surrealer Fotorealismus

29Nov2016

Der Pizzaexpress in der Cloud 9 ist für uns immer eine feste Größe, wenn es einfach mal eine gute, crosse und dünne Pizza sein muss. 

So wie heute, als schon das Mittagessen für uns beide etwas zu reislastig ausfällt und die Stauwarterei im Bus unseren Heißhunger langsam aber sicher anfeuert wie Holzscheite in einem Steinofen.

Also, raus ausm Bus, rein in die Shoppingmall, ab in den 7. Stock und Pizza bestellt. :-)
Wie immer war die Pizza sehr gut, und, wie sehr selten, es gab diesmal keinen Nachtisch. Dafür hab ich einen lustig bunten Drink bestellt, der auf dem Foto so absurd aussah, das sie den nicht hinbekommen können. Mal abgesehen, das mich die Kombination Drachenfrucht, Möhre, Cocosmilch, Zitrone und Kiwi interessiert hat. 

Gestern hatten wir nämlich zum Abendbrot endlich mal wieder unseren Shaker ausgepackt und uns Drachenfrucht, Apfel und gelbe Kiwi zu einer ordentlichen Vitaminbombe gemixt. Die haben wir dann gemütlich auf der Couch zu "Mr. Nobody" getrunken. Der Film ist übrigens sehr empfehlenswert.

Aber zurück zum Pizzaexpress. Das kommt 5 Minuten später am Tisch an:


Sieht nicht aus wie auf dem Foto? Denkste... der Drink sieht H-genau so aus wie auf dem Foto. Das gibt es nicht. Ganz schön fotorealistisch. Und auch noch sehr lecker...

M - Weihnachts-Dubstep

27Nov2016

Mit meiner Erkältung und einem ordentlichem Jetlag schlepp ich mich gestern noch durch den Nachmittag, bis es an der Zeit ist sich ein Plätzchen fürs Abendbrot zu suchen.

Mit Freunden treffen wir uns zu diesem Zwecke erstmal in Xintiandi, weil da finden wir auf jedenfall was zu essen... Überall hängen Plakate mit "Weihnachten in Xintiandi" und ja, ich hab Mantel, Mütze, Schal und Handschuhe an. Trotzdem ist es frisch. Dabei sind immer noch 8 grad, aber die ziehen halt mit der Luftfeuchte direkt auf die Haut durch.

Daher treffen wir die richtige Wahl mit dem El Lunchador als feurigen Mexikaner. Die Fajitas und Burritos sind schon net schlecht, aber der...


...Chili - Schokoladenkuchen brennt mir fast vollständig die Viren und Bakterien aus dem Hals. Und ganz nebenbei heizt er mich ausreichend auf um mich wieder nach draußen zu begeben. :-)

Dort finden wir das hier:


Eine moderne Interpretation eines Weihnachtsbaums. Und wie so üblich in China blinkert und blitzt er ausreichend um jede Großraum-Dikothek auszustechen. Am besten dabei ist aber die gewählte musikalische Untermalung. Statt Weihnachtsliedern schmettert der Baum uns Drum&Base und Dubstep um die Ohren. Na jetzt wirds aber echt besinnlich... :-)

M - Zusammenfassung...

25Nov2016

Was für eine Woche... Nach Korea am Sonntag früh mit meinem ShiFu ab an den Flughafen, Deutschland, ich komme.

Um genau zu sein komme ich in Shanghai wegen erhöhtem Flugverkehr mit ner Stunde Verspätung weg, und lande nochmal ne extra Stunde später. Gegenwind... Na der muss ordentlich gepustet haben. :-)

So ist es nicht verwunderlich, dass ich, nach Vollsperrung auf der A7, 23:30 endlich in Coburg aufschlag und Montag früh wieder 7:00 Uhr leicht übermüdet in der Zentrale sitz. Was dann kommt kann man fast als einen Termin über 4 Tage beschreiben. Workshop hier, Abstimmung da, Treffen dort. Gut das ich am Freitag zumindest nochmal nen halben Tag hab um wenigstens mit ein paar Kollegen zu quatschen. Dazwischen natürlich einkaufen, mit den Vereinsmädels treffen, Skatspiele gewinnen und talentierte Diskussionen führen. Auch wenn es wieder sehr schön war und es super tolle Neugkeiten gab, ich fühl mich  ein bisschen ausgebrannt als mich am Flughafen Frankfurt dann eine Werbung einer Deutschen Bank überrascht. "Wir sind da wo du bist." Steht drauf und abgebildet ist ein Jogger am Bund im "nebligen" Shanghai. Ok, dann weiß ich schonmal, das ich nicht bei der Bank bin. Joggen wäre nämlich mit der Luft gesundheitlich kritisch. Shanghai bietet echt so viele Ausreden gehen Sport... :-)

Was mich auf dem Weg zum Flughafen überrascht hat ist Apple CarPlay. Das System könnte beim nächsten Auto tatsächlich zum Pflichtprogramm gehören.

  1. Plötzlich Navi mit Echtzeitdaten

  2. Man kann die Apps am großen Touchscreen wechseln und anschauen

  3. Siri ist plötzlich in deinem Auto, und da macht sie wirklich Sinn


Das Wechat dann die Verbindung unterbrochen und das gesamte Multimediasystem lahmgelegt hat, zeigt, das die Chinesen noch nicht so stark involviert sind. Aber wir haben in den nächsten 2 Jahren eh kein Auto, bis dahin können died as ja mal ausbessern.

Sonst gibt es nicht soviel neues, außer das ich mich tierisch auf zuhause freue, und auf Weihnachten wieder in Deutschland. Noch 4 Wochen. Der Weihnachtsmarkt ist schon gebucht. :-)

Ach ja, eine Neuigkeit hab ich doch noch: ich hab nen neuen Monitor...

Ja, richtig geraten. Nach drei Tagen war er schon wieder kaputt. Diesmal hab ich unsere chinesische "gute Fee" eingeschaltet und die hat den Jungs ordentlich Feuer unterm Hintern gemacht. Nach drei Telefonaten klingelt es bei uns an der Tür, der Engineer lächelt entschuldigend, packt den neuen Monitor aus, den alten ein, schließt alles entsprechend an und verschwindet wieder. Eine Rechnung wollte der auch nicht mehr sehen, soviel Spannung hat unsere Freundin da aufgebaut. Naja, schauen wir mal, ob das jetzt funktioniert. Die ersten zwei Stunden lief er schonmal sehr gut. :-)

M - Taxigeschichten

20Nov2016

In den letzten Tagen hab ich so viel mit Taxis erlebt, da lohnt es sich glatt mal einen Blogeintrag draus zu machen.

Los gehts mit meinem neuen "ShiFu", dem Taxifahrer, den ich über Didi Taxi bekommen habe um zum Korea Flug zu kommen. Er hat ja sehr grosses Interesse gehabt, sich mit mir via Wechat zu verbinden und seitdem übe ich kräftig chinesische Schriftzeichen mit meinem Handy. Fuer den Rückflug sollte ich ihm einen Tag vorher bescheidgeben, wann ich lande, er holt mich ab. Gesagt getan. Jop sachter, ich werd abgeholt.

Der Flug von Korea hat Verspätung und als wir endlich aufsetzen und Richtung Gate rollen klingelt mein Handy. Chinesisch weht mir um die Ohrmuschel und ich bekomme irgendwas mit meinem Namen raus. Was er möchte weis ich nicht. Mit TingBuDong muss ich dann auflegen, da meldet sich mein WeChat. - Der ShiFu: "Hab heute frei, ein Kollege holt dich ab." Ah ok... und wie erkenn ich den? "Er hat deinen chinesischen Namen auf einem Schild." Oh F... Wie ist denn mein Chinesischer Name? Das wird ja spannend. Plötzlich rappelt das Handy und ein etwas rundlicher Chinese grinst mich mit nem Schild in der Hand an. Der Shifu hat ein Bild geschickt. Ahja... das werd ich erkennen.

Als ich rauskomme steht er auch schon da. Mit Schild und Schlips. Cool... Ab ins Taxi und auf gehts heim. Es staut ein bisschen, was zu erwarten ist am Freitag nachmittag, und wir kommen nicht ganz so ideal vorwärts. Als das Taxameter auf 191 RMB springt. Erzählt er mir irgendwas, was ich nicht verstehe. Ich nicke nur freundlich, dann entschuldigt er sich, dass er die vereinbarten (mit wem??) 190 RMB nicht schafft. Hm? OK. Dann stoppt er plötzlich das Taxameter, gibt mir meine Rechnung über 191 RMB, zieht das Taxameter aus der Mittelkonsole und trennt es vom Strom. Alles in einem Handgriff von 2 Sekunden. Ahja, ab jetzt fahren wir zwei also schwarz. Interessant.

Nach 2 km sind wir dann daheim. Ich bezahle 190RMB, obwohl er auf mich am Flughafen gewartet hat, das Parkticket bezahl hat und eigentlich weiter gefahren ist. Wahnsinn was 5 Minuten Stromabklemmen für Spielraum gibt. Mein Versuch trinkgeld zu geben scheitert an seiner Abwehrhaltung. Ich verabschiede mich daher dankbar und sag in meinem einfachen Chinesisch gleich noch bescheid: Sonntag nach Deutschland. Geht? - "Sagt du dem Chef bescheid." sagt er. Mach ich...

Am Samstag kommt dann noch eine Story hinzu. Aktuell ist es nicht so empfehlenswert rauszugehen. Die Luftwerte sind um die 200 und ich finde man merkt das auch deutlich in Hals und Nase. Also viel zuhausebelieben und nur wenn nötig raus.

Am Abend haben wir uns dann troztdem mit einem Kumpel aus der Heimat für Kampfsport verabredet. Der KungfuKomedy Klub hat wieder einen Headliner aus USA zu besuch, und das ist meist sehenswert. Bevor wir aber da aufschalgen gehts ins MAYA um die Ecke Mexikanisch essen. Und das sehr gut. Die Hauptgerichte sind nicht gerade günstig aber sehr lecker und das Dessert (Maracuja - Creme Brulee mit Bananeneis) haut mich aus den Socken. total lecker. Das Beste daran: 2 Minuten laufen und wir sind im Kartel bzw. dem Komedy Klub.

Da wir bei der Spätvorstellung sind, sind wir erst gegen halb 12e draussen. Taximangelzeit. Das ganze wird durch leicht einsetzenden Regen noch etwas verschärft. Wir bekommen kein Taxi. Kauern uns unter nem Baum zusammen und werden langsam aber sicher nass. Als es richtig mit Schütten anfängt wird uns klar: U-Bahn fährt nich mehr und Taxi bekommen wir an der Strasse keins...

Hm... Na dann los. DiDi Taxi angeschmissen und alles eingegeben. Diesmal hab ich mein zweites Telefon zum Übersetzen nicht mit, was mir gerade nachdem wir alles eingegeben haben Probleme macht. Hab ich das jetzt gebucht, oder nicht? Hat es abgebrochen? Als ich gerade den nächsten Versuch starten will klingelt das Telefon. Ich begrüsse, erklär wo ich bin, er sagt, er ist auch da. Hä?? Ach da drüben. Ich winke. Er kommt angefahren und schaut total ungläubig, als er mich als Westler erkennt. Er glaubt mir auch nicht, das wir gerade telefoniert haben. Ich stehe also im Regen an der Fensterscheibe und versichere ihm, das wir gerade telefoniert haben, während A unterem Baum langsam durchweicht. nach 2 minuten Diskussion endlich nickt er, ich steig ein, er fährt los. TING schrei ich. Er guggt total verdattert. Meine Frau will auch mit. A muss noch ein paar Meter hinter dem Taxi hinterherrennen, bevor sie endlich ins Trockene kann. Geschafft. Daheim, erstmal abtrockenen...

Toll ist jetzt allerdings: Wir bekommen wir sogar bei Regen ein Taxi. Und was mich bissel Stolz macht: Auch wenn ich kaum Wörter kann, am Telefon kauft mir der Chinese sogar ab, das ich auch einer bin. Vielleicht hab ich ja tatsächlich gar keine so schlechte Aussprache. Das nächste mal erkläre ich aber noch, das ich Ausländer bin. Dann wirds sicherlich einfacher beim Einsteigen.

So, in wenigen Stunden kommt der ShiFu um mich zum Flughafen zu fahren. Da kann ich wieder Chinesisch üben, und vielleicht gibts davon sogar noch ein paar neue "Taxigeschichten".

M - All That's J... Äh BBQ?!?

18Nov2016

Trotz der vielen Aufgaben, dem stressigem Kundenbesuch und vielen Abstimmungen haben es sich unsere Kollegen nicht nehmen lassen, uns abends so viel wie möglich zu zeigen. Zumindest was das koreanische Essen angeht. :)

So gingt es gleich am ersten Abend um die Ecke...


Und es gibt Fleisch auf dem Grill. Korean BBQ. Total lecker und hier der Standard fürs gemeinsame Essen. Natürlich mit Kimchi und scharf. 

Dann allerdings beim nächsten Mittag mal was ganz anderes ausprobiert.


Chicken BBQ. AhJa. Auch das ist sehr lecker wird anders gemacht und schneckt auch anders. Hauptsache gegrillt. Witzig hier: es gibt rote Schürzen, damit man sich nicht vollkleckert. Da denkt jemand mit für die Anzugträger, die nur ein weißes Hemd dabeihaben.

Nach einer kurzen Sushi-Einlage am nächsten Tag, gabs:


Jap... Korean BBQ. Diesmal direkt auf Holzkohle und auch herausragend. Irgendwie beschleicht mich aber langsam das Gefühl, das Grillfreunde hier echt auf ihre Kosten kommen. Und im Hintergrund läuft: na klar... Jazz...

Nach dem Essen gibt es noch ne zweite und dritte Runde. Ja, die Koreaner grillen UND trinken gern. Und auch wenn einige eher wenig vertragen und ganz schön in den Seilen hängen, alle bleiben freundlich. Niemand entwickelt Aggressivität. Cool. Das kenne ich von Deutschland anders. Allerdings bin ich in der zweiten Runde ausgestiegen. Muss ja meinen Flieger am nächsten Tag erwischen.

Sehr witzig sind hier auch die Namensgebungen der Cafés und Restaurants, die sich alle Mühe geben westlich zu klingen. Weil westlich ist Hip und die koreanischen Kringel und Striche kann kein Ausländer Lesen.

Neben dem ThunderBald und dem Mamma Miya hat mir auch das gut gefallen:


Kaffee Vielen Dank. Da bedankt man sich sogar fürs vorbeigehen. Im allgemeinen sagen die Koreaner sehr viel Danke. KamSaMiDa, falls es jemand mal brauchen sollte. :-)

Mir hat es hier gut gefallen. Und wärend ich am besten Flughafen der Welt diesen Text hier schreibe, danke ich drüber nach, mal ein Grillwochenende in Korea zu verbringen. Ein Deutscher Kollege würde uns mal Seol zeigen. All that's BBQ. :-)

M - Welcome to Korea

16Nov2016

Früh um vier aufstehen und mit nem DiDiTaxi zum Flughafen Düsen ist natürlich nicht das einzige was diese Dienstreise ausmacht. Natürlich gibt es auf meiner Reise nach Korea wieder viel was mir auffällt und mittlerweile glaube ich schon daran, dass ich mit 99% Trefferquote erraten kann in welchem Land Asiens ein Flughafen ist, nur durch den Weg vom Flugzeug zur Passkontrolle. Und nicht nur wegen den Durchsagen. :-)
Auch dieses Mal ist es eine andere Welt im Vergleich zu China, es ist fast so ruhig wie in Japan, aber nicht ganz. Als ich offiziell einreise und meine Zeigefinger auf des Scan und Fotogerät drücke spricht es mich auf deutsch an, was ich machen soll. Oh, cool. 

Den Weg zum Bus finde ich ohne Probleme, als ich einsteige bin ich platt. Fast schon Fernsehsesselniveau haben die Plätze hier. Während ich es mir bequem mache, stellt sich unser Busfahrer vor, begrüßt uns und wünscht eine angenehme Fahrt. Dann verbeugt er sich, setzt sich hin und fährt los.
Irgendwie hat man das Gefühl, die Jungs hier sind nach "vorn" wie Japan, aber moderner, nicht so konservativ. Im Hinterhof dagegen sieht es eher aus wie China... interessant. Während ich auf dem Weg zum Hotel bin fällt mir auf, das auch hier Starbucks einige Fillialen verteilt hat.


Sogar mit Drive in. Das ist neu.

Zum Mittagessen schau ich mal bei Google (juhu das geht hier) was es so gibt und entscheide mich gegen den Sternenkäfer für ein lokales Restaurant. 

Da gibt's weder Bilder, noch Sachen die ich lesen kann. Auch das sprechen hilft nix. Außer hallo (anyanhaseo oder so ähnlich) kann ich nix. Da ist man plötzlich wieder bei 0, obwohl man nur 1,5 Stunden geflogen ist. ;-) Also mach ich Handbewegungen für eine Schüssel und warte was passiert. Bimbibap, Kimchi sagt sie. Ah genau, gemixter/gebratener Reis und eingelegtes Gemüse. Ich nicke... dann kommt das:


Zwei mal Kimchi, gebratene Reisröllchen (super lecker aber scharf wie Hölle), eine Süsskartoffel, ein rohes Ei, Reis und eine kochend heiße Brühe mit Sprossen und gerade erst vom lebenden Tintenfisch abgetrennten Tentakeln. Ach du... so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Hoffentlich klappt das zum Abendbrot besser. 

Trotzdem nicht schlecht, aber auch net so gut, wie ich es mir gewünscht habe. Die Schärfe spül ich dann doch noch im Starbucks mit nem Kaffee runter. Gewohnt milchlastiges Mischgetränk ohne Kaffeegeschmack, dafür innerhalb der Komfortzone... Willkommen in Korea... ;-)

M - DiDi? - Taxi!

15Nov2016

Es ist schon ewig her, das ich euch über das UBER Taxifahren hier informiert habe und in der Zwischenzeit hat sich viel getan. Nur nicht zum guten für uns nicht chinesisch lesende Bevölkerung. UBER China wurde von DiDi Taxi gekauft. Dem nun größten Anbieter in China. Und als erste Aktion gehen nur noch Chinesische Bankkarten und  man muss chinesisch lesen können. Zusammen mit der grenzwertig guten Erfahrubg das letzte Mal lass ich das UBER mal lieber sein und stell mich morgens um 5 an die Straße um ein Taxi zum Flughafen zu bekommen. Die Firma konnte dieses Mal nicht unterstützen, und ich dachte mir: "Wird schon klappen."

Nach 10 Minuten warten und zwei Taxis die ich zwar gesehen, die aber eine Straße vor mir abgebogen sind werd ich unruhig. Ich hab genug Zeit... Zumindest noch 5 Minuten... Oh man, es regnet noch nicht mal, warum ist hier kein Taxi? Da schießt eins an mir vorbei, ohne meinen Winkverrenkungen auch nur ansatzweise Beachtung zu schenken.

Ok, Plan B. Meine Kollegen können auch DiDi Taxi. Also kann es so schwer nicht sein. :) Und ich hoffe das klappt...

App auf, ein grüner und ein roter Marker, ein paar chinesische Zeichen rundherum. Ich klick den grünen an, die Karte springt auf meine Position. Jop, von hier solls losgehen.

Ich klick den roten an - Texteingabe. "PuDong feiji" geb ich in pinyin ein. Die App erkennt sofort was ich will. Ich erkenne das an dem 2号 und der 6000 in der Adresse. Und Feuer.

Ein Fester geht auf. Alles voller chinesischer Zeichen. Ah, Mist... und nun?

Ich nehme mein zweites Handy und die Google Zeichenerkennung übersetzt den Kauderwelsch. Sieht lustig aus, wie ich mit Handy über Handy am Straßenrand steh. Vor allem mein Gesicht, als ein Taxi vorbeischießt. Naja, jetzt hab ich mir DiDi einmal vorgenommen...

Google zeigt "telephone number", ahja. Eingetippt, SMS bekommen, Bestätigubgscode eingegeben. Mir wird Fahrer und Nummernschild  angezeigt und ich hab zwei Möglichkeiten zum auswählen. Google Übersetzer sagt: Bar oder Alipay? Bar, ich brauch schließlich ne Rechnung. :-)

Kaum hab ich draufgedrückt, klingelt das Telefon und ich werd chinesisch zugeblubbert. "Mach mal langsam, ich bin Ausländer und kann nur etwas chinesisch." Hilft aber auf Anhieb und er erklärt mir, das er gleich da ist, ob ich an der Kreuzung stehe. Ja sag ich, da kommt er auch schon angebrausst. Das läuft. Dann noch geklärt, ob ich ne Rechnung haben kann, das er kein english spricht und ich zum Flughafen Terminal 2 möchte und schon läufst...

Während der Fahrt fällt mir auf, das ich ne Plaudertasche erwischt habe und er sich wirklich Mühe gibt, mit mir zu kommunizieren. Ich hätte nicht gedacht, dass ich überhaupt so viel auf chinesisch zu erzählen habe. Allerdings reicht es bei weitem nicht für eine lockere Konversation mit dem Taxifahrer. Zumindest erreichen wir den Punkt, das er mich gern am Freitag wieder heimfahren möchte. Das sollte klappen. Mal abgesehen davon, dass er mit knapp 180 RMB mit die günstigste Fahrt bisher generiert hat, hat er ein sauberes, neues Taxi mit Anschnallmöglichkeit. Etwas das  hier nicht selbstverständlich ist.

Also Wechatkontakte ausgetauscht und dann mal schauen, ob das klappt am Freitag. Falls nicht, kein Problem. Ich kann jetzt DiDi Taxi und das geht tatsächlich sehr gut und einfach... :-)

M - all that's...

13Nov2016

Ich hätte das nicht so vermutet, aber wir sind nach einem Jahr wieder mal weit aus unserer Kompfortzone raus. Und diesmal hat es nix mit Asien selbst zu tun. 

Das hätten wir auch in Deutschland machen können. Allerdings muss ich drüber nachdenken, ob es direkt in Coburg geklappt hätte, oder wohin wir fahren müssten. Hm?

In Japan ist uns aufgefallen, das in nahezu jedem Restaurant Jazz im Hintergrund gespielt wird. Und ich könnte mir vorstellen, dass dieser Urlaub und die positive Erinnerung daran uns am Ende dazu gebracht hat es einfach mal auszuprobieren: Ja, wir gehen in einen Jazzclub.

Warum das so ungewöhnlich ist? Ich mag Jazz nicht. Zu wenig vom einen, zu viel vom anderen, unstrukturiert und kann man nicht länger als 5 Minuten anhören. Zumindest sagt das unsere Komfortzone. Das eines unserer Lieblingsrestaurants in Coburg nach einer Jazzlegende benannt ist, konnte an der Einstellung bisher auch nix ändern. "Zum Essen im Hintergrund geht's ja auch grad so..." :-)

Aber man muss ja auch mal neues ausprobieren und unsre schwedischen Freunde sind in Musik so tief drin, wie wir im Tanz. Ich dachte mir schon, dass die beiden beim hören von Jazzmusik so gefesselt sind, wie wir beim anschauen von Modern und Jazz Dance. 

So kam es auch, das die beiden fragten, ob wir nicht mal mit Ihnen in eine Jazzbar gehen wollen? "Ähm... ja klar" war unsere hingelächelte Antwort, während in meinem Kopf vier Leute wild auf Instrumenten rumwürgen und einen undefinierten Klangteppich in einen dunklen verrauchten Raum weben, den ich nicht verstehen kann. Ich bin gespannt...

Gestern war es dann soweit. 17 Uhr kommt nochmal der Kontrollanruf, der Jazzbar: "Ihr kommt dann? 50RMB Eintritt und der Tisch 1000RMB Mindestverzehr." Ok, günstig wird das heute nicht, aber dafür gehen wir in einen der beliebtesten Jazzclubs der Stadt.
19:30 treffen wir vier uns aber erstmal im Ginger by the park und genießen Aussicht und herausragendes Essen... Während wir zwei uns mit einem Detox Kokosnus-Basilikum Drink, einem vegetarischem Curry und einem sehr gutem Burger aus der Hungerphase befreien, probieren unsere Freunde das Lamm. 

Und auch das ist herausragend. So gut, das selbst ich, als nicht-so-gern-Lamm-Esser, das für unseren nächsten Besuch im Gingers das schonmal einbuche. Und natürlich kann sich der Nachtisch wieder sehen lassen... Diesmal weißes Schokoladen Miso Mousse... sehr lecker, aber optisch nix besonderes, daher auch kein Bild. :-)

Danach gehts los ins Heydays, was gleich um die Ecke ist. Wir werden freundlich empfangen, und bekommen einen kleinen süßen Tisch, direkt vor der Bühne. In wenigen Minuten startet der Live Jazz und wir sind schon gespannt. Viele Leute sitzen auf einzelnen Barhockern an der Bar, das sind vermutlich die Plätze ohne Mindestverzehr. Hinter uns sind sehr gemütliche Sofaecken für bis zu acht Personen. Die sind auch etwas kostspieliger.

Wir bekommen die Karte, bestellen Wein und die Mocktail (alkoholfreier Cocktail) - Karte. Wir bekommen kurz darauf den Wein, drei Gläser und einen Mocktail... Ahja, hier gibt es nur einen alkoholfreien Cocktail. Aber der scheint zumindest ganz Ok zu sein. Angestoßen, ein bisschen geplaudert, da rappelts auf der Bühne.


Drei Jungs (aus Israel der Pianist, aus Shanghai der Bassist und aus Harbin der Schlagzeuger) starten den Abend.

Ich muss nicht in Deckung gehen. Die Noten, die uns jetzt im die Ohren wehen, sind sicherlich nicht einfach zugänglich, aber alle drei verstehen es mit Rhythmus zu spielen, sind voll dabei und es macht richtig Spaß zuzuhören und zuzusehen. Nebenbei improvisiert der Pianist wohlbekannte Stücke in die Performance. Ich bin begeistert. Nach ner halben Stunde und ein paar lustigen Sprüchen ist die erste Pause und es wird versprochen: die nächste Session mit Special guest. Und mit Gesang.

Die Schweden schauen uns fragend an... und schlimm? Das Lächeln das wir zwei von uns geben ist ehrlich als wir sagen: "Ist echt cool, aber bestell mal noch ne Flasche Wein."

Wir unterhalten uns über ein Jahr Shanghai, unsere bevorstehenden Urlaube, und wie man mit seinen Eltern am besten umgeht, wenn die nach China kommen, als die drei Jungs wieder auf die Bühne klettern und eine Dame im schwarzen Kleid sich direkt vor uns platziert.


Anne Evenou beglückt uns heute mit ihrer Stimme und während sie französische Texte in die Musik webt, sind wir hin und weg. Der Gesang öffnet den Zugang zu Musik und wir sind total begeistert. Wir hören zu, schwingen mit, trinken Wein.

Sie fragt, wer das erste mal im Jazzclub ist. Wir melden uns, und sie dankt uns, das sie unsere erste JazzSängerin ist, und das sie hofft, das es uns gefällt. Zwischendurch erklärt sie, das ihre Mum heute hier ist und singt für sie "wonderful world". Es ist total rührend. Man kann die Emotionen fast in der Luft und der Musik sehen.

Danach erklärt sie, das ihr Paps auch in Shanghai, aber jetzt schon im "Shelter", einem finsterer EletroMusikBunker, abgestiegen ist. Da waren wir selbst noch nicht. Das ihr knapp 80 Jahre alte Paps da tanzen geht ist schon net schlecht. Vielleicht sollten wir Sie auch mal bzgl. Tips für Eltern in China fragen. :-)

Im Laufe des Abends hören wir uns weiter rein, es wird funkiger und auf der Bühne strahlen alle, als drei westler Pärchen das Tanzen anfangen.

Zwei davon ist übrigens unsere schwedisch-deutsche Truppe. Wir vier haben wir uns aufgeschwungen, als der Abend den Höhepunkt erreicht. Was wir da Getanzt haben? Keine Ahnung. Aber wir hatten einen riesen Spaß...

Gegen 0:30 verabschiedet Anne Evenou sich von ihrem Publikum und der Club leert sich. Wir trinken noch aus und haben nur 900RMB von unserem Mindestverzehr erreicht. Das scheint aber innerhalb der Toleranzgrenze zu liegen, da wir nicht die 1000 bezahlen müssen. Vielleicht aber auch weil wir mit unsere Tanzeinlage geglänzt haben oder sie haben es einfach vergessen. Wer weiß...

Als wir zuhause ankommen ist eins klar: Wir vergessen den Abend so schnell nicht und werden auf jedenfall mal wieder im Heydays aufschlagen. Sogar die JAZZ Playlist hat es heute zum Frühstück auf unser Spotify geschafft. Willkommen in unserer NEUEN Komfortzone. Yeah... All that's Jazz...

M - Stell dir vor, es ist 11.11. und du brauchst nix...

12Nov2016

Klingt jetzt für unsere Kulturkreise nicht so schlimm. Vor allem, da man ja zur Not die Tröte auspacken und mit ein paar Kollegen den Karneval feucht fröhlich anfeuern kann.

Tröte und Karneval kennt hier kein Mensch, dafür ist so einiges anderes Los. Die Schreibweise der 1 ist in china I, wenn sie mal unsere Schreibweise benutzen. (Im chinesischen wäre es übrigens 十一月十一日, ziemlich umständlich...) Überall prangt II.II auf Plakaten und im Internet. Fällt euch was auf?

Die Frage ist vermutlich schwierig für euch, da ihr das falsche Esshilsmittel auf dem Tisch liegen habt. Da es bei den Chinesen meist um Essen und Beziehungen geht, sehen Sie in den II zwei Stäbchen. Und am 11.11. hat man also vier Stäbchen auf dem Tisch. Somit ist der 11.11. der Pärchentag.

Ab hier wird die "logische Kette" durch TaoBao und Co gleich doppelt ausgenutzt. Als Pärchen kann man tagsüber eigentlich nur einkaufen gehen. Als Single kann man an so nem Tag nur alleine zuhause sitzen und Onlineshoppen. Weil diese Logik etwas hinkt und nicht so eingängig ist, haben die onlinehändler nachgeholfen: 30-70% Rabatt auf fast alles am 11.11. auch damit sich frische Pärchen gemeinsam einrichten können. Ah, ja, diese Zielgruppe fehlte noch...

Was passiert also am 11.11? 0:01 brechen die Server zusammen. Als ich nachts um zwei mal kurz wach war, war das eine, was ich gebrauchen könnte schon ausverkauft, als ich früh um 8:00 in der U-Bahn sitz war das zweite was ich haben möchte nicht gesenkt. Dabei haben alle um mich herum gekauft wie die blöden. Auf Arbeit haben sogar einige Urlaub genommen, um ordentlich einzukaufen. Um Mittag schaut ein Kollege auf den TaoBao Liveticker. 800 Milliarden RMB Umsatz bis jetzt. Das entspricht über 100 Milliarden Euro. An einem halben Tag. Und ich hab immer noch nix gekauft.

Im Schnitt kauft jeder Chinese an diesem Tag für 10.000 RMB ein. Also 1500 Euro. Dafür bekommt man eine High tech Kamera, eine Tonne Peka-Nüsse, 50 Paar Schuhe für A oder eine vietnamesische Ehefrau.

Was...?

Ja, erklärt uns der Kollege. Hier schaut: das Bild einer Vietnamesin taucht auf 9999 RMB an die Eltern und sie heiratet dich.

Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich die Logik zwischen PärchenTag und Onlineshopping noch nicht vollends geknackt, jetzt kam zumindest das erstemal etwas mit Pärchen... Irgendwie gut, das EBay feste Nutzungsbedingen hat. TaoBao hat dagegen einfach alles.

Das einzige, was mich dann heute stört: alle kaufen, ich Kauf nix. Kein Schnäppchen gemacht. Sogar ein Kollege hat ein Gerät zurückgeschickt um es 50% günstiger nochmal zu kaufen. Der Stresspegel steigt. Stell dir vor es ist 11.11. und du brauchst nix...

M - Doppelt Aktiv...

07Nov2016

Sonntags ist Kizomba Tag und wir haben uns vorgenommen, den nächsten Schrit zu wagen. Wir machen die Anfänger UND die fortgeschrittene Stunde.

Unser Lehrer schaukelt mit dem Kopf und sagt: ja, hm, könnt ihr mal probieren. Das klingt ja äußerst zuversichtlich. :-)

Tatsächlich spannen schon nach der Anfängerstunde die Rückenmuskeln vom Dissoziieren und das wird in der zweiten nicht besser. :-) Aber es macht Spaß. Das Timing und saubere Ausführung ist unglaublich wichtig. Sonst stolpert man nur übereinander. Nach knapp über 2 Stunden Kizomba werden wir noch im Internet in einem Video verewigt, bei dem der Schnitt genau vor meinem Schrittfehler liegt. :) Und dann?

Haben wir Hunger. Sonntag ist meist spätes Frühstück und dann sehr frühes Abendbrot bei uns. Und hätten wir nicht auf dem Weg zum Tanzen noch ne Banane mitgenommen, hätten wir die zwei Stunden vielleicht gar nicht überstanden.

Also BonApp gecheckt und da kommt er auch schon, der nächste Eintrag im Restaurantführer: "RAW eatery and wood grill".

Irgendwie ein argentinischer Spanier mit Fleischeinlage. Und nur halbe Stunde weg. Also gleich losgelaufen, wenn wir doch schonmal in Bewegung sind. Es geht Richtung Jing An Templel und ist wieder eine recht interessante Strecke. Viele Geschäfte, immer was zu entdecken und auf den letzen Metern soviele gute Restaurants, dass wir fast von unserem eigentlichem Ziel abweichen. Wir haben nämlich richtig Hunger...

Als wir dann endlich ankommen, ist es 17:05. an der Tür steht: öffnet 17:30. och nö... wir zwei, seit fast 3 Stunden in Bewegung, Hunger, Durst... A will schon aufgeben und zurücklaufen, zu den anderen Restaurants, als ich nach der Tür greif...

Offen! Na dann los hoch... als wir in dem sehr gemütlichen Restaurant in zweiten Stock ankommen sitzt nur die Bedienung und ein Koch noch an der Bar... der Hunger treibt mich rein. "Hallo, Habt ihr schon offen?" - die Reaktion: ein freundliches NEIN. Allerdings mit dem Hinweis, wir können uns trotzdem hinsetzen, bekommen ein Wasser und sobald der Küchenchef da ist, nimmt sie die Bestellung auf. Das klingt nach nem Deal.


17:26 steht sie wieder da und los geht's, wir bestellen Salat, Fleisch, Beilagen. Sie erklärt uns, das es sehr gut ist, das wir so früh sind, weil später meist viel los ist. (Vor allem Donnerstag bis Samstag Abend.) Und weil jetzt nicht viel los ist, hat der Koch Zeit sich voll auf unser Essen zu konzentrieren. Das sieht übrigens so aus:


Und ist sehr lecker. Auch der Salat war geschmacklich ein Volltreffer. Wir genießen das lecker Angus Rumpsteak, den Blumenkohl und A kann von den Kartoffeln kaum genug bekommen. Hier müssen wir wieder hin. Es gibt sogar "speckfett off de Toast- Bemme". :-)

Und näturlich:


"Schokoladen-Leidenschaft" als Nachtisch non der Karte ausgewählt. Da Hammer auch schon unser nächstes Restaurant auf der Favoritenliste...

M - Haus im See...

06Nov2016

Am Freitag Abend haben wir uns erstmal wieder über unsere Ortskenntnisse gewundert. Wir haben einen Japaner gesucht. Und angeblich ist der im G-Art, was wir ja nun schon sehr gut kennen. Nur der Japaner ist uns noch nie aufgefallen...

Auch diesmal beim durchlaufen finden wir ihn nicht und quatschen einen Security Mann von der Seite auf Chinesisch an, ob er denn weiß, wo das Restaurant ist. Na klar sagt er und spricht über ein Rotes Gebäude im 1. Stock.

Und genau da finden wir es auch... draußen stand es halt nur mit chinesischen Zeichen dran. Da haben wir keine Chance. Aber alles gut gegangen, und nen Super Japaner mit koreanischen Einschlag entdeckt. Hier können wir bei Gelegenheit mal die "große Grillplatte" bestellen. :-)

Am Samstag gings dann nach dem Frühstück ab in die U-Bahn... ein Kollege hat sich was besonderes Einfallen lassen und uns zum "Lake Crab" essen eingeladen. Noch wissen wir nicht was uns erwartet, als er uns mit dem Auto an der U-Bahnstation aufsammelt und Shanghai Richtung SuZhou verlässt.

Nach 2 Stunden Fahrt (oder eher 1h Fahrt und dazwischen eine Stunde Stau gestreut) treffen wir in einem Naherholungsgebiet ein, das den Cospudener See vor Neid erblassen lässt. Zumindest von der Größe her. Wir sind an einem der "kleinen" Seen in SuZhou und können kaum das andere Ufer ausmachen. Nicht nur wegen des Staubes in der Luft, sondern auch wegen seinen Abmessungen. :-)

Überall riesige Grünflächen, Einzelne große chinesische Hotels und immer mal wieder knapp 100 gleiche Häuser ans Ufer als Wohncompound gezimmert. Ein bisschen wie in der Nähe von Mogan Shan. Wir parken an einer Hotelanlage, die Thailändisches Flair versprüht. Hier könnte ich mir auch mal 2 Nächte Erholung vorstellen.

Runter zum Ufer, da winkst auch schon links... Das Boot ist da. Boot? Ja, das was uns zum Restaurant bringt. Ah, ok, ich wusste gar nicht, das das auf einer Insel ist...

Ist es auch nicht. Als wir ankommen sehen wir das:


Ein Haus im See. Fast schon wie in Myanmar. Und ich freu mich, weil wir ohne unseren Chinesischen Kollegen keine Chance gehabt hätten, das überhaupt zu finden.

Woher er das denn eigentlich kennt. Och, sagt er, ein Kollege kannte mal die Tochter... ah so... na wir fragen nicht weiter nach. ;-) Stattdessen gehen wir von Board und nehmen draußen in der Mittagssonne Platz, die uns mit 24 Grad fast ein bisschen Sommer vorgaukelt. Drinnen is eh nix mehr frei. Das Restaurant ist völlig ausgebucht.

Während wir "normale" Speißen, wie Lotuswurzel, Gulasch, Rindfleisch, Tofu und Hühnersuppe serviert bekommen, werden die Seekrabben frisch aus dem Netz gefischt und zu lustigen kleinen Paketen gebunden.


Keine 30 Minuten später stehen sie dann recht Leblos nicht nicht mehr ganz so grün im Gesicht auf unserem Tisch.


Und sehen ausgepackt immer noch sehr krass aus.


Naja... der Spruch "Mit Essen spielt man nicht!", mag uns noch im Ohr liegen aber diese Tierchen sind einfach zu verlockend. :-)

Dann aber geht's ans essen. Es gibt Männchen und Weibchen (die Mädels sind aus meiner Sicht schmackhafter). Als erstes die Beine rausreißen, dann die untere Klappe nach hinten abbrechen, dann die Schädeldecke ab. Es klingt grausam, und es ist auch krass. Für uns deutsche, die kaum etwas essen können, was mal einen Namen hatte, ist das schon weit raus aus der Komfortzohne.  Aus der Schädeldecke zutscht und knipselt man dann eine sehr schmackhafte, Eigelb-ähnliche Subtanz raus. Ist das geschafft wird der untere Panzer zerbrochen und da die Muskeln rausgefriemelt. Nur die großen äußeren isst man nicht mit.

Ich frag mich neben dem Panzerknacken, Zutschen, Herz Rauspuhlen und Muskeln Essen, warum man im Biologieunterricht überhaupt sezieren muss. Einmal in China essen, und man weiß alles über das Tier. :-) Unser Kollege erklärt uns auch gleich, das es genau das ist, was Chinesen wollen. Hmpf...

Ich bin mittlerweile bei den Beinchen angekommen und der Panzer splittert, als ich das Gelenk abbeiß. Der Unterschenkel wird ausgekugelt und dann kräftig am Oberschenkel gezogen. Wirkt wie ein Strohhalm und Zack ist das schmackhafte Fleisch im Mund. Was für ein Erlebnis... nach zwei Krabben hab ich genug. Erstens, hab ich tatsächlich keinen Hunger mehr, zweitens hab ich fast schon Muskelkater in den Fingern. A sagt schon immer so schön: "Das ist essen, da verbrauchst du mehr Kalorien als du zu dir nimmst."
Wir zahlen, und machen uns auf den Heimweg. Preislich war es auch OK. 80 Euro haben wir zu viert bezahlt. Ich vermute mal, dass das in Shanghai locker pro Person zählt.

Während die Sonne untergeht und wir über die Autobahn Düsen muss ich feststellen, das das n super Tag war. Lecker gegessen, Sonnenschein genossen, multikulturelle Weiterbildung gemacht und viel über China und Korea gelernt. Zum Beispiel essen sie nicht nur in China Hunde, sondern auch in Korea... Da ist es dann, mein zweites Hmpf an dem Tag... 

Interessant was man alles so erfährt, an einem sonnigen Tag im November, im Haus im See.

Kaum wieder daheim gehts wieder los in die IAPM Mall. Ich hab über Alipay eine Verabredung mit Tom Hanks gebucht. Also er auf der Leinwand und wir davor. :-) "Inferno" hat dann den Abend abgeschlossen und überraschenderweise haben wir 23:00 Uhr trotzdem gleich ein Taxi bekommen. Läuft...

M - nix mit Argentino...

04Nov2016

Da ist der Tango ins Wasser gefallen. Aber nicht wegen Regen, sondern wegen Kopfschmerzen, Husten, Heisserkeit... und nein, wir hatten nix von Ratio.harm. :-)

Was damit aus unserem Abend geworden ist schnell erzählt, ich bin um 19:45 ins Bett und am nächsten Morgen kommt noch Schnupfen und Ohrenschmerzen dazu. Ok, das wird nix. Ich muss zum Arzt...

Eigentlich keine schlechte Quote, schon über ein Jahr in Shanghai und noch nie beim Arzt gewesen. Auf der anderen Seite ist es gleich wieder spannend wie das wohl sein wird.

Also Mütze auf, Schal um und Taxi gerufen. Zum United Family solls gehen, das hatten uns Freunde hier empfohlen. A war ja schonmal da, und es hat ja alles Easy geklappt. 

Auf halben Weg steht der Taxifahrer an einer Kreuzung, will links abbiegen und brabbelt irgendwas schulterzuckend vor sich hin. Ich schau uns Eck, ah ok, Einbahnstrasse. Wo lang fragt er. Hm... Wer ist denn nun der Taxifahrer? Ich muss da rüber? Er schüttelt den Kopf, ich schüttel ihn auch. Also den Kopf. Ich Schnapp mir Herrn Apfel und bitte ihn uns zu führen. Widerwillig hält sich der Taxifahrer an meine Anweisungen und da sind wir auch schon. Beim bezahlen erklärt er mir noch, das er kein kleines Wechselgeld hat. So gabs dann auch noch 18% Trinkgeld für seine herausragenden Strassenkenntnisse. Läuft... ;-)

Rein ins Krankenhaus, aber irgendwie den Hintereingang erwischt. Kein Problem, ich werde zielsicher zur Rezeption geleitet. Zuerst registrieren, Pass, Versichertenkarte. Die Dame ist ungewohnt freundlich. Ich frage mich allerdings auch, ob mein deutsches "normal" objektiv eher unten oder oben auf der Freundlichkeitsskala ist. Jetzt ist es subjektiv weit nach unten gerutscht.

Die Dame erzählt mir dannnoch freundlich, dass ich einen "Women Doctor" bekomme. Einen Frauenarzt? Ich schau verwirrt, sie auch. Dann schüttelt sue den Kopf und sagt: "I mean Western Doctor". Achso, einen westlichen Arzt, keine traditionelle chinesische Medizin, ja passt. :-)

Kurz hinsetzen, kaum den Sessel angewärmt, bekomm ich nen "Patientenpass" mit Strichcode und ab geht's in die zweite Etage. 1 Minute im Wartezimmer schon kommen zwei Mädels und bringen mich zum "zählen, messen, wiegen".

Wieder im Wartezimmer angekommen greift mich schon ein mittfünfziger Herr amerikanischen Ursprungs im Arztkittel ab. Untersucht, etwas gesprochen und Zack - Erkältung diagnostiziert. Nix mit den Ohren, es strahlt vom Hals aus... Gut. Mit ner Erkältung komm ich zurecht. 

Er drück mir das Rezept in die Hand, verabschiedet mich freundlich und ich mach wieder runter zum EG, wo ich in der Apotheke das Rezept abgebe und während die Mädels die Pillen zusammensuchen die Rechnung für die Versicherung unterschreibe. 1000RMB, 150Euro net schlecht für ne Erkältubgsdiagnose. Als ich mich wieder rumdrehe, seh ich vor Tablettenstapel die Apothekerin kaum. Ibuprophen und Halstabletten. Je drei Wochenpackungen. Damit komm ich gleich durch die nächsten zwei Halsschmerzen. Macht 50 Euro pro Erkältung. Das wiederum geht, oder? Ich habe kein Gefühl für düse Kosten. Dem Deutschen Krankenversicherungssystem sei Dank. :-)

Die Medikamente werden mir 10 Minuten genauestens erklärt, mit Einnahme, Nebenwirkungen und was tun bei Nebenwirkungen. Und ich dachte ich weiß schon alles über Ibuprophen und Halstabletten. Ganz nebenbei wird das Paket dann in eine Tüte gepackt, mir ein schöner Tag gewünscht und mit nem Zwinkern erklärt, das heute die Sonne scheint und ich doch noch etwas draußen Laufen sollte. Tut gut.

Gesagt, Getan. 30 Minuten zur nächsten U-Bahnstation gestiefelt, die Sonne und die (nicht ganz so frische) Luft genossen. Dabei bin ich durch eine Gegebd gekommen, in der ein Luxuscompound am anderen ist. Alle mit hohen Mauern und schicken Häusern dahinter. Namen wie "Garden Village", "Luxury View" und "Sandelwood Residences" stehen vorn an dicken Eisentoren. Runderherum ist nix, keine Restaurants, keine U-Bahnstation und keine Mall. Dafür ein kleiner Park, der kaum mit den Anlagen in den Compounds mithalten kann. Krass. Hier wohnen also die besser gestellten Chinesen. Aus meiner Sicht, nicht so erstrebenswert. Ich würde mich immer Fragen, ob die dicken Mauern Schutz oder Gefängnis sind...

Zuhause dann auf die Couch, ausgeruht, viel getrunken und den neuen Fitzek gelesen. Empfehlenswert. Zum Abendbrot eine knallheiße, scharfe Hühner-Pho (vietnamesische Suppe) gegessen und den Rest im Hals betäubt, den die Tabletten nicht erwischt haben. War zwar nix mit Tango, aber zum Glück  geht's schon wieder besser. Und Wochende steht auch vor der Tür... 

M - Argentinische Woche...

02Nov2016

... wäre etwas übertrieben, aber gestern gabs:


Lecker argentinisches Rumpsteak zu einem sehr fairen Preis und wirklich lecker. Das el Bodegon in der Changshu Road ist echt ne Reise wert. Die Beliebtheit merkt man gleich schon wenn man reinkommt und alles voll ist. Im Laufe des Dienstagabends sitzen auch immer mehr an der Bar um auf einen Tisch zu warten. Der Laden brummt. Nicht nur wegen den günstigen Steaks, auch der Service ist top. Und:


Am Hauptgang Kohlenhydrate gespart, dann darf es auch noch ein Cheesecake zum Nachtisch sein. Mal kopfüber im Glas... Der Boden aus Kekskrümeln deckt hier die Käsecreme ab. Cool.

Warum der eine Abend gleich ne Argrntinische Woche ist? Ist er nicht, aber heute geht's ins Gathering Clouds zum Tango Argentino. Jetzt müssen wir nur noch was argentinisches für den Donnerstag finden. Und fürs Wochenende. Habt ihr Tips?

M - Sonntag mediterran

31Okt2016

Nach unserem Balletausflug bleibt der Sonntag eher ruhig. Wir kränkeln bissel und entscheiden uns fürs ausschlafen.

Trotzdem schaffen wir es Pünktlich 14 Uhr zum Kizomba und schauen in eine leere Tanzschule voller Helloweendeco. Irgendwo aus einer Dunklen Ecke in der eine Hexenpuppe lacht springt unser Lehrer und sagt: "oh, hey - wir hatten eine Helloweenparty letzte Nacht. Mal sehen ob noch wer kommt. Sonst machen wir Privatstunde... ey, was ne Party..." Ein Mann und drei Frauen tauchen dann doch noch auf... Und wir haben eine sehr trainingsreiche Kizombastunde. Meine Uhr hakt nach der Hälfte schonmal mein Bewegungsziel ab und nach der Stunde sind wir richtig ausgepowert. Aber was tun mit dem angerissenem Tag? Erstmal Schuhe holen...

Nein, keine Schuhe kaufen. Sondern welche von Schuster holen, die er für 5 Euro neu besohlt hat. Und das hat er ganz gut gemacht. Trotz Sprachbarrieren alles am richtigen Fleck. Die kann ich noch paar mal anziehen. Schade nur das wir ab jetzt mehr Winterschuhe brauchen. Gut das wir nach dem Drama letztes Jahr dieses alles beisammen haben. :-)

Danach geht's mit unserem Schuhbeutel in den Global Habor um endlichmal "die italienischen Fassaden des Restaurantbereichs im 5. Stock" zu bewundern...


Und bei soviel Flair muss es natürlich eine Pizza sein. Irgendwie freuen wir uns schon wieder auf Kurzurlaub in Italien, wenn wir dann wieder zurücksind... aber ist noch bissel hin. :-)

Nebenbei haben wir auch noch nen Laden für türkisches Pflanzenprotein gefunden.


Und ganz passend dazu am Abend mit "gegen die Wand" ein super anspruchsvolles türkisches Drama gesehen. Sogar auf deutsch (und türkisch mit deutschen Untertitel). 

Ein toller Mediterraner Sonntag. :-)

M - Herbstlicher - Ausfall - Tanz

29Okt2016

Dass das Wetter aktuell nicht so besonders ist, hab ich ja schon am Freitag mitgeteilt. Interessanterweise haben wir jetzt aber diesbezüglich was überaschend festgestellt. Nach 5 Monaten kontinuierlich über 27 Grad in der Wohnung, wirken 22 jetzt wie im Kühlschrank. Wir holen Pulli und Schals raus und ich hab mich am Samstag als erstes drum gekümmert, alles wieder "winterfest" zu machen und die Heizkörper schonmal "warmlaufen" zu lassen. :-) Tja, Temperatur ist relativ.

Warmlaufen hat bei meinem Monitor übrigens nichts gebracht. :-( eine Woche nach der Reparatur zeigt er den gleichen Fehler wieder. "Glücklicherweise" kennt der Monitor Engineer mich nun schon. Er spricht langsam, deutlich und wir nehmen Google Translate zu Hilfe, wenn es gar nicht mehr geht. So diskutieren wir "fröhlich" in unserem Gästezimmer wie es mit dem Kasten nun weitergeht. Nach der Reperatur sieht er troztdem nicht sonderlich glücklich aus. "Wenns wieder net mehr geht, ruf mich an." Sagt er. Noch einmal reparieren, dann bekomm ich nem neuen... Naja, ich bin gespannt wie das ausgeht. Das Wochende geht ja nicht so besonders los...

Obwohl, es hat prinzipiell super angefangen. Beim Pizza Express mit leckerer Pizza, Nachtisch und der Idee doch mal ins Ballet zu gehen. Nur dann gab es keine Karten mehr. Also nur Pizza, Nachtisch und der Monitor Engineer.
 
Nachdem der dann von Dannen gezogen ist, macht das Handy plötzlich "pling". Eine Freundin hat uns "ge-wechat-tet" - es gibt doch noch Karten fürs Ballet an der Abendkasse. Super, jetzt kanns Wochenende losgehen.

Die Aufführung ist im Shanghai Grand Theater. Nicht im The Grand Theater und auch nicht im Shanghai Theater. Das es die alle auf einem Haufen gibt, wird uns erst bewusst, als wir am falschen Metro Exit starten und fast alle Kombinationen von "Grand, Theater und Shanghai" ablaufen, bis wir endlich hier landen:


Da waren wir doch schon zum Cirkopolis... cool. Und aktuell ist:


Spielzeit für 400 Jahre Shakespeare. Leider haben wir die meisten Darbietungen vom Anfang des Jahres schon verpasst, aber heute lösen wir Karten für Romeo und Julia. Dargeboten wird es vom Stuttgarter Ballet. Hinter uns sitzen sogar ein paar mitgereiste Deutsche Fans... Die Welt ist ein Dorf. Vor uns sitzen uebrigens ein paar nicht ganz so ausgehtaugliche Chinesen. Die einzige Erklaerung die uns dazu einfaellt sind die Strassenverkäufer. Rund um das Theater standen noch einige chinesen, die uns Karten für die Vorstellung verkaufen wollten. Irgendwie kann ich mir aber nicht vorstellen, dass dieser Verkauf wirklich gut funktioniert. Schliesslich gibt es die Karten von 10-200 Euro. Und was machen, wenn man welche fuer 100 Euro gekauft hat und Sie dann vor der Türe nicht losbekommt? Ja, das einzige was übrigbleibt: selbst reingehen... :-)
 
Die Vorstellung ist wirklich super, und dank unserer Begleitung bekommen wir sogar ein paar schwierige Passagen der Geschichte "souffliert". Mir war die Geschichte gar nicht mehr so bewusst. Das einzige was ich noch wusste, dass es kein so richtiges Happy End gab. Das hat sich dann auch so bestätigt. :-) Insgesamt ein sehr gelungener Abend in 3 Akten mit ordentlich Schlussapplaus.

Und irgendwie hatte ja der ganze Samstag 3 Akte. Das herbstliche Wetter zum "warmlaufen", der dramatische Ausfall und das tanzende Happy End, ganz ohne Happy End... :-)

M - TianQi BuHao

28Okt2016

Heißt: Mist Wetter. Mann kann auch TianQi Tai Tamade Bu Hao nehmen. Schei... Wetter.
Es ist nass, kalt und irgendwie Herbst. Und ja, der (hier maximal zwei Wochen  dauernde) Herbst hat jetzt angefangen. Heute morgen sind wir noch ohne Jacke los, und heute Abend brauchen wir Sie eigentlich. Jetzt noch zwei Wochen, dann wird Winter. Schad. Am Wochenende werden wir uns dann langsam mit den Heizkörpern beschäftigen müssen, jetzt wo es unter die 20 Grad Marke geht. Und die Zeit wird in Deutschland umgestellt. Bis jetzt also noch keine positiven Aussichten auf den Winter...
Aber etwas hat mich dann heute trotzdem zum Schmunzeln gebracht:

Unglaublich, Suzuki macht hier Werbung mit Funkemariechen... und ja, ich vermiss meine(n) Mannschaft(ssport). An der Stelle viele Grüße und ganz viel Glück auf den Turnieren.

M - 56 C

26Okt2016

Was könnte denn 56C sein? Es sind nicht 56 Grad Celsius, da in Changchun eher einstellige Zahlen vorherrschen. Es sind auch nicht die Taxikosten, die in Changchun zwar billiger ausfallen sollten, aber meist durch Trickbetrügereien eher die Shanghai Preise überflügeln.

Nein, es ist der bescheidenste Sitzplatz in einem Flugzeug, den ich je hatte.

Als ich gestern heimgeflogen bin, war ich der einzige Westler in der gesamten Maschine von Changchun nach Shanghai. Das die Maschine schon (sogar diesmal pünktlich!) acht Uhr startet hat auch alle chinesischen (Schwieger-)Eltern nicht davon abgehalten diesen Flug zu buchen und rechtzeitig am Flughafen aufzukreuzen. Durchschnittsalter im Flugzeug: 60 Jahre und bis auf den letzen Platz ausgebucht...

Ich dagegen war spät dran, kann nicht online oder am Automaten einchecken und bin somit der letzte der sein Ticket bekommt: 56C.

Das erscheint mir zu dem Zeitpunkt noch net so schlimm. Als ich dann sitze dämmert es mir aber schon beim Start...

56 ist die letzte Reihe im Flugzeug. C der Gangplatz. So nah an der Toilette fliegen uns "Hintensitzer" schon beim Start drei aufdringliche Fliegen um die Nase, was ich vorher so noch nie in einem Flugzeug erlebt habe.

Bevor wir allerdings überhaupt die Reisehöhe erreichen entscheidet sich eine Dame zwei Reihen vor mir irgendwas aus ihrem Handgepäck zu holen, was mit lautem Geschrei von den Stewardessen hinter mir quittiert wird. So richtig verstanden hat sie es trotzdem nicht, da sie, selbst nachdem sie zum hinsetzen gezwungen wurde, keine zwei Minuten später wieder steht. Wieder lautes Geschrei neben meinem Ohr, und gerüttelt an meiner Lehne... dann endlich erreichen wir Reiseflughöhe. Endlich Ruhe...

Ich atme auf, schwups schlägt es mir das Kindle aus den Händen... 

Der etwas "kräftigere" Chinese vor mir hat seine Lehne nach hinten gestellt... OK, kein Problem, zieh ich halt auch am Hebel und... Hebel? Wo? Was?

Reihe 56 ist die letzte im Flugzeug und hat keine Hebel. Da lässt sich die Lehne nicht verstellen. Ich bin leicht verwirrt. Und etwas angefressen. Der Platz vom dicken Chinesen bis zu mir reicht für mich und ein halbes Kindle. Ich kann höchstens im Querformat lesen...

Ich tipp ihm auf die Schulter und erkläre mit Hilfe einer Stewardess die Situation. Zum Glück ist er einsichtig und wir einigen uns in der Mitte. Wenigstens kann ich wieder atmen, wenn ich schon net in die "Liegeposition" wechseln kann.

Ich entspann mich gerade, da wird es warm und weich am rechten Ohr. Was da... Och nö... Alle Passagiere dieses Fluges haben sich jetzt überlegt, dass sie aufs Klo müssen und haben sich an meinem Platz versammelt. Toll. Jedesmal wenn die Stewardess jetzt durch muss, drücken mir die Passagiere ihre durchaus voluminösen Bäuche oder Är... ans Ohr. Suuuper...

Meine anfängliche Unausgeglichenheit weicht jetzt einer spürbaren Gereiztheit, die nicht besser wird als mir dann noch erklärt wird, dass sie für die letzte Reihe keine warme Mahlzeit mehr haben. 

Macht nix, DEN FRASS KANN EH KEINER ESSEN!!!

Nach 2,5 Stunden bin ich in Shanghai. Endlich ist der Spuk vorbei... Und eins ist sicher: 56C? Nie wieder...

M - Niederschlag-End

23Okt2016

Vor einem Jahr haben wir von goldenen Sonnenstrahlen, guter Luft und 25 grad geschwärmt.Dieses Jahr haben wir Gäste aus Coburg da und wir haben immer noch gute Luft, nur noch 22 grad und keine Sonne...

Denn es gießt wie aus Eimern und man kann kaum was dagegen tun.

Trotzdem lassen wir uns die Laune nicht verderben und versuchen ein ordentliches Touristenprogramm auf die Beine zu stellen und unserem Gästen in Shanghai richtig was zu bieten.

Das geht schon damit gut los, das sie trotz des ersten Langstreckenfluges fast keine Jetlag Auswirkungen haben und gleich mal am ersten Tag YuGarden, Bund und West Nanjing Road abgehakt haben. Wow...

Da konnten wir nur noch mit einem sehr leckeren Japanischen Abendbrot kontern, welches wir gar nicht weit weg von uns im GinPai zu uns nehmen. 

Und da sind wir irgendwie auch schon wieder im Urlaub. Um uns herum fast nur Japaner, das Essen ein Gedicht und der Tunfisch... hach der Tunfisch... wir müssen wiedermal hin. :-)

Als wir am Samstag früh im Als Diner bei Pancakes und Sandwich mal zusammenzählen haben unsere Gäste jetzt schon einige Länder (zumindest kulinarisch) in den drei Tagen Shanghai bereist.

Erst Thailand, dann China, dann Japan, dann Amerika... und es werden sicherlich noch Taiwan und viele andere folgen.

Aufgrund des wirklich bescheidenen Wetters Am Samstag haben wir uns gegen die großen Wolkenkratzer entschieden und sind lieber unterirdisch im Fake Market, sowie dem Brillen Markt geblieben. Bei beiden haben wir bis aufs Blut verhandelt und wirklich viel Spaß gehabt. Wir haben immer noch nicht den Handelgrad der Inder erreicht, aber es geht jetzt schon deutlich besser. Das erkennt man zum Beispiel an den nagelneuen Schuhen und an 4 neuen Brillen, die wir gleich mal eingekauft haben. In der Dritten Etage des Brillenmarktes war irgendwie viel weniger los, und die Preise gleich einiges günstiger. Und weil wir gleich mal ein ganzes Brillenpaket gekauft haben, waren die Verkäuferinnen mehr als fröhlich als wir nach 20 Minuten die fertigen Brillen abholen. Da gabs gleich noch ein Foto inklusive LaoBan (Chefin), das jetzt vermutlich die WeChat Werbeseite des Optikers ziert. :-)

Abends dann noch ein Paar Dumplings dazu und nochmal bei einem Franzosen auf Nachtisch und Cocktail eingekehrt. Der Kellner spricht Stielecht mit französischem Akzent und fängt an Deutsch mit uns zu sprechen als er merkt wo wir herkommen.

Er hat in Dresden eine Weile Studiert und ist jetzt seit 5 Monaten hier. Die Welt ist ein Dorf...

Am Sonntag reißt dann doch noch der Himmel auf und diejenigen von uns, die noch trockene Schuhe haben, ziehen die gleich mal an, bevor wir nach Tianzifang starten um einen weiteres Touristenhighlight anzugehen. Das macht auch gleich viel mehr Spaß bei etwas Sonnenschein und 25 Grad. Als es denn früher Nachmittag wird, trennen wir uns. A mit Gästen startet Richtung PuDong um die Wolkenkratzer zu erklimmen, ich starte Richtung Flughafen.

Dienstreise nach Changchunq. Gut dass ich die Wetterapp nochmal gecheckt hab. Schlecht, das der dicke Wintermantel gut verstaut im Gästezimmer ist.

Als ich nämlich mit ner Stunde Verspätung Lande ist es Weiß. Schnee... Och nö... 6 Grad steht auf der Uhr und es ist kalt. Meine Kollegen erklären mir, das es in ein Paar Wochen auf -20 runtergeht. Na dann sollte ich liebe morgen alles erledigen...

Trotzdem fühlt es sich nicht ganz so schlimm an. Die Kälte ist eher trocken. Und ich hab Winterschuhe dabei. Das war vor einem Jahr noch ein mittelschweres Problem... :-)

Ich drück jetzt einfach mal die Daumen, dass es in Shanghai trocken bleibt, und A unseren Gästen noch einiges zeigen kann. Und für mich bleibt nur eins: Unterhemd, Mantel und Winterschuhe an und den Schnee in Changchun "genießen"...

M - Achtung schlüpfrig...

20Okt2016

Was passiert eigentlich, wenn wir 3 Tage hintereinander trockenes Wetter und eine höhere Staubbelastung haben und dann fängt es an zu regnen? Also nicht viel, nur so ein bisschen Nieselregen. Mal abgesehen davon, dass 20 Grad und Regen meist dazu führen, das man das Falsche anhat und ständig zwischen Jacke aus und Jacke an schwankt. Vor allem auch weil U-Bahnstation warm, Metro selbst kalt usw... :-)
Aber auch der Boden wird glitschig. Nicht nur ein bisschen. So richtig. Da der ganze Staub aus der Luft auf dem Boden landet (was auch Vorteile hat...) und dort zu einer superglitschigen Suppe reagiert. Da es nicht richtig regnet wird diese Suppe auch nicht weggespült sondern bleibt schön auf den Gehwegplatten liegen. Irgendwie witzig zu sehen, wie die Leute je nach Schuhwerk fast schon über die Gehsteige und Plätze „tanzen“. Ich könnte glatt drüber lachen, wenn ich nicht selbst gerade dabei wäre mich wieder abzufaaaaaAAahhhnngen…

Lessons Learned fürs nächste Mal: Ich brauche mehr Profil. Also an den Schuhen…

M - Shanghai Fashion Week

17Okt2016

Woran merkt man das die Zeit vergeht? Neben dem Ticken der Uhr gibt es tausend andere Möglichkeiten das zu merken. Eine davon hat uns am Sonntag erwischt. Irgendwie hab ich aus einer WeChatGruppe rausgekrabbelt, das Shanghai Fashion Week ist. Und da merkten wir, das die Zeit vergeht. Vor nicht ganz einem Jahr hat A ganz erschrocken festgestellt: "Was? Shanghai hat ne Fashion Week? - Und wir haben Sie verpasst?" Diesmal haben wir es zumindest etwas eher mitbekommen und uns auf den Weg gemacht...

Den großen Eröffnungs-Catwalk mit Usher am Freitag haben wir uns aufgrund eines haarsträubenden Abstand-zum-Catwalk/Preis Verhältnis gespart. Wir hätten noch ein Teleskop dazu kaufen müssen.

Allerdings hat es uns am Sonntag nach einer sehr erfolgreichen Kizombastunde mal nach Xintiandi verschlagen. DEM Hexenkessel der Fashion Week. Dann haben wir uns erstmal entspannt bei einem spätem Mittag an eine Straßenecke gesetzt, gesunde Gerichte von Sproudworks genossen und auf die Strasse  geglotzt.

Überall Fotographen, Models die auf Shanghai's Straßen fotografiert werden, Fashion Victims und vor allem Mädels, die sich mal was getraut haben, um vielleicht hier entdeckt zu werden. Teilweise wirklich schick, teilweise etwas "sperrig" und manchmal echt zum Lachen.

Die Essenz die A mitgenommen hat: In den spontanen Streetstyle Fotos, die so einfach aufgenommen aussehen, steckt ne Menge Arbeit. Zwei Mädels in Herbstmode mussten bei 27 Grad gefühlte 26 mal ne Ampel überqueren. Und neben den beiden Mädels war auch der Menschenauflauf interessant, der dadurch verursacht wurde.

Nach unserem modischem Mittag haben wir dann nen Abstecher ins Herz Xintiandi's gemacht, um mit nem Käsekuchen und nem Apfelstrudel das Mittag gleich aufs Abendbrot zu verlängern. Dann sehen wir das:


Ein Roter Teppich? Was das? Ein Kinotrailer läuft mit chinesischen Zeichen. Irgendwann bekommen wir raus, das hier die Premiere von Dr. Strange, dem Kinofilm, läuft. Und so wie das aufgebaut ist, kommen hier gleich die großen Hollywoodstars an und lassen sich interviewen. Wir haben uns auch mal 10 Minuten mit hingequetscht, aber selbst als wir ne Stunde später nochmal vorbeigekommen sind, waren noch keine Hollywoodstars da. Da merkt man wieder: ohne chinesische Zeichen und Kontakte bekommt man auch nicht raus, wann hier was stattfindet. Auf jedenfall müssen wir mal ins Kino. Zumindest den Zweck hat der rote Teppich schonmal erfüllt.

Dann noch bissel um den Block geschlendert... Aha...


Gefunden... hier ist also die richtige Fashion Week. Allerdings sieht das Zelt für die Catwalks nicht ganz so spektakulär aus. Einige Leute auf der Straße versuchen uns Tickets für die aktuelle Show von Chamber C zu verkaufen. Sagt A nix und so lassen wir das auch. Die Top Marken sind sicherlich auch zur Primetime dran, und da gibt es bestimmt auch keine Karten mehr vorm Zelt. :-)


Daher kommt es vermutlich auch, das das Zeit so "verlassen" wirkt. Zumindest im Vergleich zu der Dr. Strange Premiere.

Ja, aber trotzdem ein sehr spannender und erlebnisreicher Sonntag. Und ein Punkt auf A's Checkliste abgehakt: "mal auf ne Fashion Week gehen". Und eine weiter Chance für ne Catwalkshow haben wir ja noch... wie die Zeit vergeht.

M - "monitor engineer"

15Okt2016

Garantieleistungen die zweite...

Mein gerade mal zwei Monate alter Monitor hat sich plötzlich mal überlegt: "och, reicht..." zumindest zur Hälfte.

Die linke Seite meines Monitors war plötzlich dunkel. Und wie immer in China, macht mir das hier Kopfzerbrechen. Weil wie kann ich auf die 3 Jahre Garantie zurückgreifen? Hm... naja, erstmal den Händller anrufen lassen - Rückinfo der chinesischen Bekannten: der Händler kann mir nicht helfen, ich muss mit Asus in Kontakt gehen. Also Asus China auf englisch angeschrieben, die haben mich auf eine chinesische Hotline verwiesen. Na toll.

Also Plan B: Bei Asus Deutschland mein Produkt registriert und dann den Schaden gemeldet. Mit dem kleinen Hinweis, das ich in Shanghai wohne. Und siehe da... das klappt. Ich bekomme aus China in english die Info: am nächsten Samstag kommt jemand.

Also den gesamten Samstag gewartet und zweimal mit dem "monitor engineer" telefoniert wann er denn jetzt kommt. Um 17 Uhr klopfts... da isser.

Nen monitor hat er nicht dabei, und english kann er auch nicht. Na das kann was werden. Er schaut den Schaden an, nickt... dann fragt er nach der Rechnung. Und lehnt die die ich ihm hinzeige ab. Kein Datum drauf. Na super. Da hat mich der Händler also auch bissel gefoppt. Ich mach einen auf Ausländer und Ting bu Donge rum. Dann öffne ich die Asus Webseite, und zeig meine Registrierung. Inkl. Kaufdatum. Alles zusammen wirkt. Er nickt und fängt an.

Und das meine ich wörtlich. Er zerlegt ein 1000 Euro Hightechgerät mit einem dreckigen Schraubenzieher auf unserer Gästecouch. Ich kann es kaum glauben, als ich ihm beim zerlegen, abrutschen und grübeln Zuschau. Meine Gedanken sind: "hm... vielleicht wäre ja ein Halber Monitor immer noch besser als keiner..."

Er schraubt und schaut. Tauscht eine Leiterplatte und schraubt wieder zusammen. Angeschlossen. Licht auf beiden Seiten, aber kein Bild. Und zurück, wieder aufgemacht, rumgefriemelt. Ich schau auch rein. Der Stecker zum Display steckt nicht drin. Ich so: "zhe ge bu hao" er schaut mich an, nickt. Steckts an. Zusammengebaut, angesteckt...

Geht!!!! Das ist doch was. Mal abgesehen davon, das jetzt alle Garantiesiegel ab und gebrochen sind, läuft die Kiste wieder. Top.

Und ganz nebenbei hat sich das bei Google  bestens bekannte Flackern auch gleich mit aufgelöst. Also war das Flackern beim Asus ROG PG27AQ hat, es scheint so, als ob Asus mittlerweile Eine Lösung gefunden hat.

Die eine Schraube, die übrig ist, und die etwas lockeren Steckverbinder schreib ich jetzt mal den Chinesischen 80% zu. :-) nicht das zwischen den beiden Punkten ein Zusammenhang besteht...

M - Schnitte zum Abendbrot...

14Okt2016

Das ruft Erinnerungen wach. Als wir die sehr intensive Arbeitswoche am Freitag abschliessen möchten, entscheiden wir uns für die sichere Variante und essen was kleines im "Wagas" um die Ecke. Und während A einen herzhaften Pfannkuchen zu sich nimmt bestell ich ein Sandwich. Und das ist:


Eine Schnitte. Sehr lecker mit Vollkorn-Walnuss-Brot. Roastbeef (was ist eigentlich der deutsche Begriff dafür?) und frischem Salat.

Wie "früher" - wie in der Heimat. Heute gibt es Schnitte zum Abendbrot... :-)

M - Trickbetrüger...

14Okt2016

Mein Jahresrückblick lässt noch auf sich warten, da ich mir dafür doch mal einiges an Zeit nehmen muss. So ein Jahr Shanghai in einem Absatz zusammenzufassen wird vermutlich sowieso nahezu unmöglich. :-)

Aber wer denkt, dass wir nach einem Jahr voll drin sind, und uns nichts mehr erschüttern kann: falsch gedacht. Erst heute ist wieder was passiert, was mich überrasch hat, und diesmal negativ.

Heute morgen steh ich am Drehkreuz der U-Bahn und schau dumm aus der Wäsche. Als ich meine "Verkehrskarte", mit der fast alle Verkehrsmittel in Shanghai bezahlt werden koennen, benutze sagt der Automat: "Zutritt verweigert."

OK, das ist ja nicht so unüblich, dass mal ein Systemfehler die Karte deaktiviert und diese reaktiviert werden muss. Nur etwas ungünstig am Morgen wenn wir zum Bus müssen und prinzipiell gar keine Zeit haben, weil wir schon fast zu spaet aus dem Haus sind.
 
Also ab zum Counter, den armen Kerl dahinter die Karte hingeschmissen - "Los, mach ganz..." Er schaut in seinen Monitor und wundert sich, fängt an zu schwitzen und erklärt mir, das ich kein Geld auf der Karte habe. Ich erklär ihm schon etwas gereizt, dass ich vorgestern 15 Euro aufgeladen habe, und das net sein kann. Er schluckt... dreht den Monitor rum. - letze Transaktion 400 RMB ausgezahlt. Was? Im Mai? - das ist nicht meine Karte.

Bäm. Da schoss mir's. Dieser komische...

Diese Woche ist ein Kollege aus Deutschland da und wir sind gestern Abend mal nen Burger und nen Käsekuchen essen gegangen. Da wir noch nicht direkt danach heimwollten sind wir noch nach Xintiandi in eine Bar. Nur kurz, auf ne Cola. Dann heim mit dem Taxi. Dort angekommen wollte ich dieses mit der besagten Karte bezahlen. Interessanterweise sagte auch schon der Automat im Taxi: "Geht nicht!"  Wie eingangs schon gesagt: das ist nicht so ungewöhnlich. Aber ich bin mir jetzt verdammt sicher, das der Taxifahrer die Karte ausgetauscht hat. Damit hat er meine 15 Euro eingesackt und die Fahrt hab ich auch extra noch bezahlt, nachdem er mir erklaert hat, dass sein Lesegeraet wohl kaputt ist, weil es die Karte nicht erkennt.
 
Tja, Xintiandi ist halt Expat- und Touristenecke. Und wenn die angetrunken Westler heimstolpern, dann ist es vermutlich einfach solche Dinger abzuziehen. Ich hab auch schon von gefälschten Geldscheinen in Beijing, und haarsträubenden Umwegen in Shanghai gehört.

Das Positive daran ist, das wir erst nach einem Jahr damit konfrontiert werden. Zeigt wieder: Viele sind nett und ehrlich. (Sicherlich sogar weit mehr als die ominoesen 80%. :-) ) Aber so ein paar Trickbetrüger gibt es halt doch, wie in jeder Touristenecke auf der Welt. Und was jetzt tun?
 
Bleibt nur eins: Lessons learned (Lektion gelernt): Einen Aufkleber auf die U-Bahnkarte, der deutlich erhaben ist. Den kann man auch im funzeligen Taxi erfühlen, wenn man kaum was sieht. Ein Kollege bringt uns da mal was mit... :-)

M - Zurück auf Los?

11Okt2016

Und da sind wir wieder, zurück auf Los, ziehen 4000 Mark ein und schwingen die Würfel. Straßen haben wir in Japan keine gekauft. Allerdings hatten wir manchmal schon das Gefühl ganze Hotels und Restaurants zu kaufen. :-) Aber das Japan teuer ist, haben wir ja schon vorher berichtet.Insgesamt ist es tatsächlich ein bisschen wie Monopoly wieder in Shanghai zu sein. Irgendwie ist es wie die Turmstraße kaufen, obwohl man vorher schon ein Hotel auf der Schlossallee hatte.

Als wir in Shanghai ankommen, fällt uns sofort wieder auf, was die Hauptunterschiede sind. A hat es auf den Punkt gebracht: "Japan ist wie China / Shanghai, nur Besser." Und damit meint sie nicht nur das Sushi.

Auch wenn Japan lange nicht mehr aussieht wie der Hightechstatus, der uns in unserer Jugend vermittelt wurde, ist es offensichtlich, dass Sie in den 70gern und 80gern genau das waren. Sie sind Meister im Kopieren und optimieren dabei kontinuierlich - perfektionieren, streben nach den 110%, die das Original nicht erreicht hat. Genau da, wo die Chinesen meist bei 80% aufhören. 

Das spürt man beim Essen, bei den vielen Gimmicks / Erfindungen und bei fast allen anderen Gelegenheiten. Auch bei ihrer Art die Dinge zu erhalten. Ich glaube das ist der eigentliche Hauptunterschied zu unserer aktuellen Wahlheimat. 

Und genau das ist es was uns in die Diskussion geführt hat, ob man Japan mal gesehen haben muss. Der Konsens war: Ja, aber man muss vorher China gesehen haben... :-)

Und was war es jetzt Konkret, was uns aufgefallen ist? Kleinigkeiten mit großer Wirkung. In Shanghai können wir wieder Schilder auf english lesen, während wir in Japan Restaurants an unbekannten Schriftzeichen erraten mussten. Insgesamt ist Shanghai deutlich ausländerfreundlich durchdacht, als es selbst in Tokyo war. 

In der U-Bahn fiel mir gleich wieder auf, das es lauter ist, die Menschen nicht so westlich und modern wirken. Als wir zuhause ankommen sind wir überrascht, wie groß unsere Wohnung, wie hoch unsere Decke ist. Wahnsinn, wie sich Wahrnehmung relativ verschiebt. Und natürlich, wir müssen wieder auf Arbeit und können nicht mehr jeden Tag durch Restaurants, Gärten und Tempel schlendern. 

Der krasseste Unterschied war aber etwas ganz anderes: Zuhause angekommen, auf die Toilette gegangen und - Aaah, was das? Der ist ja kalt??? Ach ja, Japan hat beheizte Klobrillen... Na dann - zurück auf Los... Willkommen bei 80%. :-)

M - der letzte volle Tag...

08Okt2016

...in Tokyo ist schon wieder fast vorbei. Und was machen wir bei dem etwas feuchten Wetter? 

Na klar... Endlich shoppen. Fast überall gibt's hier "Tax Free" und noch extra 5% Rabatt wenn man mit der chinesischen Karte bezahlt. Das nenn ich mal ein Angebot. Wir kommen somit auf irgendwas um die  -13% raus. Und alles was in Japan produziert wird ist von  vornherein schon günstiger. Zum Beispiel eine Sony Linse für meinen Fotoaperat. Knapp 30% günstiger als in Deutschland, da hilfst auch nix, wenn ich dort 19% Mehrwertsteuer spare...

Daher macht A die Drogeriemärkte unsicher, während ich mich noch durch die Elektrobikfachmärkte wurschtel und dabei die Bankkarte glüht.

Interessanterweise ist das hier ganz anders als in China, aber auch wieder nicht. Das lässt sich schwer beschreiben. Die Elektromärkte sind irgendwie besser strukturiert als in Shanghai, aber trotzdem noch immer chaotischer als der deutsche Mediamarkt. Die Drogerien sind vollgestopft bis oben hin und kein Mann sieht hier durch. Die Klamottenläden sehen irgendwie aus wie auf dem Fakemarkt, was einem kein gutes Gefühl beim Kaufen gibt. :-) In den Kaufhäusern gibt es wiederum kaum einen Unterschied. Irgendwie verwirrend. Trotzdem haben wir uns das nicht nehmen lassen und ordentlich zugeschlagen.

Ein interessanter Shopping Fund: 

Im 7/11, also dem 24 Stunden Supermarkt gibt's Wechsel -Hemden, -Hosen, -Socken und -Krawatten. Falls man mal nach einem langen Arbeitstag nicht mehr rechtzeitig heimkommt.



In der Nähe haben wir dann auch ein "Kapselhotel" gefunden. Die ganze Nacht schlafen darin knapp 30 Euro. Das geht sogar. Ausprobiert haben wir es Trotzdem nicht, wir bleiben unserem Schrank im Ryokan treu. :-)

In wenigen Stunden nehmen wir dann schon wieder Abschied von Japan, was mir sehr gut gefallen hat in den letzen zwei Wochen. Wir waren überrascht, wieviel hier eigentlich nicht wie in China, aber dafür eher wie in Deutschland ist. Und das obwohl es von China 1,5 h und von Deutschlabd 12h Flug entfernt ist. Nach einer Woche Erholung und einer Woche Städtereisen (mit über 110km Laufwegen), war es ein wirklich schöner, spannender und erholsamer Urlaub. Nächstes Fernziel: Deutschland... In 13 Wochen ist Weihnachten. :-D

M - Die erste Nacht im Ryokan...

06Okt2016

Wir haben uns heute noch den Kyotoer Bahnhof angeschaut, und ich muss echt sagen: Wahnsinns Gebäude. Zumindest das erste mal, dass ich, wie in einem Theater Treppenstufen hochgehen kann, bis ich im 12. (!!) Stock ankomme und den Ausblick auf die Stadt genießen kann. Inklusive Kyoto Tower. Echt toll..


Danach ab in den Shinkansen nach Tokyo und 2,5 Stunden von vorbeiziehenden Landschaften einlullen lassen. Bis - Tataa... Endstation, wir sind in Tokyo.

Und das Hotel hier komplettiert nun eigentlich unsere "Hoteltour" durch Japan. Nach 5 Sterne Strandhotel in Okinawa, "kleinem Standard-Hotel" in Hiroshima, in Pappwänden gepferchten Raum mit Nasszelle in Miyajima, dem echtem Japanischen  Wohnhaus in Kyoto, folgt nun ganz offiziell: ein Ryokan.

Nein das sind noch nicht die Schlafkapseln (180x90x90cm groß übrigens), die wir uns in dem Urlaub auch gar nicht anschauen wollten. Das sind die im Vergleich noch sehr komfortablen schrankartigen Schlafzimmer (250x190x190cm). Davon gibt in diesem winzigem Hotel über 20 Stück. Und alle sind ausgebucht. Toilette und Dusche sind auf dem Gang, Waschbecken gleich daneben. Es ist alles sehr eng, aber stylisch und sauber. Hiro, der Mann an der Rezeption, erklärt uns alles und kümmert sich um alles. Inkl. Kochen des Frühstücks, Touriinfo, Check in usw... WOW...

Als erstes haben wir heute in Tokyo den Skytree unsicher gemacht. Über 640 Meter ist der hoch. Allerdings ist die höchste Besucherplatform zum runterschauen bei 450 Meter. Heißt, das wir auf dem Shanghai Tower schon 4 Meter höher waren. :-)

Also haben wir uns 10 Euro gespart und haben den atemberaubenden Sonnenuntergang auf (nur) 350 Metern abgeschaut.


Und jetzt gerade haben wir in unserem Zimmer die Matraze auf dem Boden ausgerollt, die Koffer zusammengeklappt, weil sonst kein Platz mehr ist, und es uns gemütlich gemacht. Irgendwie fühlt es sich an wie in einer großen WG, oder einem Hostel... Ich bin gespannt auf unsere erste Nacht im Ryokan. Morgen gehts früh raus, Tokyo hat noch viel zu bieten...

M - Zahnräder in Kyoto

05Okt2016

Der letze volle Tag in Kyoto bricht an und morgen geht's es nach Tokyo weiter. Wir haben unser ganzes Programm auf innen ausgelegt, weil ja heute der Taifun kommt.

Und... Pustekuchen. Er ist nach Norden Abgedriftet und wir starten den Tag bei strahlendem Sonnenschein auf der Burg Nijo. Diese ist aus der Zeit der Shogun und Samurai, und noch bestens erhalten. Wirklich imposant und mal eine gelungene Abwechslung zu den vielen Tempeln und Schreinen hier.

Danach zeigt es trotzdem zu und tröpfelt immer mal, also erstmal ordentlich Brunchen gegangen. Das Grapes ist ein Pancake Schuppen, der genau das möglich macht.


Danach geht's auf zum nishiki Markt. Komplett überdacht und mit tollen Angeboten was essen angeht echt eine Attraktion. Hier finden wir dann auch endlich das Lang ersehnte Mochi. Reisteig mit süßer Bohnenpaste und roten Bohnen drauf... Nicht so lecker wie das mit Eis drin, aber auch net schlecht.

Für den Abend haben wir uns noch ein Highlight einfallen lassen, aber erstmal Abendbrot essen.

In einem winzig kleinen, vollgestopften, Gyozo Restaurant. Nur 26 Sitzplätze gibt es und jeder hat genau soviel Platz, das er gerade noch so atmen kann. Gyozo sind die Japanischen JiaoZi, beziehungsweise Maultaschen. Klassisch, analog Shanghai mit Schwein, oder mal ganz modern mit Huhn und Mozerella. Beides extrem lecker...


Und dann kommt das, was wir geplant haben. In einem Histel haben wir den Flyer einer "non verbalen Bühnenschow" gefunden. Hm...

Wer uns kennt, weiß: mit Tanz und performing Arts kann man uns locken... Also haben wir Karten bestellt und laufen Pünktlich ein einem kleinen Theater mitten im Kyotoer Kunstviertel ein.


Die Bühne von "Gear" sieht schon vielversprechend aus, und als die Show startet, brennen die Jungs und Mädels ein wahres Feuerwerk ab. Ich möchte nicht zuviel verraten,  aber falls ihr mal in Kyoto seit, macht einen Abstecher in den Art Complex 1928. Da gibt's neben tollen Kaffes wirklich super Bühnenkunst. Mit Tanz, Akrobatik, Zauberer und einer tollen Geschichte ohne ein gesprochenes Wort, aber mit Schutzbrille...

Wie diesbezüglich die Zahnräder ineinandergreifen, erklär ich euch aber lieber, wenn wir uns mal persönlich sehen. :-)

M - der "geheime" Garten

04Okt2016

Wir machen weiter Kyoto unsicher und haben diesmal sogar Glück mit dem Wetter. Daher geht es heute zum Kaiserplalast. Als wir die Straße kreuzen, an der gestern unsere Touriroute abgezweigt hat, sehen wir kein Land mehr vor Touristen... Jetzt sind nochmehr chinesische Geishas und auch sehr viele westliche Touristen unterwegs...

Wir machen weiter und suchen uns erstmal ein Frühstückslokal. Jetzt ist wichtig zu wissen, das es hier kaum Brötchen und Marmelade in den Kaffees gibt, sondern wenn dann eher Waffeln, Pancakes oder Toast. Und an der Ecke wo wir ausgestiegen sind, war es dann richtig interessant. Im ersten Kaffee wurde geraucht. Kaum möglich den Nebel bis runter zur Waffel zu durchblicken.

Das zweite Kaffee war super, bis wir bestellen wollen... Waffeln sind aus. Was? Nur noch Toast? Hm... Nö...

Das dritte Kaffee hat zu. Und hier zeigt sich nochmal wie schwierig "überleben" in Japan ist. In Shanghai ist das meiste auch English verfügbar, und Apps wie BonApp machen Restaurant und Café Suchen sehr einfach. Hier hat man zwar sogar Google, aber alles ist mit japanischen Schriftzeichen. Öffnungszeiten, Ruhetage, alles nicht lesbar für uns... Ah, ok, der Tripadviser geht. Nur da sind Ca. 20% der Restaurants gelistet, keins in unserer Ecke und nicht sortierbar nach: "n scheenes Friehstigg".

Wir grabbeln uns dann einfach jemand aus einem Hostel und fragen da mal... Und Zack, die haben eine "recommendo" - eine Empfehlung. Um die Ecke gelaufen und wir sitzen in einem super schönen Café mit Toast, Käsekuchen, Waffeln und Pancakes... Jetzt kann der Marsch zum Kaiserpalast losgehen.

Dort angekommen machen wir das typisch deutsche und stellen uns erstmal an... Keiner weiß, was das ist, aber es gibt nur 20 Plätze und jetzt kann man sich melden für die 15 Uhr Führung. Ok... *meld* wir bekommen die letzen Plätze und dürfen uns hier erst wieder 14:40 versammeln... Irgendjemand hat auch gerade die Mauer angefasst, die den Bereich umgibt, weil zwei Soldaten gleich mit rufen losstürmen... Na mal sehen, was das ist....

Wir schauen uns derweilen den wirklich sehenswerten Kaiserpalast an und staunen über die wenigen Menschen hier. 4km weiter Ertrampeln sie sich vor dem Kiyomizu-dera Tempel, und man bekommt kein Bild ohne Geisha. :-)

Hier:



Im Tempel und dem wunderschön angelegten Garten fast nix los... Wir bestaunen die Gärten und fragen uns, wie es hier wohl früher zugegangen ist. Für Europa hat jeder ein Bild im Kopf, mit flanierenden Grafen und Mädchem im Kleid mit Unterrock usw. Ein paar Ritter vorm Tor... Aber hier?

Riesige Plätze alles weitläufig, wunderschöne Gärten... War das alles voller Samurai, oder Geishas, oder beides? Hm... Das muss ich mal rausfinden...

Nach dem Mittag gehen wir zu unserer Sonderführung und sind überrascht. Nur 20 Mann dürfen hier rein. Und das hier das"Privathotel" der japanischen Oberhäupter, in denen sie noch heute manchmal zu Gast sind. Das erklärt auch die Sicherheitsvorkehrungen mit Pässen zeigen, Rucksack durchwühlen und immer ein Wachmann, der uns folgt... Die ganze Tour.

Das Highlight hier ist ein wunderschön angelegter Zen Garzen, durch den wir fast eine Stunde lang spazieren. Leider sind keine Kirschblüten mehr dran und die Bäume noch nicht herbstlich bunt, aber die ersten Färbungen fangen schon an und man kann sich vorstellen, wie atemberaubend der jetzt schon wundervolle Garten im März und November aussieht.  Das ist schon ein sehr exklusiver, geheimer, weitläufiger Garten... Falls wir mal ein Haus, und noch Geld übrig haben, stellen wir einen Japanischen Landschftsgärtner an. Der läuft sogar mit Socken übers Moos, damit sich nix verschiebt. :-)

M - Dinner im Separee...

04Okt2016

Am Abend sind wir noch in Gion unterwegs. Das Viertel wird als Kunst- und Restaurant-Viertel beschrieben. Und ja, es wirkt sehr künstlerisch und schön. Vor allem treffen wir hier die echten Geishas Kyotos. Und plötzlich fällt es uns auch auf, das die chinesischen Fake - Selfi Geishas sich zwar für Ihre Fotos wirklich hübsch gemacht haben, es aber nicht ansatzweise mit denen hier zu vergleichen ist.

Die Kimonos wirken gröber, die Schminke viel heller und ausgefeilter. Die Bewegungen sind ganz anders... Ja, wir sind in Gion. :-)

Auf der Suche nach einem Restatrant stellen wir allerdings fest, das es nicht so einfach ist, hier etwas auszuwählen. Wir haben keine Ahnung, welches der Häuser ein Restaurant ist, und bei welchem einfach so eine Laterne davorhängt, weil es ein Tee-, oder Wohnhaus ist.

Tatsächlich sind die meisten Häuser hier Restaurants, die das japanische Menü für um die 140 Euro pro Person anbieten. Ok, für den Preis sorgt dann auch eine Geisha (hier übrigens Geiko genannt) für Unterhaltung mit Musik, Tanz und anregendem Gespräch.

Da wir letzteres nicht verstehen würden, unser Geldbeutel bei den Preisen etwas verkniffen schaut und wir uns trotzdem nicht sicher sind, wie man sich jetzt hier genau verhält, wackeln wir mal lieber ins Nachbarviertel. Da gibt's Restsurants und Clubs, so wie wir das auch schon kennen. Da kann nix schiefgehen.

Auf dem Weg kommt uns eine Gruppe Geschäftsmänner entgegen, bei denen Jeder eine Geiko dabeihat, mit denen sie sich angeregt unterhalten. Die Älteste läuft neben dem Chef... Da hat sich einer den Firmen- oder Kundenausflug aber sicherlich was kosten lassen.

Wir biegen dann allerdings zu zweit in ein schickes japanisches Restaurant ein, welches uns der Tripadvisor angezeigt hat. Das "Ichirin" empfängt uns freundlich und bittet uns zwei gleich in eine Tür links. Und schwups... Sitzen wir in einem Separee... Nur wir zwei, umgeben von dünnen Wänden und etwas zu stark gekühlt von der Klimaanlage. (Dauerzustand in Japan, viel schlimmer als in Shanghai.)

Es klopft - Ja? Ein Kellner kommt und erklärt uns, was es gibt. Fragt, was wir trinken möchten und teilt mit, dass falls wir das Essen gewählt haben, wir einfach auf die Klingel da drücken, und sie nehmen die Bestellung auf. Ok.

Wir wählen das kleine Menü. 9 Gänge... Klingel gedrückt - Ding Dong - draußen rufen 5 Leute "Hai..." Und irgendwas mit "...mas." Das heißt soviel wie, ja es kommt wer. Dann klopft es, eine Kellnerin kommt mit dem Grus aus der Küche rein. Gemüsesticks mit Béchamel-Sauce.

Wir bestellen unser Menü und schnorpsen den Appatizer hinter, da kloppft es. Ein herausragend leckeres Sashimi vom Lachs und einem mir unbekannten Blutrotem Fisch kommt begleitet von einem Lächeln herein. Unser Wasser ist alle, also klingeln wir. "Hai...mas" macht der Chor draußen. Klopft, leere Teller weg, Kleiner Holzkohlengrill hin, Gemüse dazu und Wasser bestellt.


Wir sind gerade fertig mit Gemüse Grillen, klopft es... Hm? Haben die hier ne Kamera? Ich kann nix entdecken. Würde das Separee ja auch sinnlos machen... Aha, nächster Gang: ein gegrillter Fisch, den ich nicht kenne, der aber superlecker schmeckt und mit Tofu und Lakritze verziert ist.

Das Wasser ist alle... Ding-Dong - "Hai...mas" - klopf klopf. Es kommt Tempura und wir bestellen Wasser.

Klopf klopf:


Das Highlight bis jetzt - saftig gebratenes Schwein in einer Senf Soya irgendwas Sauce... Hammer...

Hm... Soyasauce alle. Ding Dong - "Hai...mas" - klopf klopf... Die Soyasauce kommt mit dem nächsten Gang und A's Augen leuchten.


Klopf klopf - ah, noch eine Miso Suppe zum Sushi...

Dann lässt man uns erstmal ne Weile in Ruhe und genießen, bis... Klopf klopf... Oha, der Chéf (also der Küchenchef) bringt das Dessert. Wir teilen erstmal mit, das es ganz herausragend war. Er verbeugt sich vielfach und dankt, bevor er uns das Panna Cotta vor die Nase stellt.

Ohne Sauce, pur... Hä? Moment, erstmal kosten. Es schmeckt sehr gut. Nach Nuss, Zuckerrohr und (aber nur meiner, nicht A's Meinung nach :-) ) ein bisschen nach Nori Blättern (Algen). Toll.

Und jetzt? Ding Dong - "Hai...mas" - klopf klopf - die Rechnung bitte strahlen wir unseren Kellner an. Der strahlt zurück... Das ganze lag mit Getränken bei knapp 80 Euro. Das ist echt ein super Preis, für einen tollen Abend mit 9 Gängen im Separee...

Auf dem Heimweg schlendern wir noch etwas durch das "Bar-, Club- und Vergnügungsviertel". Dort treffen Welten aufeinander, wenn die Geikos neben den "anderen" Mädels mit viel weniger an und deutlich eingeschränktem Ausbildungsgebiet vorbeilaufen. Altes und neues Japan auf einem Blick... Wahnsinn.

M - Ein Regentag in Kyoto...

03Okt2016

Man kann den Wetterapps einfach nicht vertrauen...Naja, ein bisschen schon, aber eben nicht vollständig.

Unsere Wetterapp hat heute morgen Regen angezeigt. So bis elf Uhr. Als mal draußen gegengecheckt... Ja, es regnet bissel. Also erstmal auf zum Frühstück. Bis wir damit durch sind, ist alles vermutlich halb so schlimm.


Also erstmal ordentlich Pancakes in einen Espresso in einem nahem Kaffee reingeworfen, weil wir haben ja was vor:


Wir wollen einen der Drei "muss man gemacht haben" Spaziergänge heute mal "durchgehen" und das sieht auf dem Papier recht einfach aus, weil da ist es flach. :-)

Wir checken nach dem Frühstück für Uhr: OK, 10e durch, was sagt die Wetterapp? Regen bis 14 Uhr? Was?

Naja, lass halt erstmal loslaufen, und dann mal rein in den Tempel und dann sehen wir weiter.


Super schöne Anlage, viel zu sehen und zu staunen. Nur als wir 14 Uhr vom Mittagessen aus einem Kaffee Stiefeln, hat die Wetterapp auf 17 Uhr den Regenstop gesetzt. Ganz nebenbei stellen wir auch noch fest, das Montags auch keine Museen geöffnet haben...

Beides missfällt wohl auch den beiden Geishas, die mit uns im Kaffee sitzen.


Insgesamt gibt es hier unheimlich viele Geishas. Und sie sind alle schick eingepackt, mit Blümchen im Haar, ultra gut geschmückt und sprechen... Hä? Was? Chinesisch? Wieso?

Ah da... Der Selfistick, der Freund mit Kamera, der Papa mit der Spiegelreflex. Alles nur Show fürs Foto, für die Daheimgebliebenen, für Wechat. Alles Touristen, die in einem der zahlreichen Kostümverleihe 40 Euro auf den Tisch gelegt haben und jetzt Handyfotos mit traditionellen Gewändern schiessen. 

Die echten Geishas trifft man dann wohl eher abends im Kunst- und Kulturzentrum "Gion".

Da machen wir heute Abend nochmal hin, wenn es aufgehört hat zu regnen. Soll ja jetzt 18 Uhr soweit sein... Ich bin gespannt. :-)

M - Miyajima

02Okt2016

Direkt vor Hiroshima liegt eine kleine Insel im Meer, die recht idyllisch, aber vor allem touristisch ist. Mit einer Fähre machen wir uns auf den Weg zu dieser Insel. Darauf verbringen wir nämlich eine  Nacht in einem Traditionell Japanischem Schlafzimmer. 

Nachdem wir von der Fähre runter, und im Hotel eingecheckt sind, schauen wir uns gleich mal die Zimmer an.

Reisstrohboden, Reisstrohwände, ein niedriger Tisch mit zwei Kissen davor und zwei dünne Matratzen auf dem Boden. Immerhin ergibt das eine Bettbreite von 1,60m. ;-) irgendwie wirkt es gemütlich und schön. Wenn auch anders als normal... Zum Glück sind auch die Temperaturen mit 26-28 Grad recht angenehm und wir werden vermutlich auch nicht frieren des Nachts...

Wir machen uns dann erstmal ans Sightseeing und begutachten das große rote Tor im Meer, was leider durch die Ebbe eher auf dem Trockenen steht. 


Das holen wir dann aber am nächsten Tag mit Wasser nach...

Insgesamt ist nix mit blauem Himmel und Sonnenstrahlen, aber zumindest ist es trocken und der Regen ist uns nicht aus Hiroshima gefolgt.

Abends suchen wir uns, nach Besichtigung des Dao-Shin Tempels, der wunderschön in den Dschungel eines Berges eingebettet ist, noch ein traditionell miyamjimasisches Gericht aus und essen eine Art Nudelfladen mit Ei, Schinken, Salat und vielen anderen Sachen. Das alles wird auf ner Platte gebraten und dann mit Soyasosse serviert. Wirklich lecker. Nur der Name ist schwer zu merken: Okonomiyaki. :-)
Interessanterweise war nach 18 Uhr fast nix mehr auf der Insel los, da die letzte Fähre da schon abgelegt hat. Das machte es allerdings noch idyllischer. Wir könnten dann zusammen mit den  freilaufenden Rehen durch die Straßen schlendern und die Restaurants der "Dinner-Karte" ausfindig machen. Auf der sind alle Restaurants angezeigt, die nach 18 Uhr noch auf haben. Haben wir an der Rezeption bekommen. Vorbereitet auf alles... Japan halt...

Am nächsten Tag machen wir uns auf zum nun bewässertem Tor und einem Schokoladenkuchen zum Frühstück. Danach geht's auf den Weg zum Berg "Misen". 2 Stunden klettern wir Stufe um Stufe durch den Urwald, achten auf giftige Schlangen und Spinnen, und schwitzen uns literweise das Wasser wieder raus, welches wir gerade erst getrunken haben. Trotz Schweißflecken in T-Shirtgrösse,  der Ausblick vom Gipfel entschädigt für vieles.



Es kommt sogar ein bisschen blau zwischen den Wolken und etwas Sonne raus.
Nachdem wir uns am Gipfel kurz ausgeruht haben, sind wir nochmal ne halbe Stunde weitergewandert. Dadurch kommen wir an einer Station an, an der man mit einer total coolen Seilbahn wieder runterfahren kann.



Wir können uns das Schmunzeln nicht verkneifen als Leute verschwitzt aus der Bahn steigen und erstmal eine Flasche Wasser kaufen. Ja, wir sind hier hoch gelaufen... Richtig was geschafft. :-)
Die Seilbahn setzt uns dann fast an einem Japanischen Restaurant ab, indem wir uns verschiedenste Gerichte schmecken lassen. Der Aal auf Reis, die Miso Suppe, oder auch das Tempura (frittiertes Gemüse, Fisch und Fleisch) - alles ist super lecker.

Jetzt geht's aber weiter nach Kyoto. Wir schauen gerade aus dem Schinkansen (Schnellzug) raus und freuen uns auf die nächste Station. Naja, A schläft... Wir wandern ja auch nicht jeden Tag 3 Stunden auf nen Berg hoch. Da kann man das schonmal machen... :-)

M - Wie fühlt es sich an...

01Okt2016

... Am Ground Zero der ersten Atombombe zu stehen? Ich kann es euch nicht erklären, ich kann es nicht beschreiben. Man weis nicht ob man ein Foto machen soll, oder lieber nicht. Ob man lächelnd mit drauf soll oder lieber die Einsamkeit des Denkmales darstellt.

Wie schon gesagt, ich kann es nicht beschreiben, vielleicht muss es jeder für sich einfach mal erleben oder eben nicht.

Wir haben uns fürs Erleben entschieden und wir werden von einer freiwilligen, kostenlosen Führerin durch das Museum begleitet. Wir lernen viel über die Technik, die Zerstörungskraft, den Einschlagspunkt und die Physik. Das was aber danach kommt, ist härterer Tobak. Sie erzählt uns Geschichten von Überlebenden, von Kindern, die an Leukemie starben, obwohl sie über 1000 Origami Kraniche gefaltet haben und es heißt, dass dann ein Wunsch in Erfüllung geht. Von so vielen Sachen. 

Am Ende der Tour fragt sie uns, wie wir in Deutschland mit der Geschichte umgehen.

Wir lehren Sie, ist die einfache Antwort. Wir versuchen es durch Aufklärung. 

Sie nickt und erklärt uns, das das ein besserer Weg ist, als es ihre Landsleute tun. Sie schicken Schulklassen hierher um sich anzuschauen, was eine Atombombe anrichten kann. Erklären ihren Schülern aber nichts über den Krieg, den Japan gekämpft hat und der in letzter Konsequenz auch zu Hiroshima und Nagasaki geführt hat.

Irgendwie bleibt man sehr nachdenklich zurück und trotzdem müssen wir heute noch weiter auf die Insel Miyajima. Wieder schönere Sachen anschauen, auf andere Gedanken kommen...

M - Ankunft in Hiroshima...

30Sept2016

Von Okinawa bis zum Hotel nach Hiroshima ist es in Japan kein Problem sich zurechtzufinden. Fliegen klappt, wo man Tickets kauft ist bestens beschrieben und wo der Bus abfährt... Naja, ihr wisst schon. :-)

Was jetzt in Hiroshima aber wirklich zuschlägt: die Enge... Hatten wir in Okinawa kein großes, aber normales Hotelzimmer, sieht es hier in Zentrumsnähe schon anders aus. Dafür ist alles beschrieben:


Und ja, das Bett ist maximal 1,20m. Fast wie in unserer "Jugend". ;-) Jetzt bekommt man mal ein Gefühl für Wohnraum in Japan.

Damit uns da nicht gleich am ersten Abend die Decke auf den Kopf fällt, gehen wir...


Genau, Sushi essen. Super Lecker, mit Bestellung per I-Pad und zum halben Preis im Vergleich zu Okinawa... Läuft...

Achso, und ganz nebenbei sind wir genau heute ein Jahr ohne deutschen Wohnsitz. Interessant das in Japan festzustellen, beim steuerfreiem Einkauf mit Deutschem Pass, indem Shanghai als Wohnort steht.

M - Glockengeläut?

29Sept2016

Nach ein paar Tagen in Okinawa fällt uns auf, was wir in Shanghai schon ewig nicht mehr gehört haben... Es läuten Glocken. So richtige Kirchenglocken.

Nun hätte ich ja nicht gedacht, das die Japaner großen Wert auf christliche Traditionen legen, auch wenn westliche Religion hier gerade "in" ist. Weiterhin habe ich keine richtige Kirche gesehen, die das Geräusch von sich geben könnte. Und das interessanteste ist: es ist nicht zu einer bestimmten Zeit. Nicht Punkt um oder halb, sondern mal 13:24 von rechts und 15:03 von links hinten... Hä?

Auf unserem abendlichen Spaziergang kommen wir dem Rätsel auf die Spur... Unser Hotel hat zwei "Kapellen". Also zwei kirchenähnliche Gebäude mit einem großen Kirchentor vorn, einem gotischem Treppenaufgang an der Seite und draußen einem offenen Pavilion, alles für Fotos. Und innen einem weißem neumodischem Altar vor einer kompletten Glaswand, die das Kirchenschiff abschließt, für die Trauung selber. Der Blick ist atemberaubend. Trauung wie in einer Kirche mit Blick aufs Meer. Kein Wunder, das wir hier täglich 4-7 Brautpaare antreffen.


Und warum es 4-7 mal am Tag Glockengeläut gibt. :-) Die kommen, wie im Film, nach der Trauung. Egal wie spät es ist.

M - blauer Himmel über Okinawa

28Sept2016

Nachdem wir gestern noch einen sonnenlosen Regentag rumbringen mussten, sieht es heute beim Aufwachen schon ganz anders aus... Blauer Himmel, Weiße Fluff-Wölkchen und Meeresrauschen...

Aber trotzdem waren wir gestern nicht ganz untätig und haben eine "Kaffefahrt" gemacht. Die Route soll uns vom Schmetterling-Park, zum Okinawa Aquarium, zur Ananas Farm und zum "Glass-Haus im Wald" bringen. Inklusive Mittag-Essen und "tollen Geschenken". :-)

Im Großen und Ganzen kann man tatsächlich sagen, das es eine gesponserte Fahrt zum Aquarium war.

Insgesamt waren wir 7 Westler, vielleicht  max 15 Chinesen und 35+ Japaner im Bus. Chinesen und Japaner sind außer an der Sprache (gezischt/gesungen vs. abgehakt/fast geflüstert) für uns kaum zu unterscheiden.

Auf dem Weg zu ersten Stop fällt uns wieder auf, was in Europa kaum passieren würde: ungenutzte wunderschöne Sandstrände säumen die Straße nach Nago. Ich hab an jeder Bucht das Gefühl aussteigen zu müssen und mich dort hin zu legen. Aber das Wetter ist nicht so toll, und 80% das Busses würden das nicht verstehen. Außerdem hat der Bus einen festen Fahrplan. An jedem Stop wird die exakte Weiterfahrzeit mitgeteilt, mit den Hinweisen: 10 Minuten vorher da, wer nicht da ist hat Pech und findet selbst einen Weg zum nächsten Stop. Wow... Konsequent.

Am ersten Stop gibt es dann aber erstmal eine Okinawa Nudelsuppe (nicht so gut wie die am Flughafen) und als Geschenk einen 5% Rabatt Gutschein für den Shop. Dann ab in die Schmetterling Zucht, die tatsächlich sehr nett anzuschauen ist. Bestimmt 10cm große Tierchen schweben überall rum und sind sogar recht zutraulich. Im Shop kaufen wir nix, und exakt zu besprochenen Zeit geht's weiter ins Aquarium. Hier haben wir 3 Stunden Aufenthalt und es ist wirklich toll.


In der Mitte befindet sich ein Meeresbecken aus 60cm dicken Akrylglas, in dem man Walhaie, Mantas und Fischschwärme beobachten kann. Wir stehen hier ewig davor und bestaunen diese Tiere.

Auch die kleinen Fische sind mit dabei und daher erkennt man das Aquarium von Nemo, dem Clownsfisch, am lauten Gelächter der Kinder. Trotzdem bleibt der Eindruck: Laut=Chinese, Leise=Japaner. Selbst bei den Kindern.

Draußen finden wir dann noch Schildkröten und sogar Delphine.


Die hier in einer Unterwassershow definitiv Interlligenz beweisen. Am lustigsten ist eigentlich ein kleiner Delphin, der nicht zu Show gehört, aber ständig im Hintergrund springt um Aufmerksamkeit zu erregen. 

Nach diesem Ausflug verblassen natürlich die nachfolgende Ananasfarm, an der es nur um das vermarkten von Ananasschnaps, -Kuchen und -Produkten geht, und das Glashaus im Wald, was weder aus Glas ist, noch im Wald steht sondern nur Lokale Glaskunst verkauft. Trotzdem schlagen hier einige zu und kaufen viele Souveniers. Und ich muss zugeben, das Ananas-Eis auf der Ananas-Farm war super Lecker. :-)

Als wir gegen 18 Uhr wieder im Hotel sind, ziehen die letzen Ausläufer des Taifuns durch, während wir in der Bar einen Akloholfreien Cocktail genießen...

Morgen wird wieder blauer Himmel...

M - Sonnen - und Weltuntergang...

26Sept2016

Wir sind schon nach der ersten Nacht äußerst relaxed und genießen unseren Urlaub. Als wir allerdings früh um Neun am "westlichen" Frühstücksraum Schlange stehen bin ich etwas verwirrt. Es gibt drei Frühstücksrestaurants. Ein chinesisches, ein japanisches und ein westliches Restaurant. Wir kennen nicht die genaue  Verteilung der Menschen, aber wir haben bisher maximal 14 Westler hier gesehen. Also hätte ich volle Japanische und Chinesische Frühstücksrestaurants erwartet.

Stattdessen nix los beim Japaner, wenig los beim Chinesen, aber wir stehen 20 Minuten an um ein westliches Frühstück zu bekommen. Naja, das heißt erstmal nur, dass "unser Frühstück" das beliebtere ist. Und das es sich komisch anfühlt zu warten, nachdem wir in Yunnan die einzigen im westlichen Frühstücksraum waren.

Der Rest des Tages wird einfach am Pool verbracht. Mit nem guten Buch und viel Entspannung, bevor wir uns auf den Weg zum Sonnenuntergang anschauen auf einem Schiff machen.

 


Das war toll. Und weil das alleine ziemlich teuer ist buchen wir es im Paket mit Schnorcheln am Riff. Und das macht auch Riesen Spaß. Uns wird auch mitgeteilt, das es gut war die Sonnenuntergangsfahrt jetzt gemacht zu haben, weil morgen ein Taifun kommt.

Beim Schnorcheln am nächsten Tag haben wir viel Spaß und sehen tolle Fische. Sogar ein dicker Nemo ist mit dabei. Leider ist das Wetter schön recht dunkel und regnerisch, aber trotzdem kann man einiges von den Korallen und Fischen  sehen.


Die zwei Nemos hab ich allerdings in der Lobby fotografiert. :-)

Das Wetter wird weiter schlecht und wir gönnen uns erstmal ein "rasiertes" Eis. Mit Mango und Passionsfrucht. Toll...


Das ist wie ein Riesen Zucker-Schneeball mit Frucht und Vanille Eis obendrauf... Hm...

Punkt 15:30 vibriert mein Handy und macht eine Sirene... Ermergancy Alert - Notfall Alarm. Die Zeichen kann ich nicht lesen aber auch Lautsprecher auf der Straße erwachen zum Leben. Nach einer Weile finden wir raus das Handy und Lautsprecher alle vorm Taifun warnen. Selbst die Handys ohne Internet haben die Mitteilung bekommen. Das ist mal gut organisiert. Und wir haben das dringende Bedürfnis schnell ins Hotel zu kommen...

Auf dem Weg zurück geht dann schon bissel die Welt unter. Die ersten Ausläufer von Taifun sind da...


Und wir schaffen es nicht mehr zum Eingang und stecken in der Nähe das Lieferantenzugangs fest.

Ein Hotelangestellter hat Erbarmen und lotst uns durch die Katakomben der Hotelanlage. Auch das ist total interessant. Nach 5 Minuten durch Gänge, um Ecken und Winkel stehen wir in der Lobby... Und das fast komplett trocken. ;-) Arrigato... Danke... 

Dann mal die Wetterapp gecheckt.


Also wir bekommen nur Ausläufer, aber trotzdem wird das heute Abend bestimmt nix mit rausgehen. Gleich mal im Westlichen Restaurant reservieren... Da gibt's heute Sushi vs. Roastbeef. Genau unser Ding...

M - kulturelle Weiterbildung - Okinawa

25Sept2016

In Japan angekommen wollen wir erstmal was zu essen. Das hängt ein bisschen damit zusammen, das wir eine Stunde verspätet losgekommen sind und damit, dass uns das Essen von China Eastern nicht mehr so richtig vom Hocker haut. Zuviel geflogen in diesem Jahr. :-)
Nach der Landung bewegen uns durch den Flughafen, Passkontrolle, Gepäckband und Zoll. Alles ist gut organisiert. Auffällig ist: Alles sieht aus wie neu, allerdings vor 40 Jahren. Krass.
Während in Shanghai nagelneues Zeug nach 2 Wochen Irgendwie 10 Jahre älter aussieht, ist in Japan 40 Jahre altes Zeug so gut erhalten, als ob es erst zwei Wochen her ist, das es eröffnet wurde.

Das sieht man sogar an den Taxis:


Nachdem wir unsere Tickets für den Bus gekauft und Geld geholt haben, Geht's endlich in des kleine Nudelrestaurant in der Ankunftsthalle. Soba- und "normale" Nudeln in einer Ramen-Suppe soll es werden.


Und das wird es auch. Die Suppe ist super lecker... Nur langsam bekomm ich so ein Gefühl bzgl. Preise... Die Warnungen stimmen, Japan ist teuer. Besonders in den Touristenecken in Okinava. Das soll sich dann im Hotel nochmal so richtig bestätigen. Die 500 Euro, die ich abgehoben habe, werden wohl nicht mal 2 Tage reichen...

Das wissen wir aber da noch nicht und daher geht's Erstmal ab zum Bus. Da herrscht Ordnung. Der ganze Prozess ist Idiotensicher organisiert. 

Als erstes erhalten wir eine Beschreibung am Schalter wo der Bus abfährt. Dann bekommen wir einen Zettel auf dem beschrieben ist, wie wir dahin kommen. Aus dem Flughafen raus sieht man schon ein Schild an der Ecke, ah ja, da rum. Kaum sind wir da rum, steht ein Mann da, der ein Schild hochhält und wie wild winkt. 10m weiter steht noch eine Frau an der Haltestelle und hält noch ein Schild hoch. Diese hat man auch schon vor Antritt der "Reise" vom Ausgang des Flughafens gesehen. Weil die Abfahrtsrennen ist nur 8m vom Flughafenausgang entfernt. Und die Ecke, um die wir gelotst wurden war nur 1m hoch, wie ein Zaun. Man konnte von Anfang an sehen wo der Bus abfährt... Aber Sicher ist Sicher. Willkommen in Japan.

Der Busfahrer fährt seine Route EXACT nach Uhrzeit und fährt auch die Hotels an, wo keiner aussteigt. Dort macht er einen Haken aufs Klemmbrett und weiter geht's. Ich hab das Gefühl dass Japaner die besseren Qualitäter sind und dann kommen wir endlich am Hotel an... Genau nach Plan, als die Uhr auf 17:41 springt.

Beim Einchecken läuft alles normal. Nur die Dame fragt uns, ob wir in Shanghai wohnen und chinesisch sprechen. Ja sagen wir, und sie lächelt und seufzt: "Wir haben hier wirklich viele Chinesen." Obwohl in den Worten keine Wertung ist, klingt es wie eine Entschuldigung. Und bei den kulturellen Unterschieden der beiden Völker kann ich das sogar verstehen.
Unser erstes japanisches Sushi im Hotelrestaurant ist teuer und sehr gut. Das erste mal esse ich einen rohen Fisch, der eine mir völlig unbekannte Textur hat. Er fühlt sich an wie so ein Schlumpf Gummibär mit Samt überzogen. Ich merk schon, das bekomm ich nicht beschreiben. Das muss man probieren.

Insgesamt scheint das ganze Hotel ein Traum für Westler zu sein. "Wir" sind nur zu siebent. Die restlichen EXACT 993 Personen sind Chinesen und ein paar Japaner. Fast wie daheim. :-)
Was daran jetzt das Tolle ist? Ganz einfach: Die sind immer woanders. ;-) Legen wir uns in die Sonne, gehen Sie in den Schatten oder gar nicht erst raus. Geht die Sonne unter gehen Sie essen, während wir uns an den Strand setzen und den Sonnenuntergang genießen. Ok, ein Paar Selfi-Chinesinnen sind auch noch da... Ist die Sonne weg und wir gehen essen, sind Sie schon auf dem Zimmer. Was Sie da allerdings die ganze Zeit machen bleibt uns ein Rätsel.

Apropos Rätsel, wer kann mir sagen, warum in Hotelzimmern für Chinesen / Asiaten immer ein Schaufenster vom Schlafzimmer ins Bad ist? Das ist sehr auffällig. ;-)

M - noch nicht mal in Japan...

24Sept2016

... Und schon der erste Kulturschock.

Wir sind am Flughafen. Und wir müssen vom Check-in B zum Check-in H laufen. Da geben wir unser Gepäck ab und bekommen hoffentlich die Tickets.

Auf dem Weg dahin laufen wir ewig an einer Doppelschlange vorbei die genau da endet wo wir hinmüssen. Hä? - Und da wird es uns klar, warum es hier so leise ist, warum keiner drängelt, keiner schiebt, keiner schreit. Warum die Leute hier in Schlange stehen, wie wir es nur von Deutschland kennen. Und vor allem, wie wir es nach nem Jahr meist nicht mehr machen. 

Das ist der Check in nach Japan und hier generieren die Japaner ihre eigene Insel der Ordnung im chaotischen PuDong Flughafen.

Krass. Aber uns fällt noch soviel mehr auf: es ist leise, fast still. Man hat immer das Gefühl, einen noise cancelling Kopfhörer aufzuhaben. Bei den Koffern ist ein deutlich höherer Anteil der echte Rimowa und sie sehen fast neu aus. Auch die Handyspiele sind nicht klimpernde blinkernde BonBon- und Edelstein- Explosionen die uns täglich umgeben, sondern ein stilles, hochkonzentriertes Sudoku... 

Jetzt wird uns auch bewusst, wo die Chinesen in der Reihe sind. Da wo es lauter ist, da wo Koffer mit Schutzfolie und Klebeband sind und da wo die Reihe einen Knicks hat. Noch nicht mal in Japan und schon die ersten Stereotypen bestätigt. Ich bin echt mal gespannt wie das die nächsten zwei Wochen wird. :)

Im weiteren Weg zum Flugzeug zeigt sich, dass die Hölle los ist. Selbst 2,5 Stunden Vorlauf scheinen kaum auszureichen um den Flug zu erwischen. 

Lessons learned: auch eine Wiche vor der golden Week ist viel los und wir müssen mehr Zeit einplanen. :)

An dieser Stelle noch viele Grüße nach Coburg und Zwickau. In diese Beiden Ecken, wünschen wir heute eine wundervolle und unvergessliche Hochzeit. :-)

M - Umzugsfieber und Pizza Special...

23Sept2016

Heute haben wir unsere Kartons zusammengepackt... Wir ziehen um.

Naja, zumindest unsere Arbeitsplätze ziehen um. Wir haben einen neuen Firmensitz und der ist jetzt fertig. Adee 17. Stock und die Aussicht wie in der Chefetage. Dafür bekommen wir genau das was unsere Firma ausmacht: Nämlich ein Gebäude das dem in Coburg zum verwechseln ähnlich sieht. Nur viel größer. Als ich heute die Sachen in meinen Karton gepackt habe, war nicht nur der Gedanke an unseren neuen Arbeitsplatz. Vor genau einem Jahr hab ich auch meinen Arbeitsplatz in Coburg geräumt. Die Zeit vergeht...

Jetzt geht's erstmal nach Japan in den Urlaub und wenn wir wieder da sind haben wir wieder ein neues Arbeitsmfeld. Mal sehen ob wir auf Anhieb unseren Platz finden und auch der eine Karton da ist, in dem ich heute mein Arbeitsmaterial verstaut habe. Ich freu mich drauf.

Was das mit einer Pizza zu tun hat, kann ich euch auch verraten.

Nix...

Aber das gab es gestern zum Abendbrot als Dessert:


Pizza mit Nüssen, Schokosauce, Marschmellows und Keksen. Die war so gehaltvoll, da haben wir noch ein Frühstück draus gemacht. :-)

Ich melde mich dann als nächstes von Japan, kann aber sein, das es bissel dauert, erstmal wird ausgespannt...

M - Karvama...

21Sept2016

Wem der Titel nix sagt, das macht nix. Ich kannte diesen Begriff vorher auch nicht. Und das liegt wahrscheinlich daran, dass ich einfach nicht oft genug in Bulgarien war.

Naja, Bulgarien ist ja von hier aus gesehen auch nicht wirklich um die Ecke, und trotzdem machen wir weiter mit unsere shanghainesischen "Weltreise". Nach klein England kommt jetzt Bulgarien.

Diesmal ist es aber keine "Fakestadt" sondern reiner Zufall, dass wir in Bulgaren landen. Wir haben wieder das übliche Gespraech im Bus nach Hause… „Was denn nur heute mal Essen?“. Ein sächsisch gefärbtes „da gommdor hald ma midd zum Bulgaahrn“ schmettern uns vom Nachbarplatz entgegen und die Idee gefällt uns auf Anhieb recht gut.

Also ab mit dem Zwickauer Heimatstädtler in die DaGu Lu. Die ist echt eine absolute multinationale Freß-Straße. Diesmal fällt uns das erste Mal richtig auf, dass es vom Ami, über Inder, Thailänder, Italiener und Franzosen hier alles gibt, Und es gibt auch den besagten „Bulgaahrn“.

Unser Kollege ist hier Stammgast und wir werden vom Chef gleich super freundlich begrüßt.Wir nehmen Platz und ich entscheide mich für Karvama mit Brot. Das ist eine Mischung aus Gulasch und Soiljanka (wird das überhaupt so geschrieben?) und tatsächlich sehr lecker.

A lässt es derweilen mal richtig krachen und bestellt ein Lamm. Also kein ganzes, aber es ist doch eine ordentliche Portion und das Fleisch ist ganz vorzüglich. Saftig weich, zerfaellt fast beim ankucken… Hm…

Während wir essen und immer mehr in unseren Heimatdialekt fallen setzt sich der Chef zu uns und beginnt ein bisschen Deutsch zu sprechen. Ende der 70ger Jahre hat er nämlich in der DDR gekocht. Die Welt ist klein. Mittlerweile ist er aber schon über 17 Jahre hier. Da können wir nicht mithalten. Selbst unser Kollege ist mit seinen sieben Jahren dagegen noch ein Neuling.

Zum Abschluss gibt es die Rechnung und einen bulgarischen Schnaps. Also 1,5 für mich, weil wir As schnaps gleich mal unter „uns Männern“ aufteilen. :-D

Eines kann ich jetzt aber schon mal festhalten: Wenn wir unseren Besuch nächstes Jahr im Mai in Shanghai begrüßen und es wird schwierig mit dem chinesischen Essen, wissen wir wo wir hingehen können. Ein leckeres Karvama geniessen…

M - wir sind dann mal schnell in... England???

18Sept2016

Was denn nun tun mit unserem geplatzten Ausflug? Der Großteil unsere Mitreisenden genießt die freie Zeit und auch wie kommen nur mühsam aus dem Bett. Nichts desto trotz müssen wir was unternehmen. Schließlich wollten wir eigentlich mit tollen Bildern, vielen Eindrücken und gut erholt vom Strandurlaub in unseren Arbeitssonntag starten. Bis jetzt haben wir nur das gut erholt geschafft...

Also finden wir zumindest zwei aus unserer Reisegruppe die nicht den ganzen Tag auf der Couch rumgammeln wollen und machen uns auf den Weg nach England.

Ja richtig gelesen. Wir reisen nach England. Mit der Metro Linie 9 geht’s in 115 Minuten Fahrt zur Songjiang Universität und dann mit dem Bus noch ein paar Stationen weiter. Nach knapp 1,5h sind wir da.

Ok, wir sind immer noch in Shanghai, aber die Gegend hier hatte in der Vergangenheit einen sehr bescheidenen Ruf und somit hat irgendjemand beschlossen wir bauen Europa um die Universität. Damit locken wir ausländische Studenten, schaffen bezahlbaren Wohnraum und es sieht einfach mal nicht mehr so düster aus. Ein bisschen hat es sogar geklappt...

Das erste was uns allerdings auf dem Weg auffällt: Shanghai ist grün. Wir fahren mit der Metro durch Wälder und kleine Hügellandschaften. Das einzige was dem Eindruck ein bisschen entgegenwirkt, ist das an jeder Metrostation gleich wieder Hochhäuser und Einkaufsmalls stehen, aber sonst könnte man sich echt öfter mal hier raus begeben. Wir haben noch eine kleine Wasserstadt und einen Nationalpark an der U-Bahn gefunden. Das haben wir gleich mal auf die: „Wir wissen nicht was heute machen“ – Liste gesetzt. Wenn es uns dann doch mal langweilig ist, können wir mit Dartpfeilen drauf schießen und los geht’s.

Als wir mit dem Bus endlich ankommen, trau ich meinen Augen kaum. Wir stehen vor einer Nachbildung des großen Tores vor der Münchener Fußgängerzone und auch dahinter machen nur die chinesischen Schriftzeichen den Eindruck der Münchener Fußgängerzone kaputt. Und natürlich der Hinweis am Bauwerk, der nicht zu überlesen ist: „munich replicate“ – Münchner Nachbildung.

Aber wir wollten ja nach England und nicht nach Deutschland. Ganz nebenbei lernen wir, dass es hier auch Skandinavien, Italien und Spanien – City gibt. Aha. Ob die alle schon fertig sind, finden wir aber nicht raus. Das könnte man bei Gelegenheit nochmal genauer anschauen.

Für uns geht’s erstmal in die „Thames Town“. Oder besser in die Themse Stadt. (fiktive Stadt an der Themse, wo haben sie denn da kopiert?) Dafür wurde eine Themse komplett künstlich angelegt und rundherum englische Reihenhäuser und Villen gebaut. Mit Parkanlagen, kleinen Kaffees und irgendwie sogar ein bisschen Flair. Es wirkt an den Rändern ein bisschen Geisterstadt-mäßig aber im Zentrum ist massig was los. Massig Touristen und bis zu 8 Brautpaare pro Quadratmeter lassen mächtig Touristenstimmung aufkommen.


Auch die Souvenierdame scheint mächtig Freude an diesem Tag zu haben:


Da wir alle wissen, wie ungenießbar englische Küche sein kann, lassen wir es auch hier nicht drauf ankommen und gehen stilecht bei einem Italiener Mittagessen. Ich bin mir sicher: auch in der „originalen“ Themsestadt gibt es italienische Restaurants. :-)

Wir schlendern noch ein bisschen durch die Stadt und auch das Wetter spielt gut mit. Auch den Tipp von Daeni beherzigen wir und schauen uns einen echt interessanten Buchladen an.


Der ist tatsächlich sehenswert… Ob Sie alle die Bücher einzeln an die Decke geklebt haben?

Leider hatten wir schon beim Italiener ein Tiramisu, der Kuchen im Buchladen sieht nämlich auch herausragend aus.

Als Wegzehrung hatten wir übrigens das Wasser für Alkoholiker dabei:


Alk-Aqua, na wenn das keine Marktlücke ist. Damit bekommst du jeden Kater klein. :-)

Nach einigen schönen Stunden in England machen wir uns auf die Rückreise in „unsere“ chinesische Großstadt. Zurück in die „Zivilisation“. Passend zum Thema schauen wir noch den Film „The Man who knows Infinity“. Ein Drama über einen Inder in England. Na wenn das kein Zufall ist. :-)

M - die geplatzte Insel

16Sept2016

Ich lieg auf der Couch und schaue hinaus auf ein verregnetes, tristes Shanghai.

Aktuell haben wir 3 Tage frei, um den "Mittel Herbst" zu feiern. Aber auch der pappige Mondkuchen kann kaum was dran ändern, das wir das Wetter sehr bescheiden finden.

Wir wären heute eigentlich auf Gou Qi Dao. Eine Insel vor Shanghai, mit Strand, vergessenen Ruinen, Lagerfeuer und Bootfahren. Bis Mittwoch Mittag sind wir davon ausgegangen, das wir am Donnerstag dahin durchstarten. Nachdem wir die Wettervorhersage gesehen haben, haben wir nochmal nachgefragt, und ja, es findet trotzdem statt...

Am Abend, kurz bevor wir unsere Koffer gepackt haben kam die Meldung vom Veranstalter: Gou Qi ist geplatzt. Wetter zu schlecht. Wir bekommen unser Geld zurück. Hm... Irgendwie Schade, aber irgendwie sind auch alle froh, nicht mit einer vollbesetzten Fähre durch nen Taifun schippern zu müssen. Natürlich auch bei Regen am Strand zu liegen und einem, einsam vor sich hin glimmendem, klatschnassem Lagerfeuer zuzuschauen.

Am nächsten Morgen also Kontrastprogramm: statt 6 Uhr wird 13 Uhr aufgestanden, und wieder in den Regen geschaut. Hm... Zumindest raffen wir uns auf, am Abend alle angedachten Mitreisenden zu treffen. Thailändische Spiesen im Muang Thai machen den Anfang und draußen geht die Straße unter. ;-)

Dann ab durch den Regen in eine Bar, die sich Shrine nennt. Diese ist versteckt in einer anderen Bar hinter einer Geheimtür... Cool.


Die Cocktails sind ziemlich happig im Preis, aber mit das beste, was ich bisher so getrunken hab vom Geschmack. Wahnsinn. Sie haben auch einige "uralte" Rezepte mit in ihrer Karte, die teilweise Cocktails aus dem 18. Jahrhundert abbilden. Davon Probier ich auch einen. Dem Daiquiri von 1856 merkt man das Alter kaum an... Sehr lecker...


Selbst für A gibt es einen sehr leckeren Mocktail. Die Bar merken wir uns mal.

Dann aber ab zu U-Bahn, weil mit Taxi kann man bei dem Wetter fast vergessen. Man bekommt einfach keins. Und während wir auf dem Weg sind, fängt es unter unserm TaoBao 3 Euro Schirm auch an zu regnen... Na toll. Den müssen wir wohl mal imprägnieren. :-)

Irgendwie bin ich reif für die Insel, aber die ist ja geplatzt...

M - Von der Mondtorte zum geschmolzenem Käse...

13Sept2016

... die halbe Woche.

Ja richtig gelesen. Wir haben nur ne halbe Woche diese Woche. Wir haben "Mittel-Herbst-Fest" und ab Donnerstag ist Ruhe. Bis wir am Sonntag wieder anfangen zu arbeiten. Ich bin mal gespannt wie wir das vertragen.

Im die, auch "Mondkuchen-Fest", genannten Feierlichkeiten richtig einzuleiten gibt es überall Mondkuchen. Und meist irgendwie geschenkt. Uns wurde mit einem Zwinkern von unserer Chinesischlehrerin erklärt, das alle den Kuchen verschenken, weithin keiner essen mag. Und der, den wir von einer Firma hier geschickt bekommen haben, unterstreicht die Aussage irgendwie. Der ist zwischen Pappe und kann man essen. Naja, wir müssen ja nicht jeden Scheiss mitmachen. Hauptsache frei. :-)

Wir fahren auf eine Insel um in einer größeren Gruppe Sonnenaufgänge zu beobachten, Lagerfeuer zu machen und die Insel zu erforschen. Aktueller Stand: es soll in Ströhmen regnen. Na ich bin mal auf das Lagerfeuer gespannt. :-)

Um uns dann schonmal auf drei Tage pur chinesische Kost vorzubereiten, haben wir es nochmal Herrichtung krachen lassen:


Das "the Hop Project - Co Cheese" Restaurant befindet sich in der Dagu Lu und die ist recht schnuckelig mit ihren ganzen Restaurants. Wieder eine schöne Ecke, die wie nach über 11 Monaten in Shanghai das erste mal sehen.

Die Käsesandwiches sind ganz gut und genau das richtige, wenn man von drei Tagen verzicht auf westliches Essen ausgeht. Überall sind Massen an geschmolzenem Käse drauf. Fast schon ungewohnt sowas wieder mal zu essen.

Auf dem Weg dahin haben wir übrigens dieses "Türschloss" entdeckt:


Fällt euch was auf?

M - Treffen mit einer Weltreisenden...

11Sept2016

Dieses Wochenende sind wir komplett ausgebucht... Man könnte fast von "Social Burn Out" sprechen. :-)

Während wir am Freitag noch mit Freunden im KungFu Komedy Klub vorbeischauen, haben wir am Samstag eine ganz besondere Verabredung.Die Schwester einer Arbeitskollegin in Deutschland ist auf Weltreise und macht halt in "unserem beschaulichem" Städtchen. Wir treffen uns in der Liquid Laundery um gleich mit der belgischen Waffel richtig Eindruck zu schinden... :-)

Nachdem wir uns mit ein paar Schwierigkeiten an einem Metro Exit getroffen haben, sitzen wir auf einer äußerst bequemen Couch, verdrücken Sandwiches und die Waffel und sprechen über Gott und die Welt. Naja, eher über den Unterschied zwischen Reisen und Urlaub, sowie über Rucksacktourismus. Es ist hochinteressant.

Sie hat schon einige Stationen hinter sich und bereits Moskow, Beijing und Tibet gesehen. Am Montag geht's weiter nach Japan, wo sie 6 Wochen verbringen wird. Dann weiter um die Welt.

Es ist hochinteressant, zu erfahren, wie die Idee entstand und vor allem was einen beschäftigt, wenn man sich eine entsprechende Auszeit nimmt. Inklusive der Ungewissheit was danach kommt und dem völligen einlassen auf so eine Reise...

Allein schon die Erfahrungen, die sie hier mit uns teilen kann fesseln uns im Gespräch. Und da ist noch nichtmal ein Bruchteil der Reise rum.

Wir haben super viel Spaß , bekommen noch ein Mitbringsel aus Deutschland und vergessen fast die Zeit, bis A ihr Handy nochmal drauf hinweist, dass heute Zeichenkurs angesagt ist.

Sie wird eine Eule in Aquarell malen. Unter chinesischer Anleitung. Ich bin gespannt. Aber sie hat eine chinesische Freundin mit dabei, die sie sicherlich unterstützt und die wichtigsten Sachen übersetzt.

Am Abend sind wir noch mit koreanischen Gästen verabredet. Im Spice Basaar wollen wir uns die XiBei, also Nord/West Küche Chinas mal schmecken lassen.

Allerdings ist das hinkommen ein Problem. Schon beim Einsteigen ins Taxi erklärt und der Taxifahrer irgendwas, was wir nicht verstehen. Später sehen wir es allerdings "live"...

Es ist Tag des Tourismus in Shanghai. Die HuaiHai Road ist gesperrt und nix geht mehr. Das ist unsere erste Fahrt im Taxi, bei der wir über eine Stunde für 5km brauchen. Und das beste: der Fahrer kann die Straße nicht kreuzen, sodass er uns 1km nördlich rausschmeißt. Laufen ist angesagt.

Umso blöder, dass wir die Metro nicht genommen haben, weil wir weniger laufen wollten. :-)

Auch wir stehen dann aber an der Huaihai Road und kommen vor Menschenmassen und Absperrungen nicht drüber. Wir können einen Blick auf die Parade werfen, die sich sehr schön die HuaiHai entlangschlängelt. Bis wir allerdings endlich einen Übergang durch ein Einkaufszentrum gefunden haben, um die Straße zu überqueren, hatten unsere Mitdinierenden schon ihr Essen auf dem Tisch. Als wir endlich über eine Stunde zu spät aufschlagen, können wir nur noch die Reste zusammenkratzen, da uns beim Nachbestellen schon mitgeteilt wird, dass sie jetzt schließen. Na was für ein Abend.

Wir lassen Ihn dann noch in der Bar Rouge ausklingen. Zwar sind die Lichter auf PuDong Seite schon aus, als wir endlich da ankommen, trotzdem ist das Wetter super und wir können die Aussicht genießen. Die ist wirklich super... Nicht zuletzt wegen den beiden Pole Tänzerinnen, die im knappen Outfit Kunst and der Stange zeigen. Einigen Zuschauern hätte man fast den Mund wieder zuklappen müssen. :-) 

Als wir gegen zwei endlich im Bett sind, können wir auf einen sehr ereignisreichen Tag zurückblicken. Und irgendwie stellt sich die Frage, ob eine Weltreise nicht auch interessant wäre... Aber wir haben ja die ganze asiatische Welt vor der Haustür... Noch zwei Wochen, dann geht's nach Japan. :-)

M - Aha, erwischt....

09Sept2016

Na so ein Zufall... Kaum beschwere ich mich hier über das Wetter, hört es wieder auf zu regnen... Hier liesst doch jemand mit. :-P Naja, egal... Wenigstens ist der kalte Regen jetzt weg. Nur der "Nebel" bleibt. Schade...

Worüber ich eigentlich berichten wollte fällt alledrings in die Kategorie essbare Kuriositäten. Und es hat tatsächlich nix mit Insekten oder schwabbeligem Meeresgetier zu tun.
Wir sind gestern nach der Arbeit auf die "Mittlere" HuaiHai Strasse gefahren um einen Sandwichladen mal genauer zu betrachten. Das "Madisen Kitchen" sieht von draußen sehr klein aus und ist von innen noch kleiner. Da es nur 6 SItzgelegnheiten am Fensterbrett gibt, ist es also eher ein Sandwich-abhol-Laden. Wir lassen uns es trotzdem nicht nehmen am Fensterbrett Platz zu nehmen und genüsslich ein ultraleckeres Meerettich/Rindfleisch- und ein sehr gutes Huhn/Avocado Sandwich zu verdrücken.
Nebenbei schauen wir zum Schaufenster raus und beobachten vom Strassenkehrer, über die schick hergerichtete "Gucci"- Chinesin, bis hin zum West-Touristen alles was so die HuaiHai Strasse runterkommt. Die meisten schauen uns kurz an und drehen sich dann nochmal rum um genauer hinzuschauen. "He, schaumal, da sitzen zwei LaoWeis im Schaufenster und kauen ein Sandwich." Teilweise sehr amüsant. Was daran jetzt kurios ist? Nüx. Das Kuriose kam erst auf dem Heimweg...

Ich habe nämlich einen double chocolat bacon cookie, also einen Schokoladenkeks mitgenommen. Der aufmerksame Beobachter hat schon entdeckt, was ich nicht gesehen habe. In dessen Namen war auch der Begriff "Bacon" (Speck) mit drin. Das hab ich aber erst mal großzügig überlesen. Beim Essen wurde mir klar, dass ich tatsächlich einen Schokoladenkeks mit super saftigem Speck esse. Und das schmeckt gar ncht schlecht. Es geht ein bisschen in die Richtung von gesalzenem Caramel. Das bekommt man hier auch öfter mal. Trotzdem irgendwie ungewohnt... :-)
 
Was haltet ihr davon? Würdet ihr es probieren? - Ich kann ja Weihnachten ein paar mitbringen.
 

M - Verschwörungstheorie?

08Sept2016

Wir haben Mittwoch, der G20 Gipfel ist vorbei und außer ein paar Pöbeleien zwischen US und Chinapersonal der Staatsoberhäupter haben wir nichts weiter mitbekommen.

Aber am Dienstag passiert etwas was mich erstmal nachdenklich macht. Nach 3 Wochen knallblauem Himmel, um die 32 Grad, Sonnenschein und genau der richtigen  Brise Wind um sich wohlzufühlen, haben wir jetzt was ganz anderes.

"Nebel", Regen, bis runter auf 19 Grad und keine Sonne mehr. Den Nebel kann man mittlerweile nachweislich mit den staatlich angeordneten "Betriebsferien" begründen. Aber der Rest? Hm... Wer weiß...

In Bejing wurde das Wetter anlässlich der Olympischen Spiele manipuliert. Aber hier? Wir haben sicherlich nicht die richtigen Medien um das sicher rauszubekommen. Aber es bekommt hier ne ganz andere Bedeutung, wenn die Regierung "auf schön Wetter macht..."

Als ich dann gestern in die U-Bahn steige grinst mich unsere Bundeskanzlerin an. Hä? Achso... Das "U-Bahnfernsehen" zeigt gerade die Wahlergebnisse in Deutschland. Inklusive Stellungnahme unserer Bundeskanzlerin. Leider kann ich die Untertitel nicht lesen, aber jetzt würde mich schon interessieren was die chinesischen Medien daraus machen.

Danach kommt Werbung über Shanghai 2040. Grün und Sauber soll es sein. Na das passt ja zusammen. Mal schauen ob wir 2040 hier nochmal vorbeikommen und wie es dann wirklich aussieht... :-)

Naja, lassen wir mal den ganzen Verschwörungsunsinn mal links liegen, und machen uns lieber auf die Suche nach was essbarem. Da haben wir mehr davon.

Ach ja... Schirm nich vergessen...

M - Vegetarisch mit Pause...

04Sept2016

Wir sind leicht angeschlagen.

Vermutlich rächt sich jetzt doch das ständige Klimaanlagengepuste oder wir haben uns einfach irgendwie anders erkältet. Aber beide sind wir irgendwie nicht richtig energiegeladen und A hustet öfter mal. Wie sich das für löbliche Abreitnehmer gehört, machen wir natürlich am Wochenende krank und kurieren uns aus, damit wir am Montag wieder richtig fit sind. Vor allem, da A für drei Tage auf Dienstreise in die Nähe von Hongkong muss. Am Freitagabend sind wir trotzdem, oder gerade weil wir etwas angeschlagen sind, nochmal beim Hunter Gatherer vorbei um uns weiterhin gesund und Fleischfrei zu ernähren. Das Wetter ist jetzt einfach super schön und wir sind dann gleich noch nach Hause spaziert um den Wind, die 28 Grad und die frische Luft zu genießen. Am Sonntag ist der G20 Gipfel vorbei, also erwarten wir schlimmes, was die Luft angeht. Am Samstag schauen wir uns dann endlich mal das an, was eigentlich kaum einen Steinwurf von uns entfernt ist. Die JioaTong DaXue. Shanghais „Verkehrs- Universität“. Die feiert gerade ihr 120 Jähriges Bestehen und ist die Berühmteste Uni in Shanghai. Normalerweise quälen sich hier Massen von Menschen durch doch heute sieht es irgendwie ganz anders aus:

 

OK, wir können immer noch nicht sagen, warum manchmal zu viele Leute irgendwo sind, und warum manchmal kaum Leute irgendwo sind. Wahrscheinlich fehlt uns dazu der richtige WeChat-kontakt um die Information zu bekommen, wann wo was los ist. Das zur Kirschblüte im GuCun Park was los ist, ist ja noch nachvollziehbar. Warum aber heute fast keiner an der Uni ist? Wer weiß… Vielleicht stehen sie alle in der WuKang Lu am WIYF und wollen ein Eis. Wir genießen auf jeden Fall die Ruhe hier und bestaunen die schicken Gebäude und die Parkanlagen. Das würde sich hier sogar zum Joggen eignen. Ein Westler sitzt einsam und verlassen in Mitten der großen Grünfläche auf der ein Schild steht: Betreten der Rasenfläche nur erlaubt, wenn die grüne Fahne hängt. Ich sehe keine Fahne. Naja, vielleicht hat er seine eigene Fahne mit dabei. Wir schauen jetzt mal bei TaoBao nach und bestellen uns auch eine. Diese Fläche würde sich anbieten um analog dem Hofgarten in Coburg einfach mal in der Sonne zu liegen und ein Buch zu lesen… In letzter Zeit lesen wir wieder viel… :-)

Am Abend machen wir uns dann auf in den Norden der Innenstadt und treffen uns mit den Schweden im Ruijin Cajun. Was nach einen Chinesischen Restaurant klingt ist in Wirklichkeit französisch/amerikanische fusion cuisine. Die Betreiber kommen aus der Ecke New Orleans und bieten hier recht interessante und vor allem fleischvolle Gerichte an. Unseren schwedischen Freunden ist es die letzte Woche nicht so gut ergangen. Bei ihnen hat die Regierung entschieden, dass das Dach ihres Reihenhauses neu gemacht werden soll. Neben dem Lärm der dabei entsteht ist auch gleich die halbe Decke mit runtergekommen und die Wohnung ist prinzipiell nicht bewohnbar, solange die Jungs neue Ziegel aufs Dach nageln.

Ich erspar euch an dieser Stelle die Diskussionen und das Tal der Tränen, durch das man hier in China gehen muss um so einen Punkt zu klären. Zum Schluss sind die beiden jetzt erstmal in ein Hotel eingezogen und den Rest schauen wir mal. Bei unserem dummen Spruch, dass sie uns gern anrufen können, wenn ihnen mal das Dach auf den Kopf fällt, müssen Sie zumindest ein wenig schmunzeln.

Trotzdem haben wir einen schönen Abend und die klare Aussage unserer Freunde ist: Nach dem ganzen Scheiß, brauchen wir heute FLEISCH… Ok, wir machen eine Pause von unserem vegetarischen Trip und essen BURGER. Zusammen mit den mit Käse überbackenen Pommes macht das richtig was her… Hm, Lecker.

Es gibt sogar einen Burger der sich „Herzattacke“ nennt. Ich hab noch nie so viel Fleisch auf einem Burger gesehen. Plus Käse, Plus Pommes… Der Name ist Programm. Nachdem wir dann zum Nachtisch und einem leckeren Schokokuchen übergehen wird drinnen geräumt. Aha, die Konkurrenz zum Kung Fu Komedy Klub, der Shanghai Comedy Club, baut innen auf. Zur zweiten Runde dürfen wir mit rein. Allerdings sind die Scherze nicht ganz so gut wie bei unserem "Standard" Lachmuskeltraining. Alles irgendwie etwas zu weit unter der Gürtellinie. Mehr brutal, nicht feinsinnig. Gelacht haben wir trotzdem… :-)

Der Sonntag bleibt dem ausruhen und auskurieren vorbehalten. Viel geschlafen, noch mehr rumgelegen und nicht viel gegessen machen wir uns dann am Abend nochmal auf dem Weg zum Blumen Markt. Voller Erschrecken stellen wir fest, dass wir das letzte Mal vielleicht vor 10 Monaten hier warn und vor allem, wir auch mindestens 6 Monate nicht mehr die Xinhua Lu Hochgelaufen sind. Hmpf… So sehr haben wir uns an die französische Konzession gewöhnt. Nachdem wir einen Farn erstanden haben (wir haben ihn Mustafa(rn) genannt), merken wir beim schlendern, dass sich schon wieder einiges in der Strasse geändert hat und entdecken: Aha – ein Vegetarisches Restaurant. Cool. WuGuanTang heißt es und befindet sich an der Xinhua Lu 349. Hier gibt es eher die chinesische Variante vegetarischer Speisen und auch das ist sehr lecker. Dazu ist es auch noch sehr günstig. Neben uns sitzen drei Deutsche und beschweren sich über die chinesische Sprache, während wir mit unseren chinesischen Brocken, sowie Händen und Füssen Erklären was wir wollen. Eine Auswahl der 9 besten Gerichte soll es sein. Zumindest 7 Davon kann ich definitiv als sehr gut bezeichnen. Vor allem die gebackene Kartoffel ist suuuper lecker.

Dabei Genießen wir die Aussicht über die wirklich hübsche Dachterrasse. 


Vielleicht währen wir sogar länger geblieben, wenn die Sessel richtige Auflagen gehabt hätten. So war Anlehnen nicht wirklich bequem und wir machen uns zeitig auf dem Weg nach Hause. Jetzt noch ein Filmchen anschauen und dann ab ins Bett...


 

M - Mehr davon...

02Sept2016

Nachdem ihr das Rätsel noch nicht gelöst habt kommt anbei der nächste Hinweis. Wie Olli schon richtig festgestellt hat, wir waren Essen. :-)

Naja, das ist ja jetzt nix besonderes, allerdings war das Restaurant was wir rausgesucht haben das sehr wohl.

Wir waren gestern im DaWuJie. Das ist ein vegetarisch/veganes Restaurant in XuJiaHui und echt schick. Die Einrichtung erinnert an Japan, die Jungs und Mädels hier sind unglaublich aufmerksam und es ist alles herausragend organisiert.

Leider mussten wir ein bisschen warten, weil das Restaurant sehr hoch frequentiert ist, aber als wir nach 25 Minuten unseren Tisch zugewiesen bekommen haben, sind wir total hin und weg. Eine kleine gemütliche Nische, mit einer extra für Essen ausgewählten Beleuchtung. Richtung und Lichtfarbe war definitiv so gewählt, dass das Essen maximal zur Wirkung kommt.

Eine Bedienung rückt an und babbelt uns dezent auf Chinesisch an. Dabei drückt sie uns ein IPad in die Hand und stellt zwei kleine Stücken Mondkuchen auf den Tisch. Ah ja. Es geht aufs Mittle - Herbst - Festival"" zu. Da wird soganannter "Mondkuchen"gebacken und verschenkt. Dieser ist vom Geschmack her… hm… interessant… Aber das haben wir schon von vielen gehört. Wirklich essen mag irgendwie niemand Mooncake. Deshalb verschenkt man ihn auch. :-)

Nachdem wir in dezentem chinesisch ting bu dong sagen (Ich verstehe dich nicht), nickt sie und verschwindet. Kommt wieder mit Gläsern und füllt Wasser ein, dann kommt ein junger Kerl im Anzug der uns auf English erklärt, wie wir unser Essen bestellten.


Es gibt für uns veganes Trüffel-Sushi als Vorspeise und drei Hauptgänge, die alle rein Pflanzlich sind. Der Geschmack ist der Wahnsinn. Zwei der Gerichte imitieren sogar Aussehen und Geschmack von Fleisch. Und das alles auf Pilz und Gemüsebasis.

Es ist total lecker und wir genießen unseren Abend zu zweit, in der gemütlichen Nische. Dadurch ist es auch nicht so typisch Laut. Für alles ist gesorgt, fast ohne dass wir es merken wird aufgetischt, Wasser nachgefüllt… Wow.

Immer mal wieder werden wir darüber informiert was hier gerade serviert wird. Leider auf Chinesisch. Wir nicken freundlich und erschrecken, als plötzlich ein „ma“ am Ende des Satzes auftaucht. Mist. Das ist ein Fragewort. Eigentlich ist es sogar genau wie unser Fragezeichen, nur ausgesprochen.

Wir lächeln nervös. Wir sind aufgeflogen, jetzt hilft nicken nix, was wird wohl die Frage gewesen sein. Wir nicken einfach trotzdem mal. Und schon räumt sie den leeren Teller weg. Puh… Gerade nochmal gutgegangen.

Alls die Rechnung kam, wa diese trotz der Erwartung, nicht ungeheuerlich hoch. Schon etwas teurer, aber kein Vergleich zu unserem Aufenthalt bei Alan Wang. Ich würde sagen ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Fazit: Ab auf die Favoritenliste, hier gehen wir wiedermal hin.

Nach dem Essen spazieren wir noch nach Hause und Nachtisch fällt aus, weil leider der Eismann, den ich so gut fand, in XuJiaHui zugemacht hat. :-(

Heute Morgen dann die große Überraschung:

Wir sind beide 10 Minuten vor dem Wecker wach. Trotz dass wir nicht sehr früh ins Bett sind.

Und da fällt es uns wieder ein: Vegan + kein Zucker + keine Kohlenhydrate am Abend = ausgeruht aufstehen. Wie in der vegan-challenge. Ok, wir werden da noch öfter hingehen. Und wir müssen mal T Fragen ob sie uns noch ein paar Seiten aus dem Kochbuch abfotografiert, irgendwie haben wir jetzt sogar wieder Lust auf mehr davon…

M - Schade, verpasst...

01Sept2016

Man mag es kaum glauben, aber wir haben mittlerweile die 10.000 Besucher erreicht. Beim letzten Klick standen da 10.256, was heißt, ich hab die 10.000 um ein paar Tage verpasst.

Schade. Ich würde gern wissen, wer das war. Ich tipp aber ganz stark auf Sybille oder Gunter. Vielleicht auch Antje, M, M, M, G, N oder T? Das klingt fast nach GNTM. :-) 

Hm... wir werden es wohl nicht erfahren. Vielleicht war ich es auch selber.

Da wir das also nicht mehr rausfinden werden, anbei die traurige Nachricht: es gibt keinen Blumenstrauß fuer den 10.000sten Besucher. Vielleicht bei der 20.000 wieder.

Trotzdem hab ich heute auch noch eine lustige Geschichte zu erzählen. Wir haben nämlich seit letztem Wochenende einen Pylon des chinesischen Straßenbauamtes vor der Tür stehen. Oder sagen wir mal unser Nachbar hat es da stehen und damit haben wir es auch Samstagnacht hören wir Schleif- und Stöhngeräusche aus dem Flur vor unserem Apartment. Beim Blick durch den Spion kommt unser Nachbar durch den Flur gekrochen und stützt sich dabei auf einem Pylon ab. Ich möchte hier keinem zu nahe treten, aber mein Eindruck ist, dass er wohl ein bisschen viel Flüssigkeit zu sich genommen hat und jetzt Probleme hat nach Hause zu kommen. Und damit es nicht so schwankt hat er sich den kleinen Pylon mitgenommen, um sich immer mal drauf abzustützen, wenn der Boden plötzlich wieder zur Seite kippt.

Ganz schön pragmatisch unser Nachbar. Scheint zumindest so, dass mitnehmen von Eigentum des Straßenbauamtes im betrunkenen Zustand kulturell übergreifend ist. Auch in Deutschland kenn ich mehr als einen, der eine Strassenbau-Lampe oder ein Stoppschild vom Dorffest mit nach Hause genommen hat, um sich dann am nächsten Morgen zu wundern, wo die denn herkommt. Einen Unterschied gibt es dann aber doch: Ein Deutscher hätte es vermutlich nicht eine Woche lang einfach vor seiner Haustür stehen lassen. Vielleicht steht unser Pylon ja noch eine Weile. Zumindest muss ich immer bissel schmunzeln wenn ich dran vorbeigehe…

Noch ein kleines Rätsel:


Was ist das? Ist es eigentlich schon wieder Zeit Glühwein als Gewinn anzubieten?

M - Was war nochmal Putuo?

29Aug2016

Der Sonntag bleibt „kühl“ und Kizomba fällt aus. Leider merken wir das erst, als wir schon da sind. Irgendwie sind wir nicht in dem einem WeChatverteiler, der uns vorher Bescheid sagt. Hm… Naja, wenn wir schon mal da sind, dann laufen wir hier oben in Putuo mal noch etwas rum. Das wäre ja unsere Wahlheimat gewesen, wenn wir unsere heutige Wohnung nicht bekommen hätten.

Gut das wir unsere Wohnung bekommen haben. An sich ist es hier oben schon recht industriell und nicht mal ansatzweise mit den französischen Einschlägen in unserer Nachbarschaft zu vergleichen.

Gegenüber unsere Tanzschule ist ein kleines Café, welches zwar etwas „gebraucht aussieht“ aber trotzdem einen guten Kaffee macht. Irgendwie hat das was cooles. Nebendran ist ein Antiquitätenhändler, der alles hat. Inklusive einer rotierenden Ziel-Wand für Messerwerfer. Kann man schonmal gebrauchen...

A ist das nicht ganz geheuer. Und auch ich muss sagen. Mit den ganzen Clownspuppen und altem Kram. Das hat so bissel was von den Horrorfilmen aus den späten 90gern. Ich warte nur drauf, das der Clown sich rumdreht und das Lachen anfängt…

Naja, lieber schnell weg hier und in den nächsten Park. Allerdings ist der auch nicht wirklich besser. Sehr skurrile Skulpturen stehen hier rum und alles ist irgendwie leer und betoniert. Im grünen Wasser schwimmen 2 Plastikenten und ein –Schwan. Auf der Seite, mit Kopf unter Wasser. Es bleibt irgendwie gruselig. Also entscheiden wir uns für den Rückzug und gehen, A freut sich, Sushi essen…

Auf dem Nach hause Weg laufen wir dann die HuaiHaiLu entlang und stellen fest, das das eigentlich die besserer „East Nanjing Road“ ist. Mehr geschäfte. Nicht total luxurioes und vor allem: weniger los… Wir werden diese Ecke wohl mal wieder besuchen. Wenns nach A geht nicht zuletzt wegen dem riesem Zara… :-)

M - Fast wie in Deutschland...

28Aug2016

Es ist Samstag und es hat sich deutlich abgekühlt. Letzte Woche war hier der Herbstanfang nach dem Mondkalender und es gab den „die Hitze ist vorbei“-Tag. Der steht sogar ganz offiziell in A’s Kalender im Outlook. Was heißt das für uns? Es ist tatsächlich frisch. Nur noch 28 Grad. Abends ging es sogar auf 24 runter. Das klingt jetzt für euch total warm, aber wenn man sich an die 38 erstmal gewöhnt hat, muss man dann doch schon wieder ein „Übergangsjäckchen“ mitnehmen. :-)

Wir haben also das „kalte“ Wetter mal genutzt um uns was Neues anzuschauen. Naja, eigentlich haben wir es genutzt um unseren Restaurant-Führer weiter zu vervollständigen. Nach dem sehr guten Frühstück mit französischem Kuchen (Ja, Schokolade macht Glücklich. Der Schokokuchen hat uns fast ne Stunde zum Kichern gebracht. Wer weiß was da drin war…), haben wir unsere wochenendlichen Routinen abgearbeitet.


Am Nachmittag haben wir dann ein Restaurant gefunden, das 26 Bewertungen und dabei keine einzige Negative hat. Es ist ein dänischer Hotdog Laden am Shanghai Swimming Center.


So sah das aus:


Und es war tatsächlich sehr gut. Jetzt hat der Laden 27 Bewertungen und keine einzige Negative. Das richtig tolle war, das wir uns ein bisschen mit dem Besitzer unterhalten haben. Er kommt aus der Mitte von Dänemark und hat hier den „Little Mermaid Hotdog“ aufgemacht. Recht untypisch in der Gegend, wo gar nicht so viele Westler sind. Auf der andere Seite – da ist ein Stadium. Wenn ich also einen guten Hotdog suche, würde ich auch zum Stadium fahren. :-)

Während wir unsere heißen Hunde genießen blättern wir durch einen Bildband von Kopenhagen. Ach daher die kleine Meerjungfrau im Nahmen… Das war auch ein schöner Urlaub… 

Am Abend schließen wir dann unseren „West-Tag“ mit Italiensicher Pasta und einem amerikanischen Film mit Herrn Bourne. Fast wie in Deutschland…

M - erstes Nationales Bloggertreffen (Beijing - Shanghai)

27Aug2016

 Der Blog ist für uns ein kleiner Spiegel, eine Positivierungsmöglichkeit, natürlich auch Zeitvertreib im Bus, eine kleine Gedächtnisstütze für später, aber vor allem ist es ein Kommunikationsmedium.

Damit ihr "Zuhausgebliebenen" uns nicht vergesst und wisst wie es uns hier so ergeht.

 Vor ein paar Wochen nahm das „Kommunikationsmedium“ mal ganz andere Wege. Wir wurden von einer anderen Bloggerin aus Beijing angeschrieben, ob wir uns nicht mal treffen mögen. Sie ist demnächst in Shanghai und da kann man sich mal austauschen... Cool. Gern... :-)

Am Letzen Freitag war es dann soweit. WeChat, BonApp und Chope sei Dank, war es überhaupt kein Problem ein Dinner am Freitagabend zu organisieren und unsere Gäste ohne Schwierigkeiten dahin zu manövrieren. Das Bali Bistro war noch eine Empfehlung von unserer TianZhuShan-Tour und genau das richtige für einen Freitagabend. Mal abgesehen davon, das wir bei Chope jetzt auch noch 20% Rabatt auf das Essen bekommen haben. :-)

Nach den ersten gewechselten Worten und dem Bestellen von 3 Virgin Mango Mochitos läufst. Wir haben uns viel zu erzählen. In den ersten Minuten für uns die erste neue Erkenntnis: alle hier am Tisch sind Blogger. E (http://eileensabenteuer.auslandsblog.de/) und J (http://dschunkenlady.auslandsblog.de/) haben sich erst in Beijing durchs Bloggen kennengelernt. Das ist ja cool. Scheint tatsächlich ein herausragendes Kommunikationsmedium zu sein.

Die zwei Mädels sind im Rahmen eines dualen Studiums für drei Monate in China. Zwei haben Sie schon rum. Für uns wird jetzt eins ganz klar: mit fast 11 Monaten sind wir schon die "erfahrenen" unter den nicht Chinesen hier. Mal sehen wann wir anfangen ungewollte Ratschläge zu geben und immer von der guten alten Zeit, "damals als wir in Shanghai ankamen...", zu sprechen... Hach Leute, wie die Zeit vergeht... E&J, falls wir euch schon mit solchen Sprüchen gekommen sind, müsst ihr uns dringend Bescheid sagen. Sonst merken wir es nicht. :-)

Wir verbringen im Bali Bistro echt einen super Abend. Es gibt viel zu erzählen, zu erklären und natürlich auch zu „lästern“. Auch in Beijing bleiben die Menschen ohne Grund am Ende der Rolltreppe stehen. :-D

Kurz bevor sie uns dann aus dem Restaurant rausschmeißen, gibt's noch:


Na klar, Nachtisch.

Gebackene Banane in Schokosauce... Hm... Lecker. Sieht zwar nicht so lecker aus, aber alleine der Käse obendrauf macht es zu was besonderem. Während wir die Früchte vertilgen greifen wir noch ein paar Tipps für Beijing ab und kontrollieren mal was ihr Shanghai-Guide ihnen da eigentlich alles zusammengestellt hat. Joar, passt. :-D

Ganz nebenbei lernen wir auch die teilweise großen Unterschiede kennen, wie Firmen sich um ihre Neuankömmlinge kümmern. Auch mal interessant da einen Benchmark zu haben.

Und noch einen Benchmark haben wir gemacht. Die landläufige Meinung in Shanghai ist, ja, dass die Luft hier zwar net so toll ist, aber Beijing ist viel schlimmer. Was ich immer für eine Ausrede mit kleinem wahrem Kern gehalten habe scheint zumindest für die ersten zwei Monate der Mädels komplett zu stimmen. Die Werte, die Sie uns hier so mitteilen haben wir an den schlimmsten Tagen in Shanghai noch nicht mal gehabt. Auch die Fotos zeigen einen etwas dichteren „Nebel“ als wir hier gewohnt sind.

E&J, ich hoffe euch hat Shanghai gefallen, und ihr seid gut wieder in Beijing angekommen.

Für alle andere Blogger die hier mitlesen: das zweite nationale Blogtreffen findet gern auf Nachfrage statt. :-D

M - Woran erkennt man ein Polizei DianPingChe?

26Aug2016


Ganz klar, an der Umleuchte... Der ganze Rest, inklusive Draht, Massen an Klebeband und behelfsmäßigen Anbauten ist genau gleich zu allen anderen.
Nur der Politist war nirgends zu sehen. Komisch...

M - Ahhhhh, wo sind wir denn hier...

24Aug2016

Dienstagabend auf dem Heimweg. Heute ist Salsa-Tag und wir geben uns Mühe weiter unsere Stundenbudgets aufzubrauchen. Seit zwei Wochen klappt das ja recht gut. Problem heute:

Was essen wir denn jetzt noch vorm Salsa?

Normalerweise nehmen wir die U-Bahn von der Arbeit und stopfen uns auf dem Weg dahin noch schnell ein Doppel PappPaddi im Kohlenhydrate-Mantel (Auch Big Mac genannt) vom großen goldenen M in den Rachen. Aufgrund eines kaum wahrnehmbaren Vergesslichkeitsanfluges sind die Tanzschuhe aber gestern Früh im Bus liegen geblieben. Also abends mit dem Bus heim, und ja, die Schuhe sind noch da… Puh…

Dann aussteigen an der Cloud Nine und umgeschaut. Also wenn wir da jetzt reingehen… Das wird nix. Also gleich in die drei, um dann auf die 13 zu wechseln. Da war der Plan noch an der Wuning Lu was zu essen zu finden. Bis dato kennen wir da nur einen Starbucks, aber das kann man ja auch was essen. Sogar zu zweit.

Als wir von der 3 in die 13 wechseln stellen wir fest: Hier ist ne Mall.

Wir stehen in einer riesen Kuppel und trauen unseren Augen kaum.


Was ist denn das jetzt. Aaahhhh, das ist der Global Harbour. Da wollten wir doch eh schon immer mal hin. Angeblich das größte Einkaufzentrum in Shanghai, vielleicht sogar der Welt. Wer behält hier schon den Überblick…

Na hier wird sich doch was zu essen finden…

Losgesteuert und nach 8 Minuten und einem Blick auf die Uhr auch schon wieder aufgegeben. Zu groß, zu unübersichtlich. Hier brauchen wir Zeit. Dann doch nur schnell einen Saft. A lässt sich nen frischen Mango-Banane-Birne und ich mir einen Papaya-Banane-Birne Saft in den „ToGo“ Becher kippen und dann machen wir uns auf dem Weg zum Salsa. Die Säfte sind super lecker und deutlich günstiger als die in den French Konzession Malls.

Munter schlürfend kommen wir beim Salsa an, und ab geht’s zusammen mit 40 weiteren Leuten Grundschritte lernen. Dabei sehen wir auch einen bekannten Spanier wieder, der hier gerade mit 3 Mal die Woche Salsa versucht zum Niveau seiner chinesischen Freundin aufzuschließen. Die ist allerdings mittlerweile beruflich in Schweden. (Hach die Welt ist klein. Sie scheint nur aus Spanien, Frankreich, USA, Deutschland, China und Schweden zu bestehen.)

Wir wollen wissen, wie er denn das jetzt macht, wenn Sie so weit weg ist. Kein Problem sagt er. Er hat schon gekündigt und in einem Monat ist er auch in Schweden. Oh… Schade… Wieder ein kommen und gehen hier in Shanghai…

Mal abgesehen von den neuen Salsa Schritten, haben wir wieder was Neues über Shanghai gelernt.Der Global Harbour ist nur eine U-Bahnstation von unserer Ausstiegstelle das Shuttle Busses weg.

Na ob das A ihrer EC Karte guttut?

M - Wiederholungstäter...

22Aug2016

Wir treffen immer wieder auf Expats, die sich ihr Leben in Shanghai minutiös durchplanen um in diesem chinesischen Chaos ein wenig Struktur zu behalten. Irgenwie kann ich das nachvollziehen, aber auf der anderen Seite muss ich auf der Arbeit schon genug strukturieren. Das mag ich dann nicht auch noch im Rest des Lebens tun.

Naja, so ganz stimmt das ja nicht, unser Tanzen ist ja nun schon ein fester Bestandteil. Und am Wochenende haben wir unbewusst noch mehr Muster in unser Leben gebracht... :)

Das ganze Wochenende hat mich ein Anflug von Grippe im Griff gehabt, und ich hoffe, dass das sich diese Woche wieder gibt. Wenn nicht, dann muss ich wohl auch mal zum Arzt... 

Aber wie das so ist, wenn man sich nicht sonderlich gut fühlt, kommt man eher mal auf die Idee was Gesundes zu essen. Und daher starten wir unser Wochenende im Health5. Der Salat und die Sandwiches sind OK, aber die Säfte und Getränke sind herausragend.


In praktischen Mitnehmflaschen bekommen wir ein "Weizengrass-Apfel-Saft" und einen "Avocado-Sesam-Shake". Das mag jetzt ziemlich unlecker  klingen, aber es war tatsächlich mehr als geniesbar, ja sogar lecker. Wer den mal ausprobieren will: An der Ecke vom G-Art, gegenüber vom Gathering Clouds.

Und somit haben wir schon die erste erste Wiederholung: Das zweite Mal die Woche Gesund essen und trinken. Nur diesmal ohne Tofu-Käse Torte... Dafür hab ich mir zum nachtisch noch einen Apfel-Mango-Papaya Saft geholt... Lecker.

Am Samstag hatte bei mir die Grippe dann trotz der vielen Supersäfte weiter durchgeschlagen und ich hab mich zuhause auf dem Sofa rumgequält, während A unsere Wochenend-Einkäufe gemacht hat. 

Dabei konnte ich super einen chinesischen Umzug beobachten:


Ich bin hautpsächlich nicht raus, damit ich abends fit bin. Das war nämlich sehr wichtig und die nächste Wiederholung. Wir waren schon wieder im KungFu Komedy Klub. Diesmal mit einem Amerikanischen Stargast, der sogar auf Netflix ne eigenen kleine Show hat. Sehr treffend hat er den Amerikanischnen Traum beschrieben. An sich selbst: zu Beginn meiner Karriere noch in New York Brooklin auf einer kleinen Bühne vor 70 Mann und heute... in Shanghai in einem kleinen Raum, auf einer kleinen Bühne vor 70 Mann. Yeah man, jeder kann es schaffen. Das ist der Amerikanische Traum...

Mal abgesehen das es das dritte mal Komedy war, haben wir zum ersten mal versucht unsere ganzen einzelbekanntschaften mal zusammenzubringen. So wind wir mit den Schweden, Deutschen und dem Kollegen aus A's Heimatstadt hier und ich glaube das hat ganz gut funktioniert. Sollte es auch, denn bald fahren wir mit der Truppe alle zusammen auf die GuoQi Insel. :-)

Am Sonntag dann schon unseren alten Mustern folgend - auf zum Kizomba. Und da sind auch schon die Stunden alle. Jetzt müssen wir entscheiden, ob wir unsere Freizeit wirklich langfristig entsprechend strukturieren wollen. Nach einer kurzen Nachdenkpause geht die EC Karte über die Rezeption. 750 Euro fuer das nächste halbe Jahr. Und das schon mit VIP Mitgliedschaft und 10% Rabatt. Das ist schon ein Wort. Auf der anderen Seite: In der anderen Tanzschule währe das pro Person gewesen. Also fast noch ein schnäppchen gemacht. Struktur kann auch teuer sein...

Trotzdem freu ich mich auf die weiteren Kizomba Stunden am Sonntag und den Salsa am Dienstag. Und mittwochs haben wir ja Milonga. EInmal im Monat wirds wohl auch KungFu Komedy am freitag oder Samstag. Moment mal...

Hab ich nicht am Anfang geschrieben, wir haben keine Struktur??? :-)

M - Abendessen Bei Starbucks...

19Aug2016

Wenn man alleine reist, lernt man mehr Menschen kennen heißt es.

Gestern Abend bin ich zwar nicht alleine gereist, aber saß nach Überstunden dann mal alleine beim Starbucks, um meinen Zuckerhaushalt wieder auf Nomallevel zu bringen.

Wir hatten gerade gelernt, dass das Käse Rindfleisch Croissant ChiSiNiuRou de YangJiaoMienBao heißt. Und das muss man doch mal ausprobieren. Für die Vokabularisten unter euch: "KäseRindFleisch SchafHornBrot" :-)

Ich also rein, und abgefangen: "Wo Yao I Ge ChiSiNiuRou de..." - "a Cheese Beef Croissant" sagt der Kerl. Na toll. Das will ich jetzt aber wissen. "Ja - aber heißt es denn ChiSiNiuRou de YangJiaoMienBao?" Jo sachter. Na wenigstens was. Als ich dann meine kalte Vanille-Latte (XiangCaoNaTie) und meinen Käsekuchen  (ChiSiDangao) mit den Croissant auf dem Tablett hatte noch nen Tisch gesucht, da redet mich ein Chinese auf englisch an.

Ob er sich mal dazusetzen könnte. Hm... Klar. Wer weiß was er will. Quatschen sachter. English üben. Letzte Woche hat er einen von ner Firma hier kennengelernt, der aus Deutschland kam. S hieß er. War nur 5 Tage da. Mir fällt auf Anhieb ein Kelle ein, der S heißt. Der war auch 5 Tage hier. Wir unterhalten uns weiter und finden raus, das er tatsächlich meinen Kollegen aus Coburg angequatscht hat. Irgendwie ist die deutsche Skepsis plötzlich wieder da. Das wäre ja ein Zufall. Auf der anderen seite, selbst wenn er jeden Ausländer hier anquatscht, hat er nicht viel zu tun, und die Wahrscheinlichkeit nen Kollegen von mir zu erwischen, ist dann sogar recht hoch.

Während wir uns unterhalten warte ich die ganze Zeit, das er mir was verkaufen will, ich nen Wechat Code scannen soll oder sonst irgendwas passiert. 

Nix dergleichen. Einfach ein nettes Gespräch über "Gott und die Welt". Komisch. Naja bissel Skepsis ist ja nicht schlecht. 

Naja, wenigstens hab ich jetzt eins bewiesen: Wenn man alleine isst, lernt man mehr Menschen kennen. Das wird die Qualitäter unter uns aber freuen. Weil ein guter Qualitäter isst allein zu Mittag. :-)

M - Pure & Whole

17Aug2016

Was ungefähr soviel heißt wie "Voll und Ganz". Das haben wir gestern als Abendbrot auserkoren.

Das Restaurant ist vegetarisch und liegt in der Nähe vom Jing An Tempel. Irgendwie mussten wir wieder mal was für die Gesundheit tuen, auch wenn es nur essen ist. :-)


Insgesamt sehr leckere, meist sogar Vergane Speisen, die ein richtig gutes Gewissen geben. Nicht nur gesundheitlich... In letzter Zeit hat es nämlich einige unserer Kollegen mit Magenproblemen erwischt. Durch nun die xte Woche über 30 Grad kann Fleisch und Fisch schonmal etwas angegriffen sein, wenn es draußen einfach so rumliegt. Also typisch deutsch: Risiko vermeiden... :-)

Wer kann mir denn noch sagen, was das hier ist? - bedenkt: es ist vegan...

M - das etwas andere Shanghai Wochenende

16Aug2016



Na wonach sieht das aus? Nachdem wir am Freitag ne "kleine Arbeitszeitverlängerung" hatten war an dem Abend ausser einem sehr leckeren Sushi nicht mehr viel zu machen. Macht aber nix. Der Samstag ist ja nicht mehr weit und das ist ein Bild vom Samstag vormittag. Wir haben ein Freibad gefunden.

Naja, es gibt mehr als ein Freibad in Shanghai, allerdings sind sie sehr unterscheidlich in Art und Sauberkeit, sowie meist Teil eines Hotels, Compounds oder Fitnesstudios. Das hier ist ist in Pudong und wohl das einzige mit Strand, welches wir innerhalb von 30 Minuten U-Bahn erreichen können. Es ist tatsächlich sehr schön, nicht so überfüllt (zumindest bis 15 Uhr) und einigermassen sauber. Wir sind gleich um 9 losgefahren um 10 Uhr zur Eröffnung da zu sein. Dabei haben wir auch gleich die letzten zwei Holzstrandliegen ergattert. Leider hatten diese keine Auflagen, was das "entspannt am Strand liegen" etwas arg unentspannt macht. Während wir uns ein schattiges Plätzchen suchen, ein Buch lesen und immer mal im Wasser vorbeischauen, können wir verschiedenste Nationalitäten mit und ohne Kinder beobachten.

So bekommen wir die typisch amerikanische Gruppe, die 2 Stunden bis zum Bauch im Wasser steht und sich im Kreis unterhält. Die Expat Mutties, die ihre Kinder im Kinderpool zusammentreiben um mal in Ruhe über die Franzosen in der French Concession zu lästern. Es ist ein heiden Spass. Und mein Buch "Zeitfuge" konnte ich auch noch ganz nebenbei fertiglesen. Insgesamt ein Gelungener Vormittag. Wenn nicht noch eine Telefonkonferenz dazwischengekommen wäre, wären wir sicherlich auch länger als bis um drei geblieben. Da tauchten nämlich dann auch die ersten jüngeren Leute auf. Vermutlich haben Sie vorher noch ihren Kater ausgeschlafen. :)

Chinesen waren insgesamt wenig da. Aber das war zu erwarten. Die möchten ja nicht wirklich braun werden. Wir haben uns auch vom zwei Mal in den Pool gehen gleich die Schultern verbrannt. Vielleicht ist der Grund für die nicht ganz so vielen Leute aber auch in den doch recht happigen Eintrittspreisen zu suchen. Würdet ihr für so ein Strandbad 200RMB, also 30 Euro pro Person ausgeben? Wir schon, immer mal wieder. Aber nur, weil die Alternativen nicht so schön sind und trotzdem bei 150RMB Eintritt losgehen. Die 3 Euro 50 aus Deutschland kann man hier nicht wirklich ansetzen.

Eine amerikanisch / chinesische Familie ist uns dann noch aufgefallen. Der Papa kam um 11 mit einem riesen Einhorn vorbei. Da musste ich an Lucy denken. Lucy ist was gaaaanz besonderes und ist "Hauptdarsteller" in einem Artikel über die Generation Y. "Ich will aber ein Einhorn." Ist ihr Lieblingssatz. Diese "Lucy" hier ist velleicht 4 und sitzt auf einem 3,0m Einhorn. Nach 10 Minuten ist das einzige, was das Einhorn allerdings noch sieht ein Bademeister:



Und der ist allgemein nicht sehr motiviert. Ihm wurde das Handy weggenommen, und daher ist er äusserst hibbelig und wirkt eher genervt. Vielleicht fehlt ihm ja einfach die richtige "Pam" dazu? :-)

Den Abend verbringen wir dann mit den Schweden und wir werden bekocht. Wow... Das ist toll. Ich bin mal gespannt, wie wir uns da mit unsere Küche revangieren. Sicherlich probieren wir es zumindest. Zum Abschluss werden wir in die Geheimnisse das Majjang eingeführt. Leider ist es schon spät und ich hatte ein, zwei Gläser Wein. Das machte es nicht so einfach zu verstehen, aber das Prinzip ist irgendwie ein bisschen wir Rommee. Wir haben ja schon das schwedische "500" mit Rommee verglichen. Scheint so, als ob diese Spielprinzip sich weiltweit durchgesetzt hat. Ich glaube das spielen wir bald wieder. :-)

 Der Sonntag gehört dann nochmal Pudong. Wir haben uns mit deutschen Freunden verabredet, die gute Luft und die Sicht zu Nutzen, um endlich auf den Shanghai Tower zu steigen. Knapp 550m soll es hochgehen. Es ist heiss und ein bisschen windig als wir in LuJiaZui aussteigen. Der Pearl Tower erstahlt vor einem blauen Himmel.



Der Shanghai Tower ist der zweithöchste Wolhenkratzer der Welt und überragt den Flaschenöffner nochmal um einiges. Umso schöner diese Perspektive, die ich mit meinem Weitwinkel gefunden habe:



Da ist der Shangai Tower komplett "im" Flaschenöffner. Fande das mit dem Spiegelbild echt cool.

Als wir dann oben sind wird deutlicher bewusst, dass wir im Vergleich zum Flaschenöffner nochmal knapp 80m Höher sind.



Leider hat sich die Luft wieder etwas verschlechtert und es wirkt recht staubig. Auch wenn wir immer noch verdammt weit schauen können, und sogar den ZongshanPark sehen können, ist es schade, das die Dunstglocke heute PuDong zurückerobert. Am Samstag hätten wir da noch mehr gesehen. Aber da haben wir halt "Strandurlaub" gemacht. Das musste auch mal sein. Ausserdem werden sich noch einige Besuche hier ergeben, die uns sicherlich wieder auf einen der drei Tower bringen wird.

Auf dem Rückweg schauen wir noch in der Liquid Laundery vorbei und gönnen uns einen schönen Brunch mit Waffel... Lecker. Den Rest des 35 Grad heissen Tages verschlafen wir dann irgendwie. Die Hitze schlaucht ganz schön...

M - Work Life Balance

12Aug2016

In Deutschland redet fast jeder über die richtige Work Life Balance. Ja nicht zuviel vom "work" aber auch nicht nur "life". Schwierige Sache... Dass das in einem Land wie China bissel anders aussieht, hab ihr ja sicherlich zwischen den Zeilen schon festgestellt. Wenn nicht genug Geld für "life" übrig bleibt, dann verschiebt sich halt automatisch die Priorität Richtung "work".

Wenn ich an unser Obstlädla oder viele andere denke ist es sogar verschmolzen. Sie leben in ihrem Laden, schlafen direkt obendrüber. Das ist dann nur "worklife" ohne Balance.

Jetzt fragt ihr euch sicherlich, wieso ich hier unter die Philosophen gehe und über sowas nachdenke. Nein, ich habe keine midlife-Krise und auch mein Job macht mir Spaß.

Ich hab nur ein paar Überstunden die letzen Wochen gemacht, um endlich mal wieder etwas vorwörts zu kommen. Und als ich gegen 20:00 den Hörer auflege, höre ich Geräusche im Büro. Von Oben... Da wird gerade ein neues Büro eingerichtet.

Hm, ok, alles finster. Im 17. Stock fang ich gerade an zusammenzupacken und im 18.? Da läuft doch definitiv ein Fernseher. Hm... Um meine Balance (vor allem die mit A) nicht weiter zu strapazieren mach ich mich trotzdem auf dem Heimweg. Sind ja noch 1,5h bis zum Abendbrot.

Am nächsten morgen gehe ich der Sache mit einem Kollegen auf den Grund.

Die Arbeiter die das neue Büro reinzimmern, sind Wanderarbeiter. Sie haben keine Wohnung in Shanghai, sie schlafen einfach da, wo sie arbeiten. Kleiner Kofferfernseher mit oder auch ein Handy, das reicht. Kein eigenes Schlafzimmer, das Bad sind die zukünftigen Bürotoiletten. Was für uns nahezu undenkbar ist, mal abgesehen vom blödem Spruch: "Schlaf doch gleich im Büro!", ist hier ganz normal. Wo auch sonst schlafen? Ihr Zuhause ist ein paar tausend Kilometer weit weg...


Um das noch zu unterstreichen liegen zwei der Arbeiter zur Mittagszeit bei uns im Treppenhaus rum und machen Mittagsruhe... Krass.

Mal ne andere Sicht zu Work Life Balance...

M - Gathering Clouds - Die Milonga

11Aug2016

Vor eingen Wochen haben wir ja festgestellt, dass im Gathering Clouds mittwoch abends eine Milonga stattfindet.

Wenn wir doch schonmal eine Tangoveranstaltung bei uns um die Ecke haben, dann sollten wir die auch nutzen. Oder? Heute war es dann soweit. Mal rechtzeitig aus der Arbeit raus, heimfahren, umziehen weil alles irgendwie klebt und auf zum G-Art.

Logisch: Erstmal was essen. Mit leeren Magen tanzt es sich nicht so gut, und wir können ja unseren Restaurantführer hier nicht vernahclässigen. Wir hatten schon öfter das "NordicSea" ins Auge gefasst. Schon alleine weil es etwas an die "Nordsee" erinnert hat. Aber auch weil das Konzept eines skandinavischen Restaurants mit gutem Fisch uns bisher eher selten bis gar nicht in Shanghai begegnet ist. Trotz der ganzen Schweden, die sich in Schanghai aufhalten.

Wir waren die an diesem Abend einzigen Gäste, und wirklich überzeugt wurden wir leider nicht. Die Fleischbällchen haben wir mal links liegen gelassen und lieber Fisch bestellt. Der Lachs kam allerdings etwas zu saftig, ja fast als Sashimi (also roh) auf den Tisch. Wir sind hier sehr vorsichtig mit rohem Fisch in Restaurants, die kein Sushi anbieten. Deshalb haben wir die sehr nette Bedienung mal lieber gefragt, ob sie den nicht nochmal kurz 3 Minuten in den Ofen schieben kann. Well done wäre uns hier einfach lieber. Sie ist gleich etwas aufgeregt, aber nimmt ihn wieder mit und wir essen derweilen das gebratene Gemüse. Dieses ist offengestanden auch eher untere Mittelklasse. Ein gutes Restaurant erkennt man ja bekanntlich am Gemüse, Fleisch braten können viele. Gemüse auf den Punkt genau bringen und dabei den Geschmack behalten, das ist eher die Kunst beim Kochen.

Nach 30 (!) Minten kommt die Bedienung wieder und entschuldigt sich erstmal, dass es so lange gedauert hat. Wir haben nebenbei das Spektakel in der Küche beobachtet. Bedienung, Koch und Küchenhilfe diskutieren. Ofen auf, Fisch rein, Ofen an, Ofen aus, geguggt, Fisch raus, Ofen aus, Fisch wieder rein... Ja, es hat zu lange gedauert. Und unsere Kartoffeln sind auch noch vom Teller verschwunden. Wirklich Schade. Jetzt hätten wir fast ein gutes Fischrestaurant gefunden. So ist es halt nur irgendein Restaurant. Darüber konnte auch leider nicht der sehr leckere Schokokuchen hinwegtäuschen, den wir aufgrund der Wartezeit kostenlos bekommen haben.

Als wir dann nach knapp 1,5 Stunden endlich im Gathering Clouds ankommen ist es dort sehr voll und die Milonga im vollen Gange. Klassischer Tango wechselt sich mit klassichem Valz und klassischer Milonga. Es bleibt dabei, für unseren Electrotango und Tango Noevo scheint wenig Bedarf in Shanghai vorhanden zu sein. Aber wir geben nicht auf... Im gathering Clouds schauen wir uns jetzt aber erstmal um.



OK, drei Westler. A, Ich und ein Spanier. Der Rest alles Chinesen/innen und alle schick angezogen mit recht guten Tangoskills. Sieht nach einer Tanzschule aus. Haltung und Führung sind nahezu identisch zwischen den einzelnen Pärchen. Es macht Spaß zuzuschauen, das vertraute Geräusch von Tanzschuhen auf dem Boden zu hören und dabei einen frischen O-Saft zu schlürfen.
Nach ein paar Gesprächen mit den Veranstaltern bekommen wir raus, warum heute so viel los ist. Es sind koreanische Gäste da. Um genauzusein der weltbekannte Korenaische Tango DJ Alex. Hm... Ich kenn so einige Alexes, aber der weltbekannte Tango - DJ Alex ist mir noch nicht zu Ohren gekommen. Naja, von hier aus gesehen kommen wir ja auch vom anderen Ende der Welt. DJ Alex hat auch noch seine Freunde aus Korea mitgebracht und macht heute mal die Musik. Und am Samstag spielt er auf der großen Milonga am Bund. Ah cool. Er hat eine gute Musikauswahl und wir finden langsam über einige Tangos wieder rein. Trotzdem hab ich wohl im letzten Jahr so einiges vergessen. :-(

DJ Alex hat auch drei Freunde mitgebracht. Einen Tänzer und zwei Mädels. Die beiden Mädels sind beide exact 1,78m groß, sehen nahezu identisch aus und haben eine etwas zu schmale Nase, etwas zu volle Lippen, etwas zu hohe Wangenknochen. Sehr hübsch, aber irgendwie... Warum so gleich? 

Von einem koreanischen Kollegen haben wir vor kurzem erfahren, das er die Frauen aus Shanghai toll findet. Weil sie so unterschiedlich sind. Nicht so gleich wie in Korea. So langsam dämmert uns was er damit meint. Es scheint wohl recht verbreitet zu sein sich in Richtung Schönheitsideal zu operieren. Da kommen dann halt meist die gleichen Sachen raus. Nachdem wir die beiden gesehen haben können wir ihn zumindest verstehen.

Der Umstand ändert aber nichts daran, dass die Mädels hier bei der Milonga abgehen wie warme Semmeln. Jeder möchte Sie betanzen, alle reißen sich drum und Sie sitzen eigentlich nie rum. Nur ich trinke ganz entspannt meinen O-Saft und dreh meine Runden mit A. Deswegen sind wir ja hier... :-)

Gegen 22:30 ist eine Lotterie angesagt. Hier auch "Lucky Draw" genannt. Wie heben die Nummern 29 und 30 und es gibt Hongjiu zu gewinnen. Ich hätte es mit Rotwein übersetzt. Auch wenn die Flaschen klare transparente Flüssigkeit beinhalten und eher nach Vodka aussehen. Nachdem wir allerdings nix gewonnen und kein Küsschen von den "koreanischen fast Zwillingen" bekommen haben, stellen wir fest, dass jetzt trotzdem ein Großteil der Jungs und Mädels aufbricht. Ah ja... Wie beim Annual Dinner... Nach dem Lucky Draw gehen alle heim. Schliesslich gibts jetzt nichts mehr zu gewinnen. Auch kein Küsschen von der großen, schönen Koreanerin. 

Wir stehen noch etwas na der Bar und sprechen ein bisschen mit der Betrieberin. Sie heist "LAN". Hm... Dann ist die Veranstaltung am Samstag wohl eine LAN - Party... :-)

Als wir uns gegen 11 Uhr auf den Heimweg machen, haben wir trotzdem über 10 Tangos getanzt, einen neuen Tango Wechat Kontakt und sind uns einig: Gathering Clouds Milonga? Jop, ist gut, da gehen wir in den nächsten Wochen wieder mal hin...

M - Das ist nicht zu glauben...

09Aug2016

Zumindest sagt das unsere Luftapp heute:

"WTF - really??" Ist der Kommentar unserer App. Was zum Teufel, wirklich?

 Mal ganz abgesehen vom Wetter, die Zahl in der Mitte ist wirklich äußerst unglaubwürdig. Allerdings sieht es heute so über Peter Fox's Haus aus:


Und ja, es steht noch und ja, das ist ein wirklich blauer Himmel und ja, der ist nicht gefotoshopped. Insgesamt spürt man einen deutlichen Unterschied selbst zu den guten Tagen.
Wir gehen mit einigen Kollegen auf Ursachenforschung und finden recht schnell ein paar Sachen heraus, die belegen, dass uns dieses schöne blau nicht zufällig beschert wurde. Es gibt zwei Gerüchte. Das erste besagt, dass wir einfach guten Wind haben. Ok. So gut war der Wind dann das letze mal, als wir im Oktober hier ankamen.

Das zweite ist etwas spannender. Verschwoerungstheoretiker aufgepasst. China's Regierung hat angeblich mal schnell ein paar Industrien rund um Shanghai abgeschaltet. Oh, die können das? Ja, das können Sie. Aber wohl nur kurzfristig. Maximal zwei Wochen und dann holen sie die Produktion gleich wieder nach... Das bedeutet wohl bald wieder dreistellige Zahlen. Abgeschaltet wurde angeblich aufgrund das G20 Gipfels in Hangzhou. Man möchte doch einen guten Eindruck hinterlassen. :-) Krass, chinesischer Show&Shine. Welcher der beiden Gründe nun aber wirklich zutrifft, oder ob in beiden ein wahrer Kern steckt, haben wir bisher noch nicht rausgefunden.

Naja, ich such jetzt mal noch den Stecker, den die Regierung gezogen hat und schneide das Kabel durch. :-) Dann kauf ich ne grosse Windmaschine und stell die draussen auf dem Meer auf. Hm... Oder wir machen es so wie alle Chinesen. Einfach genießen und nicht ärgern, wenns wieder schlechter wird. A hat dazu heute den richtigen Spruch gebracht:

Die Luft App "Airpokalypse" zeigt uns die Luftwerte als kleinen roten Kreis am App Symbol.


A: "Cool, nur mein Posteingang hat noch bessere Luft als Shanghai..."
In dem Sinne: Tief durchatmen und weiter an das Gute glauben. :-)

M - wenn wir einmal in Bewegung sind...

08Aug2016

Der Sonntag könnte nach der vielen Bewegung auch mal ganz ruhig und unsportlich sein. Ist er aber nicht. Diesmal war es einer der seltenen Fälle, wo mich A aus dem Bett gehauen hat. Ich wäre noch liegengeblieben... Beim Aufstehen merk ich schon wie eine leichte Spannung schräg durch meine Rumpfmuskeln zieht. Ah ja, gestern Golf...Nach dem Frühstück erstmal bei der Reinigung vorbei, das Paket unseres Deutschlandtrips abholen. Toll dabei: der Anzug kam komplett 45 kuai. Also knapp 6 Euro 50. Das bezahlt man in D nur für die Hose. :)

Nachdem ich das alles heimgeschleppt hab, sagt meine Uhr schon wieder: "Toller Start in Richtung Trainingsziel" schon wieder 1/4 geschafft. Entweder war das Wäschepaket zu groß, oder ich bin echt untrainiert... :-)
Der Tag ansich überrascht mit Sonnenschein, 30 Grad und weißen Fluffwolken. Und da ich draußen vor Helligkeit kaum was sehr, und Air China meine vietnamesische 20€ Sonnenbrille gekillt hat, geht's auf zum Brillenmarkt. Ich weiß auch net, in D war ich einmal alle zwei Jahre beim Optiker. Hier... Nunja. ;-)
Ausgestattet mit neuer Sonnenbrille geht's zum Kizomba und jetzt konzentriert sich das Training sehr stark auf die Hüftbewegung der Frau... Wie wann und mit welchem Schwung. Ich weis auch gar nicht mehr was wir sonst noch gelernt haben. Ich hab nur A's Bewegung kontrolliert. Nicht das sie da einen Fehler macht. ;-P
Danach noch zum Friseur und schon war wieder Abend. Es hat ne Weile gedauert, aber gegen sieben haben wir es dann auch geschafft und aufzuraffen und sind zum Abendbrot zum "Ginger by the Park". Eine der Bon App Empfehlungen bei uns um die Ecke. Dort sitzen wir auf einer schönen Terrasse, schauen auf das Radisdon Blu und genießen den Wind, den uns zwei Ventilatoren um die Ohren pusten.


Zu unseren Alkoholfreien Mixgetränken genießen wir Asiatische Küche, die von Singapore und Japan inspiriert ist. Jedes Gericht ist sehr gut und überrascht in der Vielseitigkeit des Geschmackes. Das Gingers an der XinGuo Lu ist daher echt ein Tip, den man sich in Shanghai mal gönnen sollte. Wenn auch etwas teuerer...

Und natürlich kommt jetzt das Foto vom Nachtisch.

Diesmal haben wir auf dem Schokokuchen verzichtet, obwohl es den gab, und uns auf Japanische Mochi, Früchte und Vanilleeis verständigt.

Auch sehr lecker... "Ich freu mich auf unseren Japanurlaub." Sagt A. Da kann ich nur zustimmen.

Ein besonderes Bild hab ich noch. Aktuell haben wir super Luft und Wetter. Und durch die "Lichtverschmutzung" in Schanghai sehen die Wolken hier auch nachts weiß aus. Cool...

M - Spontane Möglichkeiten...

07Aug2016

Nach dem lustigem Abend im Komedy Klub sind wir trotdem recht zeitig wieder am Samstag aufgestanden. Und mein Plan mich nicht zu bewegen, da ja meine Fitnessuhr schon zufrieden ist, geht nicht so ganz auf.

 


A winkt mir nochmal kurz nach den Frühstück, dann startet Sie gen ZARA. Da ist wohl endlich der Sale vorbei... :-)
Ich schwing mich nach dem Frühstück auf das Moped um Einkaufen zu fahren. Des ist heiß draußen...
Falls ihr im Sommer mit dem E-Bike durch Shanghai düsen wollt: Immer im Schatten an Ampeln anhalten. Falls es keinen Schatten gibt, dann lieber bei Rot drüber. Als ich ne Minute an der Ampel stand hab ich gedacht der Helm ist mir auf dem Kopf festgeschmolzen. Hm... Vielleicht hätte ich auch einfach den weißen aufsetzen sollen.

 


Die Hitze ist aber nicht die einzige Gefahr, der ich mich heute aussetze. Ich fands es ja Abends schon anstrengend sich durch den Verkehr zu schlängeln. Tagsüber ist es allerdings eher haarsträubend. A hätte ich da nicht mitnehmen können. Erstens steht jetzt nicht nur an jeder Ampel ein Polizeier, sondern auch noch auf jeder Mitte der Straße und schmeißt Mitfahrer vom Moped. Und auserdem wäre A wahrscheinlich allgemein nie mehr mitgefahren nach der Fahrt.
Ich habe nämlich schon auf dem hinweg zu unserem Bäcker einige Jungs gehabt, die mich geschnitten haben, überholt ohne mir Platz zu lassen, oder Türen geöffnet ohne zu schauen. Wenn es nicht so heiß gewesen wäre, ich wäre trotzdem durchgeschwitzt gewesen. Auf dem Rückweg hat sich dann noch ein Müllauto mit mir angelegt. Ich hab gewonnen... :-) Der E-Antrieb hat einfach nen super Anzug.
Aber mal ehrlich, alles halb so wild. Hier achtet halt keiner auf Regeln. Man muss sich durchwurschteln und das muss man als Deutscher bissel üben. Bis es einen einfach nicht mehr stört, dass es manchmal etwas knapp zugeht. Allerdings könnte es eine Weile dauern, bis ich diese Phase erreiche. :-) Zumindest hab ich jetzt wieder unsere Küche voll aufgefüllt. Und das in unter 30 Minuten...

 

 

 

Später am Tag haben wir noch einen Freund getroffen, um ihm bei seiner Wohnungssuche zu beraten. Aktuell steigen die Monatsmieten der Wohnungen in Shanghai (zentrumsnah) zwischen 200 und 400 Euro pro Jahr. Da kann es einem dann schonmal passieren, das man nach einem Jahr aus dem freigegeben Budget rausrutscht. Also neues suchen und dabei natürlich trozdem versuchen "noch" besseres zu bekommen. Wenn ich jetzt mal grob rechne, kann es sein, das es uns nächstes Jahr erwischt... : - (
Er hat aber was gutes gefunden und zieht mit seiner Frau sogar ein ganzes Stück an uns ran. Dann können wir jetzt sogar noch einfacher socializen. :)

 

 

 

Für das späte Mittag danach haben wir uns dann mal wieder was neues überlegt... Wir waren am Zongshan Park in einem japanischen Foodcourt (unter dem Elektrofachhandel und einem japanischem Möbelladen) und haben in einem kleinen Restaurant mit einer 1,9m Deckenhöhe herausragende japanische Speißen verdrückt. Das Suishi war klasse, die Salate Wow... und es war total gemütlich. Da gehen wir wieder mal hin...

 

 

 

Die weitere Abendplanung stand allerdings noch weit in den Sternen, als wir uns auf dem Heimweg machen. Da klingelt As Telefon. Eine Wechat - Nachricht. Oh, cool. Von unserer Flugzeugbekanntschaft aus Myanmar (also eigentlich aus Coburg). Was wir heute machen fragt sie. Hm... mit dir Kafeetrinken gehen? Ok.
Zack 5 Minuten später sitzen wir am Zoo Kaffee an der Hongqiao Road, trinken Eiskaffee, essen Waffel (total lecker) und Quatschen über Shanghai, Coburg und den Rest der Welt. Gegen 17:30 schauen wir vier uns an und die Frage aller Fragen wird gestellt. Jetzt heim und nix machen, oder nochmal weg? Bei dem Wetter drinnen bleiben? Nö... Aber wo man die guten Dachterassen findet? Wie man dabei jetzt die erwischt, die nicht gerammelt voll, oder total überteuert sind? Das sind alles Fragen, mit denen haben wir uns noch nicht so lange beschäftigt.

 

Also Handys raus, Smartshanghai gecheckt, BonApp gecheckt... Irgendjemand sagt dann was von Billiard, Bowling und Spieleabend. Wir checken immer noch Dachterassen und plötzlich ist Sie da: Die Idee für heute abend. Minigolf.

 


Ich meine sogar Coburg hat eine Minigolfanlage. Da muss sich doch auch in Shanghai was finden lassen und das ist genau das, was wir heute abend machen wollen.
Nach 20 Minuten Internetrecherche haben wir genau 3 Locations gefunden. Eine auf der anderen Seite der Stadt mit Anreise von ca. 1,5 Stunden. Die andere um die Ecke. Also los. Auf dem Weg haben wir allerdings rausgefunden, daß die seit 3 Jahren geschlossen ist. Ups...

 

Bleibt noch die im alten Expo Gelände. Das sind 40 Minuten von hier. Diesmal wollen wir aber nicht losfahren und dann da feststellen, daß es die gar nicht mehr gibt. Also angerufen... Es klingelt... Es klingelt... Ich will gerade auflegen, da gehts - "Wei?" - "Hallo, ich bin Ausländer. Kannst du bitte langsam sprechen?" stammle ich auf chinesisch. Was ich will? Mist, was heist eigentlich Minigolf auf chinesisch? Oh man, sind wir super vorbereitet. Irgendwas mit GaoFu sagt jemamd. "GaoFu habter?" frag ich ins Telefon. Hammse sagt sie. Sehr gut.

 

Dann fängt sie an mit unmengen an Wörtern auf mich einzureden. Ich hab keine Ahnung was sie möchte und reiche das Telefon weiter an unserer Bekanntschaft. Sie schlägt sich besser, versteht aber auch nicht genug. Nach ner Weile geht uns ein Licht auf. Sie haben nur bis 22 Uhr auf. Die wollen wissen, wann wir kommen. In 45 minuten da sagen wir. Super sagen Sie, bis gleich. Läuft... Dann ab in die U-Bahn und hier ausgestiegen:

 

 

 

 

 

 

 

Coole gegend. In der Arena ist heute irgendwie was los. Überall rennen Kinder mit BlinkeZeuch auf dem Kopf und in der Hand rum. Wir steuern derweile durch die blinkenden Kinder in die andere Richtung und suchen den Eingang zum Minigolfplatz. Fündig werden wir im 2. Stock einer Mall. Aha... 

 

Das sieht irgendwie gar nicht wie eine Minigolfanlage aus. Als wir reingehen und endlich ein Mädel finden was english kann, erfahren wir auch, dass das hier keine Minigolfanlage ist. Sie zeigt uns nämlich auf die Frage nach Minigolf einen grünen Kunstrasen hinterm Gebäude, auf dem Kinder "Putten" üben und auf einer Hüpfburg rumklettern können. Ohne Löcher. Ohne Licht...
Ähm... Ja, habt ihr noch was anderes? Ja sagt Sie und sammelt von jedem 6 Euro ein. Dann bekommen wir einen Lehrer, zwei Schläger und zwei virtuelle "Golfboxen" zugewiesen.

 

 

 

 

 

 

In denen lernen wir wie wir mit dem 7er Eisen umgehen und wie wir den Ball am Besten über die Driving Range bekommen. Das macht echt Spass und ist viel komplizierter als es aussieht. Hätte ich nicht gedacht. Hab ich schon erwähnt, das es anstrengend ist? Nö oder? Es ist anstrengend.

 

Nach 30 Minuten waren wir vier total durchgeschwitzt. Aber wir wollten mal noch "richtiges Lochen" ausprobieren. :-)
Normalerweise müsste man jetzt hier einmal 18 Loch für 30 Euro bestellen. Aber weil wir ja nur ausprobieren stellt uns der Betrieber für die letzten 30 Minuten seinen leichtesten Golfplatz ein. Der heist "Ritz Carlton" und ist wohl eine Kopie von irgendwo auf der Welt. In der verbleibenden halben Stunde kommen wir bis Loch 4. Was also als "MiniGolf" anfangen sollte, ist zum Schluß richtiges Golf auf einem Ritz Carlton Golfplatz geworden. Wenn auch virtuell. Und Rekorde haben wir hier auch nicht aufgestellt. Eher im Gegenteil. Aber wir hatten eine Menge Spaß.

 


Für mich ist allerdings am interessantesten, wie sich der ganze Abend entwicklet hat. So spontan, so viele Möglichkeiten. Wahnsinn. Wenn wir doch nur noch bissel chinesisch lesen und schreiben könnten, dann würden wir vermutlich noch viel mehr solche Perlen der Abendgestaltung finden... Bis dahin probieren wir einfach weiter aus... Und freuen uns wenn wir wieder mal ganz spontan ein paar neue Möglichkeiten entdecken.

M - schon wieder Sport...

06Aug2016

Nachdem wir die "heissen Tage" in Shanghai verpasst haben, schmieden wir unsere Wochenendpläne nun an den "kühleren" Freitagen des Sommers. So wie diesen Freitag, bei 32 Grad Celsius draussen und 16 Grad Celsius im Bus diskutieren wir mit unseren Kollegen, was wir denn heute nur tun.
Wir schaffen es dann kurz vor Handgreiflichkeiten doch noch einen Konsens zu finden und sind mit einem Heimatler (Zwickauer), der schon ein paar Jährchen in Shanghai ist, zum Lachen verabredet.
Es geht wieder in den Kungfu Komedy Klub. Diesmal ohne Stargast, einfach zur ganz normalen Show, die Freitags abends gegen 21 Uhr beginnt. Das ist ja ne super Zeit. Da schafft man alles und kann nach der Arbeit nochmal zuhause vorbei...
Irgendwie haben wir uns trotzdem total in der Zeit vergriffen. Aus dem "wir wollen noch vorher was leckers essen" wurde ein vertrocknetes Sandwich im Costa Coffee der IAPM und ein geeister Cappuchino, bei dem ich den Kaffee mehr erraten, als geschmeckt habe. Den hätten wir auch weglassen können... :-)

Dafür waren wir rechtzeitig da, und hatten sehr gute Plätze. Auch unser Zwickauer tauchte nur wenige Minuten nach unserer Ankunft auf und schon quatschen wir breitestest Heimatlerisch in einer kleinen Bar mitten in Shanghai. Umgeben von Chinesen und Expats, zwischen Französisch English, Chinesisch und anderen Sprachen die ich nicht verstehe, eine ganz kleine Insel Sächsisch. Irgendwie schon ein komischer Umstand. :-)

Ein paar Getränke später sitzen wir dann aber im Klub selbst und schauen gebannt auf die Bühne, wo diesmal sechs verschiedene Künstler ihre Sprüche zum Besten geben. Der "Host" ist Storm Xu. Ein Chinese, der kein Problem hat sich über seine Landsleute und auch die Expats lustig zu machen. Ganz nebenbei zerlegt er auch noch die paar Franzosen hinter uns mit Witzen und setzt einem Professor ganz schön zu. Das macht echt Spass. Auch wir bekommen als Deutsche bissel unser Fett weg. Aber da scheint wieder zu greifen, das die meisten Chinesen die Deutschen mögen. Ahh... DeGour Ohh... Hen Hao.... hören wir mehr als einmal in der Woche, wenn wir in Shanghai unterwegs sind.

Insgesamt haben wir knapp 1,5 Stunden einen heiden Spaß und das für 50 Kuai. Alle sechs Komedians haben echt was drauf. Wir haben schon wieder den nächsten Abend im Visir, wo wir uns wiedermal die Lachmuskeln mit KungFu Trainieren... Uns wurde nur der Tip gegeben nicht mehr als einmal im Monat hinzugehen. Da sich dann ein paar gags einfach wiederholen. Daher planen wir jetzt mal auf September...

Als dann alles vorbei ist, ist der Abend trotzdem noch zu jung um einfach ins Bett zu gehen. Also stehen wir noch bissel mit dem Zwickauer auf einer echt coolen Dachterasse und quatschen weiter Sächsisch... :-)

Diese Terasse gehört zum Kartell. Nein, nicht zu irgendeiner dunklen, industriellen Untergrundgesellschaft. Das Kartell ist ein Restaurant. Oder eher eine Bar?
Weis nicht...Naja auf jedenfall ist es einer der "Sehen und Gesehen werden" Spots in Shanghai. Und an diesem Abend, mit ein bisschen Wind, 28 Grad, guter Luft, klarer Sicht und einem Cocktail in der Hand ist das einfach superschön.
So schön, dass wir uns erst gegen 0:00 Uhr auf den Weg nach Hause machen. Und das auch noch zu Fuß. Diese Art von Wetter verbinden wir immernoch mit Urlaub. Auch wenn wir nun schon 10 Monate da sind. Es ist einfach super und sooo selten in Deutschland.

Als wir gegen Nachts um Eins dann Zuhause ankommen, sagt mir meine Uhr auch gleich ganz stolz, das ich mein Bewegungsziell für heute geschafft hab. Das is ja super. Dann muss ich mich nach dem Aufstehen gar nicht mehr bewegen...

Da haben wir wohl schon genug Sport gemacht... :-)

 

 

M - heute haben wir wieder Wetter, Wetter, Wetter...

03Aug2016

Na wer erinnert sich noch an Mirco Nontschew 's Wetteransage bei Samstag Nacht? Wie er immer Regenwolken über die ganze Karte verteilt und Nonsense dazugibt. Gestern hat ich dieses Gefühl hier in Shanghai. Dienstags ist Salsa Tag. Wir haben extra die Schuhe mit auf Arbeit geschleppt um dann gleich aus dem Büro hinzufahren.

15 Minuten vor Feierabend brauen sich in Shanghai "Downtown" ein paar dunkle Wolken zusammen und es blitzt in einer Frequenz, der jeden Disko-Strobo-LJ vor Neid erblassen lässt. Ein Kollege kommt zu uns und sagt, dass ein Taifun über Downtown zieht und es wie aus Eimern schütten soll. Hmpf... Zum Salsa laufen wir 20 Minuten hin und 20 zurück, bevor wir an der U-Bahn sind. Bei den Wetteraussichten? Naja, wir fahren erstmal in die Stadt und dann entscheiden wir. Erstmal ein Bild vor Ort machen.

Als wir am Zongshan Park ankommen, ist der Himmel immer noch mit dunklen Wolken verhangen. Zusätzlich dazu fängt es an daumengrosse Tropfen von Himmel zu regnen. Das sieht mir nicht aus wie Salsa heute. Wenn das einmal richtig schüttet bekommen wir kein Taxi und sind durch bis wir zuhause sind. Und wer will schon klatschnass in der auf 15 Grad klimatisierten U-Bahn nach Hause fahren. Auch wenns nur 15 Minuten sind. schweren Herzens geben wir auf, rennen durch den Regen und fahren heim.

Dort angekommen regnet es nicht, und hat auch nicht geregnet. Es sieht aber weiter finster aus. Ob mittlerweile einfach die Sonne untergegangen ist, oder es die Regenwolken sind kann keiner mehr sagen. Finster ist Finster. :-)

Da wir nix zu essen zu Haus haben wird sich "Fluttauglich" angezogen, der 24 Speichen - Sturmschirm von TaoBao eingepackt und ab zum Wagas um die Ecke, was essen. Und während wir so am fester essen und rausschauen passiert...

NIX. Kein Regen, kein Sturm, gar nix... Nur ein bisschen Wind. Hm... Ok, keine Ahnung wie es oben in der 6km entfernten Tanzschule aussieht, aber von hier geschaut: Fehlalarm. Und dafür haben wir heute Salsa ausfallen lassen... Och nö... Wir brauchen hier echt dringend ein Regenradar zum selber Vorhersagen, oder halt unseren ganz eigenen Mirco für die Hosentasche. :-)

Mal ganz nebenbei: Der "echte" Regen kam gegen 2 Uhr nachts, und hat einen 10 Grad Temperatursturz verursacht. Von 38 auf 28. Läuft... :)

M - Shanghai und "Blue Sky"?

01Aug2016

Als wir am Samstag in Shanghai landen hat es sich dort deutlich abgekühlt.

Das ist zumindest die Aussage, die wir zu hören bekommen, bevor wir das "deutlich abgekühlte" Wetter selbst fühlen können.

Nach der Hitze der letzen Wochen (mehr als 8 Tage um die 40 Grad) landen wir bei erfrischenden 32 Grad bei knapp 60% Luftfeuchte. Irgendwie geht an uns trotzdem das erleichterte Aufatmen vorbei. Das Wetter in Deutschland war irgendwie trotzdem besser. Oder sagen wir lieber gewohnter? Naja, da müssen wir jetzt durch.

Und um uns wieder dran zu gewöhnen wird gleich noch ein 4km Spaziergang zum Hunter Gatherer, Obstlädla und Bäcker  gemacht. Wir müssen ja schnell wieder auf Spur kommen. :)

Der Hunter Gatherer war übrigens mal ein toller Tip. Eine Art Bio Kantine mit Reformhaus.


Und sehr lecker bei gutem Gewissen. Nachdem was wir alles in Deutschland reingestopft haben mal eine willkommene Abwechslung.

Am Sonntag zeigt sich Shanghai dann von einer Seite, bei der wir kurz überlegen mussten, ob wir das schon jemals gesehen haben.


Als wir uns am Abend mit den Schweden zum vietnamesischen (wir sind im Mekong River Restaurant) Wiedersehen treffen, haben wir auf dem Weg einen herausragend blauen Himmel. Der könnte fast mit Coburg mithalten. :-)

M – Der neue „Profi Blog“…

28Juli2016

Es ist soweit… Wir haben zu viele Bilder im Blog und jetzt muss ich dann wohl auf die Pro Variante des Blog's umsteigen. 3-mal so viele Bilder, keine Werbung mehr (Das solltet ihr nun schon festgestellt haben…) und eine neue Funktion, die manche von euch vielleicht ganz interessant finden.

*trommelwirbel*

Ich kann auch jetzt spammen…

Naja vielleicht nicht ganz so krass, aber zumindest gibt es jetzt die Möglichkeit euch eine E-Mail zukommen zu lassen, wenn A oder ich einen neuen Blogeintrag veröffentlichen. Dann seit ihr immer up to Date und müsst nicht jeden Tag reinschauen, ob es was neues gibt. Ich hab das schon Mal bei ‘nem anderen Blog ausprobiert und das funktioniert ganz gut…

Also, wer sich dieser Funktion mal annehmen möchte, schreibt mir am besten eine Mail, eine Nachricht, oder kommentiert hier einfach drunter. Dann richte ich das entsprechend ein. Natürlich könnt ihr auch weiterhin einfach so immer mal vorbeischneien. Ich finde es immer noch toll, dass so viele Leute vorbeischauen und auch mal nen Kommentar hinterlassen. Wir haben weiterhin im Schnitt zwischen 30 und 40 Besuchern pro Tag, was ich ehrlich gesagt nicht erwartet hätte. Danke dafür. Es tut gut zu wissen, dass wir zwar 10000km weit weg, aber trotzdem irgendwie da sind. Vor allem da wir gerade da, aber übermorgen wieder weg sind.

Einer der „Profi“ - Blogbetrieber aus Shanghai zieht nun nach 4 Jahren seine Bahn zurück nach Deutschland und ich wollte an dieser Stelle mal kurz Danke sagen.

Der Blog http://christianinshanghai.auslandsblog.de/ hat uns gerade in der Zeit der Vorbereitung immer gut unterhalten und ein paar hilfreiche Tipps gegeben. Auch wenn wir uns hier nicht, zumindest nicht bewusst, getroffen haben und wir ihm den ersten Rang in der Blogübersicht (Einträge+ Kommentare werden gezählt) diese Woche streitig gemacht haben, wünschen wir einen guten Start in Deutschland… :-)

M - It's TIE time...

25Juli2016

Mittlerweile gehen hier schon eher die Gerüchte rum, dass wir keinen Blog über das Leben in China schreiben, sondern eher einen über das Essen. Und ja es stimmt, eine unserer absoluten Hauptbeschäftigungen in Shanghai ist das fantastische Essen genießen. Und sicherlich nimmt dabei der Schokokuchen mit geschmolzenem Kern einen ganz besonderen Stellenwert ein.

Um jetzt aber mal ein kleines bisschen gegenzuhalten heute mal kein Blog über das Essen in China. Macht ja auch keinen Sinn. Sind ja gerade nicht in China.

Daher jetzt ein Blogeintrag über das Essen in Deutschland… :-)

Insgesamt haben wir ein sehr schönes Wochenende hinter uns und haben gestern Abend dann noch ein kleines Dinner mit Freunden gehabt. Irgendwie ist das Essen in Deutschland fuer uns mittlerweile doch recht ungewohnt. Wenn man die meist leichte asiatische Küche gewohnt ist kommt man nur schwer mit dem Schäufele und der Schweinshaxen zurecht. Vor allem wenn wir schon immer nicht die großen Fans davon waren.

Gestern haben wir dann mal drei Gänge im Tie in Coburg genossen und dabei eine wunderschöne Zeit mit Freunden verbracht. Gar nicht so einfach dabei neue Geschichten aus China zu erzählen. Die Hälfte das Tisches war nämlich schon bestens mit dem Blog up to date… Das ist auch irgendwie lustig…

Um aber unseren Restaurantführer Mal weiter zu führen. Das Schlemmermenü im Tie:

Der Gruß aus der Küche


Wildschweingeschnetzeltes mit Safran-Pfifferlingen

und Mango Ingwer Sorbet an Casheweis


Der Hammer…  :-)

Wir haben jetzt allgemein schon wieder viel zu viel gegessen und auch hier in Deutschland zu wenig Sport gemacht. Aber das hat trotzdem noch super reingepasst. Jetzt bleibt nur noch eine Frage die wirklich wichtig ist zu klären:

Falls ich aus dem Blog ein Buch mache, wird es dann ein Expat-Ratgeber, oder ein Restaurtantführer? Hm… ich muss mir mal die Marktlage anschauen, was da gerade gefragter ist.

Was ich auf jeden Fall bei unserer „Tie-Time“ wieder festgestellt hab: Die landläufige Meinung, bei den Chinesen ist das Essen eines der wichtigsten sozialen Rituale und bei den Deutschen nicht so, stimmt nicht.

Ich glaube mittlerweile, da nehmen sich die Kulturen nix, oder vielleicht sind wir selbst nun doch schon etwas chinesischer und färben auf unsere Freunde ab. Jetzt brauchen wir nur noch den Trick, wie es die Asiaten schaffen dabei nicht anzusetzen. Aber das finden wir in den nächsten zwei Jahren auch noch raus…

M - Bergfest...

24Juli2016

Schon wieder Bergfest für unseren Aufenthalt in Deutschland. Die Zeit vergeht irgendwie rasend und die Zage sind lang. 

Erstens ist man sowieso viel zu zeitig auf Arbeit, da man ja die chinesischen Kollegen in Shanghai mit abgreifen möchte. Dann war es ein bisschen komisch, dass so viele chinesische Kollegen auch da waren. Einige (schwedische und deutsche) Freunde von uns waren gerade in Coburg auf der Dienstdurchreise. Unser Personal grinst  mich beim Mittagessen von der Seite an. Da vergeht die Zeit über den Tag noch schneller als Zuhause. Weil man alte und neue Kontakte pflegt. Und am Abend beschäftigt mich dann das Management. Das hat vorher keine Zeit, aber viel wichtiges zu berichten und abzustimmen.

Und natürlich hat man dann am späteren Abend die Chance endlich mal die "Daheimgebliebenen" zu besuchen, mit denen essenzugehen, oder mal im Training vorbeizuschneien. Natürlich ohne Sportsachen. Ich hab nämlich voller Erschrecken festgestellt, das die Mannschaft jetzt nochmal nen deutlichen Sprung ins jüngere gemacht hat. Ich war schon immer 1-3 Jahre weg vom zweitältesten. Jetzt sind es fast 10. Da werd ich wohl nicht mehr mithalten können... Vor allem mit unserem etwas vernachlässigtem Fitnesszustand. :-)

Trotzdem schön mal wieder einen Blick reinzuwerfen und zu erfahren, was gerade alles so los ist. Neuigkeiten über Neuigkeiten.

Und jetzt zum Bergfest... Na klar! Die Eltern sind da und es werden Bilder geschaut, viel gequatscht und erzählt. Es wird gelaufen und geschoppt. Fast ein bisschen so, wie es früher bei unserer Tanzgalaveranstaltung jeden März war. Cool. Sogar noch nen neuen Anzug hab ich entdeckt. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob das ein bisschen wie Holz in den Wald tragen ist, aber wir können so versuchen die Mehrwertsteuer reinzuholen. Mal schauen wie das klappt. ;-)

Und natürlich darf eins nicht fehlen:



Wir essen, essen, essen und es gibt einen herausragenden Schokokuchen mit flüssigem Kern im Dal Passadore. Kann ich nur empfehlen. :-)

M - der dritte erste Eindruck...

19Juli2016

Und da sind wir schon wieder in Deutschland... Und Deutschland gibt sich echt Mühe uns zu empfanden. Sommerlich warm, nicht stickig und schwühl wie Shanghai.

Und wärend links die Sonne in einem herrlichen Orange den Horizont berührt ist rechts schon der Mond aufgegangen... Groß und rund schwebt er über einem Atomkraftwerk. Na, das erinnert mich jetzt doch bissel an Yunnan. Mir fällt jetzt aber erstmal auf, dass ich den Mond schon ewig nicht mehr gesehen habe. Die Sonne sieht man häufiger in Shanghai. Aber den Mond? Hm...

Insgesamt fühlt es sich gut an wieder hier zu sein. Und während sich die Wolken langsam lila färben, muss ich nochmal über die chinesische Reisegruppe im Flugzeug schmunzeln. Beziehungweise über ihr Verhalten beim Aussteigen...

Ganz nach unseren Erfahrungen haben sie direkt vorm Ausgang vom Gate entschieden sich zu sammeln und zu diskutieren wohin es als nächstes geht. 80 Chinesen stehen auf engstem Raum vorm Gateway, heißt automatisch nichts geht mehr. Nach 2 Minuten löst ein Flughafenangestellter mit lauter, aber deutlich angespannter Stimme den Tumult auf. Läuft wieder. Zumindest bis kurz vorm Einreisen. Da stehen sie wieder in der Gegend rum.

Ob sich der Ordnungshüter wieder beruhigt hat? So aufgeregt, wie der war, würde er früh 8:00 Uhr in der Shanghai U-Bahn einen Herzanfall bekommen. Gut das wir dran gegewöhnt sind. :-) 

Ein Highlight noch von der Fahrt nach Co... Nach dem Fahrerwechsel stellt A den Tempomat ein und wir cruisen die Landstaße entlang. Obwohl es für uns eigentlich gegen nachts 3 Uhr ist sagt A: "hm... Ich bin noch gar nicht müde...". Diese Aussage möchte der Golf in dem wir unterwegs sind, wohl nicht so stehen lassen. "Pling" machter und zeigt an: "Müdigkeit erkannt - bitte Pause machen" Hm... Ok. :-)

M - Stolz wie Bolle...

18Juli2016


Was kann denn das sein? - Naja so schwierig ist das ja nicht, das ist ein Chatverlauf. Um genau zu sein ein TaoBao - Chatverlauf.

Es ist der Verlauf eines Gesprächs zwischen einem Händler und mir. Und das Problem bei Taobao ist, das es nicht wie bei WeChat eine Übersetzungsfunktion gibt.

Normalerweise schreibt einem der Verkäufer nicht. Normal ist, wenn er das Produkt gleich verschickt. Wenn es Text gibt ist immer irgendwas nicht in Ordnung. Da kann man schonmal ins schwitzen kommen.

Ich hab also gestern festgestellt... Mist... Es gibt Text... Also rauskopiert (nicht die falschen Knöpfe erwischen, sonst löscht mal den Chatverlauf) und in die Übersetzungsapp. Die funktioniert gut für einzelne Wörter. Aber ganze Sätze kommen nur mit viel Glück richtig raus. Zumindest kann man denn Sinn erahnen. Der Sinn war: das Teil hab ich nicht da... Ok. Da ich dem Satzbau in die andere Richtung auch nicht traue Bau ich mir mit meinen begrenztem chinesisch die Frage zusammen, wanns denn wieder da ist. Dann in der Übersetzungsapp gegengecheckt. Sollte passen. Zurück kommt: er hat es nicht da... Ok. Dann meiyou. Also wieder meinen Wortschatz durchwühlt, in Zeichen geschrieben, was haste denn da? Er schickt nen Link zu nem ähnlichen, teureren Produkt. Ich zurück. Gleich gut und selber preis? Ja sachter. Nehm ich sag ich. Schickter los sacht er. Danke sag ich und bin Stolz wie Bolle... :-)

M - schlechtes Clubbing und gute Sandwiches...

17Juli2016

Nachdem mich die Arbeit diesen Freitag noch bis zehn Uhr abends gebunden hat und mich sogar noch weit darüber hinaus beschäftigt hat, ist das ganze Wochenende von leicht zu übersehender Minimalmotivation durchflutet.

Das geht schon damit los, das wir zum Samstag morgen keine Brötchen und Früchte mehr in der Küche haben... Aber mal ganz ehrlich, das ist in Shanghai nun wirklich kein Problem. Als wir endlich aus dem Bett gefallen sind, geht's auf zu Al's Diner. Erstmal nen ordentlichen Brunch mit Pancake, Burger, O-Saft und dem wohl cremigsten Milchshake Shanghais.

Dann sind wir noch bisschen durch die IAPM Mall geschlichen und haben unsere Vorräte wieder aufgefüllt.

Wieder zuhause angekommen, befragen wir Smart Shanghai, was denn heute Abend noch so in der Stadt los ist. Die meisten unsere Freunde sind noch in Europa, also müssen wir alleine los. Smart Shanghai schickt uns nochmal in die IAPM. Da ist ne Roof Top Party mit HouseMusik und Cocktails. Na das klingt doch ganz ok. Wenn wir nicht fast 45 Minuten durch den 5.Stock eiern würden um den Zugang zur Dachterasse zu suchen. Warum steht eigentlich überall: "Under Construction"? Als wir schon fast am aufgeben sind (und wir nicht die einzigen die hier rumirren) fragen wir in einem Restaurant nach.

Der Gastwirt macht ein mittleres Zitronengesicht, und erklärt uns, das das nicht auf der (noch nicht fertigen) großen Dachterasse ist, sondern im Restaurant nebenan. Ah... Oh, das wussten wir nicht... Bedankt, und schnell rüber. Als wir endlich auf der Dachterasse stehen ist NÜX los. 4 Leute zutschen gelangweilt an ihrem Mochito, und die Musik ist viel zu laut. Nur die Dachterasse ist nicht schlecht. 

Von der aus sehen wir nämlich eine schöne andere Dachterasse, und schwups sind wir weg und auf dem Weg zum Greyhound Café. Italienisch-Thailändische Fusion-Küche wird beworben und gibt es auch. Wir schauen auf die schön ausgeleuchtete Terssse und genießen einen geeisten Thai Kaffee. (Der dem vietnamesischen sehr ähnlich ist)


Als die dann langsam die Schotten dicht machen, fällt uns auf, dass wir doch eigentlich noch weggehen wollten. Nochmal Smart Shanghai gecheckt. Beachparty im Zapatas. Zumindest der Name ist hier schon öfter gefallen...

Dort angekommen weiß ich nicht so recht, was ich davon halten soll. Draußen sitzen alle ruhig an Tischen und hauen sich zur Wasserpfeife ein Bier nach dem anderen rein. Drinnen wird es richtig übel und junge, schlanke und aufreizend angezogene Chinesinnen tanzen währen alte, dicke und schwitzende Westler ihnen zuschauen. Hm... Ich glaube wir gehen heim. Wenn wir hier mal hingehen sollten, dann nur in großer Gruppe und mit vorglühen. Dann können wir unsere eigene Party machen. Die hier angebotene erscheint mir nicht so erstrebenswert. :-)

Auf dem Heimweg finden wir über BonApp noch ein paar Läden, die wir beim nächsten mal ausprobieren können. Das Zapatas hatte übrigens 54% Weiterempfehlungsrate. Naja, immerhin über die Hälfte findets hier gut. Das erklärt auch warum nur die Hälfte los war. :-)

Am nächsten Tag passt zumindest unser Frühstückstraum wieder und wir haben uns vorgenommen 2 Stunden Kizomba mitzunehmen. Eine Anfänger und eine Fortgeschrittene. Wir kennen zwar die Basis gar nicht, aber Robin (unser Lehrer) hat uns mitgeteilt, das wir das gerne mal probieren können. Die erste Stunde läuft noch recht gut. Wiederholen und dann die Saida lernen. Das kommt uns bekannt vor. Auch wenn die etwas anders getanzt wird...



Hier mal unsere Tabzlehrer...

Die zweite Stunde hat es dann in sich. Wir bauen aus der einfachen Saida eine Figurenkombination, die gleich noch 3 Basics und zwei neue Schritte plus einen Tacktwechsel beinhaltet... Wo schlagen uns wacker, aber wirklich schön sieht das bei uns nicht aus. Am Ende der Stunde hat sich daran sogar ein bisschen was geändert. Aber ein zwei Elemente sind immer noch schwierig, wackelig und nicht so schick. Naja, ist ja auch fortgeschritten. Am Ende der Stunde sagt Robin, dass die Stunde nächsten Sonntag ausfällt und es dann die Woche drauf weitergeht. Na, dass passt ja...

Den Heimweg treten wir mit einem leichten Hungergefühl zu Fuß an. Und finden eine "urban soup kitchen".
Laut BonApp gute Sandwiches und Suppen. Und ja, das stimmt. Vor allem das Avocado Chicken Sandwich ist der Hammer. 


Auch wenn es von draußen irgendwie geschlossen aussieht... (man beachte das Schild an der Seite auf dem geöffnet steht)
 
Die Motivation hat uns nach dem Tanzen und der Suppenküche dermassen gepackt, dass wir noch bis zum Jing An Tempel laufen und A eine weitere Shoppingmall entdeckt, die nicht die völlig überteuerten Marken im Erdgeschoss hat. Welch seltener Anblick... Wo ist eigentlich A? Achso, schon drin...


Vielleicht musste sie ja einfach mal aufs "cloechen".

Das letzte Stück fahren wir dann trotzdem noch U-Bahn. Nach 9km und zwei Stunden Kizomba reicht es dann auch. Bald gehts nach D... Ich glaube wir packen unsere Joggingssachen ein... :-)

M - Hmmm, Lecker...

15Juli2016

Werbung kann so unterschiedlich, lustig, einfallsreich, schockierend und so weiter sein.

Das ist eine neue Werbung auf unserem Arbeitsweg:


Na? Wer bekommt da Hunger? Was für die Chinesen hier sicherlich nach nem leckeren Abendbrot aussieht ist für mich und A irgendwo zwischen "schau nicht hin" und "mir ist schlecht".

Wie geht's euch wenn ihr das anschaut? Bekommt ihr richtig Appetit, oder ist es eher das "Oh mein Gott, Freddy Krüger hat den armen Schneemann das Gesicht abgeschnitten" - Gefühl? :-)

M - schon wieder die Macht der Musik...

14Juli2016

Kennt jemand von euch Tron? Den Film? Den neueren? Wenn ihr bis hier her gekommen seid, dann kennt ihr auch den Soundtrack von Daft Punk. Meiner Meinung nach ein Meisterwerk.

Heute ging es etwas länger in der Firma... Ihr glaubt nicht was für ein krasses Gefühl es ist um neun in einer nahezu komplett leeren U-Bahn zu sitzen, durch die Nacht zu fahren und diesen Sound auf den Ohren zu haben. Da bekommt man irgendwie Gänsehaut.

Allein durch die "andere" Welt fahren, in der so viel schon viel digitaler ist. Man bekommt ein bisschen eine Ahnung, wie sich wohl Flynn, oder Flynns Sohn gefühlt haben als sich sich zum ersten Mal in TRONs Welt materialisierten...

Nur noch 1h, dann bin ich daheim. Dort hab ich meine "gute alte" Comfortzone wieder. :-)

M - Was ne Überraschung...

14Juli2016

Kollegen aus Deutschland sind aktuell gerade auf Dienstreise hier und wir haben den Beiden gestern mal die herausragende Yunnan Küche nähergebracht. :-)

Da sie insgesamt nur wenig Zeit hatten, haben wir das gesamte Kulturprogramm zusammengeschrumpft auf eine kleine Ecke in der French Concession. Wenn wir nach der Arbeit hätten zum Bund gewollt, wäre das wirklich zeitlich eng und weniger entspannt gewesen. Und ich konnte den beiden ansehen, dass U-Bahnfahren mit Vollkörperkontakt inmitten eines Chinesenpulks noch nicht innerhalb ihrer Komfortzone ist.

Daher gabs leckere Yunnan Speisen im Gathering Clouds. Das ist ja auch gleich bei uns in der Nähe...

Insgesamt ein leckerer, entspannter  Abend, der allerdings eine große Überraschung zum Ende hatte. Als wir aus dem Restaurant rausgehen, um die beiden zur Bahn zu begleiten, hör ich klassischen Tango... Hä?

Ich schau mich im Erdgeschoss des Restaurants um, alles leergeräumt, auf der Fläche wird Tango getanzt. Was...

Da springt uns auch schon ein Chinese an: "Wollt ihr Tango tanzen?" Ähm... Joar, jetzt grad nicht, aber wann, also wie? Er erklärt uns, dass jeden Mittwoch ab acht hier Milonga ist. 70RMB eintritt inklusive Getränk. Hm... Nicht heute aber gut zu wissen... :)

Das war ne Überraschung. Jetzt könnte der Tanzplan folgendermaßen aussehen:

Dienstag Salsa Kurs; Mittwoch Milonga; Samstag Salsa Party; Sonntag Kizomba

Na mal sehen. Das lassen wir mal auf uns zukommen. Gelernt hab ich wieder eins: man muss immer mal essen gehen, um solche Überraschungen zu erleben. :-)

M - Nochmal basteln und... Geht!

12Juli2016

Ich bin wieder in xujiahui.Im Computerfachhandel... Oder wie man auch immer die kleinen mit Kartons zugestellten Minishops nennen mag, die sich eng aneinandergequetsch in der Mall hinter der Metro City befinden.
Als ich beim letzen PC Ausfall ja ein paar Nerven gelassen habe, hat ein Kollege das mitbekommen. Er hat er sich zumindest gemerkt, dass ich mich etwas mit dem Zeuch auskenne und das es nach kurzer Zeit wieder lief.

Und genau der Kollege möchte einen "neuen" PC zusammenstellen. Dabei kann ich gleich mein altes Gehäuse mit loswerden, und das Netzteil. Also Win Win, wie man so schön auf Seminaren sagt. :-)

Das Thema ist nur, wie ist das mit der Garantie bei den TaoBao Bestellungen, was machen wir wenn... Usw. Da ich die Antwort hierzu zumindest wage kenne, entscheiden wir uns für einen "richtigen" Händler in XuJiaHui. Oder besser wir entscheiden einen zu suchen.

Im zweiten Stock der Mall angekommen wirkt es wie auf dem Wochenmarkt mit Logistikzentrum. Alle schleppen Computer rum und raus, in den kleinen Shops werden in einer Stunde mehr Pakete gepackt und per Moped verschickt, wie die Coburger Postfiliale in einer Woche schafft.

Wir wackeln durch das Treiben und haben keine Ahnung wohin. Zumindest waren wir so schlau nen bebilderten Einkaufszettel zu machen, der hat viel geholfen. Als wir beim ersten professionell aussehenden Laden anhalten, und Vortragen was wir wollen winkt der gleich ab. 

Merke:

Acer ist keine in China billige marke! MSI ist hier nur schwierig zu bekommen.

Asus ist als taiwanesischer Hersteller und quasi um die Ecke. Gigabyte ist auch zu haben. 

Heißt im Klartext: wollt ihr in Shanghai Komponenten für einen PC kaufen schaut auch bei Gigabyte und Asus um und dann macht nen bebilderten Einkaufszettel. Bei unserem, mit Acer und MSI drauf, gabs Probleme. :)
Wir suchen weiter und kommen an nem kleinen, mit Kartons vollgestellten und total abgeranzt aussehenden Shop zum stehen. Auch der hat Asus, aber es steht auch ein MSI Board mit rum. Los geht's...
Wir zeigen Bilder, er schreibt auf und Preise dahinter. Wir wollen bissel verhandeln, aber er beißt nicht so richtig an... Das alles läuft schon wieder halb auf Chinesisch. Wirklich englisch kann der net. Aber mit Übersetzungsapp und unseren "fortgeschrittenen" chinesisch Kenntnissen komm ich diesmal deutlich besser klar, als noch beim ersten Kauf vor 8 Monaten.
Ich versteh sogar ein bisschen mehr als mein Kollege, der schon 7 Jahre hier ist. Das macht mich glatt ein bisschen stolz.
In Shanghai brauch man halt nicht wirklich chinesisch. Deswegen trainiert man es auch kam. Naja, ich bin weiterhin motiviert. :)

Als wir die Liste fertig haben erklären wir, das wir jetzt Geld holen, und er lässt die Sachen aus dem Lager kommen. Dann wollen wir vergleichen und wenn alles passt, dann gibt's die Kohle. Wenn das klappt, haben wir ne Abendbeschäftigung: Rechner zusammenbauen. 

Wir sollen schnell machen sagt er noch, er hat schon Feierabend. Hm... Mist wir hätten doch noch mehr verhandeln können... 

Wir brauchen knapp 15 Minuten, bis wir endlich die Geldbündel aus dem Automaten gezogen haben. Als wir wiederkommen ist noch nicht alles da, aber aller 30 Sekunden kommt ein Chinese vorbei und bringt irgendwas... Vermutlich kann selbst Amazon hier noch was lernen.

Die Komponenten sind nicht EXACT die, die wir auf den Bildern haben. Teilweise bessere (dafür günstiger) aber auch teilweise minderwertigere (und auch noch teurere). Hier nimmt man es nicht so genau... China halt. 

Was machen wir exakten Deutschen denn nun damit? Hm... Plötzlich hat er auf Nachfrage auch nicht mehr genau diese Komponente... Aber die die er hat ist eh viel besser. Weil die hat er schließlich da. Na komm Junge, dann leg halt noch Tastatur, Maus und WLAN obendrauf. Machter... Na wenigstens was.

Dongxi buhao women hui, sag ich... Wenn was net passt, kommen wir wieder, umtauschen... Jo sachter, aber passt alles. Ganz bestimmt. 

Trotzdem ist es gut zu wissen, das man eine Anlaufstelle hat. Falls doch mal was ist. Falls der Laden dann noch existiert. Ne handgeschriebene Rechnung, die wir net lesen können haben wir zumindest. :-)

Man könnte ihn jetzt fast als Händler unseres Vertrauens benennen. Na hoffentlich kommen wir nicht zum Umtausch wieder. Das wird sprachlich wahrscheinlich sehr anstrengend. :-)

Dann ein Taxi geschnappt. Im Gästezimmer eingeschlossen um A nicht zu stören. Alles zusammengebaut und... GEHT. Auf Anhieb. Vielleicht sollte ich über ein zweites Standbein nachdenken. Ich kann ja mal mit meinem Händler des Vertrauens sprechen... :-)

M - Wochenende mit Nacken und Hüfte...

10Juli2016

Und damit meine ich nix zu essen... :-)

Wir sind mittlerweile in der Klimaanlagensaisson angekommen... Draußen nie unter 30 Grad und schwül, drinnen meist 15 bei Windstärke 34. Bis jetzt waren wir sehr tapfer und haben uns noch keine Erkältung eingefangen. Vielleicht gewöhnt man sich auch irgendwie dran. Aber die letzte Fahrt mit 15 Grad Bewindung hat mich erwischt. Ich hab nen steifen Hals...

Irgendwie hat mein Nacken Zug bekommen und jetzt heißt Kopfdrehen immer automatisch mit Rumpfdrehen. Daher ging das Wochenende mit "Isch hab Nacken..." los. Und das musste ich als erstes wieder in den Griff bekommen. Mal abgesehen von A's Wärme Kissen kommt noch eine Option in Frage. Hier gibt's aller 3 m ne Massage. Wär doch gelacht wenn wir da nicht eine gute finden.

Finden wir auch. Preise 50% über den Letzen bei denen wir waren, dafür sprechen alle English und haben ne therapeutische Ausbildung. Für Nackenschmerzen ist es mir das wert. Hauptsache ich kann den Kopf wieder drehen. Also rein in die U-Bahn, raus in Hongqiao und ab ins Dragonfly. Viel sagen musste ich nicht. Der Kerl hat einmal kurz in die Schulter gegriffen und mir gleich mitgeteilt, dass er da jetzt rein muss, weil das so nicht gut ist... Hmpf...

Nach 30 Minuten Schmerzen wurde es besser, nach 60 Minuten konnte ich sogar  wieder 20 Grad über den Horizont guggen ohne ein Zitronengesicht zu machen. Den Rest hab ich dann gleich noch mit A ihrem Kirschkernkissen rausgeglüht.

Als es wieder einigermaßen ging haben wir erstmal smart Shanghai um Rat gefragt, was tun an einem Samstag wie diesem. Gut Hamsterkäufe verstehen sich von selbst, das haben wir gleich morgens erledigt. Am Sonntag soll hier ein Taifun kommen, das heißt Sonntag/ Montag sintflutartige Regenfälle und Sturm. Am Sonntagabend erfahren wir, ob am Montag überhaupt ein Bus fährt. Aber noch ist Samstag, keine Sonne, warm und ganz selten Regen.

Smart Shanghai schlägt vor an den Bund zu fahren. Da ist „luxury sale“. Ok, das hat A rausgesucht. :-) Wir machen Uns auf den Weg und steigen an einer U-Bahnstation aus, die ich vorher noch nie gesehen habe.



Neben alten Lanehäusern sind riesige Baustellen für Finanzgebäude. Während die Bauarbeiter Zementsäcke schleppen und Wasser in die Luft sprühen um den Baustaub zu binden sitzen nebenan zwei Omas und verkaufen Stoffe. Dabei geht aus ihrem Stoffladen eine Leiter nach oben, da leben sie dann... Dieser Kontrast ist echt Wahnsinn. Hier wird auch noch ordentlich beladen, bevor man losfährt.


Wir schlendern extra noch bissel durch die Gegend weil es einfach unglaublich interessant ist. Die Straßen, die Menschen. Die teilweise außen liegenden Küchen. Überall gibt es was zu sehen und zu beobachten. Wenn die Baustelle weg ist müssen wir nochmal hier her. Ich würde gern den Kontrast mal richtig sehen...

Dann machen wir uns ab  auf zum Sale... Und das  hat zwei Highlights:


Die Dachterrasse, und die Frauen, die meistens deutlich nachhelfen haben lassen um ihr Gesicht, oder andere Teile ihres Körpers irgendwelchen Vorlagen anzugleichen. Ok, das war kein wirkliches Highlight. Das war einfach nur auffällig. VOr allem weil nicht immer klar war nach welchen Vorlagen sie haben arbeiten lassen, oder ob es ueberhaupt eine Vorlage gab.

Aber es waren auch eher die kleinen Miniburger, die wir gemütlich auf der Dachterrasse mit Blick auf PuDong genossen haben, die ein wirkliches Highlight darstellten. Und ja, es war ein Sale, aber kein großer und kein wirklich günstiger. A wollte dann lieber nochmal im Zara vorbei.

Bevor wir das aber machen, wird nochmal spanisches Flair an den Cool Docks genossen. Ein kleines süßes Restaurant mit leckeren spanischen Tapas und einem sehr aufmerksamen Chef, der uns im Laufe des Essens immer mal wieder besucht und mit spanischen Akzent fragt ob alles "OohKäy" ist. Das la Bota ist dabei echt ne gute  Wahl und für die Lage am Bund echt preislich OohKäy... :-)

Am nächsten Morgen schauen wir raus. Es ist grau, kaum regen, kein Sturm. Gegengecheckt mit der Wetter App und den Nachrichten. Nepartak hat uns verschont. Das war der Taifun, oder besser, das waere er gewesen. Ich sehe Bilder aus Wuhan, wo Straßen überschwemmt, U-Bahnen vollgelaufen sind... Einige Städte hat es schwer getroffen. Bei uns: nüx...

Ok, das heißt trotzdem heute Abend kochen... Schließlich müssen wir die Hamsterkäufe wieder wegbekommen. :-)


Aber vorher wird noch was Neues ausprobiert. Wir machen uns zum ersten Mal sonntags auf den Weg zur Tanzschule. Heute wird Kizomba ausprobiert. Mittlerweile sind wir ja recht gut bekannt in der Tanzschule und wir erkennen auch gleich einige Gesichter wieder. Als es mit den ersten Grundschritten und der Führung losgeht. Fühl ich mich gleich zuhause. Das ist fast wie der Tango Argentino, nur mit mehr Hüfte... Viel mehr Hüfte...

Die Tanzschritte sind analog dem Tango einzeln und nicht wirklich schwer. Wir sammeln auch gleich ein Lob vom Lehrer ein, dass das recht gut aussieht. Nur A's Hüfte muss mehr machen. Viel mehr… Er gibt uns den Tipp das zuhause zu üben… Na aber Gern… :-)

Als nächstes kommt die Führung dran. Die Umarmung ist analog der geschlossenen Umarmung beim Tango. Sehr nah, und sehr direkt in der Führung. Auch hier können wir wieder glänzen. Nicht perfekt. Etwas zu steif, aber sonst sehr gut. Ah ja, die Hüfte hat dann wohl wieder gefehlt. Dann wird auf Musik getanzt.

Und hier kommt das was am Kizomba am meisten Spaß macht. Die Musik ist einfach super schön. Kein schwieriges Takt rausgehöre wie beim Salsa, kein klassisches Violinengetzwitscher wie beim klassischen Tango. Einfach schöne, ruhige neumodische Musik mit südamerikanischem Flair. Da muss ich durch gleich mal bissel Youtube durchforsten. Ach ja, geht net… Alternativ die Chinesische Videoplatform. Mal sehen wie wir damit zurechtkommen…

Am Abend war dann außer Kochen und Hamsterkäufe vernichten nicht mehr viel. Auf jeden Fall haben wir jetzt ein festes Date am Sonntag. Kizomba die 2te… und diesmal ohne Nacken, mit mehr Hüfte… Wir freuen uns schon...

M - Regenzeit?!?

07Juli2016

Heute dachte ich kurz die Welt geht unter. Während ich im 17. Stock mit Coburg telefoniere, fängt es auf einmal an finster zu werden und das Gebäude schwankt... Nicht nur ein bisschen. Schon deutlich spürbar.

Dann zieht es plötzlich zwei Innenrollos durch die offen Fenster, es pfeift und fängt an zu schütten wie sau... Die meisten Kollegen eilen zum Fester. Erstens um die Rollos wieder reinzuholen. Zweitens zum guggen. Binnen 2 Minuten ist die Straße vor unserem Gebäude ein Fluss. Nach 5 Minuten geht nichts mehr. Alles steht und wir zweifeln schon, ob wir überhaupt heimkommen. Ganze 50 Minuten gießt es wie aus Eimern und stürmt. Dann schlagartig Sonnenschein... Alles vorbei. 10 Minuten bevor der Bus fährt. Läuft...

Allerdings ist vor unserer Einsteigestelle eine 40cm tiefe Pfütze. Also Alternativen suchen. Die größte Gefahr ist eigentlich, das man durch Wasser Waden muss und nicht sieht wie tief es ist. Erstens ruiniert das meine Schuhe (ich muss in Deutschland Regenzeitflipflops kaufen) zweiten kann es mal ganz schön abwärts gehen. Hier gibt es mehr als ein Video von nem Chinesen der komplett in ner Pfütze verschwindet. So wie die Motorhaube dieser beiden Autos...


Die Baustellenbegrenzung ist bei dem Sturm umgefallen und wurde vom Wasser verdeckt, dahinter gings fast nen halben Meter abwärts. Da kommen die jetzt auch nicht so schnell raus. Ich hoffe nur unser Busfahrer weis was er tut. :-)

Ein was positives hat es allerdings:


Luftwerte genau wie in Deutschland. Na bei dem Wetter könnte man mal joggen gehen. Aber alle Wege sind noch total überflutet. Hm... Auf schwimmen hab ich keine Lust. Ok, dann gehen wir was essen. :-)

Als wir in in der Stadt ankommen die große Enttäuschung. Keine Pfützen, immer noch gute Luftwerte und ein angenehmer Wind. Ok, wir gehen Joggen. Einmal durch die French Concession und auf dem Rückweg gleich am Obstlädla vorbei. Dort haut die Verkäuferin erstmal auf den Bauch ihres Mannes und gibt ihm zu verstehen, das er auch mal laufen könnte. Manche Sachen sind halt doch überall auf der Welt gleich. :-)

M – der kurze französische Sonntag

04Juli2016

Der Samstag war sehr lang. Vom Sonntag war nicht mehr viel übrig. 13 Uhr sind wir aus dem Bett gekrochen. Und immer noch etwas müde. Das Wetter bleibt weiterhin warm, nass und dunkel… da wird nicht viel. Wir haben uns dann zuhause noch bissel vertan und den schwedischen Lax gebraten. Mit Zuckerschoten, Möhren, Sesam in einem Wrap zusammen war das ein gelungenes Abendbrot. Und der Kokosnuss-Öffner erfüllt auch weiterhin seine Funktion…


Aber wir konnten nicht komplett zuhause und auf der Couch hängenbleiben. Weil: heute haben wir noch ein Highlight. Ein französischer Artistenzirkus ist in der Stadt und wir sind heute Abend im Shanghai Theater zum „Cirkopolis“. Keiner von uns 5en hatte eine Ahnung, was uns da erwartet. Umso überraschter waren wir, als das Programm losging.


Insgesamt herausragende tänzerische und artistische Leistungen. Diese waren eingebettet in einer Art Metropolis-Schauspiel mit Videoleinwand und Industrial Musik. Es war unglaublich stimmig und wir alle haben mehr als einmal den Atem angehalten, als die Jungs und Mädels ihre Darbietungen gemacht haben. Diesmal war fotografieren und Filmen verboten. Ich war mal gespannt, wie sie das in China umsetzen wollen. Alle haben ein Handy und alle wollen die Momente in WeChat teilen.

Die Lösung war recht einfach. Kennt ihr diese starken grünen China-Laserpointer? Zwei Mädels stehen am Ende des Auditoriums und schauen, ob jemand sein Handy hochhält. Falls das passiert Pointen Sie mit dem Grünen Laser direkt auf das Handydisplay, was nicht nur störend, sondern auch unglaublich effektiv ist. Der vermeintliche Schuft wird damit nämlich gleich für alle in der Nähesichtbar und das Streulicht stört alle rundherum, so das seine Nachbarn dann auch gleich drauf hinweisend das er das lassen soll…. Ideen haben Sie ja, die Chinesen…

Nur Sinn für Kunst in unserer Denke haben Sie nicht alle. Hinter uns wird gerülpst. Neben uns schreibt einer aller 20 Sekunden im WeChat seinen Freunden. Ich glaube der hat von der wirklich grandiosen Show nicht viel gesehen. Wir waren auf jeden Fall begeistert. Sowas können wir uns mal wieder anschauen. Und das Ganze war auch gegen 20:45 schon vorbei. Dann hatten wir sogar noch Zeit unsere Obst und Brötchen Runde zu machen, bevor wir dann 22 Uhr zuhause ins Bett fallen. Schon ein sehr kurzer Sonntag, aber ein sehr schöner…

M – Der lange deutsche Samstag…

03Juli2016

Heute spielt Deutschland. Und weil die Primetime in Europa ausgesucht wurde, haben wir einen langen Abend vor uns. Das Spiel startet 3 Uhr nachts in China. Da brauchen wir aber nen Plan, damit wir das Spiel sehen können.

Also machen wir uns am Sonntag tagsüber nicht ganz so nen Kopf und lassen es ruhig angehen. OK, dann doch nochmal zu Ikea und den letzten freien Platz der Wohnung noch mit…

Na mit was wohl… Mit einem Schuhregal vollstellen. Diesmal sind wir 10:30 im Ikea und da geht’s noch einigermaßen mit den Leuten. Entweder sind wir mittlerweile echt dran gewöhnt, oder es sind tatsächlich weniger. Zumindest wurden wir nicht durchgeschoben und konnten uns nach eigenem Belieben durch den Ikea bewegen. Und natürlich bleibt’s nicht beim Schuhregal. Es wird auch schwedischer „Lax“ gekauft. Falls wir doch mal wieder was Kochen… :-)

Kaum das alles aufgebaut ist steht auch schon die Abendplanung. Wir haben uns für Abendbrot in einer spanischen Tapasbar in der Ferguson Lane entschieden, dann geht’s ins Kino zu Independence Day und dann müssen wir nur noch 3 Stunden durchhalten, bis das Spiel losgeht.

Das Essen im Azul war ganz gut und wir haben mit einem unserer deutschen Freunde unsere Tapas genossen. Seine Frau ist schon in Deutschland und daher hat er sich uns gleich angeschlossen. Wir sind auch ziemlich genau fertig geworden um uns auf den Weg in die IAPM Mall zu machen. Und das sogar trotz Dessert…


Tja, deutsche Zeitplanung. Läuft… Die Kinokarten hab ich wieder gleich über Alipay bezogen und dabei 50% gespart.

Auf dem Weg zum Kino eröffnet A mir, dass sie es doof findet, dass Will Smith nicht mitspielt, sie die Schabe eklig findet, sich aber auf den sprechenden Mops freut. Hm… Schabe? Mops? Sprechend???

Ja, der außerirdische Mops… Oh… Das ist Men in Black mein Schatz, davon gibt’s noch keinen Nachfolger… Die Außerirdischen in Independence Day sehen etwas weniger knuffig aus. Die Enttäuschung war deutlich spürbar, aber A blieb dabei und hat uns trotzdem begleitet….

Der Film an sich ist ein schönes Effektfeuerwerk mit ein paar Schwächen. Sehr Amerikanisch und mit echt vielen Chinesischen Einschlägen.

Hat jemand von euch den Film gesehen? Die chinesische Pilotin ist sicherlich auch in der US/ EU Version mit dabei inklusive der Chinesisch Versuche des jungen amerikanischem Piloten. Aber ist auch das Kommunikationsmedium QQ oder hat Skype den Werbeplatz gekauft? Ist die Weltraummilch auch die chinesische NiuNai? Ich hatte irgendwie das Gefühl das diese Szenen Landesspezifisch sind. Vielleicht hat den Film ja jemand gesehen und kann uns das beantworten. 0:45 sind wir aus dem Kino raus. Noch 2 h durchhalten. Hm… aber wie.

Ok, kein Taxi, wir laufen zur Park Taverne, in der wir mit einem Kollegen das Spiel anschauen wollen. Nach einer Stunde kommen wir eh an unserem Zuhause vorbei, also nochmal einen doppelten Espresso aufgesetzt der sollte uns bis 4:30 wachhalten… Da glaubten wir auch noch um 5 ist alles vorbei…

Als wir in der Taverne ankommen überall Deutschland Trikots, nur zwei kleine Tische sind Italiener. Keine Stühle mehr frei… na super…


Wir haben dann erstmal angefangen die Tische abzuklappern und uns 4 Stühle zu versorgen. Als wir alles beisammen hatten und das erste Getränk ankam ging es auch schon los… Die Stimmung war gut, alle haben sich toll vertragen, nur mussten unsere Jungs sich so viel Zeit lassen? Nach dem Krimi war es bei uns 6 Uhr. Taghell. Wir total müde…

Unser Kollege fand das aber gar nicht so schlecht… „Cool, in 2 Minuten fährt die erste Metro wieder. Da kann ich gleich mit der U-Bahn heim… Stimmt. Das ist dann schon vorteilhaft. Daheim die Vorhänge zugezogen und ab ins Bett… Was für eine Nacht…

M – Das Team Event…

02Juli2016

Neben den ganzen Outing Aktivitäten, die hier in China so stattfinden und bei denen die Mitarbeiter sich entsprechend austoben können, darf natürlich trotzdem ein richtiges Teamevent nicht fehlen.

Also haben wir mal unsere ganze Truppe zusammengepackt und sind mit knapp 40 Leuten in den Westen von Shanghai gefahren. Bei knapp 28 Grad, bewölktem Himmel und KEINEM Regen war Kanufahren angesagt. Ganz anders als ich es erwartet hatte waren das aber keine Touristenkanus, sondern die schmalen Profi Kanus, mit denen man doch eher mal im Wasser landet, wenn man es nicht so mit dem Gleichgewicht hat.

Nachdem sich der erste Schock gelegt hat, ging es auch schon los. Schwimmweste an, Paddel in die Hand und Trockenübung. 40 Mann paddeln auf dem Platz vorm Kanuverleih. Ein Bild, was sicherlich über WeChat durch ganz China ging. Dann ab zum Steg und rein in die Dinger. Kaum das die ersten 5 im Wasser waren macht es PLATSCH….

Ein Kollege hat es mit dem Einsteigen etwas zu schwungvoll genommen und ist direkt wieder ausgestiegen. Nur auf der anderen Seite. Also er im Wasser und das Kanu auf dem Kopf. Das Hauptproblem war dann wieder auf den etwas erhöhten Steg zurückzukommen um auf den zweiten Einstiegsversuch zu bauen.

Während wir also weiter die Kanus befüllten machten sich schon die ersten 20 Leute mit ihren Kanus auf zu Mitte des Sees. Ich wollte wissen, wie wir die denn wieder einsammeln. Ob nen Plan gäbe, wo wir uns treffen…

In China braucht man keinen Plan, war die einfache Antwort. Die Leute sammeln sich dann schon von ganz alleine an einem Ort. So war es dann auch. Während ich also auch zur Mitte des Sees paddle sammelt sich die Meute in der Mitte und die ersten Übungen gehen los. Ich paddle an einem Kollegen vorbei, der mir winkt und dabei das Gleichgewicht verliert. PLATSCH. Der Nächste im Wasser…

Aber die Trainer sind echt professionell. Dauert keine 2 Minuten, dann ist der Kollege wieder im Boot. Dann legen sich alle seitlich aneinander und machen einen Kanuteppich. Der Trainer fragt, wer sich traut aufzustehen. Einige trauen sich und machen sich dabei sehr gut. Dann sollen wir über die Kanus laufen. Das trauen sich nur noch zwei. Während der eine dabei ne sehr gute Figur macht, übersieht der andere, das ja ein Kanu leer ist. Dieses gibt auch promot nach, als er drauftritt und… PLATSCH…

Wieder großes Gelächter. Während die Trainer den nassen Kollegen wieder einsammeln, steht der andere bei seinen Kollegen auf den Kanus rum und wartet drauf, dass seins wieder ausgepumpt wird… Da stand er nun 10 Minuten, bevor es weitergehen konnte.

Vier Kollegen konnten leider nicht mit in die Kanus, da Sie zu große Angst vor Wasser (die meisten Chinesen können nicht schwimmen) oder einfach eine Erkältung haben. Die kommen jetzt aber grade mit ‘nem kleinen Tretboot um die Ecke und machen Fotos. Somit sind sie trotzdem mit dabei. Toll… Und wir alle gehen wieder ein, in die chinesische WeChat Welt.

Auf einmal wird’s Nass. Die Kollegen haben festgestellt, das ja nun schon einige im Wasser waren, aber der Chef noch nicht. Das holen Sie jetzt mit den Paddeln nach und schaufeln literweise Wasser zu mir. Ich wehre mich ganz gut und bleib im Kanu. Trotzdem bin ich patschnass. Bei den Temperaturen ist das aber echt kein Problem. Und so ne Wasserschlacht macht echt Spass…

Dann wird noch ein Rennen gemacht, bei dem ich mich endlich mal wieder richtig auspowere, und nur gewinne, weil der erste 10 m vor der Ziellinie das Gleichgewicht verliert… Platsch… Doch noch gewonnen… J Dann spielen noch 3 gegen 3 Wasserball mit kleinen anderen Kanus. Da klink ich mich dann aus. Zu Anstrengend… Hab ich schon erwähnt, dass wir mehr Sport machen müssten?



Beim nachfolgenden Abendbrot hauen wir alle nochmal richtig rein und 20 Uhr sind wir zurück an der Firma. Da ist nichts mit dem Deutschen, komm lass uns noch ein Bier trinken. Mir wurde unterschwellig zu verstehen gegeben, das die meisten jetzt ins Wochenende wollen und daher jetzt genau der richtige Punkt zum Aufhören ist. Also ab in die Metro und nach Hause. Ein Toller Nachmittag. Und Samstag/Sonntag hab ich Muskelkater. Im Rücken, in den Armen und im Lordosen Bereich. Aber scheen wars…

M – Nun doch blanke Nerven…

01Juli2016

Vor gar nicht langer Zeit habe ich geschrieben, dass ich Angst davor habe, wenn wir den nächsten Umschlag unserer Freunde in Deutschland aufmachen müssen…

„Wenn eure Nerven mal blankliegen...“ Da dachte ich noch, was wird es denn sein, was uns nach 9 Monaten Shanghai nochmal aus der Reserve lockt. Und man glaubt es nicht welche einfachen Sachen es manchmal sind, die genau das tun.

Es sind immer die Sachen, die in Deutschland kein Problem wären, einen aber hier vor nahezu unlösbare Aufgaben stellen. Im Endeffekt waren es auch nur meine Nerven, die blank lagen. A war nicht so stark betroffen. Daher hab ich die Schokolade die im Umschlag war, auch fast alleine aufgegessen… :-)

 

Mein PC hat sich mit einem kleinen Rauch-Wölkchen am Donnerstagabend verabschiedet. An sich kein großes Ding. Na klar war ich geschockt, aber dann gleich typisch deutsch an die Analyse ran. Nach 30 Minuten hatte ich alles fachmännisch und einzeln zerlegt. Das ganze Zimmer lag voller Komponenten. Analyseergebnis:

Es ist das Motherboard oder das Netzteil. Mit höherer Wahrscheinlichkeit das Board. In Deutschland hätte ich einfach ein neues Board und ein neues Netzteil bestellt alles umgebaut und das, was ich nicht brauche zurückgeschickt. Hier? Fehlanzeige…

Erstens ist Garantie in China so lange, wie man noch nicht bezahlt hat. Also besser in 3 Montagsraten kaufen, dann kann man es zumindest 3 Monate lang zurückgeben.

Zweitens kann man ohne Unterstützung eines Chinesen überhaupt das Zurückgeben und das Garantieren vergessen… Kannst nix lesen, nix schreiben und schon gar nicht fachmännische technische Gespräche führen. Das „Ni Hao“ und „Xie Xie“ hilft da einem gar nix…

Ich hab trotzdem probiert den Prozess hier anzuwenden und da schon die nächste Sch… Die Boardgrösse für mein kleines Gehäuse gibt es hier nicht. Zumindest nicht von der Firma, die ich brauche um meinen Rechner genauso wiederherzustellen.

Also muss auch noch ein neues Gehäuse her. Zum Schluss hab ich also ein neues Gehäuse, ein neues Board und ein neues Netzteil bestellt. Das kam dann auch schon am nächsten Tag… Nach 4 Stunden Umbau, Kabelage und nervenzerreißender Spannung der Test. Anschalten und….

GEHT…

Sehr gut. Das hätte ich beim ersten Schuss gar nicht erwartet. Nun hab ich ein Gehäuse, ein Netzteil und ein Board rumliegen. Wobei eines davon vermutlich defekt ist. In Deutschland kein Problem. Verkaufen bei Ebay, oder zurückschicken der Komponenten, die nicht gebraucht wurden.

Und natürlich einschicken und reparieren lassen. Hier? Keine Ahnung.

Vielleicht kann ich zumindest das Gehäuse noch an nen Kollegen verkaufen. Der wollte sich eh nen Rechner zusammenbauen. Die Welt ist hier viel kleiner als in Deutschland… Vielleicht sollte ich doch anfangen chinesische Schriftzeichen zu lernen… Aber das wird auch Nerven kosten…

M - Ablenkungsmanöver...

30Juni2016

Diese Stadt ist unglaublich... Sie kann einfach so zerstreuend sein... 

Gestern nach dem Arbeitstag unser "Standard"- Gespräch im Bus: "heute?" - "essen gehen oder bestellen?" (Kochen kommt weiterhin sehr selten in dem Gespräch vor. :) ) A schaut in Bon App - "South shanxi ist n Vietnamese, gut bewertet ..." - "Ok". Also aus dem Bus raus und mit klarem Ziel voran.

Dann setzt der "Ingenieursverstand" ein, der versucht eine chaotische Stadt wie Shanghai mit deutscher Effizienz zu strukturieren während wir schon in der U-Bahn sind...

Wir brauchen noch Brötchen und Obst... Hm, auf dem Rückweg? Wart mal, wir fahren mit der zwei, da ist doch, ja klar. Da hat unser Bäcker ne Filiale. Ist da nicht auch ein Vietnamese, und zurück an der Shanghai Library raus Obst...

"Wir müssen JETZT aussteigen" - A schaut nicht verdutzt an - "Warum?" - "Erklär ich dir gleich, erst raus..." Als wir durch die Jing An U-Bahnstation schlendern, bzw. uns an den Menschenmassen vorbeiquetschen erklärlich A meine Gedankengänge. Auch sie ist von der Qualität der Umplanung überzeugt. :-) Also Kurs zum Shanghai - Center.

Dort angekommen schlägt Shanghai gnadenlos zurück... Der Vietnamese ist gerammelt voll und über vier Leute warten schon drauf überhaupt nen Platz zu bekommen. Hm... Und nu? Da erspähen wir das Logo von Alan Wang. Das war doch der mit dem Wahnsinns Nachtisch auf dem Essens-Fest. Oh, der ist bestimmt teuer... Hm... Na komm, nur mal guggen...

Als wir nur mal guggen, ist der Empfangsservice so freundlich und zuvorkommend, und vor allem so zielgerichtet, dass wir glatt 10 Sekunden später an einem gemütlichen Tisch sitzen und auf die offene Küche schauen, während wir zwar teure, aber sehr gut klingende hawaiianische Speisen und einen Cocktail ordern...



Unsere Bedienung ist unglaublich freundlich und zuvorkommend. Vor allem berät Sie uns bzgl. Speisenauswahl und plant gleich zu Beginn unseren Nachtisch mit ein. Eigentlich sind wir ja nur deswegen hier. :-)

Wir genießen die Atmosphäre und teilen ganz gemütlich eine Speise nach der anderen zwischen uns auf. Insgesamt fühlt es sich an wie ein 4 Gänge Menü. Mit Hamachi Fisch Salat (roher japanischer Fisch mit Chinakohl) und Maultaschen als Vorspeise, sowie Pink Snapper als Hauptgang. Irgendwie haben sie es dabei geschafft um den Fisch noch eine Fleischkruste zu zaubern. Wahnsinnig lecker.

Insgesamt wirklich herausragende Küche aus Hawaii und wirklich zu empfehlen. Vor allem der Nachtisch...


Kokosnusseis in Schokoladenschale mit frischen Früchten. Hammer. Aber nachdem wir die Rechnung bekommen haben war zumindest eins klar: Das ist weniger ein "wir gehen mal zum..." Restaurant. Mehr ein "heute ist unser Hochzeitstag..." Restaurant. Da hat uns Shanghai ganz schön abgelenkt.

Durch den Zeitverzug beim Essen dann auch nur noch drei Brötchen beim Bäcker bekommen, und Obst haben wir dann im Obstlädla an der Maoming Lu geholt. Nicht bei unserem Obsthändler des Vertrauens.

Von den drei Plänen, die wir so im Laufe des Abends gemacht haben ist von jedem nur ein Bruchteil eingetreten und alles hat sich verschoben. Und wie im richtigen Arbeitsleben braucht Pläne ändern meistens mehr Budget. Aber schön wars trotzdem, und das ist vielleicht der größte Unterschied zu den Projektabweichungen auf Arbeit. :-)

M - Leichtbau Kongress, oder auch: Lost in Translation

28Juni2016

Ich bin auf meinem ersten Kongress. Und es geht um Leichtbau. In einem Land, in dem es eigentlich nur ums Geld geht. Irgendwie verstärkt sich das Gefühl auch sehr stark, wenn ich mich umschaue. Fast alle Firmen hier sind irgendwie eigentlich aus dem Westen. Und die die aus dem Osten kommen, die sagen ganz offen und ehrlich. Naja, es wird wohl noch 4 Jahre dauern, bis Leichtbau in China ankommt, es sei denn das leichtgebaute ist günstiger als der schwere. Na, ich bin ja mal gespannt. Nach aktueller Zeitplanung sind wir also schon weg, wenn Leichtbau in China Auto ankommt... Im Laufe des Kongresses zeigt sich allerdings, das einige der Chinese OEMs trotzdem schonmal vorsichtig anfangen. 

Insgesamt ist der Kongress aber echt gut organisiert und man kommt mal mit dem Rest der Automobilbranche in Kontakt. Auch wenn ich das Gefühl hatte, das der Brite aktuell nicht so richtig mit mir sprechen möchte. Woran das wohl liegt? Je nachdem was die Medien morgen über den Bregret berichten kann sich das ja auch schnell wieder ändern. Jedenfalls sind die politischen Ereignisse in Europa hier auch gerade ein großes Thema. Ganz neben dem: Wie lange sind sie schon in Shanghai, wie lange bleiben sie noch, was machen sie eigentlich und dem vielleicht sollten wir uns mal unterhalten und können Geschäfte miteinander machen. Die Chinesen scheinen sehr positiv auf mein rotes Hemd zu reagieren. Mehr als einmal verschluck ich mich an meinem Kaffee, weil einer "Geschäfte" mit mir, bzw. der Firma die ich vetrete machen möchte. Morgen lieber ein blaues Hemd. 

Ich hab auch rausgefunden, das sich Deutsche untereinander gut erkennen. Und dann geht's mehr um technische Punkte, als ums "Geschäft". Das liegt irgendwie mehr in meiner Komfortzone.... :-)

Für mich auch ganz neu ist Simultanübersetzung. Zu Beginn des Kongresses hab ich ein schickes Headset bekommen das mir hilft, die meist chinesischen Präsentationen zu verstehen. Das klappt eigentlich sehr gut. Vorn wird geredet und im Ohr wird hinterhergeredet. Das ist ein bisschen, wie wenn der Untertitel im Film 1,5 Sekunden später angezeigt wird und gibt einige lustige Situationen. Richtig lustig wird's allerdings bei Podiumsdiskussionen und Publikumsfragen. Die Jungs in der Übersetzungskanzel machen nämlich keine Pause wenn der Sprecher wechselt. Daher hört man zu und klamüsert danach auseinander welcher Teil des gehörtem zu welchem Sprecher gehört...

Am zweiten Tag wird die Simultanübersetzung richtig witzig. Es sind zwei Sprecher, die sich immer abwechseln. Einer der beiden hat einen etwas kleineren technischen Wortschatz. Das führt dann bei einer der tiefgreifende technischen Präsentationen dazu, das er unbekannte einfach weglässt.

So höre ich: "und da äh... Und haben macht, äh, ja hier können von 500N/mm^2 bei und das nächste Gefüge ist und hm..." Und so weiter.

Dabei schau ich auf eine Seite, die nur chinesische Chriftzeichen in einer Tabelle darstellt.

Na der Vortrag wird mir helfen. :-)

M - Foodies Unite und blauer Himmel am Sonntag

26Juni2016

BonApp ist einer der wichtigsten Apps, die ein Expat in Shanghai braucht. Mittlerweile auch in Beijing. Diese App ist auf English und beinhaltet eine Übersicht der Restaurants in Shanghai. Inklusive nächster U-Bahnstation, Routenplaner und Adresse in Chinesisch. Jeder der einen WeChat Account hat, und den hat hier jeder, kann sich bei BonApp anmelden und das Restaurant bewerten. Mit "mag ich", oder "mag ich nicht". Und eventuell auch mit einer detaillierten schriftlichen Bewertung, was man genau mag, und was genau nicht mag. Basierend auf den Bewertungen haben wir die Erfahrung gemacht, dass wir in jeden Restaurant, was über 70% hat ohne Bedenken essen können. Ähnlich der IMDB Datenbank, wo jeder Film über 7 eigentlich ein FIlm zum bedenkenlos anschauen ist... Diese App ist prinzipiell noch sehr jung (knapp über ein Jahr) und wurde uns damals beim Look & See schon empfohlen. Aber SIe wächst sehr schnell. Mit Einer Sozialen Platform dahinter und Sonderangeboten für Essen allein oder in einer Gruppe.

Der Betreiber dieser App hat am Samstag sein erstes Großes Event in Shanghai veranstaltet (von dem wir wissen). Man konnte für knapp 140 RMB zu zweit da aufschlagen und hat für 200 RMBs Gutscheine für Essen und Trinken bekommen. Wenn man mal von den halb-(oder fast-)nackten Bikini Girls (und Jungs) absieht, hatte es bisschen was von den Fressgelagen auf den Stadtfesten in Deutschland. 30 Restaurants haben hier ihre Stände aufgeschlagen und wir haben uns kräftig bedient. Die HotDogs vom Doghouse und der Nachtisch vom Hawaaianer Alex Wong sind uns im Gedächtnis geblieben... Zumindest bei dem Hawaaianer müssen wir mal unbedingt mal vorbeischauen...


Der Rest des Abends war dann geprägt vom Cocktail schlürfen und dem DJ bei Musizieren zuhören. Da um Neun das ganze Spektakel vorbei ist, checken wir schnell nochmal Online, was im Chino (Chinese Kino) kommt. Oh, Independence Day ist angelaufen.... Hm... Oh, alles ausgebucht. Naja gut, dann halt mal zeitig ins Bett... :-)

Der nächst Tage sieht von drinnen fantastisch aus. Und diesmal stimmt der Eindruck auch mit dem wie es sich draußen wirklich anfühlt. Wir haben gute Luft (nur 10% über dem Europäischem Grenzwert), blauen Himmel und fluffige Pauschwolken. Freunde von uns haben sich gemeldet. Sie haben den Jade Buddha Tempel noch nicht gesehen, ob wir vielleicht mitwollen. Na klar wollen wir... 


Shanghai Downtown hat schon nur zwei buddhistische Tempel, und wir waren bisher in keinem drin. Das wird jetzt echt mal Zeit nachzuholen. Bei 24 Grad und einem lauen Lüftchen machen wir uns also auf dem Weg zum Jade Buddha Tempel.


Schöner kleiner Tempel mit interessantem Flair. Vor allem wenn man sich einen Tempel anschaut, bei dem eine Gruppe zu chinesischer "Live-Musik" tanzt, Buddhisten ihre Räucherstäbchen in verschiedene Richtungen schwenken und im Hintergrund Wolkenkratzer stehen. Interessante Kombination. Beim Jade Buddha selbst war nicht viel los, aber um ihn herum waren tausende von kleinen Buddhas eingelassen. Schon echt beeindruckend.

Und, weil das Wetter so gut war und unsere Freunde auch noch bald umziehen wollen, haben wir uns gleich mal noch auf dem Weg zum Zongshan Park gemacht um da die Umgebung noch etwas zu erkunden. Auch unsere beiden Begleiter waren nach einem Linner (Lunch+Dinner) der Überzeugung, dass der Pizza Express in der Cloud Nine eine der besten Pizzas in Shanghai macht. Falls die beiden hierher umziehen, werden wir uns wohl öfter hier treffen. Natürlich durfte für mich der Big Bad Brownie nicht fehlen. Danach nochmal ein bisschen durch den Park geschlendert, den Leuten beim Drachensteigen zugeschaut und beim Sonnenuntergang dann ab nach Hause. Tatsächlich war es dann mit 22 Grad auch fast ein bisschen Kalt.

Die meisten, eigentlich alle, unserer Bekannten und Freunde sind zwei Wochen über den Sommer in Deutschland. So ist es bisschen wie zu Weihnachten, als wir Tschüss, bis in 4 Wochen sagen. Sie machen am Dienstag los und kommen zurück, wenn wir gerade im Flugzeug nach Deutschland sitzen. Da freuen wir uns jetzt aber auch schon drauf. Mal durchatmen bei geringer Luftfeuchte und unter 35 Grad... Schließlich ist nicht jeder Tag hier so schön wie dieser Sonntag...

Und eine weitere neue Anschaffung haben wir getätigt. 


Beim Foodies Unite am Samstag Abend hab ich gesehen wie eins der Restaurants Kokosnüsse mit einem speziellen Gerät, ähnlich einem Apfelentkerner bzw. Korkenzieher eine Kokosnuss geöffnet hat. Ich gleich das Handy zu unserer chinesischen Begleitung, "gib das mal ein." Sie schaut bisschen verdutzt und ihre Miene hellt sich schlagartig auf, als sie versteht, das ich das gerade auf TaoBao erstanden habe. 11 Kuai. Bestellt am Samstag 19:35. Geliefert am Sonntag 10:43. Kokosnuss gekauft und Thailandfeeling im Wohnzimmer um 12:16. Ich mag Shanghai. :-)

M - Flights are booked... (2. Teil)

25Juni2016

Und es ist wieder soweit... Die Zentrale in Coburg möchte uns diesen Sommer gern nochmal sehen und daher haben wir die halbe Woche damit verbracht, den Schriftkram zu erledigen, günstige Flüge zu finden und dann alles zusammen und abgestimmt durchzutragen. Mit Erfolg. Nicht mehr lange und wir können wiedermal Coburger Kleinstadtluft schnuppern. Diesmal wird allerdings die Deutschlandrundreise dabei wegfallen... Zu viel zu tun in Coburg... :-)

Aber das war natürlich nicht alles was wir diese Woche gemacht haben. Nur ist es schwierig diese Woche Highlights zu finden, nachdem wir unseren Hochzeitstag gefeiert haben. An der Stelle erstmal danke an alle die uns kleine Grüße geschickt haben... :-)

Den Rest der Woche haben wir uns wieder hauptsächlich mit essen befasst, und mittlerweile auch mit Tanzen. Der Salsa Kurs hat nochmal von vorn angefangen, was uns sehr gut passt. Wir sind schließlich am Ende eingestiegen und hier wird anders gezählt.

Währen draußen mittlerweile 35 Grad tagsüber und 30 Grad nachts sind haben wir uns am Mittwoch zuhause verschanzt, die Klimaanlage angemacht und eine Freundin war so net uns eins der Veganen Rezepte aus unserem 30 Tage Programm zuzuschicken. Wir haben endlich mal wieder Möhrennudeln gemacht.

 Toll... Und gerade bei der Hitze echt n super Abendessen.




Am Freitag dann spontan entschieden, wir gehen heute mal in DEN neuen Trendtreff an der Jiangsu Lu. Das "The Cannery" ist unser Ziel. Diese "Konservenfabrik" hat einen ziemlich industriellen Namen für eine high class Bar und liegt auch ziemlich weit weg von den üblichen Verdächtigen am Bund und in der French Concession. Als wir allerdings eintreten fühlen wir uns gleich etwas underdressed und schauen in diesen Raum:


A erklärt mir, das Sie hätte etwas Rückenfreies anziehen sollen, als wir nach einem Platz fragen und alles ausgebucht ist, außer zwei Plätze an der Bar. Ich hab ne Weile gebraucht, bis ich verstehe warum. Wenn man an der Bar sitzt, nützt einem der Tiefe Ausschnitt ja nix. Den sieht ja nur der Barkeeper. Daher schneidet man einfach den Rücken aus, weil den sieht man ja… Beim Umschauen stell ich fest, das tatsächlich viele Mädels rückenfrei sind. Die Männer nicht so... Bin ich froh, dass ich ein Mann bin. Das einzige was von dir in einer Bar erwartet wird, ist das du ein Bier bestellst. Und selbst das mach ich ja schon nicht… :-)

Als wir unsere Plätze eingenommen haben werden wir bestens bedient und bestellen zwei Cocktails. Da kommt auch schon die high class zur Geltung. Für elf Euro kannst du in Coburg zwei große Cocktails trinken. Wir bekommen einen sehr kleinen und ein Besteckset, das auffordert mehr Fisch zu essen.




Auf der anderen Seite war mein Japanischer Cocktail mit Sake, Hibiskus, und Lotusschaum definitiv der beste nicht Standard Cocktail, den ich je hatte. Selbst A musste zugeben, dass der trotz Alkohol sehr lecker schmeckt…

Dann kommt die Vorspeise. Der Appetizer. Ein Stück vom Tunfisch sollte ein sein.




Es war eher ein Batzen und es war herausragend. Mit Saffrancreme und Radischenschaum. Und das überraschende: preislich da, wo man in Coburg ein kleines Carpaccio bekommen wuerde. Knapp 10 Euro. Wir waren ganz froh, als uns der Kellner mitteilt, dass leider eine Zutat unserer Hauptgerichte aus ist und wir umschwenken müssen. Wir sind dann auf EIN Hauptgericht gegangen. Natürlich Fisch, es gibt hier nämlich nix anderes, und auch der haut uns vom Hocker. 




Mit in Butter geschwenktem Spargel und Broccoli lassen wir uns dieses Schmecken und beobachten das Balzverhalten der Chinesischen und westlichen Damen, sowie der Herren, die darauf reagieren. Was für ein Spaß. Fast 2,5 Stunden kauen wir Fisch und nippen an unserem high class Getränk. Ich hätte nie gedacht dass der Platz an der Bar so viel Spaß macht…

Heute Morgen dann der Blick aus dem Fenster. Hm… Ok, es regnet wieder. Ich frag A: „Bleibt das heute so?“ Sie antwortet: „Ja, 24 Grad und leichter Regen. Warum fragst du?“ – „Ich hab überlegt was ich anziehe…“ Sie: „Das überleg ich schon seit 30 Minuten… zu welchem Ergebnis bist du gekommen?“ Ich schau sie an: „Das was oben drauf liegt…“ :-)

In dem Sinne: euch ein schönes Wochenende und vielleicht sehen wir uns ja bald. Schließlich sind die Flüge schon gebucht… 

M - Hochzeitstag...

20Juni2016

An diesem Wochenende vor einem Jahr, haben A und ich unsere Hochzeit gefeiert. Und im kompletten Gegenteil dazu ist eigentlich das letzte Wochenende verlaufen. Aufgrund der Reiserei der letzen Tage und der wenigen Ruhe, die wir hatten, gabs am WE nix geplantes und viel Erholung. :-)

Natürlich konnte (und wollte) ich A nicht davon abbringen auf der West Nanjing Road noch bissel durch die Läden zu shoppen. Dabei hab ich aber eins gelernt. Immer nen Pulli mitnehmen! Bei 34 grad kommt man da nicht so schnell drauf. Aber nach ner Stunde im Zara war ich fast erfroren und musste mich draußen erstmal wieder aufwärmen. Ein Hoch auf die Klimaanlagen. :)

Beim Aufwärmen dann noch was entdeckt: zwei Weißrussen tanzen auf der Straße und machen Musik. Das Schild vor ihnen verkündet, das sie um die Welt reisen wollen. Da haben sie schon einiges geschafft. Was ich interessant fand: sie hatten keinen Hut zum rumgehen lassen. Sie haben einen QR - wechat Code. Den kann man scannen und ihnen Geld schicken. Das ist fast unkomplizierter als Bargeld in einen Hut. Schöne neue Welt. :-)

Viel mehr war dann am Wochenende auch nicht mehr drin. Aber das machte nix, das Highlight sollte ja auch unser Hochzeitstag sein. Nach einem guten Frühstück würde erstmal das Hochzeitsvideo angeschaut. Damit kann man sich echt gut nochmal ein Jahr zurückversetzen. Der Arbeitstag der dann folgte war nicht gerade feierlich sondern eher zäh... :-)

Aber als wir uns bei ströhmenden Regen auf dem Weg zur U-Bahn machen ist die Arbeit fast vergessen. A weiß zu dem Zeitpunkt noch nicht wo es hingeht. Ich schon. Wir sind im G-Art bei uns um die Ecke... Hier haben wir schon Yunnan und Britisch gegessen und heute Abend soll es "einer der besten Japaner Shanghais" sein. Nur finden wir den Eingang nicht... Wenn der doch im Erdgeschoss ist und im G-Art, dann müssen wir den doch schonmal gesehen haben...

Wir laufen weiter. Suchend. Links erspähe ich eine holzvertäfelte Wand. Minimalistisch, einfach und mit nem Logo drauf: Anthologia. Das ist es. A weiß immer noch nicht was sie erwartet, bekommt aber eine erste Ahnung, als uns das Mädel im Kimono "こんにちは" (konnichiha) entgegenflüstert und uns bittet die Schuhe auszuziehen.

Wir treten ein einen sanft beleuchteten Raum mit vielleicht 40 Sitzplätzen.


Nach einer Weile stellt sich der "chef", also der Koch, persönlich auf der Bühne vor. Und trotz das alles auf Chinesisch ist, bekommen wir ein paar Kleinigkeiten mit. Der Abend besteht aus acht kleinen Geschichten, die mit, durch oder über das Essen berichtet werden. Wir rechnen kurz zusammen. Das bedeutet acht Gänge, fast ausschließlich Meeresfrüchte... Wir sind gespannt.


Der erste Gang ist Muschel. Ich bin kein Fan von Muscheln, aber diese hier... Lecker, weich, zart... Im Hintergrund werden Eisberge und die Zusammensetzung des ersten Gangs gezeigt.


Den zweiten Gang grillt der Chef persönlich vorn auf der Bühne, während wir unsere Muschel essen. Die Geschichte ist: gegrillt oder gegart, wer gewinnt? A und ich sind uns einig. Der gegrillte Tiefseefisch mit dem kleinen Stück Lakritze oben drauf gewinnt mit Abstand. :-)

So geht's dann weiter, der Chef erzählt, die Mädels im Kimono bringen einen Gang nach dem andern. Es ist wirklich herausragend. Visuell wie geschmacklich. 

Das sashimi...


 ...hat es A natürlich auch sehr angetan. Mit zwei verschiedenen Soyasaucen, die tatsächlich den Geschmack des Fisches deutlich beeinflussen. Insgesamt wird viel mit Geschmack experimentiert. Nach jedem Gang schmeckt unser stets gleiches Getränk irgendwie anders...

Es gibt noch einen chinesischen Mini Hotpot mit japanischem Rind und spanischem Schwein. Mit dem deutlichen Hinweis: Rare bis Medium gegart ist es am besten. Stimmt. :-)

Wären der Chef langsam bis zur Acht über Aal und Hummer zählt schlürfen wir Tee und Pflaumenlimo. Bei 7 gibt es Haarige Krabbe. Und zwar auf den Wolken...


 ...hier wird mit Trockeneis das ganze Restaurant in fluffigen Neben gehüllt. Und die Krabbe ist auch lecker. Ein bisschen wie Tunfisch, aber zarter mit Udon Nudeln hm...

Zum Schluss gibt es noch Mango mit Sesameis und der Chef überreich A ein paar Blumen und wünscht uns einen schönen Hochzeitstag. "ありがとう" (arigatou) - Danke sagen wir und hatten echt nen tollen Abend. Empfehlenswert...

Was für ein Hochzeitstag...

M - Temperaturshock und Zeit gespart...

16Juni2016

Gerade eben waren noch 23 Grad bei Regen und Sonnenschein abwechselnd. Zusammen mit der klaren Luft in Yunnan hat uns das echt gut gefallen, trotz dem ständigen Wechsel von Sonne und Regen. Zurück in Shanghai merken wir schon am Frughafen, das das hier anders ist. Als wir nach 20 Minuten U-Bahnfahrt aus der Metrostation treten, möchte ich nach Yunnan  zurück. 33 Grad, 100% Luftfeuchtigkeit und stickig. Puh... Da sind wir auch schon. Im Sommer...

Natürlich machen wir uns dann am Abend trotzdem nochmal auf dem Weg und suchen ein Burgerestaurant. Das ist ja nach TianZhuShan schon fast Tradition mit den Schweden. Und trotz der herausragenden Küche in Yunnan. Irgendwann brauch man dann einfach nen Burger. 

Also rein in die U-Bahn und nem Chinesen hinterhergelaufen, dem wohl warm unter den Armen war... Er läuft vor uns her wir ein "Flieger".

A und ich stimmen das Fliegerlied an und er beginnt auch noch im Takt mit den Armen zu rudern. Wir können kaum noch vor lachen, als er zur Giraffe die Arme nach oben streckt. Und das ohne das er unseren Gesang hört.

Als wir uns die Lachtränen aus den Augen gewischt, und die Ubahn verlassen haben, geht's erstmal zum Bowl'D. Hier gibt's es gesunde Shakes und Schüsseln mit Acai Beeren und Mandelmilch.


So schmeckt Gesundes echt wahnsinnig gut. Leider liefern die nicht. :-(

Dann geht's zu unserer Standardrunde. Brötchen und Früchte von da wo wird am liebsten mögen. Jetzt sind wir wieder bestens auf die kommenden Tage vorbereitet.

Danach treffen wir uns mit den Schweden zum "Abschlussburger". Wieder im Rachels. Sicher ist sicher. Während wir so unser amerikanisch gebratenes Hackepeterbrötchen genießen schau ich raus auf das Wyif. Wo trotz Regen und 19 Uhr immer noch Leute davorstehen um ein Eis zu ergattern. Dann kommt der Chef vom Laden am Tisch vorbei... Der kennt uns mittlerweile und grüßt freundlich. Ich grins ihn an und sage: "Wie weit ist dein Menü mit dem Bürger und Eis zusammen? Ich möchte doch endlich mal beides an einem Abend genießen." Er grinst. Die neuen Menüs werden gerade gedruckt... 

5 Minuten später steht das auf den Tisch:


Wir haben es geschafft. Wyif Eiscreme ohne 1-3 Stunden Wartezeit. Und sau lecker. Die Waffeln, das Eis und die Caramelsauce sind hausgemacht. Zusätzlich dazu sind noch Pekanüsse obendrauf. Toll... Jetzt können wir das also auch auf der ToDo Liste streichen. Wenn ihr mich fragt, ob es 3h anstehen Wert ist? Nö... Da geht's mehr um den Mythos... Die Zeit haben wir uns aber diesmal gespart...

M - Yunnan - letzte Station: LiJian

15Juni2016

2,5 Stunden waren wir heute morgen unterwegs, bis wir die ersten Häuser der NaXi Minderheiten in LiJiang sehen konnten.

Die Stadt liegt 2400m über dem Meeresspiegel und hat gerade mal 1.2 Millionen Einwohner. In der Stadt gibt es drei sogenannte "Altstädte". Eine davon besuchen wir gerade. An ihr dran ist ein großer Park mit See und wenn man mit dem Wetter Glück hat kann man sogar den Schneebedeckten Jade-DrachenSchneeberg dahinter sehen. 


Naja, soviel Glück haben wir dann mit dem Wetter doch nicht... Es fängt auch fast schon wieder an zu regnen, als wir auf dem Aussichtspunkt über die Stadt schauen. 


Unser Hotel liegt in einer der drei Altstädte und ist echt schön gemacht. Mal sehen wie morgen das Frühstück ausgeht, aber bis jetzt hat das The Bivou alles richtig gemacht. Moderne Zimmer, cooler Style, jugendliches Auftreten, Früchte und Kuchen zum Empfang und...


Eine offizielle VPN Verbindung. Das kann nur illegal sein. Aber das beste ist, das sie uns dann gleich noch anbieten heute Abend ihr Kino zu nutzen. Dort haben Sie wohl über 500 DVDs. Auch da Zweifel ich an irgendwelchen Copyrights...

Wir machen uns dann nochmal auf den Weg in diese Altstadt und landen in einem Restaurant, wie wir erstmal nen Mangosaft bestellen. Zum Essen ist es noch zu früh.

Der Mangosaft kommt und ist zu süß, gefroren und ihnen ist wohl auch die Mango ausgegangen. Die Hälfte von uns hat Ananas. Nachdem ich mir fast die Mandeln mit den ersten drei schlucken abgefroren habe, kippt die Stimmung als wir ohne das Zeug auszutrinken 200RMB bezahlen sollen. Der Kellner schickt dann gleich die andere Bedienung vorbei. Wir schauen wohl etwas unfreundlich.

Wir suchen dann über Tripadvisor ein neues Restaurant raus. "One Restaurant" liegt zwar an anderen Ende der Altstadt, dafür essen wir herausragendes Yunnan Essen in guter Atmosphäre...


Und wir zahlen für unsere fünf Gerichte, mit Tee und Reis auch 200RMB. Das ist mal ne super Sache. Das bügelt den Mangosaft dann doch wieder aus...

Am nächsten Morgen gehts auf zur Tigerschlucht. Der Legende nach sprang hier ein Tiger über den Jangtze. Und knapp 100.000 Chinesen schauen sich das an. Glücklicherweise von der anderen Seite. Da ist nämlich das Touristenzentrum dazu. Wir sind auf der 6km Wanderseite. Zusammen mit nur einer Handvoll Touristen. Das macht doch viel mehr Spaß als zwischen den tausenden Selfi-Posern zu stehen.



Ein Selfi machen wir dann aber doch noch, bevor wir uns auf den Rückweg nach LiJian machen. Wir schauen nochmal ein dem ältestem Dorf der Gegen vorbei, wo eine knittrige Frau und bestens auf chinesisch unterhält. Man könnte glatt denken, sie ist so alt wie das Dorf. Die Stimme irgendwo zwischen Donald Duck und Kermit. Der Abend wird dann nach einer Partie "500" (das ist das schwedische Rommé) Lieder recht kurz. Irgendwas beim Mittag haben wir alle nicht so gut vertragen...

Aber heute morgen ist alles wieder gut und es geht zum Flughafen. Yunnan ist echt ne Reise wert. Mal ganz abgesehen vom ganzjährigen frühlingshaften Aprilwetter, der guten Luft, den tollen Bergen und dem wirklich schönen Kulturerbe, was sich in der Gegend hier befindet. Auch die Hotels, die unsere Mädels ausgesucht haben, sind echt toll. Also falls ihr mal in Yunnan vorbeischneien wollt, können wir euch ein paar Tipps geben. Wichtig dabei: die Toiletten sind teilweise echt etwas vorzeitlich. Wir wollten eigentlich die Flop 10 der Yunnan Toiletten veröffentlichen. Also immer schön Taschentücher dabei haben und Augen (bzw. Nase) zu und durch...

M - Yunnan -  Zwischenstopp: Sky Valley

13Juni2016

Wir sind inner noch in Dali. Aber ein paar Kilometer nördlich.

Gestern haben wir erstmal einen Kulturtag eingelegt. Los gings mit einer Fahrt über den See zu einer dörflichen Insel. Hier konnten wir die "Bai" (die hier ansässige Minderheit) noch etwas näher betrachten. "Bai" heißt weiß. Die Menschen sind aber nicht weiß, sondern ihre Häuser sind es. Wie schon vorgestern in der Altstadt schlendern wir durch weiße Häuseransammlungen mit Asiarischen Dächern und großen Toren. Je größer das Tor, desto reicher die Familie erklärt uns Nancy.

Leider spielt diesmal das Wetter nicht so mit. Auf dem See regnet es durchgehend. Wir sind meistens mit Schirm unterwegs und im Inneren des Bootes. Aber nachdem wir uns gestern nen Sonnenbrand geholt haben ist auch das mal ganz angenehm. Es bleibt ja bei 22 Grad. 

Nachdem wir den See verlassen und Mittag gegessen haben geht's zur Tempelanlage mit den drei Pagoden. Das ist wahnsinnig beeindruckend.



Wir fahren mit dem Golfcar hoch zum obersten Tempel. Der war eigentlich nur dem höchsten Kaiser vorbehalten und ist sehr prunkvoll. Dann geht's stufenweise runter... Königin, Krieger, der normale Bürger usw... Alles ist top in Schuss und schön verziert. Nach knapp ner Stunde Spazierengehen erreichen wir dann die drei Pagoden...


Die letze Station für heute ist ein klitzekleines Bai - Dorf. Wir dürfen in Häuser reinschauen und besuchen eine "Nadelzeichnen"- Schule. Die Bilder die sie hier mit Nadel und Faden zusammensticken sind sehr beeindruckend. Aber da ein großes Bild auch mal 10 Monate dauern kann sind Sie, nachvollziehbarerweise, recht preisintensiv. 

Als wir dann wieder in Auto sind erklärt und Nancy, dass wir 2,5h Fahrt vor uns haben, dass jetzt eins sehr schönes Hotel kommt, und fasste uns morgen abholt und Tschüss sagt, bevor wir zur nächsten Station fahren. Dann fährt das Auto los und wir machen es uns bequem. Klingt nach bissel schlafen so 2,5 Stunden...

Auf einmal bremsts und Nancy erklärt: Wir sind da... Häh?!?

Da hatten wir wohl ein Missverständnis. Die 2-3 Stunden fahrt kommen morgen auf uns zu. Wenn wir auf dem Weg nach Lijiang sind. Ah ok, also ab ins Hotel.

Unser Hotel ist in dem Dorf in dem wir uns gerade befinden. Es ist ein umgebautes originales Bai Haus, wunderschön und total verlassen. Alle Gäste sind heute abgereist, erklärt uns der Besitzer. Die Feiertage sind vorbei... Für uns bedeutet das unglaubliche Ruhe... Es ist so schön, dass wir teilweise nur durchs Hotel schleichen um Bilder zu machen. 


Zum extrem leckeren Abendbrot probieren wir noch einen lokalen Wein. (Also ich und die beiden Schweden. :-)). Dieser Yunnan Wein schmeckt nach Beeren und Honig. Selbst unsere beiden Weinkenner mussten zugeben das der echt gut ist. Preis haben wir auch gleich mal auf TaoBao gecheckt. Den kann man recht günstig nach Shanghai bestellen. Nach ein paar Gläsern setzt dann die Bettschwere ein. Ab ins Bett, schließlich haben wir morgen 2,5h Fahrt vor uns. :-)

M - Yunnan - zweite Station: DaLi

11Juni2016

DaLi ist eine Stadt in Yunnan, die am ErHai See liegt. Der See liegt auf knapp 2000 Höhenmetern und mit knapp 3 Millionen Einwohnen ist diese Provinz hier tatsächlich eher dörflich. Die 3 Millionen teilen sich auf eine Fläche, so groß wie die Niederlande. Damit ist der dörfliche Charakter klar. :-) 500.000 davon leben in DaLi. 

Es gibt hier eine Neustadt (wieder viele leerstehende Häuse) in der wir erstmal unser erstes lokales Essen zu uns nehmen.

Neben bekannten Pilzen, Frühlingsrollen und so weiter schleichen sich zwei neue Gerichte ein. Was das ist wollen wir wissen. Das ist richtig lokal aus DaLi wird uns erklärt. Erst eine Art Kartoffelpuffer, sehr lecker, und dann Rinde und eine Baumblume. Das ist wohl eine Pflanze, die Bäume befällt und sich in die Rinde einbettet. Das Ganze wird hier sauer angemacht und schmeckt gar nicht schlecht. Die Frage ob ich es allerdings nochmal bestellen würde verneine ich dann aber doch. :)



Am Abend trudeln wir dann in der Altstadt in unserem Hotel ein. 


Sehr schick und traditionell sieht es aus. Wir schlendern dann noch ein bisschen durch die Straßen, beobachten Schmuckmacher und bestaunen die aufgebauten Essenszutaten, die hier in den Küchen frisch zubereitet werden.


Da wir schon gegessen haben entscheiden wir uns aber gegen den Frosch und lieber dafür mal ne ordentliche Mütze Schlaf zu nehmen...

Um 9:00 Uhr sind wir auf der Suche nach unserem Frühstücksraum. Es nieselt und uns wurde erklärt, das Frühstück im vierten Stock ist. Wir stehen jetzt vor einem riesen Speisesaal im Erdgeschoss. Keine Hinweise für uns wie wir hier das Frühstück bekommen. Nach ner Weile rumdrücken und suchen wirds uns dann doch noch bewusst. Das ist das chinesische Restaurant. Hier gibt's Baozi, Dumplings und Nudeln. Im 4. Stock ist das westliche Frühstück. Bei schneeweißem Toast mit Butter und Marmelade genießen wir dort einen selbstgepumpten Espresso und die Aussicht.



Der heutige Tag ist komplett ohne Guide geplant und wir nehmen aufgrund des Wetters auch nicht den Vorschlag an in den Bergen wandern zu gehen. Stattdessen bewundern wir die Altstadt mit ihren 4 Toren und den vielen Tempeln.


An einem der Tore steigen wir auf die Stadmauer und genießen, nachdem wir uns an ca. 15 Brautpaaren vorbeigequetscht haben, eine tolle Aussicht über die Stadt bis hin zum See.


Mittlerweile hat das Wetter wieder komplett umgeschlagen und die Sonne scheint. Hier sollte man immer alles mithaben hat uns unsere Reiseleiterin erklärt. Es kommt sehr häufig vor, das man in Dali alle Jahreszeiten an einem Tag hat. Aber am meisten ist Frühling. :-)

Wir finden ein paar Gassen weiter noch eine Art Kunstmarkt und ein sehr gutes Restaurant. Dort schlemmen wir wieder zu viert mit Getränken und voll satt für 190 RMB.


Es bleibt dabei. Die Yunnan Küche ist bis jetzt die beste Küche die ich bisher in China hatte. Und direkt vor Ort ist es natürlich noch 1000mal leckerer.

Leider erwischt uns am Abend dann ein totaler Wolkenbruch. Auf der Straße steht das Wasser 10cm hoch und von oben schüttet es wie aus Eimern. Nachdem wir eine Weile gehofft hatten, das es besser wird, waren wir fast an aufgeben, als ein Chinese neben uns seine Schuhe auszieht, in den Laden gegenüber flitzt und mit den Schuhüberziehern, die wir schon in Shanghai gesehen haben, wiederkommt. Aha, was kosten die, wollen wir wissen. 10 Yuan. Ah ok, wenns net regnet vermutlich nur 2. :-) 

Wir schauen uns an, wer hat die festesten Schuhe? Kurz bevor wir entscheiden Stäbchen zu ziehen springt unsere schwedische Begleiterin rüber und kommt mit Regencapes und Schuhschutz wieder. Toll. So komm ich fast trocken ins Hotel. Bei A ist der rechte Schuhüberzieher undicht. Naja, dann müssen wir halt doch einen Schuh föhnen...

Morgen früh geht's weiter nach Norden um noch mehr mit den hier ansässigen Minderheiten in Kontakt zu kommen. Wir sind gespannt...

M - Yunnan - erste Station: Kunming

10Juni2016

4 Uhr haben wir uns heute aus dem Bett gequält. 5 Uhr hat uns ein Taxi abgeholt, was eine chinesische Freundin von uns bestellt hat. 6 Uhr sind wir eingecheckt. 7 Uhr am Gate und 8 Uhr im Flugzeug. Nur der Start verzögert sich wieder minimal von 8 Uhr auf 9 Uhr. Aber das sind wir ja mittlerweile in China gewohnt. 

3 Stunden später sind wir dann aber doch schon am ersten Zielpunkt angekommen und werden von "Mary" aufgesammelt. Unser Tourguide Mary wirkt eher etwas schüchtern. Wenn wir nicht aktiv fragen, bleibt sie einfach still. Auch net schlecht, aber bissel ungewohnt. Ich hab die aktiven Erzähler lieber. ;)
Erste Station ist der Bird and Flower Market, der sich nicht so wirklich von denen in Schanghai unterscheidet. Ok, Er ist unter freiem Himmel und deutlich größer. Weiterhin hat er deutlich mehr: Hunde, Schlangen, Spinnen, Mäuse usw...

Ganz soviel haben wir dann in Shanghai auch noch nicht gesehen...



Nach dem tierischem Vergnügen geht's erstmal zum Frischmachen ins Hotel. Es ist uns schon schwergefallen nicht einen fluffigen Hasen oder ein Eichhörnchen mitzunehmen. 



Unsere Reiseleiterin holt uns dann in der sehr prunkvollem Lobby zu einem Spaziergang im Green Lake Park ab. Der liegt genau gegenüber vom Hotel und ist sehr groß und schön.



Überall wird mahjong gespielt, gelacht, getanzt und einfach nur da gesessen. Wir setzen uns mit zu einer alten Frau, die gerade Schuhe zusammennäht. Sie lacht und fragt und wo wir herkommen. Es bleibt dabei, das wir dreimal nachfragen müssen bis wir es verstehen und wir dreimal erzählen müssen, bis es ankommt. Aber hey, zumindest können wir uns verständigen. Zwei junge Mädels tauchen plötzlich auf. Sie wollen ein Foro mit uns LaoWeis. Ach ja, wir haben ja wieder die großen blonden Schweden dabei. :-)

Nach einem ausgedehnten Spaziergang, gehen wir in ein Kaffe und genießen den Sonnenuntergang. Der ist hier übrigens 1,5 Stunden später als in Schanghai. So ist das halt mit nur einer Zeitzohne im Land.



Nicht schlecht für einen Tag, den der Wetterbericht mit 100% Regenwahrscheinlichkeit vorhergesagt hat.

Der Abend ist dann nochmal ein besonderes Highlight. Natürlich wollen wir noch etwas Yunnan Küche genießen. Und mit dem Gedanken geht's ab in die Stadt. In einer Bar wird uns die Bier und Essenskarte gezeigt. Das Bier ist zweisprachig beschrieben, das Essen nur in chinesisch. "Kan Bu Dong" sagen wir. Können wir nicht lesen. Hab ihr ne englische Karte? Ok sagt er, nimmt die Karte weg und sagt, "no Food". Also nur Bier. :-) Wir suchen weiter...

Wir landen dann in einem wunderschönen Bambusgarten und verbringen einen sehr schönen Abend da... Die Weinbestellung ist zwar wieder hochkompliziert, kein englisches Weinmenü, keine Bilder, keiner spricht englisch, aber wir schaffen es trotzdem einen französischen Rotwein zu bekommen. Auch wenn uns am Anfang erklärt wurde, das sie nur chinesische Weine haben. Es bleibt dabei. In chinesisch zu bestellen ist spannend. Wenns dann klappt ein riesen Erfolgserlebnis. ;-)

Am nächsten Tag Machen wir uns auf zum Steinwald.



Hier sind dann schon wieder sehr viele Chinesen unterwegs. Noch nicht so viele wie im GuCun Park aber wirklich viel fehlt hierzu nicht mehr... Zum Glück kennt unsere Tourguidin sich sehr gut aus und findet ein paar Ecken, wo wir sogar Fotos ganz ohne Chinesen machen können. 

Insgesamt eine unglaublich schöne Gegend. Wir genießen die Luft und die Aussicht. Wieder hat uns die Wetterapp reingelegt. Statt 22 Grad, Gewitter und Regen, gibt's 27 Grad, blauen Himmel und Sonnenschein.  Wir klettern durch die Steine und Schluchten und bestaunen schon wieder Hotelruinen direkt am See. Wie kann man nur in der Lage, mit der Aussicht, ein Hotel versemmeln? Ok, bei dem einen haben Sie ein Atomkraftwerk direkt in die Aussicht gebaut. Aber warum das andere aussieht wie nicht ganz fertig aber doch schon alt konnte uns unser Guide auch nicht erklären. Heute Abend geht's weiter nach Dali. Unserer zweiten Station.

M - Geschenkekultur und schüchterne Landeier

08Juni2016

Chinesen schenken gerne. Man könnte auch sagen, sie unterliegen dem gesellschaftlichen Zwang ihre Freunde immer mit neuen Geschenken und Andenken zu überraschen. Das bemerken wir immer wieder, ob im Flugzeug die Gepäckfächer voll mit Duty Free oder bei den Kollegen, die an der letzten Station beim Outing den Souvenirshop gleich komplett ausheben. Auch unsere Werke senden uns im Geschäftsbereich immer mal einen Obstkorb und HR verteilt zweimal im Jahr  kleine Einkaufsgutscheine.

In den letzen Wochen haben die Chinesen uns aber ein bisschen überrascht. Erst gab es von der Lohnabrechnungsfirma plötzlich ein Topfset zugeschickt. Dann kurz darauf hat die Steuerabrechnungsfirma einen Häagen-Dasz Gutschein über 80RMB zugeschickt. Zum Weltfrauentag kommt A plötzlich mit nem 300 RMB Einkaufsgutschein um die Ecke und gestern kommen wir in unsere Wohnung an und da liegt ein Präsentkorb auf dem Tisch von unseren Putzies. "Chinese traditional food". Naja, sehr lecker sieht’s nicht gerade aus, aber die Geste zählt ja bekanntlich. Wenn das so weitergeht, dann melde ich ein Nebengewerbe an, in dem ich das alles wieder veticke. Das könnte sich glatt lohnen. Mal sehen was es als nächstes gibt. :-)

Aber bevor wir den neuen Präsentkorb bewundert haben waren wir gestern wieder beim Salsa... Da war richtig was los. Bestimmt 30 Leute diesmal. Wir haben immer noch ein Problem den Takt zu finden, da der Salsa jetzt plötzlich in die andere Richtung und auf zwei losgeht. Sehr verwirrend. Aber das beste kam gestern beim durchwechseln "an mir vorbei". Während bei der Partnerwahl ein dicker Chinese so schnurstracks auf A zuläuft, dass ich keine Chance mehr habe sie zu erreichen, beginne ich diesmal mit einer chinesischen Tanzpartnerin. Klappt ganz gut. Zweimal durchwechseln, was das?

Ein 1,50m großes Mädel in einem dirndelähnlichem Kleid, was aussieht wie Original von 1953, guggt mich mit großen Augen an und ist starr vor Schock. Sagt keinen Ton. Ich lächle will in die Grundstellung gehen, Sie rennt weg. Ein anderes Mädel grabbelt sie wieder auf, und erklärt ihr, das sie jetzt mit mir tanzen muss, weil wir durchgetauscht  haben. Sie schaut immer noch total verschreckt. Und scheint sehr froh, als sie zum nächsten weiterwechseln kann. Tja, nicht jeder in Shanghai scheint an die Westler gewöhnt. Vielleicht bin ich aber auch allgemein eine furchteinflößende Erscheinung, wer weiß…

Ein Highlight hab ich aber noch. Drei Durchwechsler weiter, fragt mich eine Chinesen: "where are you from?" - "Germany" sag ich. "Ich wusste es" sagt sie in sehr klaren Deutsch. Wir lachen... Viel weiter kommen wir nicht. Partnerwechsel... 

M - MoGanShan

06Juni2016

Am nächsten Morgen gibt's Frühstück. Sogar ein recht gutes... Neben den ganzen chinesischen Gerichten gibt's auch Croissants (ähnlich denen aus dem Aldi), Müsli, Früchte, Ei und so weiter. Mal abgesehen, das es etwas arg weissmehllastig ist, kann man sich da schon mit anfreunden. Dann zwei Stunden in den Bus und ab durch die Bambuswälder zum Berg. Das sieht echt cool aus. Diese Art der Waldstruktur kennen wir gar nicht. Der Bambus lässt das alles irgendwie anders aussehen. Und die Bambuswälder versprühen irgendwie ihren eigenen Charme...


Nach zwei Stunden im Bus werden wir am MoGanShan rausgelassene und stellen fest das es wirklich sehr schön ist:




Allerdings heißt die Veranstaltung hier TaiChi und nicht Bergsteigen. Also wird unsere Reiseroute zu Fuß eher kurz. Gerade als ich ein bisschen warmgelaufen bin, setzen wir uns schon wieder hin zum Mittagessen. Dann noch zwei Mal mit nem Schuttelbus durch die Serpentinen um noch zwei politisch genutzte Ferienhäuser zu betrachten, die außer Fotos von Mao und Chiang nix weiter beinhalten. Naja, damit können wir uns halt auch nicht so identifizieren. Fakt ist, das das viele grün, der Bambus und die gute Luft ihr eigenes tut um dieses Fleckchen, was nur 3 Stunden von Shanghai entfernt ist gut zu finden. Vielleicht machen wir ja hier auch nochmal ein verlängertes Wochenende nur für uns. Mal schauen.

Am Abend zurück im Hotel gibt's Abendbrot.


Das ganze findet in einem Riesen Saal unter wahnsinnigen Kronleuchtern statt. Man hat das Gefühl man ist winzig. Die Qualität des Essens bleibt die ganze Reise über nahezu auf dem gleichen Niveau. Die Gerichte sind jedes Mal identisch. So ne Art Standart Essen, damit man nichts falsch macht. Das beste an jeder Mahlzeit ist ein vollständiges Suppenhuhn. Es fehlen nur noch die Nudeln drin und es würde schmecken wie daheim. Und man muss sich halt bissel dran gwöhnen, das das Huhn mit Kopf und Füßen in der Suppe  liegt.

Nach dem Abendbrot machen wir uns nochmal auf den Weg nach Draußen. Alles ist schick beleuchtet. Das haben sie echt drauf die Chinesen. Wir machen noch nen Club ausfindig, in dem wir 19:30 aufschlagen. Natürlich als erster. :-)


Im Hintergrund das Hotel, im Vordergrund der Club. Insgesamt gar nicht so unterschiedlich zum Mayflower in Changchun. Nur weniger Hasen. Dafür treten 20:40 8 Mädels auf die Bühne und tanzen sich die Seele aus dem Leib. Naja, sind wir ehrlich, sie tanzen, als ob sie keine Seele mehr im Leib hätten. Ohne Kraft, Spannung und Motivation. Das ist richtig übel das mit anzusehen. Warum sie so wenig Motivation haben? Keine Ahnung. Aber man kann sich eine davon an den Tisch bestellen. Dann wurde ein weißes Podest aufgebaut, und das Mädel tanzt dann darauf... Und setzt sich mit dazu und trinkt mit, falls gewünscht.

Später am Abend dann Livegesang von einer Dame im Glitzeroutfit. Die hat eine überraschend gute Stimme und trotzdem ist es schon langsam etwas zu laut und quietschig für unsere Ohren.



Während wir dann das chinesische Würfelspiel anfangen und wir uns gegenseitig überbieten fangen plötzlich alle um uns herum das Handy schütteln an. Auf der Leinwand läuft ein Countdown und es wird angezeigt, wer am meisten geschüttelt hat. Es gewinnt ein Mädel. Da werden sich sicherlich einige Jungs heute bei ihr vorstellen. :-)

Dann taucht Lara Croft auf. Also eigentlich nicht, aber die neue DJane hat ihre Oberweite und Ihren Po in ein knallenges Lederoufit gesteckt und alles was nicht auf Höhe Po und Oberweite ist, steckt in gar keinem Outfit. Sie sieht echt aus wie Lara... Halt nur mit asiatischen Einschlag.  Und sie macht herausragende Musik. Uns hält es kaum noch auf dem Sofa, als sie richtig loslegt. Die Chinesen zucken noch nicht mal. Dafür würfeln und trinken Sie. Auch OK. :-)

Lara macht ihre Sache richtig gut, bis ich glaube mich verhört zu haben. Mittlerweile übertönt die Musik im Club alles unterhalten ist kaum noch möglich. Mit jeden Lied wirds noch lauter. Aber war das gerade Deutsch in der Musik? ..."aramsamsam aramsamsam, bu..." What? Wo hat die das her? Und während uns DJÖtzi nachschreit wir sollen endlich die Hände hochnehmen sind wir doch schon fast draußen. :-)

Am nächsten morgen ist Rückreise nach Shanghai. Aber zuerst machen wir noch nen Zwischenstopp in einer "Old Water Town". Da gibt es einige rund um Shanghai. Wir können NanXun nun auch von der Liste Abhaken... Nur das es nicht auf irgendeiner Liste stand. Naja, streichen wir eine andere Wasserstadt dafür durch. Unser Begleiter versichert uns, er war jetzt in sechs Stück, alles das selbe. :-)


Aber wir haben neben schönem Wetter, wunderschönen Wasserstrassen und nem großen Koi-Teich auch noch ein Brautpaar gesehen. Dann noch ein Eis gegessen und ab zum Mittag.

Auch hier wurden wir wieder gemästet... Das Suppenhuhn gabs diesmal nicht, dafür lag ne komplette Ente in Honigsoße auf unserem Tisch. Die war lecker. Nur hat sich keiner unsere Tischnachbarn wirklich rangetraut. Warum wollten wir wissen. Ente gibt's jeden Tag im Werk. Sie mögen keine Ente mehr sehen. Nun Jungs, da verpasst ihr was. :-)

Wenn wir wieder daheim sind, erstmal ausräumen und Wäsche waschen. Die letzen Tage waren echt anstrengend. Aber ab Donnerstag ist ja schon wieder Urlaub. Es geht nach Yunnan. Freu mich schon. Bis dahin mach ich erstmal die to Do Liste auf und Streich MoGanShan. Oder lieber nicht? Weil es da echt schön war. Hm...

M - das erste Outing: Tag eins...

04Juni2016

Es ist echt eine Schau, was eine Firma hier 6 mal im Jahr veranstaltet. Wir sind bei unserem ersten Outing, und fast alles wäre einen eigenen Artikel wert. 6 mal im Jahr fahren Busse unserer Firma irgendwohin und veranstalten da mit den Mitarbeitern 3 Tage Sonderbespaßung. Jeder Mitarbeiter kann sich für eines der 6 anmelden und bekommt einen Arbeitstag dafür. Unserer ist am Montag. Da kommen wir nämlich zurück vom MoGanShan.

Der MoGan Berg ist eine der Sehenswürdigkeiten in der Shanghaier Umgebung und stand sowieso auf unserer Liste. Warum also nicht gleich verbinden und mal sowas mitmachen. Vor allem wenn es noch von der Firma veranstaltet wird.

Los geht's um 7:50 vom peoples square und es ist Wahnsinn was hier los ist. Es sind so viele Busse und Menschen hier, dass wir fast 20 Minuten brauchen bis wir endlich den Reiseleiter und den Bus gefunden haben. Gute das wir etwas früher gestartet sind. Als wir endlich im Bus sitzen gibt's erste Informationen. Über 120 Leute sind mit dabei. Fünf davon sind nicht Chinesen. Damit ist klar, das wir eher die Randerscheinung auf diesem Outing sind. Der Bus fährt dann zum zweiten Busstopp außerhalb Schanghais, wo schon zwei andere Busse warten. Dann endlich geht's los, Richtung Süd West, Richtung MoGanShan.

Der Reiseführer erklärt in genuscheltem chinesisch was uns so erwartet und singt zum Abschluss auch noch ein Lied für uns. Was wir fünf sehr befremdlich halten gehört für einen Chinesen einfach zu einer Reise mit dazu. Ich warte nur noch drauf, das wir ein Firmenlied anstimmen, aber das bleibt uns dann doch erspart.

Nach einer kurzen Kaffeepause erreichen wir nach knapp 3 Stunden Nanxun. Das sieht aus wie ein etwas verlassenes, nie fertig gewordenes Naherholungsgebiet und befindet sich am großen TaiHu See. Der ist wirklich riesig. Das Gebiet könnte fast schön sein, wenn man nicht das Gefühl hätte, alles ist leer und heruntergekommen. Und wenn der See nicht total dreckig aussehen würde. Am meisten würde mich interessieren, ob die Anlagen 15 oder 2 Jahre alt sind. Das kann man nämlich hier in China nie genau sagen.

Nach einem guten Mittagessen besuchen wir einen Park, wo der erste aktive Teil des Outings beginnt... Es werden Teamspiele gespielt. Erst im Kreis eine Polonaise... Wir machen einfach nach, weil was hier auf Chinesisch erklärt wird ist für uns nicht verständlich. Wir wandern im Elefantenmarsch im Kreis, Bis die Polonaise endlich abgeschlossen ist. Dann werden wir in 8 Gruppen unterteilt. Die 5 Ausländer werden dabei schön bunt auf die Gruppen verteilt. A in der 8 ich in der 7 usw... Da haben sie sich echt was dabei gedacht. :-)

Dann bekommt jede Gruppe einen Umschlag und muss eine Aufhaben lösen. Ich kann natürlich nicht folgen und Schnapp mir eine mir bekannte Chinesin, ob sie nicht mal kurz auf Englisch zusammenfassen könnte. Klar, macht sie.

Wir haben verschiedene Aufgaben und wenn wir die nicht in einer bestimmten Zeit erfüllen, werden wir bestraft. Ok. Was sind denn die Aufgaben? 8 Fotos mit verschieden Kindern, je zwei Team Fotos mit den verschiednen Elementen (Feuer, Erde, Wind, Wasser) ein Foto mit einem Ausländer (das ist einfach), ein Video in dem wir einem Ausländer TaiChi beibringen, 5 Fotos mit verschiedenen Gegenständen aus dem Park und zwei Gruppenspiele. In einem davon muss ich ein Gedicht über TaiChi im chinesischen auswendig lernen und der Gruppe Vortragen ohne zu lachen, während die Grimassen schneidet. Hat geklappt. Hatte keine Zeit für Grimassen guggen. War voll und ganz damit beschäftigt mich an die Worte zu erinnern. :)

Diese ganzen Fotos und Sachen wurden dann in einer WeChatGruppe gesammelt. Und es wurde damit kommuniziert. Dadurch hab ich jetzt schon zwei Gruppen wo immer irgendwas los ist. Gut das man die stummschalten kann.

Als wir alles geschafft haben haben wir zwei Puzzelstücke und die bauen dann alle Gruppen zu einer TaiChi Gebrauchsanleitung zusammen ihr glaubt gar nicht, wie schwierig es ist, bei einer chinesischen Gruppe mitzuhalten, wenn man nix versteht. Das war echt schwierig.

Nach dem Puzzle kommen zwei TaiChi Meister und bringen uns die erste Grundform bei. Cool, das könnten wir auch mal privat ausprobieren. Dann ab zu Abendbrot:

Das gibt es in einem Restaurant am See, die Gegend ist echt toll, es sieht aus wie in Italien oder Spanien an einer Uferpromenade. Nur mit ein paar futuristischen Elementen. Gut beim Chinesen muss halt alles blinken, Und auch hier macht alles einen etwas gebrauchten Eindruck. Man beachte vor allem den Farbunterschied zwischen See und künstlich angelegtem Wasser. Und dem Hinweis, das man mit Wasser nicht spielen soll...


Wir probieren wieder neues im Restaurant: Schweinsohren. Nicht das deutsche Gebäck, ne, echte richtige Schweinsohren. Geht schon vom Geschmack, muss ich aber nicht noch mal haben.


Nach den ganzen Übungen und dem Abendbrot ist alles schon viel lockerer. Wir haben mittlerweile noch mehr Kollegen erspäht, die wir kennen. Nur die Ausländeranzahl bleibt konstant 5. Gar nicht so einfach den überblick zu behalten bei 120 Chinesen.
Dann Gehts ab zum Hotel. Das ist ein Riesen Ding. Tolle Zimmer (unseres zB im 29 Stock) und alles sehr luxuriös. Mit Blick auf HouZho.


Unsere Pässe wurden schon im Bus eingesammelt und die Zimmervergabe gibt wieder einiges zum schmunzeln. Name wurden rumgerufen. Karten verteilt. Dann auf einmal "Liange LaoWei zai nali?" Wo sind die beiden Ausländer? Naja gut, der Name ist ja auch schwierig. A ruft hier und Zack haben wir unseren Schlüssel. 29. Stock mit toller Aussicht  und Glaswand zwischen Bad und Schlafzimmer. Toll. Morgen früh geht's 7:00 wieder raus. Also jetzt aber ab ins Bett und den Tag eins noch mit einem Artikel beschlossen. Ich bin auf den Tag Nummer zwei gespannt. Da geht's den Berg dann endlich hoch...

M - Heimreise...

04Juni2016

Gestern um 23:30 zurück in Shanghai. Die Tage in Changchun waren anstrengend. Und ich hab schon auf dem Weg zum Flughafen immer mal wieder ein Auge zugemacht. ;-)

Am Flughafen wieder mal ein typisch chinesisches Verhalten zum Thema: "do not cross the line". 

Am check in Schalter stehen sehr wenig Leute, dafür aber eine Riesen Gruppe vor dem "Wartebereich". Die meist mit Bändern strukturierte Warteschlange. Wir schlängeln uns da gleich vorbei und stehen jetzt an 7. Stelle. Drei Schalter sind offen. Das wird klappen.

Was wir nicht wussten: es hatten sich schonmal ein zwei von der Gruppe gelöst. Als diese beiden an einem der Check in Schaltern ankommen sind wir gerade auf Platz 2 vorgerutscht. Und es bricht die Hölle los. Die Reisegruppe von 50 Mann bricht durch die Absperrungen und alle versuchen ihre Pässe dem armen Mädel zu geben. Die Chinesen hinter uns, und auch wir finden es ein bisschen unfair. Der Unterschied ist: sie schreien rum, wir bleiben relativ gelassen und huschen an dem Kneuel vorbei an Schalter 1, den keiner mehr im Blick hat, wegen den 50 Chinesen an Schalter 3. Wer sagt es denn. In der Ruhe liegt die Kraft. :)

Im Flugzeug wird es dann gegen Ende echt interessant. Manchen Chinesen scheinen Regeln echt nicht bewusst oder halt einfach egal zu sein. Das Highlight gestern: wir hatten Turbulenzen. So einige und vor allem sehr häufig. Das hat ein paar Mägen meiner freundlich schauenden Mitpassagieren verstimmt.

Die Dame vor mir stellt plötzlich 10 Minuten vor Landung fest: ich muss aufs Klo. Auch wenn die  Anweisung schon lange heißt: anschnallen sitzenbleiben und durchhalten. Es ist nicht mehr lange. Nach einigen Diskussionen mit den Stewardessen  darf sie dann doch aufs Klo. Aber schnell. 5 Minuten später sitzen alle auf ihrem Platz. Das Flugzeug wird nochmal kräftig geschüttelt. Die nächste Dame eine Reihe vor mir schnappt sich ne Tüte und erleichtert sich. Als sich das Fahrwerk ausklappt ist sie gerade aufgestanden, um den Stewardessen das volle Paket zum entsorgen zu überbringen. Diese Schreierei, dass sie sich sofort hinsetzen soll konnte sogar ich verstehen. Ich hatte eher das Bild im Kopf, was mit der Kotztüte passiert, wenn wir aufsetzen. Denn die Dame stand ja schließlich damit direkt neben mir.

Endlich zuhause angekommen, 23:30 Uhr. Ja ein bisschen Verspätung war auch mit dabei. Meistens so bei den chinesischen Airlines.  Jetzt muss ich ganz schell ins Bett. Morgen früh ist 5:30 aufstehen angesagt. Wir fahren auf ein Company Outing. 3 Tage mit verschiedensten Kollegen (>100) tai chi und Bergwandern. Und wir sind maximal 8 LaoWei's.

Bei dem was wir bisher so wissen wird das echt n spannendes Thema... :-) die Erlebnisse gibt's dann hier auf der Heimreise.

M – Wo ist das Faultier?

02Juni2016

Changchun ist eine Industriestadt. Und sie ist wirklich alles andere als schön. Erinnert mich etwas an Bielefeld, nur mit viel breiteren Straßen. Grösser, grau… OK, wirklich viel sieht man hier nicht, wenn man vom Hotel zur Firma fährt. Aber glücklicherweise haben wir gestern mal den Sprung in die Stadt gewagt und mal bisschen geschaut.


Als erstes gab natürlich lokale Küche zum Dinner… Changchun ist bekannt für seine Maultaschen und die sind tatsächlich extrem lecker. Verschiedenste Sorten in verschiedenen Farben werden aufgetischt. Lachsfarben für Rind, Gelb für Schwein, grün für Gemüse und gebraten mit Fisch. Alleine damit hätte ich mich schon sattessen können, aber da kam noch mehr. Ich war hellauf begeistert, als ich plötzlich das frittierte Schwein in Honigsoße erspähe. Na klar wir sind ja auch fast in Harbin. Da musste das ja wieder auftauchen. Total lecker.

Beim Verlassen des Restaurants prangt über uns die Nordkoreanische Flagge… Was das? Ein Nordkoreanisches Restaurant erklärt uns der lokale Chinese… Mit Folkloreshow und Essen. Das Essen scheint nicht das Beste der Welt zu sein, aber die Erfahrung der nordkoreanischen Folklore scheint es wert zu sein mal reinzuschauen. Shanghai hat wohl auch eins. 

Alle nordkoreanischen Angestellten der Restaurants haben wohl ein spezielles Visum, das sie sich frei Zuhause und im Restaurant bewegen dürfen, aber wohl immer auf den Wegen unter Beobachtung stehen und nur direkte Wege vom Restaurant nach Hause und zurück machen dürfen. Ich bin mir nicht so sicher, ob ich das glauben kann. Aber wenn man sich die Außenwirkung Nord-Koreas so anschaut wär das schon möglich.

Eigentlich sollte man sich jetzt auf dem Weg zum Hotel machen, aber wenn schon mal Gäste aus Deutschland da sind…


 … Gehen wir natürlich nicht in einen Club. Der hießt Ever Mayflower und ist echt ne Erfahrung. Die Jungs hier wissen wir Party gemacht wird. Erst bin ich mir ein bisschen unsicher wo wir da gelandet sind, weil die Mädels Quote sehr hoch ist, aber im Laufe des Abend stellt sich heraus, dass hier ein paar chinesische, männliche Superstars auftreten. Das erklärt auch die hohe Mädels Quote. Während wir an unserem Bier nippeln und ein paar frische Früchte knabbern kommt ständig jemand vorbei und drückt uns LED Stangen, Luftballons und Konfetti in die Hand, damit wir auch mit richtig Party machen können. Es macht echt Spaß. Ich möchte nicht wissen, wir die Kiste am nächsten Morgen aussieht.


Plötzlich geht das Licht aus. Ein Mädel im Hasen-Kostüm wird ausgeleuchtet und tanzt zum Titelsong von Zootopia. Es werden Hasenohren ausgeteilt, die wild im Takt blinken. Ja, das ist ein Bild. Das ist China… Jetzt wird auch klar, warum das hier „Zootopia“ Motto Party genannt wird…

Mein absolutes Highlight war aber die chinesische Rapper Gang, die mit „I am so Ghetto“ mal ein klares Statement n den Raum schmettern. Chinesischer Rap ist echt ne lustige Sache. Vor allem wenn die doch eher zierlichen Chinesen einen auf 50 Cent machen. Der Rap ist chinesisch und der Refrain dann halt nur ein englischer Satz. Ich finde trotzdem, dass das Gangster Rap Image einfach nicht zur Physis der Jungs passt.

Mittlerweile ist uns ein Hase zugelaufen… Die „Hauptdarstellerin“ aus Zootopia geht jetzt per Polonaise an allen Tischen vorbei und verteilt Plüschtiere von „sich selbst“. Echt cool. Ein Kollege kümmert sich gleich drum und nimmt das niedliche Stofftier mit unter seine Fittiche.

Insgesamt ein gelungener Abend… Beim Rausgehen sagen uns Fuchs und Hase noch gute Nacht.  Allerdings ist irgendwie das Faultier nicht aufgetaucht. Vielleicht schläft das schon, oder noch. Schade…

M – ich bin dann mal schnell…

01Juni2016

In Changchun.

Und woran ich mich erst gewöhnen muss: Ich sitz drei Stunden im Flugzeug, und trotzdem bin ich immer noch in China. Das Handy geht, die Bankkarte geht. Die Sprache ist dieselbe. Wenn man von Frankfurt aus drei Stunden irgendwo hinfliegt ist das nicht der Fall.

Es scheint eine Kleinigkeit, und doch ist das irgendwie verstörend. Naja es wird sich im Laufe der Zeit sicherlich ganz normal anfühlen. Und dann ist es sicherlich zurück in Deutschland komisch, nach 3 Stunden in der Türkei zu sein. Nur um mal einen Vergleich zu machen. Wenn man es drauf anlegt, kann man in China 6-7 Stunden fliegen, ohne das Land zu verlassen (und ohne im Kreis zu fliegen). Vielleicht könnt ihr euch so besser ein Bild von den Dimensionen machen.

Der Flug war recht unspektakulär. Angekommen in Changchun merkt man aber schon deutlich, dass man bisschen in einer anderen Welt ist. Überall wird gespuckt, gerotzt und geschnieft. Es erscheint deutlich unwestlicher als Shanghai. Und es ist eine Kleinstadt mit gerade mal 7 Millionen Einwohnern. Shanghai erreicht gerade die 30 Millionen. Und ja, es wirkt tatsächlich ländlicher. :) 

Was mir an Changchun gleich mal aufgefallen ist: es ist günstiger. Nur zwei Beispiele. Ich bin im Sheraton Hotel, und das ist ganz schön luxuriös. Interessanterweise bei der Hälfte der Kosten im Vergleich zu einem guten Hotel in Shanghai. Auch als ich ins Taxi steige, denke ich zuerst das Taxameter ist kaputt. Der Basis Satz zeigt 5RMB. In Shanghai zeigt es 14 RMB. Das scheint aber nicht die Taxifahrer davon abzuhalten denselben Preis zu erfüllen. Ein Kollege hat festgestellt, dass er etwas sehr lange vom Flughafen zum Hotel gefahren ist. Nach etwas genauer Analyse: 74km ist der Kerl gefahren. 27 sollten es sein… Aha… Vielleicht hat er ja einen Stau umfahren. Immer an das Gute im Menschen glauben… :)

Das zweite was mir auffällt ist das Klima… 28 Grad, trocken. Fühlt sich ganz anders an als in Shanghai. Mehr wie Sommer in Deutschland. Naja, wir sind ja auch eher auf derselben Höhe. Nur das hier im Winter eher -30grad Celsius sind. Das erinnert mich etwas an Harbin. Ach, das ja witzig, das ist hier auch fast um die Ecke… Langsam sammele ich doch etwas geographisches Wissen. Auch wenn ich da nicht wirklich der Spezialist bin… Aber da kann ich ja zur not A’s Paps um Hilfe bitten…

Ich bin gespannt was mich die nächsten drei Tage hier so erwartet…                                                                                                     

A - vorBILDlicher Kochkurs

29Mai2016

Heute hab ich auf meinem langen Weg zur perfekten Haus- und Ehefrau einen neuen Meilenstein absolviert. Einen Kochkurs.

 

Auf dem Programm standen halbmondförmige Dumplings und Liebes-Vogel-förmige Dumplings. Mal ganz abgesehen davon, dass ich mir nur unter einer der beiden Formen überhaupt etwas vorstellen konnte, lief es erstaunlich gut. Also zumindest als wir endlich das Kochstudio gefunden haben…

 

Zum Glück hatte ich meine Urlaubsbekanntschaft aus Myanmar dabei, eine Fränkin, die seit 3 Jahren in Shanghai lebt. Sie konnte dann auch die diversen Ureinwohner des zu gewucherten Hinterhofs fragen, wo man denn hier für Geld Dumplings kochen darf J Der alte Mann stand nur wiederwillig von seinem (gefühlt) 50 Jahre alten Sessel auf, aber als er uns 3 Laowai Frauen genauer betrachtet hatte wurde er doch noch richtig freundlich und erklärte uns sehr ausführlich, dass wir ein Haus weiter müssen. Es zahlt sich einfach immer aus eine 1.80m große Blondine dabei zu haben. Außer halt wenn man nicht viel Zeit für extra Fotostopps hat ;-)

 

 

 

Jedenfalls haben wir dann 50m weiter den richtigen Hinterhof gefunden. Nur leider hat uns eine ziemlich stämmige Amerikanerin erstmal den Weg versperrt. Ob wir denn auch zur Disney Gruppe gehören, wollte sie wissen. Zum Glück haben wir unsere Arielle Fischschwänze heute zuhause gelassen, und so gingen wir mit einem fränkisch freundlichen „No“ an ihr vorbei. Das Ziel immer vor Augen schnappen wir uns schnell ne Papier-Kochmütze und Schürzte und stellten uns fertig verkleidet an den langen Metalltisch.

 

Als Deutsche hat man ja manchmal so komische Erwartungen, dass wenn der Kurs 13Uhr startet und um 13.05Uhr alle da sind, dann koennte man ja starten.

 

Aber hier wurde erstmal wieder meine interkulturelle Kompetenz strapaziert. Diesmal nicht mit Chinesischen Eigenarten. Nein, es waren die 20 Amerikanerinnen, die in den ersten 10 Minuten nach (theoretischem) Kursbeginn erstmal non-stop Selfies von sich machten. Mit Kollegin und Papiermütze, ohne Kollegin. Mit vielen Kolleginnen in Schürze…

 

Ich wollte gerade Bon-App öffnen um nach einem Restaurant in der Nähe zu schauen (schließlich kann man ja nicht mit leerem Magen nach Hause von einem Kochkurs), als sich schließlich die Türfrau nochmal zu Wort meldete. Gott sei Dank spricht sie jetzt mal ein Machtwort, dachte ich mir. Aber nein, wir 3 und einige Französinnen wurden nochmal gefragt ob wir wohl auch zur Disney Gruppe gehörten…. NoooOhh! Aber die Disney-Gruppe habe doch eine Privatstunde gebucht. Aha, die Selfie-Zombies wollten unter sich sein. Nur blöd dass wir auch eine Anmeldebestätigung bekommen haben, die ich der Türsteherin natürlich noch vorzeigen musste.

 

Der chinesische Kochlehrer fühle sich langsam etwas unwohl in seiner Haut. Er schaute hilflos zu seiner chinesischen Hilfsköchin. Die war eher unbeeindruckt von dem Wortwechsel (war ja auch ganz normal Lautstärke für Chinesen). Sie hat aber immerhin noch eine zweiten Raum auftreiben können, wo die 7 Nicht-Selfieanerinnen dann endlich Dumplings basteln durften. Unsere chinesische Lehrerin konnte zwar kein Wort Englisch, geschweige denn deutsch, aber das Vormachen – Nachmachen Prinzip klapp schließlich zur Not auch auf Suaheli.

 

Auch meine Befürchtung, dass wir die erste von 2 Stunden nur dem fertig gefrohrenen Teigfladen beim Auftauen zuschauen, hat sich nicht bestätigt. Wir können jetzt also komplett aus einigen wenigen Rohstoffen ein paar tolle Dumplings zaubern. Und auch die Liebes-Dumplings wurden uns (im Nachhinein) erklärt. Die 2 verschieden Füllungen bilden dann ein Liebespaar (oder so ähnlich). Das beste war, dass wir hinterher alles allein aufessen konnten. War sehr lecker und fast völlig Selfie-frei.

 



 

M - Wer brauch schon das Social Network...

29Mai2016

... wenn man ein Social Weekend haben kann. :)

Tatsächlich sind wir nur noch sehr selten in Facebook. Bei mir im Postfach stauen sich die Mails: "seit deinem letzten Besuch auf Facebook ist viel passiert. 46 Mitteilungen, 3 Anstupser und ..."

Man glaubt gar nicht wie gut es auch ohne das blaue F geht. Allerdings muss ich zugeben, dass wir schon immer mal wieder schauen, was da so los ist.

Damit wir aber noch völlig  ohne sozialen "Anschluss" in China versauern, kümmern wir uns hier natürlich auch im soziale Kontakte. Und man glaubt gar nicht, wie gut das klappt wenn man in echt auf der Couch eines Freundes sitzt. Am Samstag waren wir nämlich zur Auszugsparty eingeladen. Also sind wir los, Obst kaufen, das ganze kleinhäkseln und einen leckeren Obstsalat machen. Den haben wir dann mitgenommen und auf gings zur Auszugsparty. Dort angekommen die große Überraschung...

Knapp 30 Leute sind wir n der ganzen Wohnung verteilt. Ein paar in der Bar, da gehen schon die Kurzen rum, ein paar am Grill, ein paar am Esstisch und ein paar Chinesen auf dem Sofa... Die Party entwickelt sich (fast) wie erwartet. Die Raucher beim Grill, die Trinker in der Bar, die Quatscher am Esstisch... Nur die Chinesen bleiben unter sich und machen alles auf ihrem Sofa... Das gipfelt dann darin, das der Fernseher eingeschaltet wird und "the Tourist" geschaut wird... Das ist etwas was dann doch wieder weiter weg von unseren Erwartungen an eine Party.

Wir schauen überall mal vorbei, und bleiben letztendlich zum socializen am Esstisch sitzen. Da lässt sich der Abend echt gut verbringen. Beim späteren Blick auf die Uhr (22:30) entscheiden wir mit der U- Bahn zurückzufahren, verabschieden uns und ab zur Station...

... In der keine U- Bahn mehr fährt. Die letzt ist 22:14 hier durch. Die 22:54 die ich im Kopf hatte geht leider in die andere Richting... Also wieder raus und mal schauen ob wir ein...

Ah genau da isses, unser Taxi. Eingestiegen, Adresse gesagt, am Compound angehalten... läuft...

Am nächsten Tag hat sich A dann auf den Weg zu einem Kochkurs gemacht und ich ein paar "Jungs" zum Computer spielen eingeladen. Fast so wie frueher mit 17. Nur das alle die 30 schon überschritten haben. Das machte aber nicht wirklich einen grossen Unterschied. Neben der Grafikpracht bei Witcher, einem schnellen Match bei Overwatch war die Hauptattraktion natürlich die VR Brille. Interessanterweise konnte ich die Jungs nicht vom ruhigen Ozeanien (Fische im Ozean beaobachten) überzeugen, wohl aber das Autorennen und Zombies metzeln echt ne lustige Sache sind. Irgendwie sind wir Jungs doch alle gleich. Immer noch 12...

Am meisten Spass macht es eigentlich den anzuschauen, der gerade "de brille off" hat. Der sieht ja nix ausser das Spiel. Und wir haben uns köstlich amuesiert. Sieht halt schon komisch aus, wenn einer mit der VR Brille Geschossen ausweicht, die man selbst ja nicht sehen kann. Am Ende waren alle sehr begeistert. Und wir haben uns zu Feier des Tages noch einen Burger gegönnt. :)

Das reicht aber jetzt erstmal wieder zum Thema socializen. Schliesslich fahren wir bald auch schon wieder in den Urlaub mit Freunden. Und wir haben das alles ohne das grosse blaue F organisiert... Toll...

M - Kuriositäten...

26Mai2016

Diese Woche scheint irgendetwas anders zusein. Gestern sind mir gleich drei mal ein paar Sachen aufgefallen/passiert, für die sich ein ganzer Blogeintrag lohnen würde. 

Scheinbar sind diesen Monat neue Wanderarbeiter in Shanghai eingetroffen. Schon beim Mittagessen stand ein Arbeiter am Tisch neben uns und hat den Blonden Mann daran 5 Minuten mit offenem Mund angestarrt. 

Aber auch uns hat es auf dem Heimweg dann "erwischt". Als wir an der U-Bahn stehen klopft mir wer auf die Schulter. Ein dicker Chinese im Bauarbeiterlook grinst mich breit an. Dabei entblößt er drei Zähne, da es scheinbar nicht mehr viel mehr gibt. Ich bin etwas überfordert und nick ihm nur zu, bevor ich mich wieder zu A rumdrehe. Da klopft es wieder. Er zeigt auf A grinst und macht den weltweit bekannten Daumen hoch. Ich glaube er möchte damit sagen, das ich eine sehr schöne Frau habe. Und da muss ich ihm doch glatt rechtgeben. Ich bedanke mich für das Kompliment (das ja eigentlich an A geht) und er sagt Bye Bye und geht seines Weges... Verwirrende Begenung. :-)

Auf dem Heimweg leg ich noch nem Stop beim Friseur ein. Kürzer sag ich, ist ja endlich Sommer. Als ich die Brille wieder aufsetz bin ich mir nicht sicher, ob ich vielleicht hätte etwas detaillierter drauf eingehen sollen. A hat mich gleich gefragt, ob ich wohl eingezogen wurde. Naja, wächst ja wieder...

Auf dem Weg nach Hause knallt es dann immer mal wieder sehr laut. Nach einer weile Laufen finde ich dann auch den Grund für diese Art von Geräusch:


Auf unsere Straße sitzt heute Abend ein Mann und macht Popcorn. Dazu macht er ein offenen Feuer, füllt Mais oder Reis in ein kanonenförmiges Gebilde und dreht dieses übern Feuer. Dabei ist zu beachten, dass die "Kanone" wie ein Schnellkochtopf funktioniert und sein Reis unter hohem Druck popt. Wenn er die öffnet, dann knallt es richtig laut. An dem Abend haben alle auf der Straße noch mehrfach was davon. Mitnehmen tun wir aber nix. Heute schon genug neues erlebt. Reicht erstmal. :-)

Beim nach Hause kommen dann das erste mal ein ganz neues Gefühl. Nämlich keins, als wir zuhause eintreten. Das bezieht sich allerdings nur aufs Klima... Jetzt sind drinnen und draußen 26 Grad bei gleicher Luftfeuchtigkeit. Langsam sollten wir mal die Ferbedienungen für die Klimaanlage suchen...

M - Tiao Wu hen hao...

24Mai2016

Wie lange haben wir auf diesen Moment hingearbeitet... Die vielen Entäuschungen bis jetzt, das endlose Nichts tun, das unsportliche, ständige Essengehen... Das alles hat jetzt endlich ein Ende. Oder sagen wir mal es wandelt sich endlich zum besseren. Denn wir sind seit heute stolzer Besitzer einer VIP Mitgliedskarte im Fusion Dance Center Shanghai. Aber wir haben erstmal nur 10 Ladungen drauf. Auch wenn wir gleich über 50% Rabatt angeboten bekommen haben. Wir hätten nur jeder eine 50 Stunden Karte nehmen müssen. Aber das war uns dann doch zu kritisch.Was wenn wir wieder in alte Verhaltensmuster fallen? Was wenn wir plötzlich immer Hunger haben, und lieber Essen statt Tanzen gehen... So viele Fragen. Aber jetzt erzähl ich euch erstmal was wir heute erlebt haben. Zusätzlich zu den Schuschutzfolien.

Wir haben ja nach unserem Tango- und dem Bachata Sensual Ausflug damit begonnen, weitere Tanzschulen zu checken. Übriggeblieben sind zwei. Das Souldance und das Fusion Art Center. Das Souldance ist recht nah bei uns, aber auch teuer (Ca. 25 Euro die Stunde mit ner 30ger Karte) das Fusion Center liegt auch nicht so ideal an der U-Bahn, aber kostet dafür 13 Euro die Stude bei einer 30ger Karte. Beide sind vom Auftritt im Internet sehr gut. Das Souldance wirkt professioneller, das Fusion irgendwie aktiver. Ständig bootcamps und Workshops. Da ist echt was los.

Wir haben uns dann heute entschieden, den nächsten Versuch im Fusion zu wagen... WeChat an, dem Tanzlehrer ne SMS geschrieben, freundliche Antwort bekommen und nach der Arbeit ab nach Putuo. Nach einigem umsteigen in der Rushhour und einer etwas verwirrten Taxifahrt über 800m stehen wir auf einer Art Kunsthochschulcampus. Links und rechts Wohnheime und ein Riesen Gebäudes, neumodisch, nicht verranzt und sehr einladendend. Kein Hinterhof??? Hm... Da ist doch was faul...

Ich frag den Porttier: TiaoWu zai nali? (Wo geht's zum Tanzen?) "Xiamien" sachter. What? "Zheli" rufter und zeigt nach unten. Ah Ok, im Keller... Naja.Wie erwartet... Fahrstuhl rein, Tür zu. Bing. Tür Auf. Licht, Ein schönes Foyer mit Empfangstresen alles hell. Einige Mädels hinter einer Glasscheibe quälen sich mit Contemporary. An der Wand läuft ein Video vom Booty Twerk Workshop (Das nenn ich mal einen Empfang:-) )... "Hey,  you must be..." M sag ich und wir finden Robin sofort sympathisch. Er gibt uns zwei Schlüssel zu Schließfächern (hatten die bisherigen Schulen nicht) und schickt uns zum Schuhe anziehen. (Eigentlich zum Umziehen aber wir haben ja nix anderes mit...). Punkt 19:30 geht's ins zweite Studio mit Vollspiegelwand und bestimmt 30 Leuten drin. Auch hier viele Chinesen, aber auch drei weitere Westler...

Wir haben den Foundation Kurs, das ist der vor Anfänger. Hier lernt man Salsa wie beim Tango aus einzelnen Stückchen und baut Sie dann in den Basis- und Fortgeschrittenen Kursen erst zusammen. Lockern. Grundschritt lernen. Oh, hier starten wir auf zwei und in die andere Richtung. Das erfordert Umdenken. Nach den ersten zwei Schritten malt Robin ein Diagramm an den Spiegel und erklärt Haltung, Takt und Schritte. Maschienenbauerfreundlich. Toll. Wir üben noch ein paar mal alleine, dann ne Drehung und dann geht's in die Paare. Wie bei einer Rueda wird zweimal getanzt, dann ein Schritt hinzugefügt und dann gewechselt. Dabei wird sich beim Partner bedankt und abgeklatscht. Es macht echt Spaß. Einige Mädels testen sogar gleich ihr English und quatschen drauf los, die meisten sind aber schüchtern und schauen zu Boden. 

Wir brauchen ein bisschen wieder reinzukommen. Aber nach 40 Minuten läuft es. Nach ner Stunde vermeldet meine Uhr: "Trainingsziel für heute erreicht." Läuft... Wir schwitzen und ich seh es schon in A`s Augen. Wir kommen wieder. Jetzt geht's an die Formalitäten und Zack, da haben wir unsere Mitgliedskarte. Mit der können wir in den nächsten 3 Monaten 10 Kurse unsere Wahl besuchen. In den Kursräumen ist mittlerweile HipHop (das sieht echt gut aus) und Bachata. Ok, wir könnten schonmal Montags ne Doppelstunde einlegen... :-) Es scheint so, als haben wir endlich unsere Tanzschule gefunden. Schauen wir mal, ob das für die nächsten 10 mal so weitergeht und dann könnten wir sogar ein 50ger oder gar 100er Paket kaufen. Dann kostet die Stunde nicht wie jetzt 19 Euro, sondern eher 7-10. Immer noch kein Vergleich zu unseren Tanzvereinen in Deutschland, aber für Shanghai, ohne ranzigen Hinterhof sehr gut. Wir verabschieden uns bei Robin und seiner Kollegin Grace und freuen uns schon auf die nächste Runde.

Beim rausgehen fällt uns auf, dass das Café "gute Zeit" irgendwie schon bessere Zeiten gesehen hat. Der Mc Donalds Kurier davor telefoniert wie wild und findet wohl seinen Abnehmer nicht....


Bevor wir dann wieder auf der Hauptstrasse sind, finden wir noch einen Import-Ostladen und kaufen Californische Orangen. Und der Kerl lässt nicht locker und überzeugt uns von "der besten Papaya aus Taiwan". Er gibt sich soviel Mühe, dass wir eine Box geschnittene Papaya mitnehmen. Die gibt's dann zum Abendbrot und Sie ist wahrlich eine sehr gute Papaya. Süß. Lecker. Ganz zart. Da kann selbst die aus dem Urlaub in Thailand nicht mithalten... HenHaoChe (Schmeckt lecker). Noch ein Grund wiederzukommen.

Jetzt aber erstmal ab ins Bett... Ich freu mich schon auf unsere nächste Tanzstunde. Tiao Wu Hen Hao....

M - schon wieder Schutzfolie...

24Mai2016

Draußen bleibt es matschig... Und was macht man wenn man seine neuen Schuhe in dem schmutzigen Wasser auf der Straße nicht versauen möchte?


Naja, bei Schuhe gibt es ja keine Schutzfolie, die man drauflassen könnte. Also ist die Lösung eine extra Schutzfolie. A bestätigt, das die Bei TaoBao total günstig angeboten wird und scheinbar gibt es tatsächlich einige Anwender...

Die Vorteile liegen auf der Hand: trockene Füße bei Stoffschuhen, die Schuhe sehen länger schön aus, auch wenns sonst keiner sieht, und "lass gleich die Schuhe an" macht jetzt richtig Sinn. "Aber lass die dreckige Folie draußen" muss man halt noch dazusagen. Mal sehen wo wir noch so extra Schutzfolie entdecken. Und wann A das erste mal mit Schutzfolie um die Füss vor die Tür tritt. Wir werden euch berichten... :)

M - Maßgeschneidert...

23Mai2016


Ich hab mich heute mal künstlerisch betätigt und euch mit dem IPhone noch einen Punkt und einen Strich auf das Bild gemalt. Das worum es aber wirklich geht ist der Hintergrund und der Knopf.

Alle reden von den günstigen Schneidern in China. Und alle gehen zum Pearl Market und lassen sich da Hemden und Anzüge und Jacken scheidern. Das ist unter den meisten Expats hier ganz normal und viele sind dann später nicht mehr überzeugt von der Qualität und kaufen wieder Hemden von der Stange. Ok, wenn ich ein Hemd für ca. 10 Euro maßgeschneidert bekomme, kann ich vielleicht auch nicht soviel erwarten.

Ich hab diese Erfahrung dann gleich mal weggelassen. Dafür waren wir letztes Wochenende ja bei einem alten Schneider, bei dem es deutlich teurer ist. Aber wo sich auch der Stoff deutlich besser angefühlt hat und man jedes Detail selbst festlegen konnte.

Bestellt habe ich ein weißen Hemd, maßgeschneidert, tailliert und mit blauen Köpfen, die rot abgenäht sind. Und bekommen habe ich ein weißes Hemd, das sitzt wie angegossen, talliert und mit blauen Köpfen, die rot angenäht sind. Wow... Selbst A muss zugeben das das echt gut aussieht. Aber sie hat ja auch die Kombination ausgesucht.

Ok, für den Preis hätte ich im Fakemarket 4 Hemden haben können. Und ich muss jetzt erstmal sehen wie es sich nach ein paar Wäschen verhält. Aber auf den ersten Blick bin ich hochgradig begeistert. Der Alte Mann im Laden hat das auch gleich erkannt. Er wollte schon die nächste Bestellung aufnehmen. Ich hab ihm erklärt, das ichs erstmal wasch, und dann komm ich vielleicht wieder.

Freunde haben uns jetzt noch gesagt, das die Straße runter ähnlich gute mit 30% geringer Preis sind. Vielleicht probieren wir auch noch bisschen aus... Aber der erste Eindruck ist echt top. Eben maßgeschneidert. 

Falls sich jemand berufen fühlt: Noble House in der Changle Lu 400.

M - ain`t no Sunshine...

22Mai2016

Shanghai ist dieses Wochenende irgendwie so, wie man sich London vorstellt. Nebelig, Nieselig und grau. Allerdings gibt es vermutlich einen großen Unterschied. London hat vermutlich um diese Zeit keine 25 Grad. Für daswaswir normalerwise gewöhnt sind, gibt es jetzt aber einiges zu beachten. Erstens: Wenn man drinnen ist sieht es draußen kalt aus. Ist es aber nicht, also schleppt man meist Zuviel mit sich rum. Das haben wir jetzt so langsam im Griff. Zweitens: ein Schrim ist eine super Idee. Nur er hilft nicht wirklich viel. Bei 90% Luftfeuchte ist der Sinn des Schirmes darauf begrenzt, das kein Wasser auf deinen Kopf tropft. Alles andere wird trotzdem nass. Aber wir waren trotzdem gestern den ganzen Tag draußen und haben mit unseren Gästen weiter Shanghai erkundet. Zuerst natürlich mal Brunchen (spät frühstücken).  Aufgrund der herausragenden Belgischen Waffeln haben wir uns wieder für die Liquid Laundery entschieden. Ja, wir müssten mehr ausprobieren, was das Brunchen ausgeht. Aber mit Gästen gehen wir lieber auf Nummer sicher. Und es war wieder sehr gut. Von den Waffeln würde ich am liebsten einen Jahresvorrat mitnehmen...

Dann auf nach LuJiaZui, um den beiden mal das kommerzielle Herz der Stadt zu zeigen. Ich bin froh, das wir den Bund gleich am ersten Abend gemacht haben, weil das war die Aussicht gestern:


Da hat man eher ein Washington als ein Shanghai Gefühl. Irgendwie wirkt alles so flach. Während man die Bundpromenade noch recht gut erkennt, sind alles über dem 30. Stock einfach weg. Wir sparen es uns auch auf einen der Türme zu kraxeln. In einer Weißen Wolke ohne Aussicht stehen, das haben wir in TianZhuShan schon erlebt und ist nicht das was man sich wünscht. Stattdessen fahren wir mal mit der Fähre von PuDong nach PuXi (für umgerechnet 25Cent) und beobachten die anderen Touristen... Immer wieder interessant. Natürlich durfte auch gestern der Fakemarket nicht fehlen. Auch den habe wir uns angeschaut. Und diesmal hab ich zum ersten Mal die Staatliche Erklärung gelesen, die verschiedene Markenfälschungen verbietet. Die hängt da öffentlich aus. Gleich neben den Michael Kors Taschen und Chanel Schuhen. Wer sich nicht sicher ist, kann gleich die Schuhe nehmen, sich rumdrehen und nochmal das Logo vergleichen. Tja, wo kein Kläger, da kein Richter... Paar schicke Tommy Hilfinger Schlappen hat unser Besuch dann doch noch eingepackt. Das Logo war übrigens nicht mit auf dem Schild...

Nach einer kleinen "Nachmittagsruhe" sind wir dann los zum Jing An Tempel um uns noch etwas umzusehen und ein Lokal fürs Abendbrot zu finden. Wir haben festegestellt: Am Samstag Abend ohne Reservierung: Unglaublich schwierig. Also rufen wir an und fragen: Speak English? - Nö. "Ni Hao"... Ok, Mist der Zettel mit dem Chinesischen Sätzen zum reservieren liegt noch auf Arbeit. Irgendwas mit Ding... Wo Yao Ding sagt A ins Telefon. Stille - "Ni Hao". Haben sie jetzt die Dame gewechselt? Wo Yao... "Ni Hao?" Na das kann ja was werden.... Jintian wanshang siwei... "Ni Hao?" Sag mal hört die uns nicht, oder reichen Sie das Telefon jetzt durchs ganze Lokal? Ding? "Bu Keyi." Ah ok, geht nicht. Erst um 10. Och nö... "Ni Hao." - ich glaube die verarschen uns...

Ich versuche derweilen eine online Reserviermöglichkeit zu finden und stoße auf Chope. Die Nepali Kitchen hat ab 21 Uhr noch was frei. Cool. Also los... Das ist gleich um die Ecke vom Jing An. Und es ist Ultra gemütlich. Wie auf ner kleinen Berghütte in Nepal. Nur kochend heiß, da alles voller Menschen ist. Das Essen ist sehr gut und selbst die Fritirte Banane mit Schokoeis passt danach noch rein. Hier kommen wir wiedermal her. Apple Karten gecheckt: Oh, keine U-Bahn mehr. Das werd ich nie verstehen. Um 23 Uhr sind alle U-Bahnen stillgelegt. OK, damit bleibt Zeit zum Saubermachen und warten...  Aber könnten sie nicht so bis einse oder halb zwei fahren? Das wäre doch viel praktikabler... Die App sagt aber auch es fährt ein Bus. OK, das wollten wir schon immer mal ausprobieren.

Also ab zur Bushaltestelle. Als wir ankommen ist es 22:59. Die Tafel zeigt an: unser Bus kommt 23:13. Um 23 Uhr geht die Tafel aus. What? Kommt der Bus jetzt oder nicht? Da rast die Nummer 48 an uns vorbei ohne auch mal kurz das Bremspedal anzustupsen. Oh Mann... Hoffentlich klappt das mit unserer Buslienie besser. 23:10 haben sich zumindest noch 4 weitere Chinesen mit zu uns gesellt. Sieht gut aus, dass der Bus doch fährt. 23:12 rauscht er an uns vorbei und kommt mit Müh und Not 20 Meter hinter uns zum stehen. Wir steigen ein und müssen unsere U-Bahnkarte hinten im Bus an den Scanner halten. Dort sind wir schneller als wir wollten. Der Busfahrer fährt nämlich wie ein bekloppter los und uns vier haut es fast von den Füßen. Das der Bus in den Kurven  nicht umgekippt ist ist mir jetzt noch ein Rätsel. Halb im Fallen Segel ich mit meiner JiaoTong Karte am Entwerter vorbei. 2 Kuai seh ich noch im Augenwinkel, bevor ich endlich eine der Haltestangen zu fassen bekomme und mit Schwung neben A lande. Kurz bevor der Busfahrer eine Vollbremsung macht und gefühlt auf zwei Rädern um die Kurve donnert. Was für ein Erlebnis. Wer will da schon ins Disneyland. Der Bus hält dann fast direkt an unserem Compound. Toller Erlebnistag und das Essen ist trotz der Busfahrt auch dringeblieben. Also busfahren kömmer jetzt auch. Mal sehen was wir morgen machen... Mal kurz Wetter checken. Oh... Ain`t no Sunshine...

M - Kampfsport für die Lachmuskeln...

21Mai2016

Wir haben Regenwetter in Shanghai... So richtig nieseliges, nasses, warmes Regenwetter... Und eigentlich würden wir heute mit unseren Gästen auf dem Fahrrad durch die French Concession flitzen. Leider passt Fahrad, Regenwetter und fahren nur bedingt zusammen. Also musste das ins Wasser fallen.
Aber was stattdessen tun? 

Kurzfristig ein Kulturprogramm auf die Beine zu stellen fällt uns immer noch schwer. Zu groß die Auswahl und zu gering das Wissen zu den Möglichkeiten in Shanghai. Was mir aber einfiel: ich hatte doch mal einen Komedy Klub empfohlen bekommen...  WeChat auf, den Chef angetextet, 4 Karten reserviert und schon können wir uns auf den Weg machen. Ich liebe dieses Kommunikationsmedium.


Dort angekommen das typische China-feeling. Dunkle Gasse, unattraktiver Flur und dann durch ein etwas abgeranztes Treppenhaus in den 4. Stock. An den Fahrstuhl  haben wir uns nicht rangetraut. Der stand schon im Ruhezustand fast 30cm unter der Einstiegskannte, was nicht gerade als vertrauensbildend wahrgenommen wurde.

Als wir ankommen große Überraschung: ein kleiner Raum mit viel zu vielen Leuten. Keine Bühne, eine Bar und uns werden je 200RMB abgeknöpft. Ok. Sitzplatz haben wir wohl auch keinen... Es sammeln sich noch mehr Leute und alle bewaffnen auch mit Drinks. Ok, aber wo ist für Bühn...

...und da geht die Tür hinter der Bar auf und der Einlass beginnt. Es gibt einen kleinen Raum mit Bühne in der Mitte und für jeden einen Stuhl. Toll. Der Raum ist nach wenigen Minuten bis auf ein zwei Plätze voll ausgebucht. 


Ein Ägypter springt auf die Bühne, nachdem er vom Chef angekündigt wurde, und macht ein paar Witze die echt Spaß machen. Vor allem, wenn man in Shanghai lebt. Am besten ist sein Hinweis, das er in einigen Situationen mit dem Strassenpolizisten sich immer rausge-TingBuDong-t hat, aber diese jetzt leider alle English sprechen. Die Expatschaar die hier versammelt ist krümmt sich vor lachen... aber auch die weniges Chinesen stimmen mit ein. Insgesamt sehr gemischtes Publikum. Chinesen, Taiwaner, deutsche, Amerikaner, Kanadier, Franzosen, Südafrikaner, Simbabwanesen... Es hört gar nicht mehr auf als der Ägypter durch den Raum fragt...

Danach ist eine Australierin dran, die ich kaum verstehe und die nicht ganz den Nerv des Publikums trifft. Schade... Vielleicht das nächste mal...

Der nachfolgende Kerl aus Detroit führt uns auf herausragende Weise die Kommunikation mit den Taxifahren in Shanghai vor und wieder kocht der kleine Raum vor lachen. Und er hat so recht. Beim nächsten mal Taxifahrten werd ich vermutlich schmunzeln.

Dann kommt der "Headliner", der Hauptakt. Und der erzählt von seiner mexikanischen Frau und ich kann nicht mehr vor lachen. Manchmal verstehe ich ihn zwar nicht komplett, aber die Pointen sitzen. Eine nach der anderen. A und ich und auch unsere Gäste haben teilweise Tränen in den Augen  als er erklärt, was seine Frau vielleicht anders macht, oder eben genauso. :-)

Nach 1,5 Stunden hab ich brennende Lachmuskeln und wir sind auf dem Weg nach Hause...


Das Wetter lässt heute viele zuhause bleiben und so zeigt sich die WuKangLu doch mal ganz anders... 

Insgesamt sind wir somit heute nicht nur einiges gelaufen, nein wir haben auch noch Kampfsporttraining für unsere Bauchmuskeln im KungFuKomedyClub gehabt. Das reicht als Sport fürs Wochenende.  :-) und eins ist klar: Wir kommen wieder. Es war einfach soooo lustig .

M - der Mythos um WIYF

19Mai2016

WIYF ist ein Eisladen. Um genau zu sein ist es ein Loch in einer Wand, aus dem zwei Chinesen Eis verkaufen. Das besondere daran ist, das ca. 100 Menschen immer davonstehen und ganz brav Schlange stehen um nach bis zu drei Stunden aber im Schnitt 60 Minuten, endlich ein Eis zu ergattern. Wir haben erst vor kurzem einen Erfahrungsbericht über 90 Minuten warten auf Smartshanghai gelesen.

Wir haben uns bisher noch nicht angestellt. Aber wir waren gestern mit unseren Besuch im Burgerschuppen nebenan. Im Rachels. Und da fällt uns auf, das die Eiscreme auch hier auf der Karte steht. Oder besser stand, weil sie durchgestrichen ist. Und das bringt uns dann ins Gespräch mit dem Chef de Restaurant. :)

Es ist verrückt, sagt er. Was das Internet ausmacht. Er hat hier in der Ecke ein Kaffee, den Eiscremeladen und den Burgerschuppen. WeChat, Bonapp und Co hat einen Hype ausgelöst.

Irgendwann hat irgendwer angefangen auf WeChat ein Bild von sich mit der Eiscreme zu posten. Und natürlich den Geschmack zu loben. Und ab dem Tag ging es ab, berichtet er. Man sollte niemals das soziale Netzwerk von Chinesen unterschätzen. Innerhalb weniger Tage bildete sich die Standard 90 Minuten Warteschlange heraus. Das erste was ein Chinese/ eine Chinesin macht wenn sie ihr Eis hat: ein Selfi und ab in die Welt von WeChat. Und dann plötzlich war sein Burgerladen so voll, das keiner mehr reinkam. Aber niemand wollte nen Burger, auch hier ging es nur ums Eis.

Um aber das Burger - Business aufrechtzuerhalten hat er das Eis von der Karte gestrichen. Und jetzt überlegt er sich gerade wie er das löst. Vermutlich wird es irgendwann ein Bürger mit Eis Menü geben. Oder der Hype flaut ab. Bis dahin heißt es halt: anstellen. Und das wollen unsere Gäste heute mal tun...

M - Analphabet...

18Mai2016


Wir haben heute mal ein Detail in unserer Wohnung fotografiert. Was fällt euch auf?

Dank unseren Gästen wissen wir was passiert ist: die Putzis haben beim Staubwedeln das Schild runtergeschmissen. Naja und wenn man keine Ahnung hat von Buchstaben, dann kann das schonmal passieren... Wäre uns mit chinesischen Schriftzeichen wahrscheinlich auch so gegangen. Die Chance ist schließlich 50:50. :-)

Und wir haben unseren Gästen gestern mal Yu Garden bei Nacht gezeigt...


Das Teehaus haben wir so auch noch nicht gesehen. Echt schick. Nur Tee gabs keinen mehr...

M - Voll im Strom...

17Mai2016


Heute hab ich wohl mal ne schlechte Zeit erwischt... Oder besser gesagt in der U-Bahn ne "Spitzen"- Zeit erwischt. Nichts geht mehr... Stau inmitten der Menschenmassen. Es ist heiß, stickig und ich bin sicherlich zu spät, wenn es nicht bald weitergeht...

M - Den Samstag halb verschlafen, den Sonntag voll verfressen...

16Mai2016

... Und am Montag Rindfleisch mit Freiheit.

Klingt doch mal nach nem gelungenem Wochenende und tollem Einstieg in die neue Woche.

Nachdem wir am Freitag noch Captain America im IMAX überlebensgroß in 3D bewundert haben, war unsere Motivation am Samstag zeitig aufzustehen selbst unter einem Elektronenrastermikroskop nicht wirklich zu erkennen. Also haben wir den Tag sehr entspannt angehen lassen und sind erst gegen 15 Uhr mal raus aus unserer Wohnung. Bei Sonnenschein und ein wenig Wind machen wir uns auf dem Weg gen Süden. Hauptsächlich, weil dort ein Pizza Express ist und wir langsam Hunger haben. Ist ja schließlich auch schon um Drei. Allerhöchste Zeit fürs Mittagessen. Auf dem Weg dahin kreuzen wir wieder ein paar bekannte und unbekannte Straßen, was es für uns schon wieder spannend macht und uns wieder vor Augen führt, wie wenige wir um unsere direkte Umgebung wissen. Mit dem Roller werden wir diese unbekannten Gegenden jetzt suckzessieve abbauen. Das Cotton`s war nur der Anfang... :)

Auf dem Weg nach Süden kommen wir auch am XuJiaHui - Park vorbei wo uns ein alter Mann im Rollstuhl mit seinen Akordeonkünsten beglückt. Und ein paar Chinesen rundherum sind so verzückt, dass sie sich gleich voller Freude mit ihrem Gesamgshefter platznehmen und mit einstimmen. Eine wirklich coole Atmosphäre hier. 


Noch weiter südlich haben wir unseren bisher südlichsten Punkt, die Metro-City, hinter uns gelassen um endlich den Pizza Express zu finden. Und wir werden im "Novelle Plaza" fündig. Und während wir so unsere Pizza bestellen und den Blick über den Plaza schweifen lassen...


Beschleicht mich so ein Gefühl... "Hier waren wir schonmal..." Platzt es aus A heraus. Echt? "Ja... Novelle Garden...:" Und da klingelt es. In dem Compound hier war das Appartment zweiter Wahl, welches wir genommen hätten, hätte unser heutiges nicht geklappt. Es war ein bisschen grösser und lag an nem Einkaufsplaza, was uns gut gefallen hat. Aber es war noch weiter weg von der Arbeit. Und was mit damals gar nicht so aufgefallen ist. Es ist ganz schön weit weg vom Einstieg zur U-Bahn. Da hätten wir ein ganz schönes Stück laufen müssen. Aber ist ja auch egal. Trotzdem irgendwie cool, das wir schonmal hier waren und fast hier gewohnt hätten. Wir wohnen aber trotzdem einer näher an der WuKang Lu... :-)

Auf dem Rückweg fällt uns wiederwahl eine der Eigenheiten der Chinesen auf: Wer sich am Bus anstellt stellt sich natürlich vorne an. Auch wenn das heißt, das irgendwann die ganze Straße voller Menschen steht.


Auch wenn das schonmal eine Fahrspur weniger bedeutet. Und wenn der Bus nicht aufpasst hat der die Fahrgäste nicht drin, sondern drunter.

Am Sonntag war dann wiedermal ein Rekord zu verzeichnen. Wir sind 12:30 zum Brunch in der Liquid Laundery mit einem befreudetem Pärchen verabredet. Auf dem Weg dahin wird umgeplant. DIe Laundery ist voll, das einzige was nicht total überfüllt ist, ist das GUCCI 1921 - Cafe. Das Was? Das GUCCI 19... Ja ich hab schon gehört. Aber mir war nicht bewusst, das GUCCI jetzt auch schon Restaurants macht. Ja, macht es. Und beim Blick auf die Karte dämmert es mir auch langsam, warum hier so wenig los ist. Naja, wir haben ja günstig gefrühstückt... :-D

Die Einrichtung ist aber wirklich schön und sie haben etwas, was mich zum Dauergast hier machen könnte:


Schokokuchen mit flüssigem Kern an cremigem Bananeneis. Auch wenn ich die Hauptgerichte gut fand. Ich werde nur aus einem Gund wiederkommen. Und das ist dieser Kuchen.

Na? Schon neidisch. Ich muss ja langsam mal ein paar Anreize für Besucher geben. Wobei, die ersten zwei offiziellen Besucher, die wirklich Urlaub hier machen sitzen gerade im Flugzeug und kommen morgen hier an. Hoffentlich kommen Sie heile bis zu unserer Wohnung. :-)

Nach dieser kulinarischen Offenbarung haben wir uns auf dem Weg zu einem altem ShiFu gemacht. ShiFu heißt soviel wie Meister. Fahrer nennt man so, oder auch gute Schneider. Der ShiFu, den wir besuchen, hat nen kleinen Schneiderladen an der Changle Lu (Nummer 400) und macht wirklich hochwertige Sachen. Soweit ich das gestern beurteilen konnte kein Vergleich zum Fabric Market. Hier kostet das Hemd knapp 60 Euro. Auf dem Fabric Market 12. Unser befreundetes Pärchen hat hier schon kräftig zugeschlagen und sich mit Hemden und Anzügen eingedeckt. Auch ich werd mal ein Hemd probieren. Die Stoffe die er hat wirken auf jedenfall schonmal sehr hochwertig und man kann es komplett selbst designen. Für mich wird es ein weißes Hemd, mit dunkelblauen Knöpfen, die mit rotem Faden angenäht sein sollen. Ich bin gespannt wie das wird.


Während wir auf der großen Ledercouch ein Wässerchen trinken, wird gerade der Stoff zugeschnitten. Nächsten Sonntag solls fertig sein. Ich werde euch berichten.

Um den Abend dann ausklingen zu lassen treffen wir uns noch mit den Schweden im Sichuan Citizen. Ein kleines schnuckliges Restaurant and der Donghu Lu mit sehr leckeren Cocktails und gerade im Vergleich zum GUCCI 1921 sehr moderaten Preisen. Wir genießen scharfes Rind, nussiges Hünchen und leckere Teigtaschen zusammen mit einem Cocktail und angeregten, witzigen Gesprächen. Und natürlich wollen auch die Schweden noch einen Nachtisch zum Sonntag Abend. Also gibt es im CH2 nochmal Kuchen für alle. Und wir sind total vollgefressen und überzuckert, als wir dann endlich gegen 22 Uhr ins Bett fallen.

Der nächste Tag ist dann auch schon wieder Montag und wir müssen auf Arbeit. Wobei ich es diesmal sehr gut habe. Ich muss nämlich nur zwei U-Bahnstationen weiter. Ich habe Seminar. Nur A muss sich wieder mit dem Bus auf den Weg nach Anting machen. Und weil wir soviel Spaß mit den Schweden am Sonntag Abend hatten, wiederholen wir das ganze nochmal bei einem herausragendem Bürger im Beef & Liberty (Rindfleisch und Freiheit) am Ritz Cartlon in der Nanjing Xi Lu. Da ist Montags Burgertag. 2 Burger zum Preis von einem. Ich kann nix mehr essen. Ab morgen gibt's nur Suppe. Oder nix. Höchstens nen kleinen Schokokuchen zwischendurch. Oh. Ach ja, wir bekommen ja Gäste. Na da müssen wir aber mal schön Essengehen... :-)

M - Suppenkasper, große Amerikaner und endlich neue Punkte auf der Karte...

14Mai2016

Gestern war der letzte Abend mit unseren (aktuellen) Gästen aus Deutschland, und wir wollten auf jedenfall nochmal kulinarisch einen draufsetzen. Ich glaube so einiges haben Sie auf ihrer Dienstreise schon erlebt, aber es fehlte noch ein Hot Pot. Und passend dazu sind die Temperaturen auch gleich wieder auf 22 Grad gefallen. na da kann man schonmal ein Stuendchen vor einem knalleheissem Topf sitzen und vor sich hin koecheln... :-)

Da es auch noch ein bisschen zu regnen anfing, dachten wir uns das wir gleich in der Mall am Hotel bleiben sollten. Das ist das einfachste, und die beiden muessen ja auch schon bald mnit dem Taxi zum Flughaufen. In der Mall, der Cloud Nine, verteilen sich freitags abends die Menschenmassen ueber 4 von 9 Stockwerken. 1. Kellergeschoss (Snaks, und Fast Food) und 6. bis 8. Stock (Alles Restaurants, laut BonApp sind über 70 Restaurants in dieser Mall). Im Rest der Mall ist nix los. Essen ist halt wichtiger als shoppen. Das erklärt, warum immer mehr Foodmalls hier entstehen, wie zB das HuBinDao.

Aber zurück zu unsere Hotpot-Suche. im 8. Stock werden wir fündig: Dolar Shop. In so einem war ich vor 4 Jahren schonmal. Das sollte klappen. "Si Wei" sag ich, 4 Personen. Wir werden in den 9. Stock geführt und nehmen mit Blick über die Hochhäuser des Zhongshan Parks auf einer ultrabequemen gruenen Ledercouch platz. Insgesamt ist die Ausstattung eher vintage als modern, aber hübsch und vor allem bequem. Der Kellner kommt und wir bestellen auf chinesisch. Mit einigen Nachfragen aber kaum Missverständnissen landet dann alles auf unserem Tisch:


Etwas zu viel Salat und zu dickes Beef erwischt, aber sonst haben wir recht gut getroffen. Unsere Gäste nicken anerkennend und dann gehts los. Wir schmeissen kräftig Zutaten in die kochende Thaisuppe... Es ist lecker, die Zeit vergeht und wir erschrecken fast schon wie schnell es 20:30 ist. Zeit zu gehen. Die beiden müssen zum Flughafen. Wir zwei ins Kino zu Captain America. 3D im IMAX. Ja, so ne richtig grosse Leinwand hat schon was. :) War auch sehr gut, haben nur bissel gebraucht, bis wir dann nachts nach Mitternacht ein Taxi bekommen haben. Aber die Fahrerin erschien sehr nett. Vor allem weil sie gleich verstanden hat wo wir hinwollen.

Ihre Schimpftirade, die sie auf eine Fussgängerin losgelassen hat, die bei Rot über  die Ampel ist, klang allerdings weniger nett. Viel hab ich nicht verstanden, aber die ein, zwei unschönen Wörter die ich kenne, waren alle mehrfach drin.

Gegen 0:20 sind wir dann wieder zuhause... Cooler Start ins Wochendene.

N und D, war schön, dass ihr da wart. Kommt gut wieder in Deutschland an und grüsst, alle die wir kennen.... :-)

Jetzt nutz ich mal kurz noch die Zeit die Blogkarte zu aktualisieren. Ich weiß das es mindestens einen gibt, den es immer sehr interessiert wo wir uns in der Stadt bewegen. Und wir haben gerade mal einen guten Server gefunden... Da kann man dann sogar die Karten von Google anschauen und markieren, ohne dass es 2 Stunden dauert...

M - Baumwollgarten...

13Mai2016

Die besten Geschichten schreibt immer noch die U-Bahn. Oder sagen wir mal die Geschichten wo ich mich immernoch frage, was machen die Chinesen hier eigentlich.

Gestern zum Beispiel: vor jedem Zugangsdrehkreuz in der U-bahn stört ein Gepäckdurchleuchtungsautomat und zwei bis drei uniformierte Chinesen, die dich auffordern dein Gepäck anzuschauen. Ob du das machst oder nicht spielt dabei keine Rolle. Sie haben keine Macht. Damit sie aber jeden persönlich ansprechen können, wird der Menschenstrom verengt. Und genau in dieser Verengung stellt eine chinesische Familie fest, das sie ja den Kinderwagen durchleuchten lassen könnten. Und beginnen das Kind rauszunehmen und den Wagen zu zerlegen und zusammenzuklappen, das er durch den Gepäckscanner passt. Der Deutsche in mir kocht. Hätte der sich doch vorher überlegen können! Der Chinese in mir zwängt sich mit etwas Druck vorbei. Vielleicht hilft dabei das der kochende Deutsche sich etwas auf meinen Gesichtsausdruck gelegt hat. :-)

Noch besser waren die zwei am Morgen. Beide stieren auf Aktienkurse um Handy, unterhalten sich während sie nebeneinder herlaufen und müssen jetzt eine Treppe runter. Da war sie deutlich erkennbar, die auslastungsgrenze das männlichen Gehirns. Aktienkurse im Handy, diskutieren mit dem Kollegen, alles kein Problem. Aber dabei Treppe laufen und das morgens in der U-Bahn, mit so vielen Menschen? Zuviel. Wir hängen hinter den beiden. Und um die Last im Gehirn konstant zu halten, bleiben sie immer stehen wenn sie reden. Und wir rennen immer wieder in sie rein. Nur vorbei kommen wir nicht so recht. Ich kann mir vorstellen, das so mancher Deutsche hier hektische Flecken bekommen würde. 

Was das alles mit der Überschrift zutun hat? Nix. Ich mag positive Überschriften und Geschichten. Nicht, "wie ich fast hinter zwei Aktionären verhungerte". Und gestern Abend gabs noch ein absolutes Highlight.

Wir haben in einer Shanghai Zeitung die Must Be's für den Sommer gelesen. Also wo sind die schönsten Restaurants und Bars zum draußen sitzen. Also, rauf auf den Roller. Oh in der Ecke waren wir noch nicht...

Einbahnstraßen, Fahradverbot Kreuzungen mit drei Straßen, der Weg dahin war echt eine Tortur. 6 Minuten laut Apple Maps. 30 Minuten hast gedauert. A hat sich für das nächste mal angeboten aufs Handy zu schauen und zu navigieren. Nur das Handy berücksichtigt Einbahnstraßen (die für uns nicht gelten) und keine Farradverbote (die für uns sehr wohl gelten). Obwohl ich eher denke, das das eh alles scheissegal ist. Hier fährt eh jeder wie er will. :)

Aber der Mühe Lohn:


Fantastischer kleiner Restaurantgarten mit leckeren Cocktails, Happy Hour bis 8 und wirklich sehr leckerem Bruschetta. Der Name ist "Cotton's" an der Anting Lu. Ein richtig toller Baumwollgarten...

M - Da weht ein Retro Wind durch die Wohnung...

12Mai2016

Das erste was ich jetzt tun muss:


Zu lange schon kein Bild mehr von einem Schokokuchen gepostet. Also holen wir das jetzt mal nach. 

Es ist wieder wärmer und trocken. Die teilweise bis zu 12 grad Temperaturschwankungen über zwei Tage (Sonntag 16 grad, Dienstag 28 grad) schlagen mir ganz schön auf den Kreislauf. Aber was solls, Hauptsache wieder warm. :-) Es blieb jetzt erstmal auch bei 28 grad und somit haben wir uns mal wieder zum G-Art aufgemacht um einen britischen (Rindfleisch-)Kuchen zu essen.

Bis dahin sind wir allerdings nicht gekommen. Ein sportlich aussehendes Bistro hat uns vorher abgefangen. Wenn wir so schon keinen Sport machen, dann lass uns wenigstens sportlich essen. Das Bistro heißt Lazie, ist preislich gehoben und sehr gut. Bei Pilz-Trüffel Suppe, Salat mit Schinken, Nüssen und Blauschimmelkäse und einen Kartoffelsalat haben wir uns "köstlich" amüsiert. Aber irgendwas fehlte noch. Na klar, einen Schokokuchen mit flüssigem Kern an Joghurteis hinterher. Kokoseis wäre noch besser gewesen... :-)

Auf dem Weg nach Hause sehen wie noch eine Kopie der "Nordsee":


Es gibt Fisch fast wie in der Nordsee in Deutschland. Nur etwas hochwertiger zubereitet. Und auch etwas teurer. Na vielleicht das nächste mal...

Als wir wieder daheim sind, winkt es bei der Rezeption kräftig. KuaiDi KuaiDi... Aha, ein Paket ist da. Entweder sind es A's neue Schuhe, oder...


Aha... Der neue Ventilator. Jetzt sind gerade die Wochen, wo man noch keine Klimaanlage aber auch keine Heizung mehr braucht. Um die Spitzen von 28 grad ein bisschen abzufangen könnte man super einen Ventilator nutzen. Da gabs doch letztens so nen Japanischen Retro-Dings, der total leise war...

Der japanische Retro Ventilator ist in Wirklichkeit ein chinesischer, überraschend teuer und sehr hochwertig. Ich hätte fast angenommen das der nach den original Blaupausen von 1950 gebaut wird. Selbst das Schwenkgetriebe ist total interessant und hat nix mit Kunststoffzahnrädern zu tun... Ich bin total begeistert, wie schön der Wind macht und trotzdem nicht zu laut ist. Und das ich ein chinesisches Markenprodukt erstanden habe. Von dem war nämlich auch keine Kopie auf ganz TaoBao erhältlich.

Und er passt so schön bei uns rein...



Und es weht jetzt ein schöner Retro Wind durch unsere Wohnung. :-)

M - 19km und nur Kekse

09Mai2016

Es hat mit so schönem Wetter angefangen... Das letzte Wochenende.

Am Freitag sind wir doch gleich nochmal nach der Arbeit mit dem Roller los... Na klar: Brötchen, Früchte und zwei Croissants für das Samstag-morgen-Frühstück. Unser DianPingChe machts uns da echt einfach. Und es klappt mittlerweile auch immer besser mit dem Fahren. Wir können jetzt unsere Mitrollenden viel besser einschätzen und vor allem nervt es mich nicht mehr ganz so stark, wenn sich eine Chinesin doch mal mit ihrem Porsche Cayenne verplant hat und nicht ganz in die smartgroße Paarklücke passt. Ich kann da jetzt auch mal 5 Minuten hinter dem quer auf der Straße stehenden Auto warten und beiß nicht gleich in den Helmriehmen. Aber sie könnte es doch ENDLICH MAL VERSTEHEN DAS SIE DA NICHT REINPASST UND WEITERFAHRNEN VERDAMMT... :-) 

Leider kippte dann am Samstag das Wetter etwas... Zwar immer noch 19 Grad, aber Nieselregen. Wir wollten endlich mal wieder Kultur machen. Aber im Regen 4 Stunden durch Shanghai schleichen um etwas mehr von der Geschichte zu lernen wollten wir dann doch eher auf einen trockeneren Tag verschieben. Also sind wir mal wieder in eine neue Ecke gefahren und haben uns Changle und Jiashan Lu angeschaut. Ausserdem machen wir ja am Sonntag Kulturprogramm für unsere Gäste aus Deutschland. :-)

In der Gegend war es trotz Nieselregen wirklich sehr schön. Lauter kleine (und überteuerte) Shops, Cafés und Bars. Ein paar Schneider, die wir uns bei Gelegenheit mal etwas genauer anschauen werden und ein paar Restaurants, die recht gut auf BonApp bewertet sind. Wir entscheiden uns nach dem leicht feuchtem flanieren für das "Together". 

Das ist ein Avocaderestaurant. Alles hier ist irgendwie mit Avocado. Das Tarte ist herausragend, die Nudeln auch ganz gut. An die Avocado Creme Brulee trau ich mich trotzdem nicht ran. Irgendwie passt das in meinem Kopf noch nicht so richtig zusammen. Daher verschieben wir das Dessert dann auf die Empfehlung in der Gegend. "Strictly Cookies" - nur Keske. Oder auch "Nix anderes als Kekse" Hier gibt es verschiedenste Kekse und Espresso (gleich die Authentizität bzgl NUR Kekse wieder übern Haufen geworfen). Wir nehmen 6 Kekse und einen Espresso mit. Als A und Ich uns den ersten Keks geteilt haben wird uns bewusst, das wir vielleicht nur drei hätten nehmen sollen. Die Dinger sind so gehaltvoll wie ein Schokokuchen mit Zuckerglasur und Sahne auf einem Caramelspiegel an Vanilleeis. Aber wahnsinnig lecker. Abendbrot ist dann allerdings ausgefallen nachdem wir jeder noch nen halben Keks gegessen haben... Da bleibt dann nur noch ganz entspannt auf der Couch ein Filmchen zu schauen während draußen ganz langsam grau zu schwarz wechselt. Kann ich die Sonne bitte wiederhaben? :-)

Die kam leider auch am nächsten Tag nicht wieder. Aber dafür kommt N und das ist ja auch fast wie Sonne aufgehen. Er und noch ein Kollege stehen pünktlich 10:45 am Treffpunkt und warten aufs Shanghaier Kulturprogramm. Naja ein klein bisschen müde sehen sie schon aus, aber wir bekommen sie schon wachgehalten. 21 Uhr ist das Ziel. Dann solltes morgen mit dem Jetlag gehen.

Also los geht's: "was wollt ihr sehen?" - "ihr habt doch so günstige Brillen machen lassen..." Das passt ja sehr gut zum Thema "sehen"... :-)

Tja, der Blog macht die Runde... Und ab geht's zum Brillenmarkt. Dort ernten wir gleich Staunen und freudiges Händeschütteln. Der Chef erkennt A und ihre Brille wieder. Ich gleich: "Wir sollten doch Freunde mitbringen. Da sind sie, jetzt mach mal n guten Preis. :-)" Schließlich hat er uns damals gleich 40 Vistenkarten mit eingepackt. Wir werden noch kurz eingewiesen wo welche Gestelle sind, dann geht's auch schon los. Eine Brille in Holzoptik für N, eine Steve Jobs Brille für mich (die ich nur für Zuhause unter der VR Brille brauch, so ist die echt nicht hübsch), eine neue für D und eine Sonnenbrille für A. Das ist alles was wir nach einer Stunde Gestelle anprobieren zusammengekratzt haben. Wir mischen aber allein mit unserer Anwesenheit schon den ganzen Laden auf... 

Zum Schluss will ich natürlich noch meinen guten Preis und wir feilschen um die letzen 4 Euro, während der Chef schon anfängt die Gläser zu fräsen. Na der ist sich sicher... Was wohl passiert wenn ich jetzt nochmal... Als wir uns endlich auf einen Preis einigen hat die Verkäuferin schon zweimal die Marge nachgerechnet. Diesmal scheinen wir wirklich weit runtergekommen zu sein. Oder ist das auch nur Teil der Show? Hm... Keine Ahnung. Ich zahle, in zwei Stunden ist alles fertig sagen sie... Krass sagt D neben mir. Na mal schauen, ob die richtigen Gläser dann auch in den richtigen Gestellen sind sagt A. Tja, so sind sie, die Qualitäter.

Und nun? Machen wir uns mal auf, unseren Gästen noch etwas von Shanghai zu zeigen. TianZiFang steht ganz oben auf der Liste. Ein superschönes Viertel mit engen Gassen und vielen kleinen Shops und Gallerien. Und der Nieselregen hält uns auch noch gleich die Hälfte der Touristen vom Leib. Wir können uns tatsächlich fast frei bewegen und finden sogar noch ein Plätzchen im East, einem kleinen schicken koreanischen Restaurant. In dem waren wir vor kurzem schonmal. Aber da war es noch ein anderes Restaurant, anderer Name, andere Speisen. In Shanghai ist halt nichts so beständig wie die Veränderung.

Unseren Gästen schmeckts trotzdem und auch wir sind überrascht was der kleine Laden so auf den Tisch zaubert. Die mit Schrimp gefüllten Hühnerschenkel werden nur noch vom Lachs an Wasabicreme übertroffen. Obwohl das Angus Teryaki Steak... Hmmmm... :-)

Als wir das Lokal danngesättigt verlassen, hat es auch das Regnen aufgehört und TianZiFang füllt sich rasend mit Touristen. Jetzt noch schnell ne Winkekatze shoppen und wieder zurück zum Brillenmarkt. 

Dort haben sie mittlerweile ganze Arbeit geleistet. Die vier Brillen liegen glänzend auf dem Tisch und das große Ausprobieren beschäftigt wieder nahezu den ganzen Laden. Tatsächlich ist alles richtig eingepasst und zusammengebaut. Keine Brille mit einer getönten und einer normalen Linse dabei.

Soweit zufrieden machen wir uns dann auf dem Weg zum Hotel, damit unsere Gäste sich noch kurz frischmachen können, bevor es endlich an den Bund geht. Mittlerweile sehen sie auch ganz schön müde aus, da hilft nur kalt Duschen und weiter...

Wir sind im Lost Heaven verabredet. Prinzipiell dem Must Have für die Shanghai Reise. Zumindest wenn man nicht aus China stammt. Bevor wir uns aber dort mit Yunnan-Köstlichkeiten vollstopfen machen wir noch einen kleinen Abstecher über den YuYuan Garden. Nicht hinein, nur draußen mal die riesen Menschenschlange an Shanghais besten Dumplings und die Architektur der Touristenmeile bestaunen. Wenn wir noch bissel Zeit hätten, hätten wir sicherlich noch mal nen Abstecher in das kleine Künstlerviertel dahinter hinter gemacht. Aber wir wollten unsere Freunde, die schon im Lost Heaven Platz genommen hatten, nicht warten lassen.

Das große Abschluss WOW, was wir uns extra für nach dem Abendbrot aufgehoben hatten, ist leider nur ein wow geworden. Der Bund, das Markenzeichen Shanghais, hat sich in Wolken gehüllt und sieht eher wie schick beleuchteter Flachbau, als eine Wolkenkratzerskyline aus. Naja, man kann nicht alles haben. Außerdem sehen wir doch an den Augen unserer Gäste, dass es jetzt langsam reicht. Schließlich sind wir heute knapp 19km gelaufen... Sie haben sich den Schlaf nun wirklich verdient. Und falls Sie noch Hunger haben sollten. Ich kenn da ne super Ecke... Die haben Kekse, das glaubt ihr nicht...

M - Ich bin da mal schnell auf dem Mond...

06Mai2016

Diesmal eine Geschichte, die nur indirekt mit China zu tun hat.

Gestern sind wir dann doch mal auf einen chinesischen Straßenverkäufer reingefallen. Wir haben Kirschen gekauft. Die sahen wirklich gut aus. Zumindest bei dem was wir im Dunkeln wahrnehmen konnten. Das Körbchen Kirschen dann zuhause ausgepackt und… Oh… Das ist ja jetzt…

Ich mach es kurz: Alle Kirschen oben auf dem Körbchen waren Top. Alles was drunter war, nicht reif, oder eben eher schon deutlich zu reif. Teilweise haben wir uns gewundert, dass sich diese nicht schon selbstständig auf den Weg gemacht haben. Die Ausbeute: 8 von 50 Kirschen konnten wir noch für unseren KiBa Smoothie benutzen, der Rest ging ohne Umwege in den Müll. Was haben wir gelernt? Na klar. Wir bleiben bei unserem Obstlädla. Da bekommen wir konstante Qualität für einen besseren Preis.

Wir werden uns heute Abend also wieder aufs DianPingChe schwingen und da mal vorbeidüsen. Aber man muss ja auch mal was ausprobieren. Und bei dem Pomelo Straßenverkäufer in LaoXiMen letzten Herbst hatten wir bisher die beste Pomelo erworben. Es ist halt mal so und mal so… Das ist China.

Nachdem wir unseren (Ki)Ba dann getrunken hatten, hab ich mich mal etwas mit meiner neusten technischen Errungenschaft befasst. Ich bin jetzt stolzer Besitzer (oder auch Early Adopter) einer VR Brille. Virtuelle Realität heißt das Schlagwort für dieses und nächstes Jahr. Facebook macht’s mit der Oculus Rift vor. HTC Vive, Sony Playstation VR und Samsung Gear VR sind gleich direkt dahinter. Aber was kann man denn nun von der Technologie erwarten?

Ich hab viel erwartet und war die ersten Minuten fast etwas enttäuscht. Die Einrichtung lief nicht ideal und das was man als Standard mit dabeihat ist erstmal überschaubar. Bis ich dann mal schnell zum Mond geflogen bin.

Apollo 11 VR heißt die Simulation und beginnt mit der Rede des Präsidenten der USA in einem Wohnzimmer der 50ger/60ger Jahre. Man sitzt tatsächlich in einem Sessel und schaut in den Fernseher, gespannt, was er da verkündet. Neben mir blubbert eine Lavalampe und der Schalensessel sieht wenig bequem aus. Keine 3 Minuten später fahr ich selbst mit dem Fahrstuhl die Abschussrampe hoch und nehme im Cockpit der Apollo Rakete Platz. Countdown, Start, Flug zum Mond… alles ist mit den Originalen Funksprüchen vertont. Wir docken ab und docken an. Im Hintergrund ist unser schöner Blauer Planet, wie man ihn noch nie gesehen hat. Vom Weltraum aus, in 3D. Die Sonne blendet mich wenn ich in Ihre Richtig schaue. Nach 10 Minuten beobachte ich Neil Amstrong wie er auf dem Mond spazieren geht. Wahnsinn. Was für eine Atmosphäre. Langsam wird mir bewusst, dass wenn diese Technik erst einmal massentauglich und ausgereift ist so einiges möglich wird. Selbst A ist erstanut, als Sie in the Blue mit den Fischen in einem Riff spielt.

So richtig bewusst wird mir das Ausmaß der Technologie, als ich später, mit der Bigscreen App, mit zwei mir unbekannten Menschen auf einer Dachterrasse eines virtuellem Appartements sitze und mich mit Ton, Handzeichen und meinem Desktop unterhalten und verständigen kann.

Man überlege nur mal kurz. In ein oder zwei Jahren könnte es möglich sein mit Familie und Freunden in einem virtuellen Wohnzimmer zu sitzen und sich nett zu unterhalten. Obwohl wir in China, und der Rest in Deutschland ist. Und alles was man dazu brauchen wird ist ein Smartphone und ein VR Brillenadapter. Aktuell noch knapp 800 Euro zusammen. Aber das wird sich ändern. Und ein Smartphone braucht doch mittlerweile eh jeder. Zumindest wenn ich mich hier in China mal Umschau. Das einzige was dann noch schwierig bleibt sind die Zeitzonen.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, was uns diese Technologie noch bescheren wird. Die Möglichkeiten scheinen erstmal wahnsinnig groß zu sein. Und bis es soweit ist, flieg ich halt immer mal wieder zum Mond…

M - spanisches Flair...

04Mai2016

Zurück in Shanghai heißt uns die Stadt gestern mit blauem Himmel, einigen Fluffwolken, 25 Grad, ein bisschen Wind und Sonnenschein willkommen.

Man könnte fast meinen, der Chinesische Petrus ließt diesen Blog und war neidisch auf Leipzig und wollte jetzt mal zeigen, wie es richtig geht. :-)

Für uns fast ein bisschen Schade, dass wir auf Arbeit müssen. Aber wir können ja morgens und abends ne Stunde aus dem Bus heraus das schöne Wetter genießen. :-P

Was sich aber bei dem Wetter anbot, war endlich mal die "Biergartensaison" zu eröffnen. Natürlich nicht mit Bier, sondern mit Dinner unter freiem Himmel. Und da war es auch schon, das nächste Problem. In welchen Restaurants kann man gleich nochmal draussensitzen? Im Oktober letztes Jahr waren wir... Ach ne, das war ja am Bund, das ist für heute Abend zu weit. Oder... Ach ne... Oder... Mist, wir haben keine Ahnung ob wir in der Nähe überhaupt eins mit Stühlen draußen haben.

Also Tasche heim, T-Shirt an, Espandrillas raus und ab geht's. Erstmal Richtung gathering clouds. Da wissen wir dass wir draußen Platz haben. Bon App zeigt uns dann noch nen Vegetarier, den wir nicht finden können (später haben wir gemerkt, das wir an der Einfahrt vorbeigelaufen sind, da er zurückgesetzt ist) und dadurch kommen wir im La Pentanque an.

Ein kleiner Zweiertisch ist draußen noch frei. Und genau an dem genießen wir diesen wunderschönen (Sommer)Abend. Währen Holländische Kinder am Nachbartisch spielen, ich ein kanadisches Ginger Ale trinke und auf englisch Tapas bestelle wird mir wieder bewusst, was diese Stadt zu bieten hat. Mal ganz neben der Crème brûlée die wir als Nachspeise gegessen haben: Spanisches Flair in der French Concession, Mitten in Shanghai, in China...

M - Heim geht's...

01Mai2016

Gate Z23. Das sind wir zwei gerade, schauen dem Sonnenuntergang zu und warten drauf das es wieder nachhause geht.

A hat heute den Nagel auf den Kopf getroffen, wir haben gar kein Urlaubsgefühl mehr wenn wir nach Frankfurt fahren. Was uns früher immer voll mit Erwartungen gepumpt hat ist jetzt einfach nur wie von Bamberg nach Coburg mit dem Zug. Trotzdem waren wir heute etwas unter Anspannung.

Wir haben nämlich nicht alles in den Koffer bekommen und haben beide Koffer auf 23kg austariert. Den Rest kann vielleicht ein Kollege dienstlich mitbringen, wenn er nächste Woche bei uns vorbeischaut.

N - Wir zählen auf dich. Vor allem A, deren Marmelade mit unter dem Prio 2 Päckchen ist.

Es hat sich übrigens bestätigt. Beide Koffer gingen mit exakt 23kg durch. Puh, Glück gehabt. Und unser Handgepäck hat keiner nachgewogen. Nur bei der Sicherheitskontrolle mussten wir ein paar Stahlteile auspacken und erklären. Wiedermal fungieren wir als Teilekurier.

Insgesamt war es sehr schön, wiedermal in Deutschland zu sein. Auch Petrus hat sich mittlerweile deutlich beruhigt und uns am Wochenende doch noch fantastischen Wetter gezaubert. Und wir haben wiedermal gemerkt, das die Luft in Deutschland, das viele grün, sowie die weißen Fluffwolken im blauen Himmel einfach toll sind. Das haben wir mit Freunden in Leipzig dann gleich nochmal richtig ausgekostet und bei einem Spaziergang genossen. 


Bis auf eine Gitaffe war auch kaum jemand unterwegs. Auch wenn unsere Freunde sagten: joar, heute ist schon mehr los... Wir würden zum eichen des Gefühls einfach mal den GuCun Park in der Kirschblüte empfehlen. Danach relativiert sich das etwas. :)

Nachdem wir nun Koffer an Board und das Gate gefunden haben bleibt nochmal von deutschen Grund aus euch allen Danke zu sagen. Wir freuen uns schon aufs nächste mal Deutschland (spätestens Weihnachten) und trotzdem freuen wir uns jetzt auf zuhause...

Heim geht's....

M - oh Deutschland, du Shoppingparadies

30April2016

Wir sind in Deutschland. Wo sollten wir auch sonst sein... :) in Shanghai ist der Frühling nun durch und es geht straff auf die 30 Grad zu. Genau die richtige Zeit sich in Deutschland wieder etwas abzukühlen. Bei 3 Grad und Schnee hat es Petrus aus unserer Sicht am letzen Wochenende doch gleich etwas übertrieben. Aber heute ist es im Vergleich dazu mit 15 Grad schon ganz angenehm.
Apropos straff auf die 30. Vielen Dank an alle die an mich gedacht, und mir (schon wieder) zum 30. Geburtstag gratuliert haben... Ob über Facebook (och das geht ja hier...), auf Arbeit (ja, trotz Deutschland und Geburtstag, ich musste arbeiten), am Telefon (Sorry das ich fast keinen Anruf wirklich annehmen konnte) oder persönlich am Abend (welch SonderBarKeit) - vielen Dank für eure Glückwünsche, Geschenke und eure Zeit die ihr mit uns verbringt, wenn wir mal da sind.
Heute sind wir dann dem Arbeitsalltag entflohen und genießen einen Urlaubstag in Zwickau. Und was machen wir? Wir packen unsere eh schon zu vollen Koffer jetzt nochmal richtig voll. Ich weiß nich ob es daran liegt, das die Preise hier in Euro einfach kleiner aussehen (geteilt durch 7) oder weil es im Durchschnitt einfach mal 35% günstiger ist. Vielleicht ist es auch beides. Was auf jeden Fall spannend wird: werden wir alles in die Koffer bekommen?
Das verrate ich euch am Sonntag oder Montag dann. Bis dahin müsst ihr euch wohl gedulden. :-)

M - Kniffliges für Suchbildfans...

23April2016

Anbei zwei Bilder, die wir heute direkt nacheinander, nebeneinander aufgenommen haben.

Der aufmerksame Beobachter hat sicherlich gemerkt, das es sich hier um zwei verschiedene Kulturen bzw. Nationalitäten handelt.

Jetzt seid ihr gefragt: welche Nationalitäten sind auf den beiden Bildern und wegen welchen Details denkt ihr ist es so?

Bild 1:


Bild 2:


Noch ein kleiner Tipp: Beide Nationalitäten sind uns mittlerweile ganz gut bekannt. :)

M - Falls ihr mal was zum Lachen braucht...

21April2016

Gestern Abend war es wieder mal so weit. Wir haben die nächsten Reisen durchgeplant und entsprechend gebucht. Jetzt gings an bezahlen. Bis jetzt hat alles was mit dem Geldtransfer in China zusammenhängt immer sehr gut geklappt. Einer der großen positiven Punkte, seit wir hier sind.

Gestern durften wir erfahren, wie es ist, wenn so ein Punkt, der immer sehr gut geklappt hat plötzlich mal nicht klappt. Wir konnten nicht überweisen. Die Bankkarte lässt das nicht zu. Alipay hat nicht genug Rahmen um es zu benutzen. Für WeChatpay gilt dasselbe. Unsere Flüge sind noch bis morgen 15 Uhr gültig und wir können das verfluchte Geld nicht transferieren.

Als wir dann noch zahlreichen erfolglosen Versuchen gestern Abend aufgegeben haben waren wir sehr ruhig. Dünnhäutig und angekratzt. Da gabs mal nix zu lachen. Und dann fiel uns der nächste Brief in die Hände.

Freunde haben uns ein Päckchen Briefe mitgegeben, das wir stückchenweise abtragen. Jetzt war der "Wenn ihr mal was zu lachen braucht..." Obendrauf. Nun wenn nicht jetzt, wann dann? Eine Seite vollgeschrieben mit Witzen hat uns dann wieder aufgemuntert. Und heute Mittag haben wir es dann auch endlich geschafft das Geld zu überweisen. Oder sagen wir mal über einen Umweg zum Reisebüro zu bekommen.

Wir haben das Geld Freunden überwiesen uns die haben es entsprechend beim Reisebüro vorbeigebracht.

Das Überweisen war wieder witzig. Ich hab drei Anläufe gebraucht, bis ich das Geld endlich drüben hatte. Erst hat die nette Dame in der Bank mir mehrfach erklärt wir gefährlich Geld Transfer ist und ob ich den Empfänger wirklich kenne. Dann kam raus dass ich nicht nur die Kontonummer, sondern auch die Telefonnummer und den vollen Namen brauch. Das war der zweite Versuch. Dann dauert es eine Weile. Die Bankangestellte prüft und prüft. Holt ihren Chef. Was ist denn jetzt schon wieder los? Dann kommt raus: Der Besitzer des Empfängerkontos hat drei Vornamen und zwei Nachnahmen. Alle Namen die ich draufgeschrieben habe seien richtig. Sie könne aber nicht überweisen, da sie in der falschen Reihenfolge sind. WHAT???

Sie schaut sich verstohlen um und schreibt fünf Buchstaben auf einen Zettel. "Kannst du noch einen ausfüllen?" lächelt sie freundlich. Jetzt hab ich begriffen. Das ist die Reihenfolge. Daher hat Sie mit ihrem Chef gesprochen, wie sie das jetzt in die Reihe bekommt. :-) Dann vibriert das Handy. Geld ist raus. Wir bekommen unsere Flüge. Japan, wir kommen. Und Yunnan, dich schauen wir nun auch an. Es wird doch noch alles gut.

An dieser Stelle mal danke an unsere Dinner Gruppe, ihr habt uns gestern und heute gerettet. Ein bisschen Angst hab ich jetzt aber schon, wann wir den nächsten Brief "brauchen".

"Falls eure Nerven mal blankliegen..."

M - Ich bin fürs Rollen...

19April2016

Tja G, jetzt hab ich dir vermutlich einen Wurm ins Ohr gepflanzt. Für alle die es nicht kennen. Clueso hat ein Lied übers Rollen geschrieben. Und das ist mir heute ein paar mal durch den Kopf gegangen als wir in der French Concession unterwegs waren.

Aber wieder der Reihe nach. Nach der Arbeit haben wir unser nächstes KuaiDi abgeholt. KuaiDi heißt Express und ist auch der Begriff für ein Paket oder eine Sendung. Allerdings sagt man auch im Restaurant "KuaiDi KuaiDi KuaiDi!!!" Wenn es schnell gehen soll. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann sind es diesmal sogar die selben Zeichen. Nicht nur die selben Wörter mit der selben Betonung. :-)

In A´s KuaiDi waren Ohrringe drin. Von TaoBao. Die Lieferung hatte sich deutlich verspätet und A hat schon immer nach dem KuaiDi gefragt. MeiYou... Heute hat es dann endlich geklappt und A erstrahlt mit tollem neuem Glitzerschmuck am Ohr. 

Um den auch gleich mal richtig auszuführen, und weil wir natürlich keine Früchte und Brötchen mehr haben ist es dann heute endlich soweit. Helme auf, runter in dem Keller, und ab die Post mit dem Roller in die französische Konzession. Auf der Hauptstraße ist mir noch etwas mulmig und ich merke deutlich dass wir jetzt zu zweit auf dem Roller sind. Er ist nicht mehr ganz so spritzig... Die Bremsen reagieren auch etwas schwerfälliger, aber prinzipiell ganz OK. Wir müssen ja auch nicht rasen... Als wir dann endlich von der Hauptstraße runter sind will ich mich gerade entspannen, da entdecke ich eine neue Gefahr im Straßenverkehr. Die war mir noch gar nicht bewusst. Alles was hier nicht Auto ist, hat kein Licht. Vermutlich sparen die Strom an der Batterie um weiter mit dem Moped zu kommen, oder die Birne ist kaputt, aber ich bin der einzige mit Licht. Die anderen sind dadurch gar nicht so einfach zu erkennen. Zum Glück gewöhnt man sich auch daran recht schnell und passt einfach noch genauer auf. Nach nicht mal 10 Minuten sind wir am Baker & Spice. Das hätte uns sonst 40 Minuten gekostet. Brötchen gekauft, und gleich noch ein Sandwich und eine Suppe bestellt. A hat gar nicht so genau gelesen, der Fahrtwind war halt trotz 23 Grad draußen eher frisch und so müsste es was warmes sein. Ich nehm ein Sandwich mit Kürbis statt Filetstreifen drauf. Das ist vielleicht mal lecker.

Während wir so auf As Suppe warten fragt sie plötzlich: Was sind eigentlich "Lentils". Ich hab keine Ahnung... Am besten das Goo... Äh Yahooen wir mal... Ich muss lachen. Linsen. A hat eine Linsensuppe bestellt. Und das obwohl sie gar keine Linsen mag. Wir haben dann die Schmach, vorbildlich Verheiratete wie wir sind, gemeinsam ausgelöffelt. Jeder hat ein halbes Sandwich und ne halbe Linsensuppe bekommen. Und die Suppe war gar nicht so schlimm. Danach schnappen wir uns unsere 10 Brötchen (der Verkäuferin sind fast die Augen bei der Bestellung rausgefallen) und machen uns auf dem Weg zum Obstlädla...

Jetzt ist viel weniger los. Wir können sehr entspannt die WuKang Lu entlang, bis wieder irgendeiner das Einparken verhaut und sich alles hinter ihm für 4 Minuten staut. Ja, in China lernt man Geduld. Auch beim Rollerfahren. Der Verkäufer im Obstlädla grinst uns an, als er uns mit Sack und Pack und Helm ankommen und dann absteigen sieht. "Hen Hao" sachter. Ja, das Moped ist toll... Und ich weiß schon, nachdem wir den Mixer gekauft haben ist es auch toll, wenn wir bei dir vorbeikommen. :-P

Wir zeigen wild in der Gegend rum um auf Früchte zu deuten, ich nehm mir schon wieder vor mehr Früchte auf Chinesisch zu lernen und wir probieren wieder was Neues aus. Das letzte mal haben wir die "hässlichen Orangen" probiert. DIe sehen total S***ße aus. DIe würde nie jemand in Deutschland kaufen. Total schrumpelig und Beulig und einfach hässlich. Der Geschmack ist dafür grandios. Und vor allem lässt sich die schrumpfige Schale total einfach ablösen. Haben wir diesmal ein paar mehr mitgenommen. Nach dem ganzen gezeigte haben wir wieder einen wahnsinns Berg an Obst. Hoffentlich bekommen wir das bis zum nächsten Deutschlandaufenthalt noch weg...

Dann geht's auf nach Hause. Noch weniger los... Wir "rollen" einfach so dahin, bis wir wieder auf der Haupstrasse sind. Aber jetzt ist auch hier sehr wenig los. Ich hab leider kein Zeitgefühl, aber es fühlt sich total spät an. Kurz vor zuhause muss ich die Straßenseite wechseln. Eine Fußgängerampel springt gerade auf grün, ich fahr drüber und die letzten 20 m auf dem Gehweg. Und dann wird mir bewusst, dass ich mich als Fußgänger immer aufreg, wenn mir einer mit so nem Ding entgegenkommt. Und jetzt? Es war der einfachste und beste Weg. Also nehm ich den auch. Schließlich machen die anderen das auch. Und wieder werden wir ein bisschen mehr chinesisch.

Zeitcheck als wir zuhause ankommen: Was??? 20:20? Quatsch? Selbst ohne Essen zwischendrin hätte diese Runde zu Fuß locker bis 21:30 gedauert. Mit U-Bahnunterstützung bis locker bis 21:00. Der Roller holt echt Zeit raus. Da kann ich gleich noch einen Blogeintrag schreiben: "Ich bin fürs Rollen..."

M - Wo Men De Xin De Dian Ping Che...

17April2016

Oder auch: unser neues Strom-Flaschen-Vehicle. Vielleicht einfacher ist: Unser neuer Electro Scooter.

 
Im allgemeinen ist jetzt genau die Zeit um so etwas zu kaufen. Es sind über 20 Grad draußen. Es regnet nicht so oft und man kann damit die Wege deutlich einfacher zurück legen. Dementsprechend schlagen jetzt alle zu und wir haben in den letzten Tagen viel rumgelesen, versucht auf chinesich mit Händlern zu sprechen und gebrauchte abzugrasen. Das Ende vom Lied seht ihr auf dem Foto. Ich habe einen Italiener gefunden, der die hier verkauft. Mit natürlich ordentlich Gewinn. Aber das ist es mir wert, wenn ich wenigestens auf english auch reklamieren und diskutieren kann. Wir hatten die Wahl zwischen einem sehr modernen weißem Roller und dem hier. A hat natürlich die Farbe gefallen. Mir der Stauraum. So schön modern der Weiße auch aussah, es hat noch nicht mal ein Helm reingepasst. Und dann schleppst du das Zeug hält immer mit rum. Hier haben wir sogar zwei Gepäckfächer. :-)

Also haben wir hier zugeschlagen. Und ja, alles ist sehr günstig an dem Ding. Teilweise sind die Spritzhäute noch an den Kunststoffen, es klickt und knarzt schon im Neuzustand. Aber dafür kostet es auch nur knapp über 300 Euro. Mit allem drum und dran. Aber alleine schon die Geschichte rundherum ist spannend.

Nachdem wir mit M (so heißt der Verkäufer) alles via WeChat klargemacht haben, war die Frage: Wann schauen wir es an und wann holen wir es ab? Gestern hast geregnet, also heute. A musste zwecks Reiseplanung nochmal nach Hongqiao also hab ich mich mit der U-Bahn auf den Weg nach Norden gemacht. Ich hab im WeChat das Bild des Verkäufers angeschaut und mir so gedacht: na mal sehen ob das echt einer ist, oder ob nur ein Findiger Chinese ein Bild im Internet gefunden hat. Angekommen, ok, M ist ein Westler und tatsächlich Italiener . Roller Angeschaut und ausgesucht. Via WeChat mit A nochmal rückversichert. Dann via Alipay bezahlt. Soweit alles kein Problem und eine Sache von 10 Minuten. Wahnsinn wie schnell das hier geht. Da war ich deutlich länger hierher unterwegs...

Dann gehört er uns. Und die erste Frage kommt hoch: Wann hab ich eigentlich das letzte mal gleich auf so nem Ding gesessen? Ach ja in Myanmar. Nur gut das ich da noch mal geübt hab, weil jetzt muss ich das Gerät aus Putuo nach XuJiaHui bringen. Das sind knapp 6 km quer durch die Stadt. Kein Problem. Schaff ich. Bestimmt. Also draufgestiegen, am Hahn gedreht... Nix passiert... Oh... M? Erklär noch mal wie man das Ding anmacht... :-)

Dann läufter. M erklärt mir auch noch wie ich fahren soll und dann schieß ich schon aus dem Compound raus auf die Straße. Am Anfang ein bisschen ungewohnt, aber das legt sich schnell, kaum das ich einmal unterwegs bin. Bis zur Kaixuan komm ich noch ganz gut, dann spalten sich die Fahrspuren in zwei (für Autos) geradeaus und zwei für Motorräder und Fahrräder auch gerade aus, aber irgendwie anders... Naja, rein rechtlich ist das hier ein Fahrrad.

Also ganz links und ab gehts... Bis ich an nem Fluss stehe und nicht weiterkomme... Na toll. Handy gecheckt. Nö... das wird hier nix. Zurück, 5 Minuten rumgekreiselt, bis ich auf der Motoradspur bin. Ratet wo ich rauskomme... Genau: Am Fluss. Nachdem ich das nun wirklich nicht mehr verstehen kann, schau ich mich um. Aha, da ist eine Fussgängerbrücke, da schleppen die Chinesen ihre Moped hoch. Och nö... da hab ich jetzt keine Lust. Also wieder Handy gecheckt und entschieden: Ich fahre nach Osten ein paar Kilometer Umweg. Dann üb ich gleich bisschen, mach auf der Jiangsu Lu runter und muss mich nicht mit der komischen Verkehrsführung hier rumärgern. Wieder 5 Minuten rumgekreiselt und dann endlich bin ich auf den richtigen Strassen unterwegs. Es gibt eigens für E-Bikes Spuren. Es läuft. Der Roller ist leise und ruhig und ich geniess einfach den Wind um die Nase und das Gefühl, was ich seit Jahren nicht mehr hatte.

Natürlich werde ich auch sehr schnell mit den Gefahren konfrontiert. Ob es jetzt das Mädel mit dem Fahrrad ist, was vor mir eine Vollbremsung macht, die Oma die mir gleich danach beim ausweichen fast ins Modped läuft (weil sie zu dem Fahrad will um mitzufahren), das Moped mit ner kompletten Schrankwand hintendrauf, was einfach bei Rot über die Strasse fährt oder der Taxifahrer der mir einfach von links reinschneidet, weil rechts neben mir einer gewunken hat. Immer muss man sehr konzentriert und vorausschauend sein. Aber es macht echt spass. Zuhause angekommen dann ab in die Tiefgarage, einen Stellplatz mit Steckdose ergattern und die Spiegel noch dranbauen. Jetzt hammers... Dann kann der Sommer ja kommen. Als ich dann die Schlösser alle zu und die Alarmanlage angeschalten habe muss ich grinsen. Was ach ich denn jetzt mit der Schutzfolie? ganz deutsch abziehen oder lieber chinesisch dranlassen. Naja, ich kann halt nicht aus meiner Haut. Jetzt glänzter und die Folie liegt im Müll... :-)

M - das wird ja wieder spannend...

16April2016

Diesmal sind wir äußerst entspannt ins Wochenende gekommen. Nicht etwa weil die Arbeit entspannt war, die war die letzten Wochen das komplette Gegenteil. Sondern weil wir gestern nicht gleich heim sind, sondern noch ein bisschen shoppen waren.

Eigentlich hatten wir bei Smart Shanghai ein großes Wandbild ins Auge gefasst, was wir entsprechend abholen wollten. Und während wir auf dem Weg waren, sagt der Kollege ab und teilt uns mit, das es schon verkauft ist. Es war ein 2m x 1,4m Ikea Wandbild. Und wir hatten uns schon drauf gefreut. Was also tun? Na klar. Auf zum Ikea. Es war 21 Uhr bis wir denn endlich auf dem Weg waren. Was in Deutschland ein mittelschweres Problem darstellt, ist hier gar keins. Ikea hat bis 23 Uhr auf. :-) Ab in die U-Bahn, zum Ikea gelaufen und rein. Was das???

Es ist so anders. So... Ruhig. So wie in Deutschland an Wochentagen im Ikea. Niemand liegt in den Betten, keiner schreit rum. Wir können uns frei darin bewegen. Das ist diesmal fast ein Kulturschock in die andere Richtung. Vor allem nachdem wir vorher im Französischen Supermarkt einkaufen waren. Dort ist immer die Hölle los. Vor allem am Freitag Abend. Wir sind immer etwas angefressen wenn wir da endlich raus sind. Zu viele Leute, zu laut, zu viel Auswahl und alle haben Zeit und fahren chaotisch im ZickZack die Gänge ab. Dadurch rennt man ständig in die Jungs und Mädels rein. :-) Wir werden vermutlich eher den RT Mart und den City Shop ab jetzt als Alternativen nutzen.

Aber zurück zum Ikea. Es war fast schon Erholung da durch zu gehen. Wir haben das Bild gefunden, noch ein paar Kleinigkeiten gekauft und standen pünktlich 22:30 an der Taxischlange. Und da war auch schon der erste Nachteil das späten Ikea Besuchs. Keine Leute bedeutet keine Taxis. Nach 10 Minuten warten und abwägen, ob wir es mit dem Sack und pack bis zur U-Bahn schaffen, entscheiden wir uns einen der Transporter zu nehmen. Die sind normalerweise doppelt so teuer wie das Taxi (also knapp 5 Euro statt 2,5 Euro für uns). Aber die Jungs sind ja auch nicht doof. Keiner da bedeutet steigende Preise. Also haben wir mit ihm dann 75 RMB ausgehandelt. 10 Euro. Nicht schlecht für 3km Fahrt in China. Aber bevor wir bis 23 Uhr am Ikea stehen und dann kommt gar keins mehr und die U-Bahn fährt auch nicht mehr, lieber so. Und wir haben uns nett auf Chinesisch verständigt, wohin wir müssen. Hat gut geklappt.

Heute morgen dann rausgeschaut und es wird immer dunkler statt heller. Was ist denn da los? Ein Gewitter zieht über Shanghai. 20 Grad Celsius und Regen. Interessante Konstellation. Eigentlich sollten wir gleich im Bett oder auf der Chouch bleiben. Aber wir haben ja auch einiges vor am Wochenende. Also raff ich mich dann doch noch auf und mach mich mal auf den Weg zum Apple Repiar Center. A ihr IPod ist nämlich defekt. Und alle in XujiaHui haben abgelehnt ihn zu reparieren. Nachdem ich mir auf YouTube angeschaut hab, wie man den reparieren muss, kann ich das sogar verstehen.

Ich hab im Internet recherchiert und stehe jetzt mitten im Wohngebiet an einem Hauseingang und finde den Store nicht. Vielleicht macht er das ja direkt zuhause. Nachdem ich nix weiter finde ruf ich an. Bleib da sachter, es kommt jemand. N kleines Mädel in nem blauen T-Shirt und nem riesem Apple drauf kommt angeflitzt und schleppt mich in eine winzige Werkstatt mit 6 Lötarbeitsplätzen. An denen werkeln aktuell zwei Chinesen an IPhones rum. Der Kerl hier versichert: er bekommt es hin. Ich teile ihm mit, dass ein neuer auf TaoBao nur 500RMB kostet und es aus meiner Sicht nicht mehr als die Hälfte kosten darf. Ja Ja, sagt er und kassiert erstmal 100 RMB Servicegebühr ein. Ich steh da... Gugg ihn an... Sorry, ich bin deutscher, ich brauche irgendwie nen Zettel, ne Quittung oder sowas. Da sollte draufstehen das du den IPod hast und Geld bekommen hast. Ja sachter und schreibt ne Quittung. Irgendwie hab ich noch kein so richtig tolles Gefühl. Ich motivier ihn zusätzlich: Wenn du das hinbekommst und nen guten Preis macht, dann komm ich wieder und empfehle dich all meinen Freunden weiter. Er grinst. Nickt. Sagt: er meldet sich in drei Tagen, wie schlimm es um meinen IPod steht. Verabschiedet mich und ich bin auch schon wieder auf dem Heimweg. Ich hab irgendwie ein komisches Gefühl... Das wird ja wieder spannend...

M - Fred Feuerstein war gestern...

15April2016

...heute macht man nicht mehr soviel mit den Füßen. Die Hände sind eh mehr trainiert bei den Smartphone erprobten Chinesen. :)

  
Deswegen rüstet man hier gern einen Aufziehantrieb nach... Nur für den Fall, das einem Mal der Sprit ausgeht. Wer es nicht gleich sieht, hinten auf dem Dach in Pink. Ich wette mit euch der/die Fahrer(in) hat auch die passende Handyhülle mit Hasenohren... :-)

M - So ein Saftladen...

13April2016

Immer wieder interessant wie wir und auch andere Expats hier neues ausprobieren und damit versuchen einfach effizienter, bzw. zeitoptimierters zu leben. Wir suchen auch noch Möglichkeiten, wie wir unseren "Obst und Brötchen -weg" unter 45 Minuten bekommen. Ja, die Stadt frisst an allen Ecken Zeit.

Eins unserer befreundeten Pärchen hat ihr Frühstück jetzt auf Saft/Shake/Smoothie umgestellt. Und hat total begeistert berichtet wie schnell das geht und wie lecker das ist. Im ausprobieren waren wir ja schon immer nicht schlecht und so dauerte es nicht lange bis wir das erste mal im Obstlädla eine "hongsede Huolongguo"(rote Drachenfrucht) bestellen. Und noch viele weitere neue Früchte lernen.

Zuhause dann mit ein bisschen Aufwand alles zusammenzuschneiden und in unserer Küchenmaschine mit dem Mixaufsatz zum Smoothie gemixt.

Man beachte die Farbe. :-)

  
Und es war unglaublich lecker... Und so viel und nahrhaft, das wir den Shake als Abendbrotersatz und  Frühstücksaft genommen haben. Nur der schwere Glas Mix Aufsatz unserer Küchenmaschine stört mich etwas... Schwer und noch dazu nicht so einfach zu reinigen. Irgendwie viel zu groß... Bei dem Annual Dinner wurden doch so Mini Mixer verlost...

TaoBao befragt und da ist er auch schon. Der "Shake 'n Take". Einige Nachforschungen haben ergeben, das Gerät wurde in USA in einer TV-Shopping Sendung beworben. Für 59 Dollar.

War wohl nicht ganz so erfolgreich. Jetzt kostet es bei Amazon.com 29 Dollar. Und wieder überrascht mich China... Wir kaufen ihn für 7 Euro (8 Dollar) bei TaoBao. Wer kann für das Geld einen Mixer mit Motor, Getriebe, zwei Trinkflaschen usw. herstellen? Und wie lange kann sowas süberhaupt halten? Zumindest hatte er in USA 4 Sterne in der Bewertung.

 

Also er hält mindestens 3mal. So oft haben wir ihn jetzt schon zum Smoothie machen benutzt und es geht tatsächlich herausragend. Der Saft ist super lecker, und wir haben nicht viel zu tun im Nachgang. Nur das Brötchen beim Frühstück ersetzen möchten wir damit nicht. Wozu haben wir denn sonst die ganzen Nutella Vorräte angesammelt? :)

Auf jedenfall grinst unser Obstlädla-Verkäufer jetzt noch breiter, wenn wir vorbeikommen. Wir haben den Umsatz mit ihm gleich mal verdreifacht, seitdem wir das Ding haben. Am besten er eröffnet gleich nen "Obst für Saft"-laden...

M - britische Feinkost und flauschige Hasendamen

09April2016

Diesmal war das Wochenende viel zu schnell rum... Naja, irgendwie ist es jedes Wochenende so. Auch bei euch, oder?

Wir haben uns diesmal aber mal ohne Stress auf dem Sofa getummelt, TaoBao leergekauft (wir bleiben bei einem Bestellwert unter 25 Euro), Film geschaut und noch ein bisschen in der Stadt rumgebummelt. Und genau beim rumbummeln haben wir wieder was entdeckt.

A hat über BON App ein neues Restaurant ausfindig gemacht. Gar nicht weit weg, quasi um die Ecke. Als wir uns am Samstag Mittag auf den Weg machen, denk ich noch so: "In der Ecke waren wir vor 4 Monaten das letzte Mal, obwohl es nur 2 Straßen weiter ist. Vor 4 Monaten hat man aber auch von der Zwischengasse nichts gesehen in die wir jetzt einbiegen. Vor uns eröffnet sich eine richtige Fußgängerzone mit Restaurants, ein paar Shops und Ostereiern an den Bäumen. Hier waren doch LaoWei am Werk. Alles sieht schick aus, mit Brunnen und Cafés. G-Art heißt die Ecke und sie steht ganz schön im Kontrast zu den Nebenstraße. Aber uns gefällt es, hier werden wir vermutlich öfter mal hingehen. Und auch den Chinesen hier scheint es sehr gut zu gefallen. Wir setzen uns ins Pie Society und beobachten die Leute. Bis unser Essen kommt sind wir der Meinung, das hier in der Gegend viele Briten wohnen. Und da ist auch schon unser "British Black Pepper Beef Pie mit Sweet Potato Mash". Mal was ganz anderes. Ich bleibe skeptisch, schließlich hat die britische Küche nicht gerade den besten Ruf.

Dieser "Kuchen" ist allerdings super lecker. Innen Rind in schwarzen Pfeffer gebraten. Außen Blätterteig. Wahnsinn. Wir hauen rein...

Danach ein neuen Massagesalon ausprobiert. Diesmal um die Ecke, und eine Empfehlung der Indonesierin vom letzten Wochenende. Knapp 75 Minuten Entspannung für 16 Euro. Und selbst A ist diesmal überzeugt. :)

Den Abend lassen wir dann bei Freunden in Hongquiao ausklingen. Bei einem Nudelauflauf... Ist das lange her, das ich sowas gegessen habe. Super lecker.

Am Sonntag bleibts beim ausruhen und entspannen... Die Füße klopfen noch ein bisschen von der Massage gestern, die Musik geht aus... Was? Wieso ist die Musik aus??? - och nö... Hat der Akku vom IPod jetzt völlig die Hufe hoch gemacht. So hoch, das er selbst beim Anstecken ans USB nicht mal mehr hochfährt. Aber wir sind hier ja in China. In XuJiaHui gibt es sicherlich einen, der das reparieren kann. Wir haben alle gefragt. ALLE. Gibt es nicht. Also zumindest wollen Sie nicht. Alle wollen uns einen neuen verkaufen. Eine Dame hat Mitleid mit uns und fängt an zu telefonieren. Nach 20 Minuten der Diskussionen mit unterschiedlichsten Leuten am Telefon kommt die drauf: "500 RMB,  dafür bekommt ihr hier auch nen (fast) neuen" wir sagen Danke und machen uns aus dem Staub. Zuhause wird youtube und TaoBao gecheckt. Das Werkzeug hab ich, der Akku kostet 25 RMB mit Versand. Wenn wir sonst eh nen neuen brauchen, kann ich den alten auch versuchen selbst zu reparieren. Das wird spannend. :)

Abends waren wir dann endlich bei Zootopia im Kino. Dem fluffigen flausche Hasenmädel zuzusehen macht einen heiden  Spaß... Aber am besten ist... daaaas... Faaauuuultiiieeeer...

Toller Film, toller Abend, zu kurzes Wochenende... Vielleicht gönn ich mir heute Abend erstmal nen britischen Kuchen. Mal sehen ob die liefern...

M - Jetzt auch in Deutschland in Shanghai...

08April2016

  
Das haben wir seit gestern in unserem Pass. 

Erst jetzt ist es (in Deutschland) auch wirklich offiziell, das wir hier wohnen. Bis vorgestern waren wir "nur" ehemalige Coburger ohne Wohnsitz in Deutschland.

Für die Chinesen sind wir allerdings schon seit Beginn Ausländer mit Wohnsitz in Shanghai. Die waren da deutlich schneller.

Warum der Unterschied? Naja, erstens gibt es fürs Wohnsitz außerhalb Deutschlands melden kaum (nur Duty Free) Notwenigkeit. Nur das Abmelden in Deutschland ist wirklich wichtig. Zweitens kann man in China zu fast jeder Zeit die Anmeldung auf einer Polizeistation durchführen. Die deutsche Ummeldung geht, typisch deutsch, Montag bis Freitag von 8:30-10:30 auf dem deutschen Konsulat...

Wenn ich das machen möchte, muss ich mindestens nen halben Tag Urlaub nehmen. Daher haben wir auch jemanden gebeten der da um die Ecke wohnt das für uns zu machen. Wir brauchten unsere Pässe, unsere Ausweise, die deutsche Abmeldung (im Original!), die chinesische Anmeldung, einen zweiseitigen(!) Antrag und eine Vollmacht um diese 5 Wörter + Stempel zu bekommen. Was für ein Aufwand. :)

Dafür haben wir jetzt ben Bundesadler mit Shanghai darunter und wir können immer in lustig erstaunte Gesichter schauen, wenn wir in Asien im Urlaub sind. Wenn wir gefragt werden: "Wo kommt ihr eigentlich her?" Können wir offiziell sagen: "Shanghai."  Denn schließlich wohnen wir jetzt auch für Deutschland in Shanghai...

M - Also heute...

06April2016

... Ist ganz schön wenig los hier. Sag ich zu A in der U-Bahn. Trotz das wir relativ spät dran sind, sind kaum Leute unterwegs...

Sie schaut sich um, ich schau mich um und dann wird uns schlagartig bewusst, wie relativ diese Sichtweise ist. Früher hätten wir in einer U-Bahn, so gefüllt wie diese, sicherlich Platzängste durchlitten. Alles ist voller Menschen. Heute fällt uns nur noch auf, dass knapp 5-15 cm um uns herum Platz ist. Bedeutet: Vollkörperkontakt = normal, kein Chinese im direkten Kontakt = ganz schön wenig los hier...Krass wie man sich daran gewöhnt. 

Apropos gewöhnen. Eine Chinesin hat gestern in der Cloud Nine Shopping Mall unfreiwillig demonstriert was passiert, wenn man sich zu sehr auf Gewohnheiten verlässt.

Sie war, wie sollte es anders sein, mit einem Handy vorm Gesicht am Film schauen und wollte von der U-Bahn nach oben ins Erdgeschoss. Um dahin zu gelangen muss man zweimal eine vierspurige Rolltreppe passieren. Diese Rolltreppen sind aber morgens nicht ausgelastet, was zur Folge hat dass zwei geschlossen sind und von den anderen beiden eine hoch in eine runter läuft. 

Diesmal war es die zweite von links hoch bei der ersten Rolltreppe. Bei der zweiten fuhr die zweite von links runter und die erste von links hoch. Nun ratet was bei der Kombination mit einer Chinesin am Morgen des ersten Arbeitstags der Woche, im Früh-Automatiklauf und Film vorm Gesicht passiert?

Es poltert herzhaft und Sie versucht die runterkommende Rolltreppe zu erklimmen. Glücklicherweise ist ihr nichts weiter passiert, und auch sie musste lachen. Trotzdem ganz schön gefährlich so ein Handy...

M - TianZhuShan, oder auch "Ahhh, meine Beine..."

04April2016

Ich kann es nicht glauben...

Wir sind heute genau ein halbes Jahr hier. Sechs Monate leben wir nun schon in Shanghai. Haben soviel erlebt, erfahren, ausprobiert, gelacht und gemacht. Coburg ist mittlerweile gefühlt unglaublich  weit weg. Und Shanghai ist einfach überall. Wir sind richtig gut angekommen und wenn ich mir mal 5 Minuten Zeit nehme hier im Block nach zu lesen und zu reflektieren, was diese Stadt uns schon alles ermöglicht hat, dann ist mit vollkommen klar, warum das halbe Jahr sich so speziell anfühlt. So kurz und lang zugleich.

Aber nochwas ist mittlerweile ein halbes Jahr her. Vielleicht sogar länger... Wir haben uns ja meist fürs essen, und weniger fürs bewegen entschieden. Das hat sich dieses Wochenende deutlich gerächt.

Wir waren vom 2.-4. April "hiken" am TianZhuShan oder auch TianZhuMountain. Die nackten Zahlen vielleicht zuerst:42km Wanderweg, 52.000 Schritte, jeden Tag spätestens 6:30 aufstehen...

Kurz zusammengefasst: "Was für eine krasse Erfahrung!"

Beginnen wir aber beim Kilometer 0...

Wir haben mit Dragon Adventures einen Trip zum Wandern rund um den TianZhu Berg gebucht. Schließlich ist der Montag frei und irgendwas muss man ja mit dem langen Wochenende anfangen. Das ganze Paket war mit 1700RMB für zwei Übernachtungen, all inklusive vergleichsweise günstig.  Am Anfang gabs ein bisschen Verwirrung, weil keiner so richtig wusste, welcher Treffunkt jetzt der richtige ist, aber durch eine gemeinsame WeChatgruppe aller Mitreisenden ließ sich das schnell klären. Wir fliegen von Hongqiao...

Was? Ich dachte 5 Stunden Zug? - Nö... Wir sind nur 18 in unserer Reisegruppe und da es deutlich Zeit spart, wird geflogen. Ich mach mir bissel Sorgen, was da fürs Hotel noch übrigbleibt, wenn wir fliegen. Lassen wir uns überraschen.

Bei uns in die U-Bahn, 20 Minuten später am Flughafen wieder raus und 10 Minuten später sind wir eingecheckt  und am Gate. Das ist ja der Wahnsinn.Wir sollten immer vom kleinen Flughafen in Shanghai fliegen. Schon alleine dass wir in 20 Minuten mit der U-Bahn direkt ans Terminal fahren können ist toll.

Am Gate treffen wir dann auch unsere Reisegruppe zum ersten Mal. Na klar, die Schweden sind mit dabei. Aber es kommen auch zwei Japaner, zwei Inder, zwei Koreaner, eine Framnzösin, eine Indonesierin, ein Pole und unser chinesischer Reiseführer. Das nenn ich mal eine Multikultitruppe...

Ab ins Flugzeug und knapp ne Stunde Später landen wir auch schon in Anqing. Von da aus gehts mit dem Bus erstmal zum Essen. Wie sollte es auch anders sein. :-) Das Tolle ist, bei lokalen chinesischen Gerichten kommen wir alle ins Gespräch und es entstehen gleich die ersten Verbindungen am runden Tisch. Draussen ist es derweilen 20 Grad warm und regenet wie verrückt. Drinnen hingegen ist es eher kalt und alle lassen die Jacken an. Und es gibt kein fliessend Wasser. Was den Toilettengang etwas schwierig gestaltet.

Wer kennt noch die orangenen Plastik-Schüsseln, die in den neuen Bundesländern früher benutzt wurden? Ratet mal was wir zum Hände waschen hatten....

Wieder ab in den Bus und weiter zum ersten Stop:



Einer wunderschönenkleinen Waldoase mit einer "kleinen" Steilwand. Mittlerweile regnet es noch stärker und wir werden langsam wirklich nass... Was wir hier machen, wollen wir wissen. Naja, wir haben ja diesesmal Aktivurlaub gebucht. Also...



gehts erstmal diese Steilwand hoch. Hier merken wir was wir für Sportskanonen mit in der Gruppe haben. Einige marschieren hier hoch, als ob Sie im Wald ein bisschen spazieren gehen, Andere müssen in der Mitte des einfachsten Pfades erstmal wieder aufgesammelt werden. Aber die Belohnung kommt dann keine 30 Minuten später...



Mit einer Seilrutsche (Zip-Line) gehts dann gute 800m durch die grüne Oase wieder runter. Dabei gibt der Nebel und die hohe Luftfeuchte eine wahnsinns Atmosphäre. Das Grün kommt dadurch unglaublich gut zur Geltung. Und während ich angeseilt durch den Nebel segel fällt mir das erste mal richtig auf, wie toll die Luft hier ist. Es richt ein bisschen wir im Sommer nach einem Regen...

Nachdem wir alle wieder unten heile angekommen, und im Bus, sind, gehts zum ersten Hotel. Plötzlich fährt der Bus auf einen Hinterhof. Ha... ich wusstes. Bei dem Flug kann nix mehr vom Budget übrigbleiben.

Falsch geadacht. Er fährt an einen LKW. Ein Chinese schaut verstohlen um den Bus und macht den LKW auf. Wisst ihr was drin war? Eine Tankstelle. In einem LKW auf einem Hinterhof. Das riecht verdächtig. (nach Diesel) :-)

Danach geht weiter durch die Stadt, in der es nicht eine einzige westliche Kette gibt. Noch nicht mal Starbucks hat hier ne Filiale. Das kann ich kaum glauben. Aber vielleicht haben die auch ihr ganzes chinesisches Filialenkontingent in Shanghai aufgebraucht. Zumindest hab ich meist genau dieses Gefühl wenn ich alle 10m in Shanghai eine MilchMixCompany sehe.

Wir kommen derweile am Hotel an und es ist echt OK. Alles da was man braucht. Warm, sauber, ja das hätte ich so gar nicht erwartet. Nachdem wir uns nochmal ne Stunde von dem Schock der Steilwand erhohlen können, werden wir zum Abendessen abgeholt. Unser Guide hat geschrieben, es geht ins beste Restaurant der Stadt. Na ich bin gespannt. Nicht das es nur eins hier  gibt...

Es geht mit dem Bus wieder in einen Hinterhof. Diesmal allerdings nicht zum tanken, sondern weil hier das (beste) Restaurant (der Stadt) ist. Raus aus dem Bus, durch den Regen gehupft und rein in die gute Stube. Es richt nach Farbe und Lösunsmittel. Überall wird mit Farbe gerollert und Tapete abgekratzt. Unsere Blicke beantwortet der Guide ganz einfach mit: "Ja, wird gerade renoviert, aber es ist das beste Essen der Stadt." Und damit mag er recht haben. Es wird wieder in chinesischer Tradition am Runden Tisch aufgebaut und alle essen von allem. Es ist wahnsinnig lecker. Fisch, Ente, Tofu, Gemüse (welches, das ich vorher noch nie gesehen habe) und verschiedenes Fleisch schmeichtelt unserem Gaumen. Wenn nur nicht die Gräten und Knochen wären, auf denen man ständig rumkaut. Aber man gewöhnt sich dran. Und wärend ich mir gerade ein weiteres Stück Fisch auf den Teller hau, lobt der Japaner neben mir unsere Stäbchenkünste... Nicht schlecht für 6 Monate China... :-)

Auf einmal lautes Gequiecke vor der Tür. Eine Fledermaus hechtet zu uns herein und verfängt sich in der Lampe. Ich hab so ein Tierchen noch nie so nah gesehen. Während die Jungs alle fasziniert nach oben starren, sind die Mädels ein bisschen aufgeregt. Unser Guide kommt zu uns reingesprungen und jagt der Fledermaus mit seinen Stäbchen hinterher. Was für ein Bild. Es wird viel Gelacht und der Kopf eingezogen, bis das Tierchen wieder verschwunden ist. Zum Abschluss gibt es dann nich einen Reiswein (BeiJu). Es wird Prost gerufen. Und Skol, und Cheers, und GamBai und TinTin, und.... Was für ne Truppe... :-)

Zurück im Hotel fallen wir einfach nur noch ins Bett. Mal sehen was der morgigen Tag uns so bringt... 

Und da ist er auch schon 7:00 und wir sind wie gerädert... Das Bett war Marke Hartholz...Das Frühstück... hm naja. Heisses Wasser, BaoZi (Hefeklos) schwammartige Süsskartoffel... Oha.. naja probieren wir wenigstens das Ei. Joar, das geht. Alles mit heißem Wasser hinterspülen und weiter gehts. Draussen regnets und gewittert es. Wir fahren ne halbe Stunde Bus, dann müssen wir unsere Rucksäcke regendicht machen und schultern. Zum Glück haben wir im Decatlon an der CaoYangLu ordentlich eingekauft. Das wäre sonst nix geworden. Der Bus bleibt nämlich unten. Und wir machen uns an den Aufstieg. Von 400 auf knapp 1000m. Meine Beine brennen. Hätten wir doch nur mal etwas Sport gemacht... Die Jungs sind schon lange ausser Sicht. Wir zwei bilden mit einer Französin und der Indonesierin das Schlusslicht. Zwischendrin kommen immer mal wieder kleine Shops, wo wir Wasser kaufen und auch die Schweden, oder gar manchmal die anderen Jungs wiedertreffen, bevor Sie wieder ausser Sicht geraten. Ist aber auch nicht schwierig bei knapp 10-50m Sichtweite im Nebel.

 

Trotzdem entwicklet sicher der 1,5 Stunden dauernde Trip zu einem total atmosphärischem Erlebnis. Die Beine brennen, A und ich atmen schwer. Der Rucksack mit unseren 15kg Übernachtungsgepäck drückt. Wir gehen weiter. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was für ein tolles Gefühl es war, als wir endlich am Hotel auf knapp 1000m ankommen. Die Sachen haben fast dichtgehalten. Obwohl wir keine Regencapes gekauft haben, die die Einheimischen hier für 5 RMB anbieten. Ich ärger mich, dass ich nicht die wasserdichte Kamera mnitgenommen habe. Die Große hält dem Regen nicht stand... :-(

Als wir unser Zimmer beziehen fällt zumindest auf, dass es nicht unbedingt so gut ist, wie das vorhergehende. Eher so Jugendherbergsstil. Das Bad ist kalt und sieht nicht so ansprechend aus. Aber die Betten sind zumindest eher Weichholz. Damit können wir umgehen. Auf Nachfrage werden an unsere Gruppe zwei Föne verteilt. Dann gehts erstmal ans Duschen und Klamotten trocknen. Dann versuche ich meine Kamera mit einer Folietüte zu kombinieren, was auch ausreichend funktioniert. Die nächste Tour kann losgehen. Es geht heute noch zum Gipfel. Auf knappe 1500m.

Vorher wird hier noch schnell Mittag gegessen.



Im dichten Nebel machen wir uns weitere 2 Stunden auf den Aufstieg. Auch wenn ich den grossen Rucksack nicht mer dabei habe, meine Beine sind trotzdem der Meinung, dass es wirklich sehr anstrengend ist. Es bleibt bei der Aufteilung. Wir mit den beiden Mädels und jetzt auch den Schweden hinten. Die aktiven Jungs wieder vorn. Vielleicht liegt das auch am Alter. Die meisten in der ersten Gruppe sind unter 26. Wir eher alle so um die *hust*ig. Da wir mit einer grossen blonden Schwedin unterwegs sind, bekommen wir aber auch ständig unfreiwillige Pausen beim Aufstig. Jeder will ein Foto mit dem grossen Blonden Menschen. Am Besten mit allen LaoWei zusammen. Einer fragt unseren Guide wo die alle denn hekommen. Dann gehts los: DeGuor, RuiDien, PoLan, FaGuor, HanGuor, RiBen... es hört gar nicht mehr auf. Der Chinese lacht nur und unser Guide lacht mit.

Als wir endlich oben sind haben sich die Wolken total um den Gipfel zusammengezogen. Leider ist nichts mit toller Aussicht. Der Nebel hat zwar auch was, aber ich hätte lieber mal ins Tal geschaut. Und es ist kalt. Und nass. Wir trinken am Gipfel noch nen heissen Tee, bevor wir feststellen, das die Wolke nicht mehr vom Winde verweht wird. Unser Tourguide bietet daher noch eine Tour am nächsten Morgen um 6:00 an. Dann sollte es nicht mehr so neblig sein. Während wir uns wieder 2 Stunden auf den Abstieg zum Hotel machen fängt es wieder stärker zu regenen an. Wir sind echt froh als wir wieder im Hotelzimmer sind. Das Bad war zwar nicht wirklich so toll, aber das heisse Wasser der Dusche frohlockt und wir Duschen um dann im Hotelbett zu landen. 19 Uhr gehts wieder zum essen. Chinesisch... Wieder sehr lecker. Aber irgendwie wird mein Heißhunger auf einen Burger immer schlimmer. Das Essen ist sehr lecker. Und man überfrisst sich nicht so. Trotzdem machen wir mit den Schweden aus: Morgen, zurück in Shanghai gehen wir Burger essen, ok? - Ok... :-)

20:30 nach dem Essen ist "Social Party" angesagt. Konnte sich keiner was drunter vorstellen. Im Endeffekt war es dann gemütliches Besammensein in einem (dem kleinesten) der Zimmer mit Kartenspiel, Bier und BeiJu. Hatten wir einen Spass. Gegen 22:00 waren wir dann aber im Bett. Und während wir da so lagen konnte ich richtig spüren, wie meine Muskeln in den Beinen versuchen sich auszuruhen. 33km waren da schon auf der Uhr...

Am nächsten Morgen um 5:30 stell ich fest das die Klimaanlage zwar die ganze Nacht über viel zu laut war, aber ganze Arbeit geleistet hat. Ich kann in trockene Funktionsklamotten schlüpfen und während sich A noch mal rumdreht macht ein kleiner Teil der Gruppe sich nochmal auf den Weg zu einer "einstündigen" Hiking Tour. Wir haben Blauen Himmel und keinen Regen. Gegen 7:30 sollen wir beim Frühstück sein.

Was soll ich sagen. Das Aufstehen hat sich gelohnt.







Es ist einfach atemberaubend schön. So schön, das wir erst 8:30 wieder zurück sind. Schnell noch ein Ei und einen Toast (Ja, hier haben Sie sogar Toastbrot, nur keinen Toaster) reingehauen. Dann heisst es schon wieder ausschecken und Abstieg. Die Truppe ist mittlerweile sehr gut eingespielt. Wir erfahren von einigen, die schon länger in Shanghai lebenden, wohin man unbedingt noch muss. Wo gute Restaurants und Spas sind. Usere To Do Liste für China füllt sich. Ob wir das alles auch noch in den verbleibenden 2,5 Jahren schaffen, kann ich allerdings nicht abschätzen. Auf jedenfall sind wir uns mit den Schweden schonmal einig: Der Nächste gemeinsame Trip wird nach Yunnan gehen. Nach 30 Minuten tauchen wir wieder in die Wolkendecke ein. Nach einer weiteren Stunde sitzen wir im Bus auf dem Weg zum Flughafen. Unser Guide hat sich wohl etwas in der Zeit zum Flughafen verechnet. Oder es war, weil wir unsere Frühwandertour etwas in die Länge gezogen haben. Auf jedenfall wurde uns sehr schnell klar. Das mit dem Flug erwischen wird knapp...

Das muss wohl auch dem Busfahrer aufgefallen sein. Der fährt wie eine versengte S... und biegt plötzlich auf eine Nebenstrasse ein. Diese führt direkt aufs Rollfeld des Flughafens. Das Gegröhle ist gross als wir plötzlich auf einer 14m breiten "Strasse" dem Flughafen entgegenrasen. Hätte de Bus Flügel gehabt, hätten wir gleich mit dem Ding zurück nach Shanghai fliegen können. So hat uns der Busfahrer dann doch an der Eingangshalle rausgelassen und wir haben gerade noch so unsern Flug erwischt. Was für ein Trip. Eine Stunde später sind wir in Shanghai. 30 Minuten später Zuhause. Hat schon was in einer Stadt zu wohnen wo beide Flughäfen per U-Bahn angebunden sind.

Eine Stunde später treffen wir uns mit den Schweden zum Burgeressen. Nur leider hat der Burgerladen unsere Wahl zu. Dann halt Pizza in der Liquid Laundery. Und zum Nachtisch eine Belgische Waffel mit Beereneiscrem. Nachdem wir über 42km bergauf und bergab gelaufen sind, haben wir uns das verdient. Dabei werten wir unser "Dragon Adventure" TianZhuShan aus... Tolle Gegend, frische Luft und vor allem sind wir kaum einem Menschen begegnet. Hat sich echt gelohnt.

Jetzt bleib nur noch eins: Ab ins Bett und morgen hoffentlich einigermassen fit wieder auf Arbeit. Schließlich ist das der erste Tag des nächsten halbem Jahres hier in Shanghai. Jetzt nur noch vom Rechner aufstehen und... Aaahhhh, meine Beine...

M - Bachata Sensual? Was das...?

01April2016

Eigentlich sollte der Titel eher "你就是舞后..." heißen...

Wir waren am Montag endlich beim Salsa.

April April... :-)

Wir waren nämlich beim Bachata Sensual. Das wussten wir wir allerdings vorher auch nicht. Montags ist an der Hengshan Lu im HTC (Hot Salsa Club) meist ein offener Kurs fuer Bachata oder Kizomba und danach ist Bachata und Kizomba Party.

Den ersten Eindruck haben wir ja schon geschildert. Und auch der zweite, mit Schuhen und mitmachen, ist nicht schlecht. Die Lage der Tanzschule ist allerdings recht bescheiden. Wir brauchen vom Shuttlebus aus nochmal mindestens 30 Minuten bis wir dort sind. Und dabei müssen wir 3 mal umsteigen. Das verhindert automatisch auch alle Kurse, die vor 19:30 anfangen, wenn wir uns nicht ein Taxi nehmen. Und wie das mit den Taxis hier ist... Naja das könnt ihr ja mal UBERprüfen. Alles in allem könnte das wirklich optimaler sein.

Aber zurück zur Tanzschule. Wir gehen zur Rezeption, jeder zahlt 40rmb, wir ziehen unsere Schuhe an und rein in die gute Stube. Zack - über 40 Leute stehen im Studio und machen sich gerade warm. Wow. Das ist mal die grössere Community im Vergleich zum Tango. Kurzer Check, OK, wir sind die EINZIGEN nicht Asiaten. Oh, und die EINZIGEN, die nicht Chinesisch sprechen. Das kann ja heiter werden. Wird es auch. Der Tanzlehrer spricht nämlich auch nur Chinesisch. Und das wird dann noch schwieriger, wenn soviele Leute da sind. Man sieht nichts und man versteht auch noch kein Wort. Allerdings wurden dann sehr schnell einige Chinesen auf unsere fragenden Blicke aufmerksam und haben uns ein bisschen vorgelassen. Und wir sind ja geübt im Nachmachen und Abschauen. Wir haben das Warmup ohne englische Unterstützung hinbekommen. Die Zahlen bis Acht können wir ja, das reicht.

Die Gruppe ist sehr gemischt und hat mittlere bis sehr gute Skills. Wir sind zusammen mit ein paar wenigen die blutigen Anfänger. Beim über die Gruppe schauen bleiben unsere Blicke immer wieder an ein paar Auffälligkeiten hängen. Ein Mädel hat zum Beispiel eine Hotpants an, von der man eigentlich nichts sieht. Nicht weil soviel Po rundrum ist, sondern weil diese Hotpants ansich aus nur 2 cm² Stoff zu bestehen scheinen. Und das ist noch nicht mal das auffälligste Mädel hier. Weiterhin sind hier sehr viele Männer. Manche scheinen (nachvollziehbarerweise) nur ein bisschen zu schauen. Beim Tango war die Quote 3:12. Hier ist es eher 23:22.

Genug die Gruppe analysiert. Nachmachen ist immer nochn angesagt. Der Tanzlehrer macht gerade eine Körperwelle und jetzt sieht man deutlich, dass hier einige Profis am Werk sind, und wir, ähm naja, ... wir haben halt lange keinen Sport gemacht... Die Muskeln hab ich aber auch vor unserer "wir erkunden Shanghai erstmal ohne Sport" - Zeit noch net viel gebraucht. Aussehen tut es daher, naja nicht so ansprechend wie beim Herrn vorn am Spiegel. Einige von den Herren und vor allem die Damen haben das allerdings schon deutlich besser raus.

Nach dem Warmup gehen wir über in den Paartanzteil. Habt ihr eigentlich schon mal was von Sensual Bachata gehört? Oder ihn vielleicht schon mal gesehen? Ich hab ihn hier zum ersten Mal gesehen. Und war total überrascht. Vielleicht solltet ihr euch mal ein Youtubevideo anschauen. Aber macht vorher den obersten Hemdknopf auf. Es hat nen Grund warum die Tanzschule "Hot Salsa Club Shanghai" heißt. :-)

Wir lernen eine Folge, die aus 4 Einzelfiguren besteht, bei der die Hüften extrem eng zusammen sind und ständig das Becken bewegt wird. Mir war danach ganz schön warm und A und ich waren danach hin- und hergerissen. Wir würden sowas wirklich gern machen. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass wir bei diesem Tanz mehrfach die Partner wechseln. Es ist schon ein sehr "naher" Tanz. Da kann der Patrick mit seinem schmutzigem Getanze einpacken. Bei der nachfolgenden freien Tanzparty sehen wir dann auch das die Community sehr gut funktioniert und tatsächlich nach jedem Lied durchgetauscht wird. Hm...

Wir werden uns das nochmal überlegen. Was wir jetzt zumindest wissen ist, dass 16 Stunden 900 RMB kosten. Das ist günstiger als der Tango. Wir können auf Wunsch jederzeit einsteigenund würden auch ein oder zwei Kurse zeitlich mit der Arbeit unter einen Hut bekommen. Allerdings ist die Lage trotzdem ein Thema. Wir brauchen dann auch noch 30 Minuten bis nach Hause.

Wir machen uns jetzt nochmal auf die Suche nach einer Tanzschule in bessere Lage, überlegen ob der Bachata Sensual in unsere Komfortzone passt und ob wir nicht sogar noch etwas chinesisch dabei lernen können. :) Zwei weitere Schulen haben wir schon angeschrieben. Die Beste bietet voll englische Kurse in Top Lage an. Zum dreifachen Preis. Die Andere schauen wir uns nächste Woche an. Schon wieder ne Ausrede gefunden diese Woche keinen Sport zu machen. So darf das nicht weitergehen.

Jetzt wird aber erstmal Wochenende gemacht. Es geht in die Berge zum "Wandern". Zusammen mit 14 Asiaten und den beiden Schweden. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gibts danach auch einiges zu berichten und es wird sicherlich auch sportlich werden. Wenn nicht beim "klettern" dann vielleicht bei der "sozialen Party" am Samstag Abend. Euch wünschen wir hier schonmal ein schönes Wochenende... Und lasst euch heute nocht so sehr veralbern.

M - Paketwahn und ich sehe was was du nicht siehst...

31März2016

Heute beim chinesisch lernen klingelt mein Telefon. Ich ran, einer brabbelt los. Diesmal bin ich vorbereitet. Ich schieße ins Blaue: ni you wode baoguo? - Dui. Treffer das ist der Postmann der das sechste Paket innerhalb der letzen drei Tage bringt. Leider kann ich ihm nicht erklären, das er das Paket am Empfang abgeben soll. Dafür reichts noch nicht. Aber unsere Chinesischlehrerin hilft aus und erklärt ihm alles. Und weil es gerade so gut passt, lernen wir gleich alle Vokabeln um dieses Telefongespräch zu führen. Heißt: wir müssen mehr bestellen um zu üben. :-)

Dann lernen wir noch die Farben. Also blau, grün, rot, gelb, schwarz, weiß, orange und auf Wunsch einer einzelnen auch zwei verschiedene Pink's, deren Unterscheid ich schon im deutschen kaum beschreiben kann...

Jetzt haben wir alles zusammen um "wo kan donxi ni bu kan" zu spielen. Also ich sehe was was du nicht siehst. Um uns herum krümmen sich alle vor lachen, und auch wir haben einen heiden Spaß... "Wo kan dongxi, nur bu kan... Zhe ge shi lan se" - "zhe ge shi der blaue Schrank da?" :-)

Als wir am Abend zuhause ankommen, können wir am Empfang gleich mal unsere ganzen neuen Vokabeln ausprobieren. Wir fragen in einigermaßen flüssigem chinesisch ob sie Pakete für uns hat. Dui sagt sie und gibt uns zwei Pakete. Dann strahlt die los, hinten ist auch noch was. Also wir hinter zur Compoundverwaltung. Unser Sätzle gesagt und nochmal drei abgestaubt. Ein großes steht noch da, das könnte unser neuer Kleiderständer sein. Ich zeig drauf: "Zhe ge da de baoguo shi wo de ma?" - Ist das grosse Paket da auch meine? Nö erklären Sie mir... Komisch, der der mich heute angerufen hat war der vom Regal... Na wird schon auftauchen. Alles hochgebracht, kaum angekommen, klingelt die Gegensprechanlage. Zwei Chinesinnen brabbeln wild ins Telefon. Ich verstehe nur Bahnhof und irgendwas mit ne Lieferung. "Ich verstehe nicht..." Sag ich. Die eine sagt ganz langsam und deutlich: "lai xia" - komm runter... Ah ok. Da war dann auch das sechste und größte Paket. Das Regal. Und genau das auf welches ich 10 Minuten vorher gezeigt hab. :-)

Dann auspacken, aufbauen. Oh der Abend wird lang. Neue Schuhe, ne Handtasche und einen "Adidas" bestreiften Zweiteiler sind A's Errungenschaften. Ich versuche immer noch sie davon zu überzeugen ihre TaoBao Trophäen mal im Blog zu zeigen. Bisher erfolglos... Vielleicht könnt ihr die mit Kommentaren motivieren.

Ich bin jetzt stolzer Besitzer eines Kabels und einer Glühbirne. Da soll mal einer sagen, Männer seinen nicht einfach zufrieden zu stellen. :-)

Das große Paket war ein Holz/Kleiderstangen Regal 160 hoch. 120 lang. Ohne Ikea Aufbauanleitung, etwas muffig nach holzlasur und sehr stabil. Nicht schlecht für knapp 27 Euro. Da kann die alte Plastik-/Stahlrohr Kleiderstange einpacken.

Nachdem das Regal aufgebaut, das Kabel im Rechner verstaut und die Glühbirne in der Lampe war, hatte A auch schon lecker Spiegelei gemacht. Mit Tomaten, Knoblauch und ganz dünnen Fleischstreifen. Total lecker...

Zeit zum schlafengehen. Aber vorher noch eine Runde "wo kan dongxi, ni bu kan..."

M - Osterspaziergang

27März2016

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche... Naja gut, viel Eis hatten wir ja hier nicht, und von Ostern merkt man hier im allgemeinen sehr wenig. Selbst die Shoppingmalls haben diesmal auf Deko verzichtet und das Leben hier ist so normal wie immer.

Wenn nicht unsere lieben in Deutschland immer mal einen Ostergruss gesendet hätten, hätten wir es nicht gemerkt, das überhaupt Ostern ist. Aber zumindest spielt diesen Sonntag das Wetter mit.

 
Ok, es ist kein tiefblauer Himmel wie in Deutschland, aber soviel blaue Farbe im Himmel hatten wir den ganzen Winter über nicht. Also was nun anstellen mit dem Ostersonntag? Eine Kollegin von A hat uns den Tipp gegeben, das irgendwo im Norden von Shanghai ein Frühlings-/ Blütenfest ist. In einem Park. Warum bei 17 Grad Celsius und Sonnenschein nicht mal sowas ausprobieren?

Also ab in die U-Bahn. Knapp 1h 15min Reisezeit zeigt uns Apple an. Erst 11 dann 13 dann 7. In die Sieben kommen wir schon kaum noch rein. Alles voller Leute. Bitte lass Sie nicht alle dieselbe Idee haben...

 
Mist, alle haben die selbe Idee. An der U-Bahnstation GuCun Park ist die Hölle los. Hilfskräfte schreien in Megaphone und versuchen der Lage Herr zu bleiben. Was ihnen auch irgendwie gerade noch so gelingt. Wir sind mittendrin. Unsere private Komfortzone beträgt nun: Vollkörperkontakt. Nur gut das wir groß sind. Dadurch können wir wenigstens bissel obendrüberschauen.

 
So sieht es dann im Park aus. Bitte schaut mal in die obere Bildhälfte. Ist das nicht schön? Da könnte man glatt vergessen, das der Park dreispurig geteerte Hauptwege hat, um die Leute entsprechend in den Park zu leiten. Erst dann Zweigen einspurige Teerstrassen ab, bevor es in die Blütenmeere mit kleinen Trampelpfaden geht. Dort macht dann jeder ca. 36547 Selfis und lässt sich noch 274 mal fotographieren. Das schwierigste ist ein Bild ohne Menschen im Hintergrund zu machen...

 
Nachdem wir etwas im Park unterwegs waren, ein Eis gegessen haben (schließlich müssen wir irgendwas vom Eise befreien, selbst wenn es nur die Verkäuferin ist) und ziemlich weit hinten in dem riesigen Park sind wird es schlagartig "ruhiger". Zumindest Relativ. Wir liegen in der Sonne, genießen die öfter durch chinesisches Gebrabbel gestörte Stille und kommen sogar dazu ein zwei Bilder ohne Chinesen zu machen. Ein Hoch auf Nahaufnahmen mit großer Blende.

 

Auf dem Heimweg liegt dann sogar noch ein Restaurant, das schon lange auf unserer Wunschliste steht. Das Seahorse Sushi & Grill. Es war tatsächlich eins der besten Sushi, das wir hier hatten. Und der Avocadosalat war der Hammer.

 
Um nicht völlig aus der Form zu geraten sind wir dann noch bis zur West Nanjin Road gelaufen und haben verschiedene Einkäufe getätigt, oder einfach die French Concession bestaunt. Auf einmal beschleicht mich ein Gefühl.

Hier waren wir schonmal.... Moment, ähm dort ist der Pho Real. Ein Vietnamesischer Suppenladen. Hier waren wir das letzte mal vor 8 Monaten bei unseren Look&See Trip. Plötzlich wird einem wieder bewusst wie groß diese Stadt ist. Und das man halt immer mal aus dem Haus muss, um das auch zu nutzen. Drücken wir die Daumen, dass das Wetter jetzt weiter aufwärts geht, dann kann die Terassen und Dachgartensession losgehen.

Was für ein toller Osterspaziergang... Euch in Deutschland wünschen wir natürlich frohe Ostern und noch einen schönen Ostermontag.  Am besten ihr geht mal spazieren. :-)

M -  tragisches Shanghai durch die rosa Brille

26März2016

Das Wochendene ist schon fast wieder rum und wir freuen uns auf die Zeitrückumstellung in Deutschland wie früher auf den Osterhasen. Endlich wieder eine Stunde mehr in der wir noch wach und die Deutschen schon wach sind. :-)

Das Wochenende ging diesmal bei uns schon etwas verquer los. Wir wollten zu viert zum Réunion. Das ist ein Restaurant, wohin sollten wir auch sonst wollen? Dort angekommen hat sich dann das befreundete Pärchen mit dem wir verabredet waren erstmal für den Abend abgesagt. Schade aber da wir schonmal da sind, probieren wir das Restaurant trotzdem aus. Es ist hochpreisig. Die Gerichte sind gut, aber für die Qualität zu teuer. So lautet das Urteil vor dem Nachtisch. Nach dem Nachtisch (bei dem verwirrenderweise im Hintergrund die deutsche Version von Dschinges Kahn läuft) ist das Restaurant toll. Wir werden mal wieder herkommen. Aber vermutlich nur für den Nachtisch. Der Cheesecake und der Applecrumble sind einfach der HAMMER:

 

Aber genug vom Essen. Der Samstag sollte auch ohne kulinarische Köstlichkeiten gelingen. Deswegen haben wir gleich mal einen Mc Donalds eingeschoben, immer schön auf dem Boden bleiben :-). 

Der Plan sah vor am Samstag endlich einen Haken hinter einen kulturellen Punkt in Shanghai zu machen. A hat es geschafft im Internet Karten für das Shanghai Bund Musical zu ergattern. Das hat sie am Freitag gemacht.   Am Samstag Mittag klopft es bei uns am der Tür. Steht einer mit den Karten und einem EC Karten-Lesegerät da. Läuft...

Da es dann noch etwas Zeit bis zum Start des Musicals ist, machen wir uns auf den Weg noch einen Punkt auf unserer Shanghai ToDo Liste anzugehen. Auf zur Shanghai Railway Station. Auf zum Shanghai Glasses Center.

Wir kennen schon, dass es hier ähnlich wie in Vietnam, wohl auch günstige Brillen gibt, deren Design meist von den großen Designern "angeliehen" ist. In Vietnam stand es dann auch gleich drauf, von wem das Design "geliehen" wurde. :-) Hier steht es nicht drauf, aber das ist nicht das einzige was wir interessant finden. Insgesamt ist das "Shanghai Glasses Center" so groß wie eine durchnittliche Mall (Fläche: 3-4 Fussballfelder, 4 Stockwerke hoch). Der Unterschied zu "normalen" Malls ist - es sind nur Optiker. Über 100 kleine Geschäfte mit Brillen. Da drin ist noch nicht mal Platz für einen Mc Donalds, aber wer eine Brille sucht, sollte hier fündig werden. Sofern die Auswahl ihn nicht erschlägt.

Wir sind gleich in den Erstbesten rein. Nach welchen Kriterien sollten wir auch einen der Optiker auswählen. Alle stehen draußen und erzählen was von "good Quality and cheap Price". Der Verkäufer spricht ausreichend Englisch und los geht die Jagt. A findet insgesamt vier Brillengestelle, die ihr zusagen würden. Zwei "normale" und zwei etwas äuffälligere. Was eine Brille kostet wollen wir wissen. Er macht seine Tabellen auf. Das Gestell 100RMB. Bei den Glässern sollen es die schmalen und nicht die "fetten Linsen" sein. In der Tabelle steht 418 RMB das Paar. Ok, dann kostet also eine Brille knapp 600RMB, 83 Euro, geht... Er tippt im Taschenrechner rum. Kommt auf 300 RMB. Knapp 40 Euro? Cool.

Er erklärt uns das wir auch noch ein oder zwei mehr nehmen können. Ist gar nicht teuer und A muss sich nicht schwierig entscheiden zwischen ihren vier Modelen. Naja, was kostet denn eine Zweite dazu? Ah Ok, beide zusammen 550 RMB, 70 Euro. Na komm, dann nehmen wir eine Normale und eine ausgefallene. Und wenns gut ist kommen wir wieder. Er freut sich und nickt. Da fällt mir wieder auf, wir hätten weiter verhandeln sollen. Wir gewöhnen uns da wohl nie dran.

Er macht die Bestellung fertig, wir zahlen an. Im Hintergrund fängt eine Maschine an irgendwas zu fräsen. Er schaut auf die Uhr. "Kommt in 20 Minuten wieder, dann ist alles fertig." Was? OK. Das reicht nur für Mc Donalds. (Wie schon erwähnt.) 22 Minuten später stehen wir wieder da. Beide Brillen fertig. Die Gläser sehr gut eingepasst und nach A´s Test den ganzen gestrigen Tag super Linsen. Das bedeutet vermutlich jetzt,  dass die Brille als modisches Accessoire vom Luxus- zum Konsumgut gerutscht ist. Ich denke wir sind bald wieder da. Vielleicht auch mit Gästen. Zur Sicherheit hat er uns schonmal knapp 20 Visitenkarten "für unsere Freunde" mitgegeben.

Am Abend stehen wir dann aufpoliert, schick angezogen und A mit neuer Brille (der auffälligen) in der U-Bahn und sind auf dem Weg zum Jing an Tempel. Ich hatte ja irgendwie gedacht, dass das Musical am Bund ist. Schließlich heißt es ja "Shanghai Bund". Es ist aber am Jing an Tempel und spielt nur teilweise am Bund. Das Theater macht schon mal nen guten Eindruck. Was ich aber nicht erwartet hätte sind die sieben Reisebusse, die gerade vorfahren, und die Massen von Chinesen die aus ihnen ins Theater strömen. Im Internet stand: Nehmen Sie was zu essen und zu trinken mit. Haben wir. Der Chinese vor uns muss allerdings seine Getränke draußen lassen. Ich mach mich schon bereit das auch zu tun, aber bei uns sagt sie kein Wort. OK. Da haben wir als Westler einen Bonus. Wobei, bei knapp 100 Euro das Ticket in der dritten Preiskategorie von vorn, haben wir auch schon überlegt ob die englischsprachigen Ticketverkaufsseiten einfach noch bissel was draufschlagen hat. Vielleicht dürfen wir daher das Wasser mitnehmen.

    

Die Hütte ist total ausverkauft und wir sitzen ähnlich wie im Kino. Und wir haben  wirklich einen sehr guten Blick auf die Bühne und die Leinwände, auf denen die englische Übersetzung angezeigt wird. Es wird dunkel und geht los. Tolle Show. Tolle Tänzer. Dramatische Einlagen und Tragisches Ende. Ich glaube es gab bestimmt 20 Tote und ein alles überstrahlendes Liebespaar, was aber nicht zusammensein kann, oder darf oder möchte oder oder... Sehr tragisch, aber trotzdem sehr schön. 

Die Bilder sind Peppig...

  

...Romantisch...

  

Und tragisch mit vielen Sterbenden auf der Bühne während die Sänger klagen und schreien.

Die Geschichte ist einfach zu verdauen und man braucht auch keine Chinesischkenntnisse, wenn man schnell English lesen kann. :-) Für uns war es teilweise doppelt lustig, weil wir ja ein paar Brocken chinesisch können und einige Lieder diese sogar im Refrain verweden. Wenn wir auf Arbeit etwas nicht verstehen sagen wir "Wo Bu MingBai". Als im Musical sie nicht versteht, warum er sie verlässt (um dann wieder zurückzukehren, wenn Sie ihn verlassen will, bevor er erschossen wird) singt Sie "Bu MingBai". Witzig und sehr schön zugleich. Alles in allem ein wirklich tolles Erlebnis. Auch die Stimmen und die chinesischen Lieder sind nicht so Quietschig wie ich es befürchtet hatte. Wir können das nur bestens empfehlen.

 
Um den Abend dann nicht ganz so tragisch zu beenden entscheiden wir uns für das Kontraprogramm zum mittäglichen Mc Donalds. Wir essen Vegan beim Pure & Whole. Und das ist herausragend. Zwei Fruchtshakes, wo man die Vitamine regelrecht sehen und schmecken kann werden mit einer Thai Suppe und einem veganen Massaman Curry kombiniert. Total lecker, sehr gesund und es ging auch noch schnell. Hier werden wir vermutlich öfter mal ab jetzt bestellen. Vor allem haben wir für unser veganes Abendbrot gerade mal 200RBM zu zweit bezahlt. Dafür kannste hier noch nicht mal ne vegane Suppe selbst kochen. :-)

Und jetzt ist schon wieder Sonntag. Der Montag rückt näher und ich hab das dumpfe Gefühl, das ist wohl das tragischste an diesem Wochenende. Selbst die neue Brille kann nicht verschleiern, dass es morgen wieder auf Arbeit geht...

M - das ist ja total UBERtrieben

25März2016

Gestern Abend wieder mal ein Erlebnis der besonderen Art...

Wie sollte es anders sein: ich war essen. Schon wieder eine Art Entwicklerstammtisch, nur diesmal in Shanghai und trotz das 70% der Teilnehmer Asiatisch aussehen, ist kein Chinese dabei. Bei diesem Treffen sind die "Ausländer" unter sich. Wenn auch zusammengenommen fast 40 Jahre Leben in Shanghai zusammenkommen. Genau dieses war neben ein paar Arbeitsthemen meist auch der Mittelpunkt der Gespräche. Zusammengefasst: Alle sind Shanghai Fans. Ich denke wir machen da keine Ausnahme.

Nach einen total vollstopfenden Teppanyaki im Gintei an der Nanjin Xi Lu gehts noch zwei Straßen weiter ins el Ocho, wo sich der Großteil einen ca. 100RMB teuren, wenn auch sehr leckeren Cocktail mit viel Eis gönnt. Meinen Espresso vergessen Sie auf Nachfrage kommt der dann prompt und geht aufs Haus. Cooler Laden. :-)

Doch die wahre Geschichte beginnt kurz danach auf dem Heimweg. Ich häng mich an einen Kollegen der nach Hongqiao muss, weil da kann ich zwischendurch abspringen. Zumindest in meiner nahezu eindimensionalen Shanghai Karte hat das funktioniert.

Nun, aller Anfang ist schwer, wir bekommen kein Taxi. Es ist meist nicht einfach kurz nach Stop der U-Bahnen eins zu bekommen. Mein Kollege schlägt also vor, das wir UBER - eine Taxi App nutzen.

Ich bin zwar der Meinung, das wir auch so ein Taxi bekommen, aber hey, warum nicht mal ausprobieren.

Also UBER an, die zweite Zielstrasse angegeben. Start drücken. Und... Oh cool, wir werden in 5 Minuten aufgesammelt. UBER zeigt auch an, wo das Auto ist, die letzen 4 Ziffern des Nummernschilds, ein Bild von Fahrer und das Fahrzeug. Laut der App wird es ein A6. Oh und es zeigt auch schon meine Kreditkartennummer an. Na mal schauen.

Kaum das wir das UBER bestellt haben, fährt ne Horde freier Taxis an uns vorbei. Hm, naja sag ich doch, wenn es nicht regnet bekommt man immer ein Taxi...

Da klingelt auch schon mein Handy... Ich geh ran, er fragt wo wir sind. Ich erklär die Kreuzung und bin stolz wie Bolle, was ich schon alles auf Chinesisch kann. Dann tönt es "ZheLi ZheLi ZheLi..."aus meinen Handy. Ich kann es nicht verarbeiten und wiederhole die Kreuzung. Er schreit noch Lauter "ZheLi..." Was zum... Aahhh da drüben winkt es im Takt der ZheLi Schreie. Das isser. Kein A6, anderes Nummernschild und anderer Fahrer. Das hat ja mal gut geklappt.

Ich erklär los, das wir zwei Stops brauchen. Dann wohin. Dann beginnt er zu diskutieren. Ab jetzt hab ich kaum noch eine Chance mitzuhalten. Dafür fehlen mir einfach die Wörter. Im Groben glauben wir, das er fand mein Zuhause liegt nicht auf dem Weg zum Zuhause des Kollegen. Und die Dame die mit drin saß lag dann wohl erst recht nicht auf dem Weg. Ich hatte ein Shared Taxi bestellt. Also nur zwei Sitzplätze für uns, den Rest können Sie an andere aufteilen. Daher kann sowas passieren. Schließlich müssen die Fahrer (oder vielleicht die App) dadurch eine recht gute Streckebplanung machen.  Wir geben auf. Offiziell hab ich meinen Stop nicht bei UBER gemeldet. Was also machen? Nach einiges Diskussionen ist klar: Er mag net, wir wollen auch nicht mehr. Aber UBER hat nen cancel Knopf. Draufgedrückt, den Kerl alleine gelassen und 1 Minute Später ein Taxi gehabt. "Wo Yao Lian Ge Tin. Di yi tin shi ..." Ohne Murren ohne Probleme ohne nachfragen nickt er und ab geht's. So muss das sein. Zuhause angekommen schau ich aufs Handy. Wurde das Geld fürs UBER Taxi auch abgebucht. What warum? Weil ich eins ohne Abbruchgebühr genommen hab und ja mit ihm gesprochen hab. Das heißt, brech ich ab, bezahl ich trotzdem. Ah, Ok, gut das der Espresso aufs Haus ging, so komm ich fast auf null raus. 

Zumidest weiß ich nun einiges mehr über UBER. Wie es geht, mit welchen Bedingungen, und das ich es nur in schwierigen Fällen (zum Beispiel Regen) nutzen werde. Vielleicht Probier ich aber mal noch DiDi Taxi aus. Die App ist komplett in chinesisch, soll aber deutlich besser klappen, wenn man chinesisch lesen kann. Kann ich zwar nicht, aber die TaoBao App kann ich ja schließlich auch bedienen. Man darf es halt nur nicht UBERtreiben. :-)

M - unsere kleine Creperie...

23März2016

Wir haben es schon wieder getan. Das fünfte mal seit wir hier sind.

Wir haben gekocht. Allerdings diesmal süß...

  
Und das ist das Ergebnis: Crêpe, oder auch Eierkuchen, wie man so schön sagt. 

Milch aus der Schweiz, chinesische Eier deutsches Dinkelmehl aus dem Cityshop und etwas Vanille aus Madagaskar. Wenn das mal nicht das multikulturellste französische Dessert aller Zeiten ist. Und sie waren sooo lecker... Mit Honig, Marmelade, Kinder Schokolade und Macadamia Creme bestrichen... Ein Fest für den Gaumen. :-)

Wir haben noch etwas Dinkelmehl übrig. Ich danke das war nicht das letzte mal, das unsere kleine Creperie geöffnet hatte...

M - wo yao - NO!!!

22März2016

Kleine Geschichte aus dem Watson, aus dem DM Shanghai's.

Ich brauche Brillenputztücher. Gibt's ja im DM, gibt's im Müller, also muss es die auch im Watson geben. Also rein, einmal umherschaut, an der "Family Planning" vorbei, wo es Kondome, Öle, verschiedene "Zusätze und Hilfsmittel" gibt und dann stehen wir im Laden und haben nix gefunden. Ne kleine Chinesin schaut uns an und fragt: Ni Yao Schenme? - Was möchtest du? Ich nehm meine Brille ab, mach eine Putzbewegung und sag: Wo Yao...

Weiter komm ich nicht. Sie total bestimmt: NO!!! Mehr sagt Sie nicht. Ich interpretier dann mal, das sie keine Putztücher haben. Schad... Weitersuchen, oder auf die Importliste setzen. :-)

M - Sheep LaoWei

21März2016

Diesmal hat mich der JetLag deutlich stärker erwischt. Ich merke mir für meine zukünftigen Reisen: Besser ich lande abends in Shanghai, als morgens. Wenn ich morgens lande schau ich drei Tage wie ein Faultier auf Koffeeintabletten. Die Augen wollen zugehen, aber können nicht. Das Gehirn dahinter hat schon lange abgeschaltet und gibt nur noch Nick-Impulse damit es nicht so auffällt. Glücklicherweise hat das heute tatsächlich kaum einer gemerkt. :-)
Gestern haben wir noch einen neuen Früchteverkäufer gesehen, der bei uns um die Ecke stand:

 
Dieser verkaufte die "noch nicht vom LKW gefallenen" Früchte.

Heute Abend haben wir uns aber auch noch was vorgenommen. Es sollte nun endlich mal der Salsakurs sein. Irgendwann müssen wir ja mal mit essen aufhören und das bewegen anfangen. Nachdem wir das im Internet nochmal gegengecheckt haben konnten wir uns gleich nach der Arbeit auf den Weg zum Tanzstudio machen. Es ist auch wieder gleich bei uns um die Ecke, nur liegt nicht ganz so ideal zu unseren U-Bahnlinien. Wir müssen mal schauen, ob wir das irgendwie noch optimieren können.

Mittlerweile wissen wir ja, das wir für Tanzstudios auch mal in den Hinterhof eines etwas "angewohntem" Hauses schauen müssen. Aber diesmal war es nicht wirklich ersichtlich. Alles finster, nix beleuchtet. Wir sind schon wieder am umdrehen, als der Kerl von der Pforte plötzlich aufspringt, die Hände in die Höhe reißt, die Hüften kreist und TiaoWu ruft, während er in den einen Hauseingang gestikuliert. Das nenn ich mal Einsatz. Ich würde sagen die Salsaschule ist dort. Ist sie tatsächlich. Was uns aber dann siedend heiß einfällt. F...k, die Tanzschuhe sind noch auf Arbeit. Mist, die haben wir vergessen. "Kein Problem" meint Vivien (heißen hier eigentlich alle Tanzlehrer Vivien?), ihr könnt hier Schuhe kaufen. Ja Ja, das hätteste wohl gern. :) 

Nee wir kommen lieber am nächsten Montag mit Schuhen wieder und dann wird endlich mit tanzen angefangen. Ich meine wir waren selten so nah dran wie heute, und das Studio sieht echt gut aus. Ich bin gespannt, wie der Unterricht hier ist.

Aber was nun mit dem angebrochenen Abend machen? Wieder raus aus dem Hinterhof, BonApp auf und mal geschaut was es hier in der Ecke so zu essen gibt. Ein Türke namens Garlic fällt uns gleich ins Auge und wir machen uns auf den Weg zur YongJia Lu. Keine 3 Minuten später sitzen wir in einem sehr gemütlichen Restaurant und schauen in eine Karte, die mir das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Wir entscheiden und für Hummus als Vorspeise, und zwei Hauptgänge:

   


Dieses Restaurant wirbt mit dem besten Lamm, das man je gegessen hat. Mein Beef/Lamm Hamburger ist schon eine Offenbarung. Die Kartoffeln und der Salat runden das Gericht super ab. Aber das Stück Fleisch was sich A rausgesucht hat ist der Hammer. Ich bin kein großer Lamm Freund. Man könnte hier auch sagen, i don't like Sheep." Aber dieses Stück schmeckt sehr gut und ist so zart, dass man nicht mal schneiden muss. Einfach auf die Zunge legen und das zerfließen genießen. Wir zwei kommen aus dem Schlemmen gar nicht mehr raus und  müssen uns den Rest dann sogar noch einpacken lassen, da es einfach so viel, aber auch so lecker ist. Leider hatte ich nicht mal ansatzweise mehr die Chance den heißen Schokokuchen zu probieren. Aber nach der Fleischeinlage war es einfach nicht mehr möglich.

Jetzt da ich auf der Couch müde und vollgefuttert die Buchstaben zusammenklaube fällt mir auf, dass wir aus unserem geplanten Salsaabend eher eine türkische Fressorgie gemacht haben. Aber hey, wir waren (mindestens 2 Minuten) beim Salsa, wir gehen nächste Woche nochmal hin (mit Tanzschuhen) und das Schaf war echt der Hammer. Wir sind heute richtige "Sheep-LaoWei". 

Und das beste ist: Wir sind danach noch ein paar Schritte heimgelaufen. Fazit für heute: 14.000 Schritte, 670kcal extra verbrannt. Gut das wir noch Essen waren, andererseits hätten wir es kaum noch bis Heim geschafft ohne zu verhungern...

M - Take me to the Cityshop...

20März2016

Die Melodie hierzu hat irgendwas mit 50 Cent zu tun, aber das lässt sich hier schwer darstellen. Vor allem, da wir hier keine Cent, sondern RMB haben. :-)

Aber warum ein Blogeintrag über den City Shop? Nun ja, der City Shop hat mich heute total überrascht.

Wie wir ja schon mehrfach berichtet haben gehen wir meist gleich in Anting, oder spätestens im JiaLeFu am ZongShang-Park unsere Marmeladen, Nutellas und Butters dieser Welt kaufen. Das machen wir, da bei uns um die Ecke der nächste Laden erst eine U-Bahn-Station weiter ist und das einer der teuersten (Importwaren führenden) Supermärkte in Shanghai ist. Vielleicht erinnert ihr euch noch an unseren 4 Kiwis und zwei Bananen für 12 Euro Einkauf...

A war am Wochenende mit unseren burmesischen Flug- Zufallsbekanntschaft aus Coburg unterwegs. Und wie es wieder so ist, lernen alle Teilnehmer dieses Kaffeetrinkens einiges über die Stadt und wo man was findet. Unserer Bekanntschaft, die 3 Jahre schon in Shanghai ist, können wir einiges über BON App und die Restaurantauswahl in Shanghai beibringen. Dafür gibt Sie uns den Tipp, dass gleich bei Ihr um die Ecke (was auch direkt bei uns um die Ecke ist), ein City Shop ist. Falls man schnell Müsli, Gemüse, oder Dr. Oetker Backmischen für Schoko Muffins braucht. Ich glaube es nicht... Ich hab da noch keinen Supermarkt gesehen. Na schauen wir mal nach.

Und Zack, da isser. Unter einem Kino, gleich wenige Meter neben meinem Friseur. Wer soll denn darauf kommen? Aber zumindest ist jetzt klar, dass wir nen Supermarkt um die Ecke haben. Nicht so nah wie der Netto in Coburg, aber auch nicht wirklich viel weiter weg.

Ja, die Importwaren sind auch teuer, wie überall. Die Früchte erreichen nicht den Reifegrad des Obstlädlas (oder überschreiten diesen deutlich) und die Brötchen kommen an die Brotzeit nicht ran. Aber falls wir mal spät heimkommen, müssen wir nicht ewig noch mit der U-Bahn rumkurven, sondern können uns hier super Notversorgen. Und mehr war es beim Netto doch auch nicht... :)

Vor allem gibt es hier super Angebote:  

 


Kauf eins, bekomme eins zum Bespiel. Das ist doch schon ein sehr faires Angebot. :-)

Und etwas später am Abend sehe ich noch die erste portable Espressomaschine... Da juckt es schon in den Fingern die mal auszuprobieren.

  


Jetzt geht's aber erstmal zu einem Farewell. Schon wieder verlässt ein Westler unsere Reihen in Schanghai um sein Glück in Deutschland zu versuchen... Wir drücken im schonmal die Daumen und stellen uns die Frage: Was zu einer Abschiedsparty mitbringen, wenn der zu verabschiedente morgen im Flugzeug sitzt? Nix großes, nix schweres, nix lebendes, nix verwelkendes... Das wird kompliziert... Falls noch Jemdand JETZT dazu ne Idee hat, raus damit. Dann flitz ich nochmal schnell in den City Shop. :-)

M - Shanghai 7:00, 15 Grad und Nieselregen...

19März2016

... Die Frisur sieht aus wie sau. Aber was erwartet man ohne Haarspray und nach einem 11 Stunden Flug. :-)

Ich bin schon im Auto und freu mich auf daheim. Es hat irgendwie alles sehr gut geklappt. Auch der Zoll hat sich gar nicht für meine Gepäckstücke interessiert. Trotz das ich noch "ein paar Kleinteile" mitgenommen habe. Die Kollegen in Coburg baten mich darum. Das Ende vom Lied war ein 20 kg Karton der so transportabel war wie ein Auto mit angezogener Handbremse. Das kostet die Kollegen nen Kaffee beim nächsten Besuch. :-)

Es war wirklich schön in Deutschland, aber ich freu mich jetzt auf zuhause und die schönste Frau der Welt. Und aufs Wochenende...

An dieser Stelle nochmal vielen Dank an alle, die sich so gut um mich gekümmert haben. Es war nicht eine Sekunde langweilig. Weder auf Arbeit, noch davor und danach. Ich nehme wieder viele tolle Eindrücke mit, weis die neusten Dinge und hatte einen heiden Spaß.

Ob jetzt talentierter Nachtisch, ostdeutscher Skatabend, effektive Shows, gecoachte Pizza, Entwicklerstammtisch, goldenes Familienessen im Kreuz, Mannheimer Salon Tapas oder ein noch fix eingeschobenes Frühstück am Münchner Flughafen. Alles war spannend, schön und lustig. Mir wird dabei erstmal bewusst, wie verwurzelt wir in Coburg sind und was halt dann doch manchmal hier in Shanghai fehlt...

Ein, zwei Anekdoten hab ich auch noch. In München haben sie mich diesmal inklusive Sprengstofftest fast 15 Minuten in der Sicherheitskontrolle beschäftigt. Nach Myanmar kam mir das irgendwie komisch vor...

Und noch was aus München, was wieder nur in Deutschland passieren kann:

  
Falls der Aufzug mal nicht geht hat sich der Entwickler was ganz tolles ausgedacht: ein Außer Betrieb Lämpche. Also eher zwei. Blöd nur das die genau da sitzen wo alle anderen die Knöpfe für hoch und runter haben. Ich steh davor und drück, nix passiert. Dann denk ich: ach so, Außer Betrieb. Aber würde es da nicht leuchten? Dann seh ich das auffällige grüne Klebeband und stell fest: Ach da muss man drücken. Jetzt geht's. Von der Selbsterklärung ein totales Desaster. In China wäre das nicht passiert. Da gibt's keine Außer Betrieb Leuchte, das merkt man dann schon... Und umso intensiver, je nachdem ob man drinnen oder draußen ist. :-)

M - cheap LaoWei

13März2016

Sonntag Abend und ich bin total erschöpft wieder im Hotelzimmer und lass das ganze Wochenende Revue passieren. Es war ein fantastisches Wochenende. Nicht nur das ich einfach so viele Bekannte getroffen habe, nein auch noch die Abschlussgala meines alten Tanzvereins hat sehr gut mit der Dienstreise zusammengepasst und hat mir gestern Abend noch ein paar aufregend schöne Stunden beschert. Mädels und Jungs, es war so schön bei euch zu sein und diesen Abend zu genießen...
 

  
Auch meine Eltern, die Oma und Tante M. haben extra den Weg nach Coburg gefunden um mich mal wiederzusehen und ich konnte meine burmesische Bräune präsentieren. In China interessiert Bräune ja keinen. Da ist es besser die Sonnencreme mit LSF 81 und whitening effect aufzutragen. Nochmal vielen Dank das ihr da wart und für die schönen vorosterlichen Überraschungen. :-)

Aber das nur mal kurz im Vorfeld, denn die Überschrift zielt auf eine ganz andere Geschichte. Die letzten Tage in Shanghai hat uns immer mal wieder der Begriff Cheap LaoWei verfolgt. Es bedeutet soviel wie geiziger Ausländer, oder positiv umschrieben: Sparfuchs. Immer wenn wir ein Schnäppchen machen oder mal richtig günstig essen gehen diskutieren wir, das wir ganz schöne Cheap LoaWeis sind und lachen uns gemeinsam mit einem befreundetem Pärchen scheckig. 

Ich habe dieses Wochenende allerdings den Vogel abgeschossen. Wenn ich schonmal hier bin, dann wird natürlich alles was es in Shanghai nicht gibt, oder was sehr teuer ist eingekauft und in den Koffer gepackt. Der aktuelle Stand sieht so aus:

  

Und da kommt noch einiges hinzu. Mal sehen was der Koffer so sagt, wenn ich alles zusammenpacke.

Alleine das ich in Deutschland so viel einkaufen gehe um die Kosten entsprechend in Shanghai zu sparen (falls es die Sachen da überhaupt gibt) macht mich schon etwas zum cheap LaoWei. Aber das ich im ersten Laden einen kleine Aktion erwisch, im zweiten zwei Tassen Kaffee gratis dazu bekomme und dann auch noch im dritten Laden eine Freundin treffe, die mir einen 10% Rabattgutschein in die Hand drückt ist dann definitiv sehr nah dran. Man könnte mich fast als Schnäppchenjäger bezeichnen. Der Hit kommt aber beim vierten Event, wo ich auf unsere Nachmieter treffe, die mir dann gleich noch mitteilen, dass ich hier auch nochmal 10% Rabatt bekomme. Ich habe in 10 Jahren Coburg nicht soviele Schnäppchen gemacht wie an diesem Wochenende. 

Ja, ich glaube ich bin schon ein cheap LaoWei... Wenn auch irgendwie gar nicht so geplant. Ich freu mich aber jetzt schon drauf wenn A ihren cheap LaoWei Ende der Woche endlich wieder in die Arme schließen kann und ich meine erjagten Schnäppchen präsentiere... :-)

M - Deutschland? Irgendwie anders...

10März2016

Ich bin auf Dienstreise. In Deutschland. Nur diesmal leider ohne die schönste Frau der Welt.

Dafür hab ich trotzdem einiges zu tun und wieder was zu erzählen. 

Ich habe nämlich auf der Heimfahrt vom Flughafen die Grenzen der Deutschen Systemgastronomie kennengelernt. 

Ich bin mal kurz beim König der Burger ausgeschert um mir nach dem nahrhaften Flugzeugessen noch ein Hacksteack im Weizenmantel mit Salatbeilage und französischen Kartoffelstäbchen einzuverleiben. Und natürlich konnte ich nicht umhin zumindest vergleichsweise den Hot Brownie mit Eis dazuzubestellen.

Und da gings auch schon los. Fries da... Burger da... Der heiße Brownie da mit Eis drauf was vorsichtig vor sich hin schmilzt. Majo dazu fertig. Dauer: 38 Sekunden.

Hm... Und wie soll ich das Eis essen? Ah ja, Löffel. Die Systemgastronomin schaut unter die Theke und erklärt ihrer Kollegin: "Mia Ham ka Löffel" Diese bejaht und sagt, sie muss nen großen nehmen die kleinen sind alle... Sie verschwindet unter der Theke kommt wieder hoch und schaut mich an. Dann zur Kollegin: "Nix do" die Kollegin verschwindet unter der Theke mit den Worten: du musst ja auch die großen nehmen. Derweil beginnt meine erste Ansprechpartnerin die Arbeit von der Kollegin unter der Theke fortzusetzen. Dann kommt die wieder hoch und sagt: "keine Löffel da, wir hatten doch noch große" und verschwindet ohne mich eines Blickes zu würdigen an die Frittentheke und salzt Fritten. Ich steh am Rand und schau zu wie mein Eis schmilzt. Dann wink ich und sag, habt ihr nen Löffel?

Ach ja... Die dritte Kollegin verschwindet unter der Theke. Kollegin 1 macht bei der dritten weiter und die Kollegin 2 übernimmt das was die erste gemacht hat. Ich rechne fest damit das jetzt der Prozess aus den Fugen gerät. Die Kollegin 3 kommt unter der Theke hoch und fragt Kollegin 1 wo denn die Löffel sind. Kollegin 2 hört das arbeiten auf und sagt: "wir hatten doch noch große." Dabei übernimmt Kollegin 1 die Arbeit von Kollegin 2 und die dritte geht zur Frittentheke salzen.

Ich hab noch ca. 40% vom Eis fest und bin verwirrt. Dann geht erneut ein Ringtausch der Kollegen los, wobei Kollegin 1 nach hinten schreit das sie keine Löffel mehr haben. Es schreit zurück, das sie doch noch Große hatten. Die Kollegin geht Fritten salzen und ich hab immer noch keinen Löffel. Und alle anderen haben definitiv total versalzene Pommes. 

Ich geb auf und hohl mir so ein Pommes Aufspiesstäbchen, nehm meinen kalten Brownie mit der (jetzt nur noch) Vanillesoße  und trotte zum Tisch. Kollegin 2 ruft mir noch hinterher das sie den Löffel nachbringt. Kollegin 1 schreit das sie dich noch große hatten und Kollegin 3 salzt Pommes. Ich weiß noch nicht ob ich lachen oder weinen soll. Aber eins ist Fakt. Das System hinter der Gastronomie hab ich nicht erkannt.

Und in China, währe Kollegin 1 losgeschossen und hätte im Nachbarrestaurant einfach einen Löffel geholt. Gerade mal 2 Stunden da, und schon vermiss ich China...

Und nen Löffel hab ich auch später nicht bekommen. Auch keinen Großen.

M - Aussichten...

07März2016

  
Na wer kanns sehen? Das ist ein Bild vom Haus am See heute um 8:30. Wie ihr seht, sieht man nix... Ich gehe mal wieder vom Besten aus uns sage einfach: das ist Nebel. Vermutlich stimmt das sogar. Wir hatten in der Nacht 8 grad und jetzt wieder 18. Da kann schon mal ein bisschen Feuchtigkeit kondensieren.

Das Haus am See steht übrigens immer noch, mit links und rechts ner Straße und nem Chinesen der abends in Schaukelstuhl auf der Veranda sitzt. Zumindest stell ich mir das so vor. :-)

A ist mittlerweile auf dem Weg zum Arzt, da es leider nicht viel besser geworden ist. Mal sehen was sie heute Abend zu berichten hat. Das erste was die Jungs beim Arzt gemacht haben war ihr einen Mundschutz zu verpassen. Da wir das am Wochende nicht hatten, kann ich vermutlich die Uhr stellen wann es mich erwischt. Passt gerade alles gar nicht zusammen mit meiner Dienstreise nach Coburg. :-(

Das sind ja echt mal Aussichten... 

M - FlühLing...

05März2016

Da ist er auch schon. Nach einer sehr intensiven Woche mit Telefonkonferenzen bis 23:30 und einigen Taxifahrten, in denen ich mein Chinesisch trainieren kann, ist es schlagartig warm. 18-20 Grad, Sonnenschein und ich schwitze. Jetzt müssen wir schon wieder die Sommersachen aus dem Schrank holen. Diese Woche war Kulinarisch allerdings auch nochmal ein Highlight. Durch unsere Dienstreisenden haben wir von Streetfood für 1€ pP bis zur besten Ente die ich je gegessen habe für 35 € pP (fast) die ganze Bandbreite aus"gekosted".

Insgesamt kommen wir jetzt schneller ins chinesisch rein, als ich dachte. Nachdem wir dem Taxifahrer nun sagen können wohin. (Und nicht nur unsere Adresse zuhause). Leg ich jetzt auch im Obstlädla und überall an der Kasse los... Das wichtigste war zu wissen was Alipay auf Chinesisch heißt. Zhi fu bao. Keyi yong zhi fu bao ist die Frage aller Fragen. :-) Dieses Zahlungssystem ist echt super. Vor allem wenn man bisschen mit TaoBao anfangen möchte. Wir haben jetzt einen Luftreiniger fast zum halben Preis, neue Glühbirnen, ein paar 8 Euro Cowboystiefel und ein neues dunkelpinkes Kleid für knapp 25Euro. Die letzten beiden sind übrigens für A und passen sogar.

Allerdings hat A eine kleine Grippe mitgenommen. Dadurch konnte Sie gestern nicht das leckere Teppanyaki mit nachfolgendem Besuch im Apartment genießen. Während sie krank zuhause war hab ich mich mal weiter ums Unterhaltungsprogramm gekümmert. Das Apartment ist eine Disko mit Dachterasse (die leider nicht offen war),  einem dunklen Tanzsaal und, daher der Name, einem Tanzsaal bzw. einer Lounge die wie ein Apartment eingerichtet ist. Zwei stark pigmentierte Jungs haben dort live gerapt und gesungen. Es war wirklich sehr gut. Heute dann war es dann logischerweise nicht so einfach aufzustehen, aber ich habe es geschafft. A geht's minimal besser und draußen sind 20 Grad. Und während ich bei unserem Bäcker, dem Obstlädla und der Reinigung vorbeimarschiere denke ich: cool, das ist echt schon Frühling...

M - ChuZhuChe, oder auch: das Taxi

01März2016

Wir haben Besuch. Geschäftlich. Und damit die Dienstreisenden nicht alleine im Hotel vor sich hin trauern wird gleich mal ein Programm gestrickt, welches den Neulingen Shanghai näher bringt. Und die "alten Hasen"die auch mal wieder in Shanghai sind, unterstützten uns dabei natürlich kräftig. Wir sind eher mitten drin. Zwischen den Neulingen und den alten Hasen. Naja, vielleicht näher an den Neulingen.

Die Geschichte für heute ist aber trotzdem eine ganz besondere. Sie dreht sich nämlich kaum um das herausragende Essen im Coconut Paradise am Jing`an Tempel, oder um den äußerst beeindruckendenden Blick von der VUE Bar auf den Bund. (Der übrigens als TitelBild diesen Blog ziert.)

Nein es geht um eine ganz profane Taxifahrt heim. Nachdem uns ein Taxifahrer gleich die Tür vor der Nase zugeschlagen hat, haben wir kurz darauf ein besonders motiviertes Exemplar an der VUE Bar aufgegabelt. Ich weiß ja mittlerweile was ich sagen muss und ich weiß auch, was sie so fragen. Er fragt wohin. Ich antworte. Er poltet los, macht´s Fenster runter und diskutiert mit dem Concierge. Dem erklär ich wohin, er diskutiert. Zuckt mit den Schultern und fährt in die falsche Richtung los...

Na das kann ja heiter werden. Vermutlich hab ich einen der PuDong Fahrer erwischt. Die Kennen sich nicht in PuXi aus. Und da wollen wir hin. Er fragt derweilen schon wieder wieder wohin genau. Ich sag wieder mein Sätzchen er schüttelt mit dem Kopf. Ich erklär die Kreuzung, er kennt die zweite Strasse nicht. Auf der Rückbank amüsieren sich derweilen alle über meine kläglich scheiternden Kommunikationsversuche. Dann fällt mir was ein. In der Nähe ist ja eine Uni. Die kennt er bestimmt. Ist ja auch angeblich die Berühmteste Shanghais. Also "qing qu zai JiaTong DaXue". Er nickt: Ahhh... Das sollte klappen. Die paar Meter können wir dann auch noch laufen. Ab dann wirds unauffällig...

Bis er zielstrebig an der Strasse vorbeischießt und gleich mal zwei Straßen weiter einbiegt. Noch während ich mich versuche zu orientieren, zeigt er ganz stolz ins Dunkle: JiaTong DaXue.

Hier ist nix. Weder die Straße noch die Uni. Wir stehen in einer dunklen Ecke am Straßenrand und die gesuchte Strasse ist auf einem Schild keine 5m vor ihm sogar ausgeschrieben. Nur einmal umkehren, dann rechts, dann geradeaus, dann links. Wir versuchen ihm zu erklären, dass das nicht die Strasse ist. Er erklärt uns, dass es wohl diese ist. Er weiß es. Nunja, wir wissen es auch, und wir sind der Kunde. Also umdrehen und ab geradeaus. Er gehorcht, wenn auch wiederwillig und gestikuliert dabei weiter ins Dunkle...

Ab jetzt lotzen wir ihn komplett selbst mit rechts, links, geradeaus und kommen bis auf 10m an unseren Compound ran. Das wäre vor ein paar Monaten undenkbar gewesen. Die Uni haben wir dann auch nicht mehr zum Navigieren gebraucht, obwohl ich ihm diese aber gern nochmal gezeigt hätte. So als besserwisserischer Deutscher, der ich bin... :-)

Interessanterweise hat er dann keine Probleme als ich ihm die Adresse vom Hotel unserer Gäste noch mitteile um diese auch sicher nach Hause zu bringen. Er nickt nur kurz und düst ohne Gemurre und Diskussion los. Ich bin gespannt. Bis dahin drück ich den beiden mal die Daumen und wünsche viel Glück. Vielleicht sehen wir uns morgen früh wieder... :-)

M - DurianBackwaren...

29Feb2016

Das ist nicht das einzige, worüber ich heute berichten möchte, aber es ist so eine herausragend reißerische Überschrift. :-) Eure Aufmerksamkeit ist mir nun sicherlich gewiss. Nichts polarisiert Stärker als diese geruchsintensive Frucht.

Aber erstmal das Foto der (letzten) Woche:

 
Das nenn ich mal Product Placement. Da muss man schon zweimal hinschauen.

Dieses Wochenende war insgesamt wieder sehr erfolgreich und ging viel zu schnell vorbei. Los gings am Freitag Abend noch ganz entspannt nach der Arbeit. Wir sind ins Baoism zum Essen. Dabei wieder eine chinesische Besonderheit erlebt: "soft opening".

Das Baoism Schnellrestaurant ist in der HuBinDao Mall bei Laoximen / Xintiandi. Diese Mall hat seit Oktober 2015 grob übersetzt "weiche Öffnungszeiten". Heißt Freitag Abend bis Sonntag Abend. Und mit viel Glück mal zwischendurch. Der Grund dafür ist, das erst sehr wenige Geschäfte drin sind. Also versuchen Sie die Leute zu konzentrieren und Werbung zu machen wie toll es Freitag bis Sonntag läuft. Als wir am Freitag da waren lief es nicht. Alles leere Gänge und überteuerte Läden. Aber sieht echt super aus... Ich denke die brauchen noch ein zwei Besuchermagneten. Ich hab schon ein Opening soon vom Farine gesehen. Das könnte klappen. :) die Baozi(s) (Hefeteigklöse mit herzhafter Füllung) im Baoism waren aber wirklich super lecker. Die Restaurants die hier schon drin sind sehen auch alle gut aus. Vielleicht gehen wir mal öfter ins HuBinDao.

 
Samstag war dann mal wieder Ikea angesagt. Eigentlich nur zum Bilderrahmen kaufen, aber ein Schrank (ja einer für Schuhe) war dann trotzdem wieder dabei. Wir haben ja mittlerweile ein Fotolädla und haben Bilder von Freunden, Verwandten, Tanzgruppen und der Hochzeit ausgedruckt und jetzt wild mit den neuen Ikea Rahmen überm Esstisch platziert. Wichtig dabei: "kleben statt bohren". In die Wände bekommt man ja noch nicht mal einen Nagel, also verlassen wir uns auf die Klebekraft vom Doppelseitigem aus Frankreich (vom JiaLeFu). Ja, das klingt jetzt auch nicht wirklich besser aber wir werden sehen ob und welches der Bilder als erstes den Abflug  macht. Bis dahin genießen wir es euch um uns zu haben und können vor allem wenn Gäste da sind recht einfach Freunde und Verwandte erklären. Das haben wir am Sonntag gleich mal mit unseren schwedischen Freunden bei einem leckeren Sherpa Abendbrot geübt.

Erinnert ihr euch noch an Mr. X? Wo wir aus einem Raum entkommen mussten? Wir waren gestern bei einem anderen, der noch deutlich professioneller war als der am Zongshan Park. Nennt sich Mr. X Adytum und war sehr atmosphärisch. Wir mussten aus zwei Gefängniszellen ausbrechen. Wir hatten eine Stunde Zeit und haben es tatsächlich auf die letzten 8 Minuten auch rausgeschafft. Wieder ein tolles Erlebnis. Da gibt's noch 9 weitere Räume. Ich mag da nochmal hin. :) oder neun mal...

Was das jetzt alles mit der Überschrift zu tun hat? Gar nix... Aber ich hatte tatsächlich Durian letzte Woche. Beim Essen mit meinem Team haben Sie mich überzeugt, dass man das mal probieren muss. Eine grüne Reisglibberrolle mit dieser Frucht war noch grauenhafter als ich es mir vorgestellt hatte. Da hatte ich dann auch Mühe noch die muffin-/ pralinenartigen Backwaren mit Durianfüllung zu probieren. Die allerdings waren gar nicht schlecht. Wenn man nur nicht immer so komisch riechen würde, wenn man dann mal aufstößt... :-)

M - Warum in die Ferne schweifen...

27Feb2016

... Wenn das Gute liegt so nah.

Interessanter Titel für ein sächsisches Pärchen, welches von Coburg nach Shanghai "ausgewandert" ist.

In dem Fall meine ich aber meinen neuen Friseur. :) Der heute hatte sicherlich nicht die entspannteste Waschleistung, aber er konnte english, es ging fix, ich hab mich wohlgefühlt und er ist direkt auf der Straße gegenüber. Warum sollte ich immer 15 Minuten bis zum bisherigen Friseurviertel steuern, wenn der doch zum gleichen Preis besser und um die Ecke ist. Damit haben wir nicht nur unseren Bäcker, unser Obstlädla, unseren Fotoshop (schreib ich später drüber) und unseren Minimarkt gefunden sondern auch den Friseur (zumindest meinen).

Falls es übrigens fähige Ausreisewillige gibt:

  
Er stellt ein... Bevorzugt Ausländer und Teilzeit. Blond kann sicherlich auch von Vorteil sein. Ich denke den großen finanziellen Sprung nach vorn kann man nicht erwarten. Wahrscheinlich zieht es einen da eher den Boden unter den Füßen weg. Aber hey, dafür lebt man dann in Shanghai und hat uns als Kunden. Wenn das keine Perspektive ist... :)

M - kulturelle Barrieren...

26Feb2016

Langsam kennen wir unsere kulturellen Grenzen und sind auch immer wieder erstaunt über Dinge, die wir vorher nie wargenommen haben.

Die Beispiele sind diesmal, wie sagt man so schön, aus dem Leben gegriffen... :-)

Diese Woche waren wir zum Beispiel (wie eigentlich extrem selten) essen. Dabei wurde uns wiedermal bewusst, wie krass einen Erziehung und Kultur prägt. 

Es ging los mit dem Bestellen. Wir bekommen die Karte, das Mädel steht neben uns und guggt. Wir schauen in die Karte, sie steht neben uns und guggt. Ach ja, Getränke. Saft und Cola bestellt. Genickt. Sie steht neben uns und guggt. Nix mit schonmal Getränke holen... Mittlerweile wissen wir das sie die ganze Zeit da stehen wird, bis wir alles in der Karte ausgewählt und Sie die Bestellung vollständig entgegengenommen hat. Während wir uns immer unwohler fühlen, dass wir Sie so lange aufhalten, ist es für Sie ganz normal, das Sie da steht und guggt. Die Bedienung gibt einem hier das Gefühl das nur wir ihre Gäste sind. Während der kleine Deutsche in uns noch kräftig Unbehagen verspürt und lieber schnell alles bestellt, damit das Mädel nicht den nächsten Kunden verpasst, bestellt der kleine Chinese in uns  mittlerweile ganz entspannt, wählt aus, diskutiert und lässt Sie guggen, bis die Entscheidung gefallen ist.

Wo wir noch üben müssen, ist beim Abgang. Nachdem wir alles bekommen haben sind wir allein in unserem Separe. Für die Rechnung muss man nach der Bedienung rufen. Meist sehr laut. Keiner von uns beiden kann über seinen Schatten springen und einfach "FuWuYuan" mit 100db durch den Raum schreien. Das macht jeder Chinese, auch wenn er nur nen Zahnstocher bestellt. Wir können das nicht. Das brüllen in einem Restaurant ist so weit ausserhalb unserer Kultur (da haben unsere Eltern uns so oft beigebracht leise zu sein und keinen zu stören), dass wir lieber 15 Minuten winken, lächeln, leise rufen, lauter rufen und zum Schluss einfach aufstehen und zum Kellner hingehen, statt einfach mal dem kleinen Chinesen auf der linken Schulter nachzugeben und kräftig duch den Raum zu brüllen: "FuWuYuan".

M - Wortwitztag...

23Feb2016

Heute sind uns zwei wirklich schöne Wortwitze aufgefallen, die wir gern mit euch teilen möchten, nachdem wir gerade ein herausragendes Menü im Sushi laden in Anting hatten. 

Da wollte ich übrigens gar nicht rein, da vor Chinese new year das Essen hier grausig schlecht war. Heute war es allerdings Super. Mega... Der Grund? Unsere Kollegen haben uns aufgeklärt. Eine Woche vor und ein Woche nach Chinese new Year ist die Stammbesatzung der Restaurants meist ausgeflogen und in den Küchen und im Service arbeiten nur Hilfskräfte. Alles was Beine hat und nicht in Shanghai wohnt versucht ja auch nach Hause zur Familie zu kommen. Daher nimmt der Service und die Essensqualität in dieser Zeit erheblich ab. Jetzt sind alle wieder da und gut erholt. Daher schmeckts gleich noch mal so gut. Das ist ja einfach.

Nun aber zu den Wortwitzen:  

  
Das sind die Preise für den Frisuer in Anting. Falls ihr mal mit einem Film hier im Kino nicht zufrieden seid. Hier gibt's den Directors Cut für 286 RMB.

Weiterhin ist einer Kollegin heute ihre Kantinenkarte aus der Tasche gefallen. Für uns ein gefundenes Fressen...

M - Myanmar - es ist Vollbracht... :-)

20Feb2016

Jetzt kann der Urlaub losgehen. Oh... Nur noch der Sonntag übrig. Naja, dann kann jetzt der Sonntag losgehen. Der Urlaub in Myanmar ist in Geschichten verpackt und alle Bilder sind drin. Wir wünschen euch viel Spass beim stöbern und würden uns über ein paar Kommentare freuen.

Viele Grüsse aus Shanghai

A&M

 

M - Myanmar - gestrandet...

17Feb2016

Wir sind nun auf dem Heimweg von einem der besten Urlaube, die wir je hatten...
Mal abgesehen von dem tollen Ecken die wir in dem Land bereist haben, war es natürlich auch ein toller Urlaub, weil wir echt gute Guides hatten (Falls jemand einen braucht, einfach melden. Hatten
je einen in Yangon, Bagan und am Inle See.) und natürlich da wir fantastische Begleitung aus Deutschland hatten. (Danke an euch zwei, es hat echt Spaß gemacht.)

Auch das Hotel in Ngapali hat sich als absolute Perle mit tollem Strand, Service und Restaurant rausgestellt. Am Valentinstag hatten wir sogar ein Candellight Dinner am Strand. Nur wir vier, das Meer und unser Kellner, der uns fast alle wünsche von den Augen abgelesen hätte, wenn es nach dem zweiten Gang nicht schon so dunkel gewesen wäre... Nur das finstere Zimmer sind wir nicht mehr losgeworden. Also falls ihr mal nach Myanmar in eine Hotelanlage fahrt: nicht das Standard Zimmer nehmen. Lieber irgendwas mit Deluxe, Beach oder View... Am besten alles zusammen. :-)

Die Frage, die sich jetzt noch stellt ist eigentlich nur: "warum schreibe ich Blog, obwohl wir doch Tonnen Wäsche und so viele Fotos nachzureichen haben.

Die Antwort ist kurz: noch nicht daheim. 

Wir wissen aus verschiedenen Blogs und aus Erfahrungen vom Flug nach Myanmar, das die chinesischen Airlines gern mal etwas später sind. Hat diesmal wieder geklappt. Knapp drei Stunden (also nur etwas) später... Das Resultat: wieder viel rennen und Punkt 19:00 Uhr mit dem Gepäck am Check in auf eine Traube von Chinesen auflaufen... Unser Anschlussflug hatte keine Verspätung. Der ist pünktlich 19 Uhr los... Gate closed blinkt mir von der Anzeigetafel entgegen. Wir stehen mit 20 Chinesen und zwei Amerikanern am Check in und der arme Kerl dahinter schwitzt als er verkündet: "Keine Flüge mehr heute nach Shanghai." Wir sind in Nanning gestrandet.

Ab jetzt nimmt das ganze recht interessante Formen an...

20 Chinesen diskutieren mit dem Fluggesellschaftsmensch und wir Stehen mittendrin. Keine Chance auch nur ein Fitzelchen zu verstehen. Nachdem sich die Diskussion etwas beruhigt, schauen wir rüber zu den zwei Amerikanern... Habt ihr irgendwas verstanden? Ja, sagt er... Er hat chinesisch studiert. Nächster Flug 7:30 oder 11:30 morgen früh, es ist ein Bus bestellt, der uns gleich in ein Hotel bringt. Für Dinner ist gesorgt.

Na wenigstens was... Trotzdem bleib ich sehr gespannt, wie es ausgeht. Er beginnt mit den Tickets für morgen früh... Alle drängen sich an den Schalter. Es ist gleich wieder laut und etwas emotional, wenn sich alle auf die, aus ihrer Sicht, besten Flüge zwischen 7:30 und 11:00 aufteilen. Ich mag heim, wir Fliegen 7:30, auch wenn wir dafür 5:00 aufstehen müssen. Nach drei Leuten gibt er auf. Es wird zu spät, er bekommt so die Tickets nicht durch. Er ist morgen früh wieder hier und checkt ins dann gleich ein. Aha... Wird schon klappen.

Die ganze Konversation haben wir natürlich mithilfe der Amis aus dem chinesisch rekonstruiert. Was wirklich gesagt wurde? Nunja, wir vertrauen in den beiden. Was bleibt uns auch übrig?
Zwei Busse fahren uns um den Flughafen auf ein (nicht ganz so) gemütlich aussehendes Flughafenhotel zu. Wenigstens sind in Nanning 14grad. Hätte auch schlimmer kommen können. Hätten auch in Harbin zwischenlanden können. :-)
An der Rezeption wird uns eine Zugangskarte für das Deluxe Standard Doppel-Zimmer (Preis laut Aushang ca. 30€ pro Nacht) in die Hand gedrückt. Und Dinner? Ist auf dem Zimmer wird uns gesagt.

Also hoch und rein und: OK... Zimmer geht. Nanning ist auf Höhe Hongkong, also keine Heizung. Das bedeutet es sind ca 18 Grad hier drinnen. A schaut noch bissel erfroren, wir nehmen es zur Eingewöhnung. Shanghai hat gerade 8 grad. Aber morgen sollen 16 werden...

Das "Dinner" sind übrigens zwei Instant Nudelsuppen. Toll... Wir müssen ja eh in 6 Stunden schon wieder aufstehen. Also Suppe probiert und nicht weiter gegessen, ins Bett gekuschelt und Autsch...Ok, Ngapali war das Weichholzbett. Das hier hat die Hartholzvariante...

Am nächsten morgen sind wir müde... Schlecht geschlafen, zu hartes Bett. Und Hunger. Frühstück gibt's keins, dafür holt uns der Bus pünktlich ab und wir stehen 6:20 in ner großen Menschenmenge am Schalter von gestern. Nur der Kollege ist nicht da. Na toll. Ich will mich schon aufregen, da sieht A den Kerl und rudert mit den Armen.. Die Amis springen auf ihn drauf... Er deutet zum Schalter nebenan, und Zack stehen wir als zweiter in der Reihe... Eingecheckt, Sicherheitskontrolle, jetzt nur noch ein Frühstück auf die Hand und ab nach Hause.
Es gibt kein Frühstück auf die Hand. Es gibt nicht mal einen westlich angehauchten Shop, der auch nur was frühstückähnliches anbietet. Und ne herzhafte Nudelsuppe auf die Hand... Hm... Ich weiß nicht, öhm Nö...

Immerhin gibt es hier schonmal feste Flughafenshops. Nicht so wie in Thandwe:

Das waren die einzigen Shops am myanmesischen (?)Thandwe Flughafen. Und natürlich das obligatorische Cafe zwischen den zwei Gates. :-)

3 Stunden Flug später sind wir wieder in Shanghai, noch ne Stunde drauf endlich wieder Zuhause... Mal abgesehen vom ganzen Aufriss am Ende war das einfach ein unglaublicher Urlaub. Ich bin mir sicher, Myanmar, wir kommen wieder...

M - Myanmar - endlich Meer sehen

15Feb2016

Nach so vielen Tagen unterwegs und so vielen Eindrücken ist es wirklich Zeit ein bisschen auszuspannen. Bis jetzt muss ich diesen Land echt die Medaille für den besten Urlaub verleihen. Da kann ja jetzt an der nächsten Station nix mehr schiefgehen.

Hm... Ok, der Flug hat eine Stunde Verspätung. Na dann schauen wir halt noch ne Stunde raus aufs Rollfeld. Mehr als ein Gate und ein Kaffee, was auch ein paar Souvenirs verkauft, gibt es nicht. Die Sicherheitskontrolle wurde übrigens noch einfacher. Der Metalldetektor war aus und die Dame hat nur mal an jede Hosentasche gefasst. Etwas unüblich, aber schnell fertig. Als wir gehen wollten hat sie uns noch das Wasser, was wir vor der Kontrolle abgestellt haben hinterhergebracht. Sachen gibt's...

Dann geht's auch schon fast pünktlich los... Der Flug holpert ganz schön und mir wird etwas mulmig. Aber wir kommen ohne größere Ausfälle in Thandwe an, wo wir mit einem 50 Jahre alten, mit Holzaufbau versehenen Truck zum Hotel gefahren werden. Hier beschleicht mich schon leicht das Gefühl, dass wir vielleicht eine etwas höhere Hotelkategorie hätten nehmen sollen...

Die Anlage ist wunderschön, der Strand traumhaft. Alles wirkt zwar einfach, aber sehr schön. Dann bekommen wir den Zimmerschlüssel. Erdgeschoss, am weitesten weg von Meer, mit Blick auf den 1m entfernten Nachbarbalkon eines chinesischen Pärchens. Die schauen übrigens auch in unser Schlafzimmer, wenn wir nicht den Vorhang zuziehen. Ob mit oder ohne Vorhang, es ist  finster in unserem Zimmer. Wir wollen wissen ob wir auf die schicken Bungalows in der Anlage, vorn Richtung Meer, upgraden können. Ist nix frei. Naja, schlafen ja nur hier. Und es ist sauber. Das wird schon klappen. 

Ins Bad unter die Dusche, grad eingeseift. Stromausfall, Zack ist es noch dunkler. Nachdem der Strom wieder da ist kämpft A mit dem Föhn. Der hat zwei Stufen. Normal und Turbo. Ihr weht ein laues Lüftchen um die Nase. Ich sag noch: Schalt doch auf Turbo. Sie schaut etwas verknittert. Ist schon Turbo. Oh...

Dann geht's raus an den Strand. Der ist wirklich toll. Ganz feiner Sand und an der Seite ein paar kleine Felsen. Sieht toll aus... Wie knallen uns auf die Liegen entspannen und schauen zu wie die Sonne untergeht.



Dabei wird uns bewusst, das nur drei weitere Westlerpaare in unserem Hotel sind. Der Rest sind einheimische und Asiaten. Wir machen also Badeurlaub auf Burmesisch. Na das ist doch mal was.

Nach dem Sonnenuntergang entdecken wir eine Riesen Ansammlung von Restaurants direkt neben unserem Hotel. Es gibt frischen Fisch und Thai-/ Burmesische Küche. Lecker. Die Preise sind super. Wir zahlen 30.000 kyatt (14 Euro) zu viert. Doppelt so teuer wie am Streetfood in der Stadt, ein Viertel von Hotelpreis, dessen Preise schon mit 6-8 Dollar das Hauptgericht eher am unteren Ende der Preisskala in Ngapali Beach ist.

Wir sind wieder frohen Mutes und machen uns zurück aufs Zimmer. Alles gar nicht so wild denk ich und lass mich aufs Brett fallen... Ja, richtig gelesen. Das Bett ist eher ein Brett und knüppelhart. Schlimmer als in Harbin... Wenn ich hier morgen ohne Rückenschmerzen rauskomme, dann freu ich mich schon aufs Meer sehen...

M - Myanmar - Der Inle See

12Feb2016

Am nächsten Tag ist es noch nicht mal hell, als wir aus der Lodge zum Frühstück gehen (müssen). Direkt vor uns steht beim öffnen der Türe schon einer mit nem kleinen Hotel E-Golfcar und winkt... Aha, die wissen also auch das wir heute morgen zum nächsten Flug müssen. Er sackt unsere Koffer ein und fährt uns in halsbrecherischem Tempo vor zum auschecken und zum Frühstücksbüffet. Allgemein Fetzen die Jungs mit den Golfcars echt krass hier um die Kurven. Dadurch hat man so den Eindruck dass es Ihnen einen heiden Spass macht. Scheint kein schlechter Job zu sein.Nach dem Frühstück rauscht es dann wieder kontinuierlich hinterm Hotel. Was da los?

Na klar, die Ballons steigen wieder in die Lüfte um bei Sonnenaufgang über Alt Bagan zu schweben. Wenn ich mir das so anschaue hätte ich trotz leichter Höhenangst nochmal Bock das zu machen. Naja, vielleicht im nächsten Myanmar Urlaub.

Am Flughafen wird es dann noch offensichtlicher in welchem Entwicklungsstand Myanmar ist. Die Fluglisten (flight schedules) sind handgeschrieben auf abwaschbarem Tafeln, die Tickets werden ohne Platznummer per Hand ausgestellt. Sieht so aus, als ob wir für unsere 4 Plätze kämpfen müssen. Dann gibt's noch nen Aufkleber auf die Brust, damit wir auch sehen wer mit uns im Flugzeug sitzt und die Crew uns schnell am Gate ausmachen kann. Gibt nämlich nur zwei Gates und da sitzen alle Passagiere der nächsten 4 Flüge. Wir sitzen hier mit unseren gelben Aufklebern inmitten von Roten, Orangenen und Grünen. Also warten bis die gelben aufgerufen werden und dann hinterher...

Die Sicherheitskontrolle ist ein Erlebnis hoch drei... Fast noch besser als am letzten Flughafen. Die Wasserflasche die unsere Begleiter im Handgepäck vergessen hatten haben Sie entdeckt. Die die wir noch in der Hand hatten haben Sie aber mit durchgehen lassen. Meine Armbanduhr dürfte ich dranlassen, gepiept hat wieder nix am Metalldetektor und der Kerl danach hat nur nochmal meine Hosentaschen abgeklopft. Jetzt fühl ich mich echt Safe... :-)

Der Flug ist verdammt kurz ich schaff es noch nicht mal das neue Album von Sia vollständig durchzuhören. Am nächsten Flughafen stellen wir fest: Der hat noch nicht mal nen Bus. Wir laufen vom Flugzeug übers Rollfeld zur Ankunftshalle. Es kommen wohl aber auch nicht so viele Flieger hier an. Aber es gibt einen Schalter mit "Immigration" Pappaufsteller. Es scheint also Transfer Flüge zu geben. Wie die das wohl steuern? Ah Ok, alle müssen ihre Pässe zeigen. Wir holen unsere deutschen Pässe raus: Oh sachter... Germany... Dann winkt er uns einfach durch... Net schlecht der deutsche Pass. Wir scheinen vertrauenswürdig.
Dann fahren wir in die "Stadt" um uns den Markt anzuschauen. Ich erwarte wieder Touristennepp vom feinsten. Ganz falsch. Kaum ein Tourist ist hier. Wir sind wirklich auf dem einheimischen Wochenmarkt. Su, unser Guide hätte da echt eine sehr gute Idee. Wir bestaunen Gemüse, dass wir noch nie gesehen haben, sehen Hühner erst ganz, dann in kleinen Teilen, und lokale Feilscherei. Toll.
Danach werden wir mit unseren Koffern auf ein kanuähnliches Boot verfrachtet.

Das wird die nächsten zwei Tage unser Fortbewegungsmittel sein. Wir schießen mit knapp 25 km/h durch den Kanal. Der Dieselmotor nagelt etwas, der Kanal weitet sich auf, zwei Fischer stehen links und rechts und werfen ihre Netze aus während wir durch sie durchpfeifen. Ich hab Gänsehaut. Und weiß gar nicht wo ich die Kamera  zuerst hinhalten soll. Vielleicht sollte ich auch einfach mal nur den Fahrtwind, den See, die Luft, einfach alles genießen. Und dann erst ein Foto machen... :-)



Nach 40 Minuten sind wir am Hotel. Das Novotel ist toll. Mit zwei bepoolten Frontvillen, das macht was her. Als wir unsere Zimmerschlüssel bekommen wird uns schon an der Nummer klar: Wir haben das letzte Zimmer, auf dem Festland und hinter einem Bungalow. Naja, wenigstens ist es schön eingerichtet und bis um vier haben wir sogar Sonne auf dem Balkon. Ein bisschen, von der Seite  an der wir auch den See sehen. So knapp 10 grad unseres Balkon Sichtwinkels. :-)

Wir werden wieder von Su und ihrem Bootführer abgeholt und schauen uns schwimmende Felder an. Die Bauern hier haben festgestellt das man Wasserpflanzen mit Seegrass zusammenbinden kann, dann mit eine Bambusstab im Wasser fixiert und Algen und Schlick drauflegen kann. Was man dann damit macht? Ganze Felder anlegen. Wir fahren durch Tomaten, Gurken und kürbisähnliche Pflanzen. Unglaublich wie das funktioniert. Nachdem wir durch das staubige Bagan per Auto gereist sind, ist es total surreal durch diese Felder mit einem Boot zu fetzen. Dieses Land ist einfach wahnsinnig facettenreich.

Nachdem uns Su bei einem Mittag ordentlich gemästet hat besuchen wir eine Webstube, die Lotus- und Seidenfasern verarbeiten. Unglaublich die Mädels zu sehen, die hier 8 Stunden am Tag Stoffe weben. Wenn ich mir das so anschaue, wird mir schlagartig klar, warum sich Menschen darüber Gedanken gemacht haben diese Arbeit von einer Maschine erledigen zu lassen. 

Das Interesse wird immer größer mal einen Blick in so ein einheimisches Haus zu werfen. Zu sehen, wie es sich auf einem See in einem Land wie Myanmar lebt. Auf unsere Bitte hin kümmert sich unser Bootsjunge drum, dass wir mal so ein Bambushaus besuchen dürfen.



Die Besitzerin ist Zigarrendreherin, verdient 6 Euro am Tag, hat 5 Kinder und ihr Mann ist leider verstorben. Sie läd uns zum Tee ein und Su übersetzt unsere, und natürlich auch ihre Fragen. Das Bambushaus ist überraschend gemütlich und die Kiddies sind total goldig... Die Größte (anwesende) ist 7 und schenkt uns ständig Tee nach. Wir kommen gar nicht so richtig weg... 

Kurz vor Sonnenuntergang werden wir wieder im Hotel abgesetzt und können noch den Sonnenuntergang am Steg bewundern. So Schön...



Am nächsten Morgen gehts nach dem Frühstück zu einer Ansammlung von "Stubas". Ähnlich dem Feld mit den alten Tempeln und Pagoden in Alt Bagan. Die Stubas sind aber nicht so richtig begehbar, sondern mehr so eine Art Buddha Schrein. Hier sieht man allerdings wie Luftfeuchte, Regen und Vegetation diesen Bauwerken zusetzt.



Trotzdem haben wir einen Imposanten Ausblick über die Stubas, die Felder, die Dörfer und den See nachdem wir ein paar Felsen hoch in die Berge geklettert sind. Atemberaubend. Die Gegend ist wirklich wunderschön. 

Dann wieder runter zum Steg, es geht wieder weiter mit unserem Boot.

Apropos Boot. Natürlich schauen wir uns auch eine Werft an und verschiedene andere Handwerksstätten. 

Absolut fasziniert sind wir alle von einer kleinen Schirm- Manufaktur. Uns wird gezeigt, wie das Deck- Papier hergestellt wird und wie das dann mit selbst gebastelten Gelenken und Scharnieren verbunden wird. Sogar ein Schirmspanner wird aus Bambus mit zwei Schnitten eingepasst. Das faszinierende dabei: alles wird aus Bambus, Holz und Pflanzen handgemacht. Drehteile werden mit Strick umwickelt und dann per Fuß zum drehen angetrieben. Ich frag mich, warum wir immer alles so kompliziert machen. :-) das beste kommt zum Schluss. Wir brauchen keinen Schirm, aber der Maschinenbauer in mir ist so fasziniert, ich muss einen haben. Mit den letzen Handwerksberufen im Kopf rechne ich schon 20-30 Euro zusammen. Dann sagt sie 6000. 6000 was? Kyatt? Sie nickt. Was? Ihr arbeitet 4 Stunden an einem Schirm und verkauft ihn für 4 Euro? Ich verhandel nicht, ich zahle gleich. Mal sehen ob wir den irgendwie dekorativ untergekommen. T&M schlagen richtig zu und kommen mit 4 Stück wieder raus... Ingenieure... :-)



Schade das wir schon zur nächsten Station aufbrechen. Ich mag die Gegend um den Inle Lake sehr.  Jetzt kommt schon der Erholungspart.
5 Tage Ngpali Beach. Ausspannen und die ganzen Eindrücke verarbeiten. Und es sind so viele Eindrücke die uns Myanmar mitgebenden hat. Was für ein Urlaub...

M - Myanmar - Das alte und das neue Bagan

09Feb2016

Nach einer sehr erholsamen Nacht werden wir von einem dumpfen Geräusch wie von einem riesigen Gasbrenner gegen 6:45 geweckt. Als wir 7:30 zum Frühstück gehen können wir der Ursache allerdings nicht auf den Grund gehen. War auch nicht mehr wichtig, schließlich gab es Pancakes mit mit Schokosauce und frischer Papaya zum Frühstück. Wer hinterfragt auf der Basis noch irgendwelche Geräusche am frühen Morgen. 8:30 Uhr gehts dann ordentlich gestärkt zum Sonnenaufgang an einen kleinen Tempel. Wahnsinn. Welchen Ausblick man hier auf Alt Bagan hat. Die ganzen kleinen Tempel und Pagoden leuchten in der goldenen Stunde. Unser Guide erklärt uns das man hier auch mit Heißluftballons vormittags durchfahren kann. Die starten wohl direkt hinter unserem Hotel. Aha... Das wars. Und einen Tag später haben wir sogar ein Bild davon bekommen:



Den Rest des Tages hat unser Guide schon wieder sehr gut vorbereitet. Erst bringt er uns in ein "Showdorf", wo uns eine 19 Jährige durch das Dorf führt und erklärt, wie die Arbeit verteilt ist, und wovon Sie leben. Für jedes Foto einer der Bewohner winken Sie mit der Hand und wollen etwas Geld. Die Motive die Sie dafür anbieten sind aber auch wirklich gut. Von alten Frauen mit einer Bambus/ Palmzucker Zigarre (die aussieht wie ein Joint) über Kinder in Tragegurten und Frauen in Webstühlen gibt es einiges zu sehen. Wir kaufen sogar noch zwei Tücher. Unsere Führerin erklärt uns alles und zeigt uns auch den Tempel, der nagelneu renoviert ist. Ach da fließt dann wohl das Fotogeld hin... :-)
Sie erklärt uns auch, dass Sie neben English auch noch Japanisch und etwas chinesisch spricht. Daher führt sie meist die Touristen hier durch. Warum Sie nicht allgemeiner Touriguide wird wollten wir wissen. Das geht nicht, erklärt Sie uns, sie hat nach der Grundschule aufgehört, und man muss mindestens Abi machen um eine Lizenz zu erhalten. Mich schaudert es. In Deutschland gibt es Leute, die nach der Realschule noch nicht mal richtig deutsch können, und Sie spricht insgesamt fast 5 Sprachen. 

Das nächste auf dem Programm ist Mount Popa. Das ist ein Berg mit einer Pagode oben drauf, die fasst wie auf einem einzelnen Felsen ca. 700m über NN liegt. Da wollen wir hoch. Es sind wohl angeblich 777 Stufen. Nach 32 hab ich aufgehört mit zählen. Aus verschiedenen Gründen. Erstens, überall springen Affen rum, die den Touristen Schuhe, Brillen und andere Sachen klauen. Das lenkt etwas von zählen ab. Wir sind dann irgendwann mit einer Gruppe nach oben unterwegs, die kleine "Fresspakete" mithatten. Damit ließen Sie sich recht gut ablenken. Zweitens: Es ist sau anstrengend. Die Stufen sind ungefährt soweit weg von unserer gewohnten DIN Norm wie die Erde vom Neptun. Als wir endlich wieder unten Sind zittern uns allen die Beine. Wir sind froh, als wir dann endlich zu einem Restaurant mit Aussichtsturm fahren und uns mal anschauen können, wo wir da hochgekraxelt sind:

Kein Wunder, dass die Mönche es sich bei einer Fussballübertragung auf der Bank gemütlich machen. Die haben die Treppen nicht nur einmal am Tag zu bewältigen.



Auf dem Weg zurück zur Stadt fällt uns an der Strasse wieder auf das einige, meist ältere Menschen in der prallen Sonne stehen und die Hand ausstrecken. Unser Guide erklärt uns, das das die hilfsbedürftigen der Gegend hier sind. Sie bitten um Almosen von den Gläubigen, die zum Mount Popa pilgern. Er erklärt uns dass nahezu jeder Gläubige etwas Geld aus dem Auto wirft um gutes zu tun. Daher reicht es wohl um zu überleben. Ich mag den Ansatz des Buddhismus gerade wegen solchen Ideen, die uns im Urlaub öfter über den Weg laufen werden. Trotzdem bin ich gerade so dankbar, dass wir nicht bei 40 Grad im Schatten an der Strasse stehen müssen und unser Abendbrot von dem guten Willen eines Autofahrers abhängt. Ich glaube dann würden wir in Deutschland verhungern.


Ein Highlight kommt dann noch, und das war nicht die händische Herstellung von sogenannter Lacquerware (die uns auch so sehr imponiert hat, das wir welche gekauft haben), sondern die Apotheke. Wir wollten noch ein paar Kopfschmerztabletten erwerben. Etwas stärkere. Unser Guide bringt uns zur Stadtapotheke. Die ist 2m breit und 4m tief, hat eine Theke von der uns eine Burmesin im weißen Kittel anstrahlt. Aspirin hat Sie erklärt Sie uns, aber das starke Zeug gibt's hier nicht. Ich bin wieder mal fasziniert, wie einfach und pragmatisch hier einfach alles ist. Der Doktor ist übrigens in den Dörfern auch nur einemmal pro Woche da. Jeden Wochentag in einem anderen Dorf...
Abends sind wir wieder in unserem Hotel und von der Einfachheit draußen ist nix mehr zu spüren. Wir könnten auch in Thailand sein. Ich les noch etwas, dann kommen die ersten Postkarten dran. Da kommt dann doch der erste Unterschied. Das WLAN ist nicht so toll. Das Programm stürzt dreimal ab und ich geb fast auf. Dann klappt es doch. Hoffentlich passen jetzt die Texte mit den Bildern und den Adressen zusammen. Das hat es immer durcheinandergehauen. Nicht das meine Cousine jetzt mit "hallo liebe Oma" begrüßt wird... 

Der nächste Tag ist unser "freier" Tag in Bagan. Ganz ohne Guide. Und was macht man da? Nein, eben nicht am Pool liegen, sondern endlich mal ein E-Bike ausprobieren. Sonst können wir nie rausfinden, ob das nicht auch was für uns in Shanghai wäre. Gut hier ist deutlich weniger Verkehr. Dafür sind fast alle Strassen nur aus Sand. Das erhöht den Schwierigkeitsgrad ungemein.

Ich verstehe nun endlich die Kollegen: E-Bike macht so einen Spaß. Wir waren meist alleine auf den Wegen. Sind von Tempel zu Pagode zu Tempel gefahren und viele von Ihnen waren menschenleer. Es ist ein unglaubliches Gefühl. Ein bisschen wie im Film. Indiana Jones lässt grüßen.

An dem Tag finden wir dann noch ein paar weitere Sehenswürdigkeiten und spannende Erlebnisse. 

Zum Beispiel musste ich in einem Tempel auf Toilette. Man ist in diesen, aus Respekt vor Buddha und weil der Boden außerhalb der Tempel als schmutzig gilt, immer barfuß unterwegs. Ich scheue mich etwas die Toilette auch barfuß aufzusuchen. Aber die Burmesen haben daraus auch schon wieder eine Geschäftsidee gemacht. Hinten aus dem Tempel raus, dem Toilettenschild folgen... Ah da kann man Schuhe leihen. 200 (10ct). Das lohnt sich. Und ich wette die leiht sich jeder... Spätestens, nachdem er mal einen Blick in das Klo geworfen hat. :-)

Bevor wir unser E-Bike mit den nagelneuen Helmen (scheinen wieder nur wir Deutschen zu brauchen) am Hotel zurückgeben finden wir noch eine schöne Pagode (die gesuchte am Fluss) und schauen uns da den Sonnenuntergang an.



Abends geht's dann noch zu Fuß in die "Stadt" in ein Restaurant. Hier muss man ne Taschenlampe mitnehmen, alles ist dunkel. Nix ist wirklich ausgebaut. Aber die Taschenlampe war auch offensichtlich im Hotelzimmer angebracht. :-)

Im "Star Beans", welches "Highly recommendet by tripadvisor" ist gibt es frischen Saft für 1500 kyatt (90ct). Der ist wahnsinnig lecker. Auch das Essen haut uns fast die Geschmacksnerven bis Alt Bagan. Es gibt Chicken Curry, Avocado- und Papaya Salat, Butterfisch und Cashewnuss Chicken. Es ist soooo Lecker, nur Nachtisch und Kaffee haben Sie keinen. Macht nix, wir zahlen insgesamt 24000 kyatt (18 Euro für 4 Personen). Unglaublich... ;-)

A hat uns übrigens noch ein Rätsel gestellt, was nicht so leicht zu knacken war. Vielleicht kommt ihr ja drauf: Was reist um die Welt und klebt doch nur in einer Ecke?

M - Myanmar - Mingalaba (guten Tag) Bagan

07Feb2016

Morgens 5:00 Uhr müssen wir auschecken. Es grummelt bisschen im Bauch aber sonst ist alles ok. Unseren Mitreisenden geht's allerdings nicht so gut. Bei denen hat eines der Essen etwas mehr Durchschlagskraft gehabt. Teilweise in zwei Richtungen... Wir scheinen uns mit unserem China Aufenthalt einen doch etwas stärkeren Magen antrainiert zu haben. Hat sich das viele chinesische Essen und Streetfood doch gelohnt. Und wir können vielleicht sogar noch eine Schippe drauflegen, das nächste mal beim Essen in China. Nachdem ich den Jellyfisch (Qualle) schon hatte, heißt es jetzt: Hühnerfüsse, wir kommen. :-)

Während wir zum Flughafen fahren, beginnen die ersten Burmesen ihre Nudelstände aufzubauen und sich fürs Frühstück vorzubereiten. Irgendwie krass den Jungs und Mädels bei Ihrer täglichen Arbeit zuzuschauen. Früh um sechs das Nudellädla aufmachen, und dann bis abends um 22 Uhr die Suppe rühren. Da soll sich nochmal jemand über unsere Arbeitsbedingungen aufregen.

Am Flughafen sprintet uns dann ein Kofferjunge hinters Auto und trägt unsere Koffer auf eine Waage von 1956. Es gibt irgendwie keinen Self Service hier. Es wimmeln Massen an Jungs rum und kümmern sich um unsere Koffer, Tickets, Einchecken... Wir stehen hauptsächlich überflüssig in der Gegend rum und freuen uns auf die nächste Station. Der Guide koordiniert die Jungs und verteilt auch gleich das Trinkgeld. Es bleibt dabei, was ich in Harbin schon dachte. Der Guide ist ne super Investition.
Die Sicherheitskontrolle ist eher rudimentär... Der Rucksack geht durch die Röntgenröhre, nur auf den Bildschirm guggt keiner. Ich mag meine Uhr abmachen, sie lächelt schüttelt den Kopf. Es piept noch nicht mal, während ich durch den Detektor geh. Das bummeln am Gate erledigt sich dann auch relativ schnell. Es gibt eh nur zwei Gates, und dazwischen ein Café... :-)

Der Flug ist eher unspektakulär, außer dass ich seit 14 Jahren das erste mal wieder in einer großen Doppel-Propellermaschine sitze. Die Ankunft in Bagan ist dafür umso spektakulärer. Es gibt nur eine Ankunftshalle und das ist das Gepäckband:



Auf dem Weg zum Hotel fahren wir durch steppenähnliches Gebiet. Der Guide erklärt uns, dass das Alt Bagan ist. Es gab hier mal über 4000 religiöse Gebäude, Pagoden, Tempel und so weiter. Jetzt sind es "nur" noch 2300. Das sind immer noch sehr viele und es sieht absolut toll aus...
Während wir über die etwas löchrigen Straßen fahren stellt sich die Frage, wie hier überhaupt die Straßen geteert werden. Es gibt nämlich nur eine geteerte Strasse, der Rest sind Sandbahnen.
Dann sehen wir eine Gruppe, die Strassenarbeiten durchführen. Frauen und Männer sitzen in der knalligen Sonne und haben einen kleinen Mini LKW mit dabei, auf dem der Teer liegt. Mit Schüsseln und pfannenähnlichen Geräten schaufeln Sie den Teer auf die Straße und befestigen den per Hand... Und ich dachte schon in China gibt es krasse Jobs, aber das hier schlägt es definitiv.

Nach 20 Minuten kommen wir in die "Stadt". Es ist eine Staubstrasse mit ein paar Hütten drumherum. Es wirkt wie ein uraltes Dorf. Die Bewohner gehen ihrer Arbeit nach und das meiste Leben konzentriert sich gerade auf dem Markt. Frischen Fisch, Stoffe, Gemüse und Lacquerware (eine Art natürliches, aber kunstoffähnliches Geschirr aus Bambus, Pferdehaaren und einem Katschukartigem Naturstoff) gibt es hier. Es ist ziemlich offensichtlich, was von den Einheimischen und den Touristen frequentiert wird.
Den Rest des Tages schauen wir Tempel und Pagoden an. Langsam könnte man denken es reicht an den Dingern, aber es ist ganz anders als in Vietnam. Die Tempel sind unterschiedlich, der Guide hat viel drüber zu erzählen und dieses Gefühl von Buddhismus in der Luft bleibt immer irgendwie vorhanden. Teilweise könnte ich mich hier stundenlang hinsetzen und einfach den Leuten beim Beten oder den Touristen beim Staunen zuschauen.
Mittlerweile zieht sich noch etwas wie ein roter Faden durch: A ist meistens "the beautiful Girl" wenn wir auf Burmesinnen treffen. In Myanmar scheinen zumindest viele Frauen meine Meinung zu teilen: A ist die schönste Frau der Welt. :-) Mit der Zeit bekommen wir raus woran das liegt. A hat die richtige Nasenlänge, Hautfarbe und Größe um Burmesen staunen zu lassen, und Sie hat den Burmesischen Rock (LongJi) an. Das scheint die Burmesinnen auch zu freuen. Hat unser erster Guide doch ne gute Investition gemacht. Von dem haben wir nämlich alle einen "LongJi" als Geschenk bekommen.  

Oder es ist eine Geschäftsidee der Mädels um weitere Röcke oder ihren Rindenmulch zu verkaufen. Die Burmesischen Frauen reiben sich nämlich eine Baumrindenpaste ins Gesicht zum anfeuchten und schützen der Haut vor der Sonne. Sieht lustig aus aber scheint zu helfen. A und T haben es ausprobiert.

Zum Mittag sitzen wir in einem Panoramarestaurant am Nebenarm des Flusses. Die Aussicht geht auf einen halb ausgetrockneten Fluss mit Zwiebelfeldern am Rand und eine Goldene Pagode glänzt am Horizont. Falls wir nochmal Zeit haben möchte ich da nochmal hin...



Danach geht's weiter durch wirklich tolle alte Tempel (Alle sind bis zu 1000 Jahre alt) mit Wandmalereien, riesigen Buddhas und interessanten Fresken. Mittlerweile ziehen wir die Schuhe schon gar nicht mehr an, da bei jedem Tempel diese wieder abgelegt werden müssen. Aber das Barfuß gehen ist echt auch eine tolle Erfahrung. Innen kühlt der Tempel deine hitzigen Füße, und abends wärmt der Stein deine Füße, wenn der Wind auffrischt. Ich würde öfter barfuß gehen, aber wenn ich an die Strassenbedingungen in Shanghai denke, wird das wohl nix...

Dann das Highlight des Tages: Sonnenuntergang über alt Bagan zusammen mit gefühlten 50.000 Touristen. Unglaublich schön, wenn auch echt voll.



Dann hüpfen wir alle zusammen abends nochmal in den Hoteleigenen Whirlpool. 32 Grad Celcius und Geblubber, toll. Das entspannt ungemein nach dem anstrengenen Tempeltag. Die vielen Treppen, Joar... Das macht schon etwas fitter. Der Schokokuchen heute Abend ist schonmal gebongt...

Beim Blick nach oben fällt mir zum ersten Mal wieder auf, dass es einen so wunderschönen Sternenhimmel gibt. Den sieht man irgendwie nie in Shanghai...

M - Myanmar - Ein Tag in Yangon

06Feb2016

Ab jetzt wird es ein bisschen komplizierter. Zu den Erzählungen, die jetzt kommen, gehören eigentlich sehr viele Bilder. Da sich diese aber in der Kamera befinden, und ich die vermutlich erst Zuhause auslese, gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder ich veröffentliche den Beitrag ohne Bilder und füge sie später nach, oder ich veröffentliche ihn erst später. Für euch ist das ganz einfach zu erkennen. Ist der Beitrag vorm 18.2. online und es steht immer mal BILD mit drin, dann hab ich ihn vorher veröffentlicht, sonst halt danach. :)

Wir sind derweilen in Yangon im Hotel und werden vom Guide, der sehr gut English spricht, abgeholt. Auf geht's zur Shwedagon Pagode, die schon aus der Ferne über der Stadt tront... 




Diese ist atemberaubend. Sie thront sowieso schon über der ganzen Stadt, aber die Anlage ist von innen echt der Hammer. Ich fand schon die Tempelanlage in Bangkok umwerfend, aber das hier ist noch mal ne Ecke krasser. Hauptsächlich, weil hier einfach viel mehr Leben drin ist. Unglaublich viele Buddhisten gehen hier ihren Gebeten nach, kehren die Fläche, besingen und wässern verschiedenste Buddhas... Ich hab Gänsehaut. Die Luft vibriert regelrecht vor Buddhismus.Hier ist die Religion so zum Greifen nahe, dass man fast bekehrt werden könnte... 



Nach dieser unglaublich intensiven Erfahrung gehen wir essen in "Chinatown". Da kennen wir uns aus... :-) Wirklich Lecker: Nudeln, Reis, Spieße mit Tofu und Rippchen und das Highlight (für mich) eine von thaifood inspirierte Suppe scharf sauer... Wir sitzen vor einem kleinen Laden, der aus einem Fass einen Grill gebaut hat. Die kleinen Kunststoffhocker biegen sich etwas als wir uns draufsinken lassen. Aber es ist uhrig und irgendwie bequem. Das Gewusel um uns herum erinnert mich etwas an Shanghai. Und auch hier taucht immer mal wieder der ein oder andere Westler zwischen den Burmesen auf. Nach dem Essen sind wir satt und zufrieden. Bezahlt wird alles zusammen, vier Leute satt und 15000 kyatt. Das entspricht nicht mal 10 Euro... :-)



So ist das mit dem Street Food halt, kein richtiges Restaurant, aber dafür 2,50€ pro Person für ein klasse Abendbrot. Das wir hier allerdings in einem sehr armen Land sind wird uns auch schlagartig bewusst. Während wir essen versuchen es viele Bettler bei uns und Kinder "stehlen" unser Wasser und versuchen die Cola zu entwenden. Gar nicht so einfach damit richtig umzugehen. Es erinnert mich ein bisschen an Brasilien. Auch auf unseren weiteren Reisen in Myanmar wird uns das wohl immer mal begegnen.

Am nächsten Morgen machen wir das Fenster auf: Akustik wie im Dschungel, die goldene Kuppel der Pagode mittendrin, ich bin jetzt schon auf die nächsten Tage hier gespannt. Mit dem Fahrstuhl runter und es gibt ein grandioses Frühstück, inkl. Espresso, Brötchen, Spiegelei und frischer Pomelo... Dann auf in die Stadt. Auch wenn nichts den Tempel vom ersten Tag toppen kann, es bleibt weiterhin bei tollen Sachen die wir uns anschauen. Ein Tempel zum Beispiel mit einem Buddha von 19 x 72 Metern. Wow.

Das Essen wird diesesmal in nem Touristenspot serviert. Die sind hier leicht zu erkennen. 5 Busse davor und sehr schick von außen. Es schmeckt, aber ist lange  nicht so gut wie gestern Abend. Hauptsächlich, da sie weniger Gewürze in die Spiesen geben, um den Touristen nicht einen hochroten Chilikopf zu verpassen. Die einheimische Küche ist normalerweise um einiges schärfer als das was Otto Mustermann gewöhnt ist.. Die Getränke müssen wir selber zahlen. Wir trinken das selbe wie gestern und zahlen auch gleich viel. 15000 für ne cola und 3 Säfte. Hm... Gestern hatten wir dafür noch das ganze Abendbrot mit dabei. Naja, dafür auf schicken Stühlen neben einem Garten voller Laternen gesessen.

Abends machen wir es wieder besser und nehmen einheimisches Essen am See im white rice. Aufgefallen ist uns dieses Restaurant, da wir dran vorbeigegangen sind und dort alles bunt beleuchtet war, laute Musik und eine schön geschmückte Limousine davor. Ja, richtig geraten: da war eine burmesische Hochzeit mit drin. Und etwas scheinen Sie mit den Chinesen gleich zu haben: Es muss K-TV, also Karaoke mit dabei sein. Aus unserer Sicht ist das alles ein bisschen fietschig, aber wenn mal einer oder eine dran ist die das bissel kann, ist es echt cool. Und während wir so mitschaukeln und das Brautpaar bestaunen, brennt uns die Vorspeise zentimetergrosse Löcher in die Zunge...



Nach unserem Essen, um Punkt 20:30 Uhr, löst sich die Hochzeits-Gesellschaft auf. Es ist ein bisschen wie zum annual  dinner bei unserer Firma, wir haben die Pfeife wieder nicht gehört, als wir aber von unserem Gelee-Nachtisch aufblicken sind fast alle weg. Nur das Braupaar schüttelt noch ein paar Hände und bedankt sich bei den letzten 4 Gästen. Irgendwie ist in Myanmar mehr China drin als man denkt. :)

M - Myanmar - Reise nach Yangon

05Feb2016

Wir haben Urlaub... :-) Und ganz anders als man es normalerweise im Urlaub gewöhnt ist, müssen wir zeitig aufstehen. Sehr zeitig... Ein Fahrer holt uns an der Wohnung ab... 4:40 Uhr... Koffer rein ins Auto und los geht's.

Wir schauen verschlafen auf total leere Straßen während er uns äußerst entspannt und vorsichtig zum Flughafen fährt.

Je näher wir zum Flughafen kommen desto voller werden die Straßen. Am Flughafen selbst ist dann das totale Chaos. Die Autos stehen in 3 Reihen, keiner kommt vor oder zurück. Ja, es ist der Beginn von Chinese New Year. Unser Fahrer stellt sich einfach in Reihe 4 und  strahlt als wir ihn mit xin nian kuai le (frohes neues Jahr) verabschieden und mit unseren Koffern Richtung Gate rollern.
Ab hier gibt's keine großen Auffälligkeiten, bis wir im Flugzeug sitzen. Das startet dann allerdings 40 Minuten später in Richtung Kunming weil, äahm ja... Warum auch immer... Uns informiert zumindest keiner.  :-) Langsam sickert es bei uns dann aber durch: Das wird knapp für den Anschlussflug nach Yangon. Gut, dass wir nicht nach Mandalay sind, das wäre 30 Minuten knapper und unsere Sitznachbarn beginnen gerade schon ganz vorsichtig am Rad zu drehen. Im Laufe des Fluges sollen wir dann auch noch erleben, wie sich alle nach Mandalay Flieger vorn sammeln und gemeinsam immer schneller am Rad drehen... Verständlicher Weise.

Unsere Koffer sind nicht durchgecheckt und so wird es für uns allerdings auch ganz schön knapp. Mit den Koffern, die zuletzt aus dem Gepäckband laufen, sprinten wir wieder hoch zum Check In. Dort ist das System gerade am runterfahren... Kein Check In möglich, weil: zu spät. Und das gerade mal 30 Minuten vor Abflug. So eine Frechheit.

Meine Gedanken sind bei denen nach Mandalay. Wenn das bei bei uns schon so läuft, dass können sie nicht geschafft haben. Merken für zukünftige Reisebuchungen: mindestens 2 Stunden Transferzeit bei chinesischen Airlines einrechnen. Die Dame am Check in ist am telefonieren. Die Minuten laufen... Alle schwitzen und warten was nun passiert. 

Sie atmet auf. Der Check In wurde wieder aufgemacht. Wir checken ein, sie drückt uns die Tickets in die Hand und sagt: Hurry Up!!! Wir rennen los. An der Sicherheitskontrolle werden wir böse ausgebremst. Es dauert. Von hinten kommt ne Gruppe Amerikaner gesprintet, will an uns vorbei und winkt mit dem Ticket nach Yangon. Wir und die Familie vor uns dreht sich mit unseren Tickets um: ganz ruhig... Wir müssen da auch hin. Die werden schon nicht ohne uns fliegen. schließlich sind wir insgesamt fast 20 Mann an der Sicherheitskontrolle. :-)

Wir sind 5 Minuten vor geplanten Start im Flugzeug und alles ist gut. Starten tuen wir übrigens 20 Minuten später... Auf die Amis haben sie auch noch gewartet. :-)

Im Flugzeug sitzt ein junges Mädel neben uns. Wir kommen is Gespräch, sie ist Coburgerin und seit 2 Jahren in Shanghai. Die Welt muss echt klein sein. Wir unterhalten uns sehr gut und finden raus, das wir auch in Shanghai gleich um die Ecke wohnen. Zufälle gibt's...Das wäre ja fast so, als ob wir in Harbin die Bedienung vom... Ach ja... :-)

Die Ankunft in Yangon ist für uns Großflughafengewöhnte ein wenig überraschend. Es gibt zwei Gates, eine Ankunftshalle und genau zwei Gepäckbänder darin. Da kann man auch sein Gepäck nicht verlieren. An den 34 in Shanghai könnte das eher mal passieren.

Wirklich interessant wirds dann am Geld-Tausch-Counter: RMB werden gar nicht zum tauschen angenommen und am Geldautomat kommt meine chinesische Kreditkarte nach 3 Minuten dem Ladebalken zuschauen ohne Geld wieder raus. Ich hab gerade ein japanisches Deju Vu mit meinen chinesischen Plastikzahlungsmittlen. Der nächste Versuch am Hotel ist dann allerdings deutlich erfolgreicher. Ich habe meine ersten 100.000 abgehoben. Kyatt versteht sich. Das entspricht übrigens nicht ganz 80 Euro.

Das Hotel selbst ist top und die Zimmer sehr schön. Sogar der amerikanische Präsident hat hier schon genächtigt... Wir schauen uns in unserem Zimmer um und können die Aussage der Rezeptionistin nur bestätigen: Da wurden wir wohl upgegradet. Aufs Bett gesprungen, kurz ausgeruht und WLAN geht auch... "Sogar" schneller als in China. :-)

Der Urlaub kann beginnen...

M - Wie klein China doch ist...

04Feb2016

Da wir uns zwar immer mal wieder mit dem Essen in der Kantine anfreunden können, aber es irgendwie nicht ausreichend zündet um immer da zu essen, haben wir einige Alternativen rund um die Arbeit gesucht.

Eine davon ist eine kleine "Grillbude" namens AliBaBa. Dort gönnen wir uns immer mal eine Grillplatte oder ein Gyros. Wir sind bei den Mädels da schon recht gut bekannt und diesmal haben Sie uns echt überrascht.

Eine der Bedienungen winkt uns dieses Mal ganz wild zu und grinst. "I saw you in Harbin" - Was? Du hast uns in Harbin gesehen? Ja, sie war sogar mit uns im selben Bus im Tiger Park. Quatsch... Doch. Sie hat uns trotz unserer Vermummung erkannt. Wir haben sie natürlich nicht erkannt. Wir sind zwar mittlerweile besser im auseinanderhalten der Asiaten, aber nicht so gut, das wir die Bedienung vom AliBaBa mit Mütze, Kaputze und Mundschutz erkennen. 

Das schien für uns allerdings nicht zu gelten. Wir scheinen wirklich leicht zu erkennen zu sein. Beim Bilder anschauen haben wir dann festgestellt, dass sie sogar nur eine Busreihe entfernt vor uns saß. Aber selbst auf den Bildern haben wir sie nur erkannt, weil wir wussten das sie da war... :-)

Allerdings stellen sich nun zwei Fragen. Erstens: Bei dem was wir für den Trip bezahlt haben, läuft der GrillLaden entweder sehr  gut, oder wir haben wieder mal den Langnasen Zuschuss erwischt. Die zweite Frage ist deutlich statistischer, wie groß ist bei 1,5 Milliarden Chinesen, von denen uns vielleicht maximal 200 bisher aktiv gesehen haben, die Wahrscheinlichkeit mit einer von diesen an einen Wochenende, 3h Flug von Shanghai entfernt in einem Bus im Harbiner Tigerpark zu sitzen? China muss echt klein sein. :-)

Überraschend das nicht nur in der Shanghai U-Bahn, sondern auch in Harbin uns die bekannten Gesichter über den Weg laufen. Ich bin gespannt über wen wir denn so in Myanmar stolpern. Da geht's nämlich morgen früh um 4:45 hin... Ich freu mich schon tierisch drauf. 

Und ich weiß jetzt schon das wir zwei bekannte Deutsche da treffen werden. Mit denen machen wir den Trip nämlich. :-) und das ist das tollste daran. Wir halten euch auf dem laufenden, aber nicht wundern, wenn es jetzt mal ein paar Tage still im Blog wird. Wir haben schließlich Urlaub. :-)